Archiv für September 2008

Erfurt: Besetztes Haus braucht Hilfe!

Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Situationen, in denen wir uns für ein Weiterbestehen des Besetzten Hauses in Erfurt stark machen mussten. Veranstaltungen wurden untersagt oder das Gelände für nicht begehbar erklärt. Nie war jedoch die Bedrohung des Projektes auf einem Teil des ehemaligen Topf & Söhne Geländes so existenziell wie jetzt. Seit Anfang des Jahres 2007 gibt es einen neuen Besitzer, der nun alle Gebäude so schnell wie möglich abreißen möchte. Der Abriss ist schon entschieden, obwohl der Beschluss zur Änderung des Bebauungsplans durch die Stadt noch aussteht. Der Besitzer will auf dem Gelände Gewerbe und Wohnraum schaffen.

Nur das Verwaltungsgebäude soll nicht abgerissen, sondern saniert werden. Dort wird evtl. ein Geschichtsort der Stadt Erfurt entstehen, der sich mit der Firma Topf & Söhne auseinander setzen soll, die im Nationalsozialismus Krematorien für Konzentrations- und Vernichtungslager wie Auschwitz und Buchenwald produzierte.

In den Verhandlungen der Stadtverwaltung mit dem Besitzer (die Domicil Hausbau GmbH + Co. KG; Mühlhausen) wurde dem Firmenbesitzer Herr Golla zugesichert, dass er neben dem Verwaltungsgebäude über den Rest des Geländes frei verfügen kann. Diese Entscheidung wurde über die Köpfe der Besetzer_innen hinweg getroffen. Damit beschloss die Stadt das Ende eines seit 7 Jahren bestehenden selbstverwalteten Projektes, dass von vielen verschiedenen Menschen und Gruppen für politische und kulturelle Aktivitäten genutzt wird.

Im Besetzten Haus gibt es Wohnraum, Bandproberäume, Konzert- und Partyräume, ein Kino, einen Umsonstladen, einen Infoladen / Lesecafe, Werkstätten, eine Sporthalle, etc.. Neben diesen räumlichen Möglichkeiten ist das Besetzte Haus aber auch ein Ort, an dem Menschen mit rechtsextremen Weltanschauungen nicht geduldet werden und man bemüht ist, Menschen Unterstützung zu geben, die von rassistischen und sexistischen Übergriffen bedroht sind. Ein Projekt, welches in Thüringen Seltenheitswert besitzt und für viele Menschen zu einem wichtigen Bezugspunkt geworden ist.

Dieses Projekt, in das wir fast acht Jahre viel Kraft und Hoffnung gesteckt haben, lassen wir uns nicht kaputt machen!
Die Stadt hat uns bisher noch kein ernsthaftes Angebot für ein Ersatzobjekt gemacht. Schon bevor dieses Haus besetzt wurde, hatte die Erfurter Stadtverwaltung Verhandlungen um ein selbstverwaltetes Hausprojekt über Jahre verschleppt. Dadurch wirkt es zunächst in den Augen vieler Leute als Hohn, wenn die Stadt nun wieder von einem Ersatzobjekt spricht.

Wir wollen nicht darauf warten, bis uns irgendwann eine annehmbare Lösung ins Haus flattert. Wir werden für den Erhalt unseres Projektes kämpfen und hoffen auf die Unterstützung aller, denen das Besetzte Hausprojekt ans Herz gewachsen ist.

Kommt zur Demo am 15.11.08,
14.00 Uhr am Hauptbahnhof Erfurt
Unterstützt uns durch kreative und vielfältige Aktionen!

Quelle: Topf. squat.net

Görlitz: Angriff auf Wohnprojekt

In der Nacht zum 28.09. haben ca. 12 vermummte Nazis ein alternatives Wohnprojekt in Görlitz, iin welchem zur selben Zeit eine kleine Feier statt fand, mit den vorm Haus stehenden Schildern und Baumateriallien angegriffen. Auch flogen Steine und Flaschen gegen das Haus. Alle Versuche die Eingangstuer zu durchbrechen scheiterten.

Quelle: http://lausitz.antifa.net/home.html

Dresden: Bekenner_inneschreiben der BBB

Bekennerschreiben

„In der Nacht vom 24. zum 25. September des Jahres 2008 wurde von der in Sachen Obstguerilla führenden Organisation, der Bürgerlichen Bananenbrigade ein Anschlag verübt, der die Bananenrepublik Deutschland in ihren Grundfesten erschütterte.

Gegen 2 Uhr wurden von uns dabei mindestens vier Dutzend Bananenschalen sowie weiterer Fruchtbomben auf das Pflaster einer Straße der Dresdner Neustadt geworfen und die Öffentlichkeit dabei zusätzlich mit den Schriftzügen „Das Essen fällt nicht mehr vom Himmel“ wachgerüttelt. Wir drücken damit unseren Protest gegen unerhört hohe Lebensmittelpreise in der kapitalistischen deutschen Diktatur aus- viele Angehörige der proletarischen Unterschicht können sich Bananen schon längst nicht mehr leisten, außerdem werden sie zunehmend in die Randbezirke der Städte gedrängt. Daher fordern wir: Bananenschalen in die Neustadt!
Unser Hass und entschlossener Kampf richtet sich gegen das korrupte System der fetten Politbonzen und die geldgierige Lebensmittelindustrie!

Daneben gilt unser Kampf auch der führenden kapitalistischen Weltmacht, den U$A! Wir kämpfen gegen deren Boykott kubanischer Bananen auf allen Ebenen und mit allen (Lebens-)Mitteln!

Wir sind der Meinung, diese Aktion hat gefruchtet!

Information zur Gruppe der BBB:
Die Schale der Banane hat sich zu unserem Symbol im Kampf gegen das allmächtige Kapital entwickelt, dabei achten wir vor allem auf nicht EU- genormte Krümmungsgrade, denn die EU ist nur eine weitere Organisation des weltweiten Kapitalismus, der vor freien Völkern keinen Halt macht! Grundsätzlich sind wir jedoch offen für alle fruchtigen Aktionsformen, dabei wird keine Sorte ausgeschlossen!“

Bilder


Diese Bilder erhielt die Blockredaktion als Beweis…


Die Indymediadiskussion

Nach der Veröffentlichung der Aktion gab es ein paar lesenswerte (?) Indy-Kommentare. Viele nahmen diese offensichtliche Spassguerillia-Aktion sogar fast ernst, andere Stimmten munter in den Bananenchor ein.

Artikel zum selber lesen: http://de.indymedia.org/2008/09/227903.shtml

Oppach: Antifa-Demonstration gegen den rassistischen Normalzustand

Heute (23.10.) wurde in Oppach eine Spontandemonstration gegen den rassistischen Normalzustand und zur Solidaritätsbekundung mit den Asylbewerber_innen welche immer wieder Opfer rassistischer An- und Übergriffe werden, durchgeführt. An der Demo nahmen ca. 40 Antifaschist_innen aus der Region teil.

Bericht

Ein ungewohnter Anblick bot sich heute den Anwohner_innen in dem kleinen Örtchen Oppach (ca. 3200 Einwohner_innen): Eine Gruppe ungewöhnlich gekleideter Menschen zog da mit Fahnen und mehreren Transparenten durch Oppach, viele riefen Dinge über unruhiges Hinterland, Nazis und Abschiebebehörden. Dabei verteilten sie Zettel und appellierten an die Verantwortung eines/r jedes/r Einzelnen – und das alles zum Feierabend.


Auf dem Weg zur ABUB

Nach einer kurzen Tour durch den Ortskern ging es zum Asylbewerber_innenheim der ABUB GmbH, dort war vor 9 Tagen ein Brandanschlag auf die dort lebenden Migrant_innen verübt worden. Die erste Begegnung war für beide Seiten sichtlich ungewohnt. Es dauerte eine Weile bis die Kommunikation in Gang kam doch dann erzählten die Bewohner_innen von Nazis, Abschiebebehörden, Flucht, Krieg und ungewisser Zukunft. Der Leiter des „Heims“ verwies die Demonstration derweile des Geländes und rief die Polizei. Während der sprachlich schwierige Dialog vor dem Gelände weiter geführt und ein Redebeitrag verlesen wurde, kam die Staatsmacht dann auch, zunächst in Form zweier recht verständnisvoller Dorfpolizisten.


Kundgebung

Weiterhin wurden Kontakte geknüpft, den Besucher_innen wurden die Brandflecken gezeigt, welche die Molotowcocktails der feigen, faschistischen Täter_innen hinterlassen haben. Außerdem wurden die Antifaschist_innen über örtliche Treffpunkte der rassistischen Jugend informiert.

Nach einer Weile verabschiedeten sich die Gäste und zogen unter Dank und Beifall wieder Richtung Ortsmitte, dort stieß dann auch die grüne Verstärkung dazu und beantworte das antifaschistische Engagement noch mit Repression in Form von Personalien- und Fahrzeugkontrollen.

Fazit

Die Freude der Menschen welche in den oppacher Baracken einer unsicheren Zukunft entgegensehen macht die Demonstration allein schon zu einem Erfolg. Auch nahmen einige Oppacher_innen die Aktion durchaus positiv auf, manche (wenn auch zu wenige) schlossen sich sogar an. Leider machten gewisse Dinge die gerade aufkeimende Sympathie für die Antifaschist_innen oft in Sekunden wieder zu nichte. Vielleicht sollte mensch sich die Frage stellen ob solche Aktionen der Selbstdarstellung oder einer Änderung der Gesellschaft dienen sollen.

Trotzdem sollte dies nicht die letzte Aktion im ländlichen Raum gewesen, dies nicht die letzte Aktion für die Opfer rassistischer Abschiebepolitik und faschistischer Normalzustände sein.

Text des Flugblattes

Brandanschlag in ihrer Nachbarschaft

In der Nacht zum 13.09.2008 wurde das ABUB (Asylbewerber_innenheim) in Oppach Opfer eines rechtsradikalen Angriffes. Unbekannte hatten aus einem Auto heraus zwei brennende Flaschen gegen das Gebäude geworfen.

Die Brandsätze richteten einen nur geringen Schaden an, dies lag allerdings nur daran, dass der Anschlag aus dem Auto heraus erfolgte – gezielt wurde auf die Fenster, was bedeutet, dass der Mord an den Bewohner_innen nicht nur in Kauf genommen sondern auch beabsichtigt wurde.

Der Angriff ist jedoch kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine Serie faschistischer Angriffe Überfälle und Anschläge ein.

Als Beispiel seien hier der Brandanschlag auf ein vietnamesisches Blumengeschäft in Dresden (12. August), der Überfall auf drei Dönerläden mit mehreren Schwerverletzen im Zuge des EM-Spiels gegen die Türkei durch 30 vermummte Nationalsozialist_innen (ebenfalls Dresden) genannt. Weiterhin fielen Schüsse auf ein Wohnhaus in Zittau aus einem fahrenden PKW heraus (am 12.07), in mehreren Städten wurden unzählige Hakenkreuzschmierereien angebracht (zuletzt in Hoyerswerda, Hartau, Kamenz und Görlitz). Traurige Krönung bilden die Demonstrationen mit rassistischen und menschenverachtenden Parolen (zuletzt in Kamenz, Zittau, Königstein, Dresden). Dies sind nur ein paar Vorfälle, die in der letzten Zeit in Sachsen geschahen. Sie sollen Menschen, die sich gegen rechte Zustände engagieren, Migrant_innen und andere, die nicht in der faschistischen Ideologie Platz haben, einschüchtern.

Medien, Staatsorgane und viel zu viele Bürger_innen wollen diese ausländer_innenfeindlichen Zustände nicht erkennen, wollen sie klein reden oder gar totschweigen. Diese Taktik scheiterte schon 1933, führte zur Machtübernahme durch das NS-Regime und in dessen Folge zu den Mord an Millionen Menschen.

Damals wie heute gilt: Wer sich nicht gegen die Faschist_innen stellt, lässt ihnen freie Hand und macht sich jeder ihrer menschenverachtenden Taten mitschuldig. Die Nazis – das sind heute nicht mehr nur die perspektivlosen Jugendlichen mit Springerstiefeln und Glatze. Die Nazis sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, tragen sportliche Kleidung und kandidieren als der/die nette, pflichtbewusste Nachbar_In von nebenan als Kreis-, Stadt- oder Landrat. Wir müssen uns klar machen, dass sich hinter den netten Reden immer noch die selbe Ideologie verbirgt und das sie immer noch Gefängnis, Vertreibung oder Tod von anders denkenden Menschen fordern.

Wer sich die Frage stellt, ob NPD, freie Kameradschaften usw. wirklich wieder soweit gehen würden, dem sei gesagt: Ja, aber nur wenn wir sie soweit lassen!

Zeigt Solidarität mit den Menschen in der ABUB-Oppach die dort unter menschenunwürdigen Bedingungen einer ungewissen Zukunft harren ohne Möglichkeiten die Sprache dieses Landes zu lernen oder sich zu integrieren. Macht ihnen deutlich, dass sie nicht allein sind im Kampf gegen den Fremdenhass und macht euch nicht mitschuldig an weiteren Opfern der faschistischen Ideologie.

Kein neues 1933
Kein Fuß breit den Faschist_innen!

Weitere Infos:
http://www.amal-sachsen.de/
http://lausitz.antifa.net/home.html
http://www.antifa.de/cms/

Bericht über den Brandanschlag

anarchiadd.blogsport.de/2008/09/14/oppach-brandanschlag-auf-asylbewerber_innenheim/

Bildquelle: http://de.indymedia.org/2008/09/227821.shtml?c=on#c526838

Gastbeitrag: Europas größte Zuchtbrüterei

von der Antifa Freiberg

Europas größte Zuchtbrüterei entsteht in Hilbersdorf bei Freiberg -
Warum und Wozu?

Küken- schutzbedürftige unbeholfene kleine Lebewesen, sind Werbeträger, Symphatieträger und Hauptakteure in Kinderfilmen und -büchern.

Doch Küken in Zuchtbrütereien müssen wirtschaftlich effizient sein, sie werden zur maximalen Eierlegleistung oder zur maximalen Fleischproduktion gezüchtet. So wird aus 1.6 kg Spezialfuttermischung in 5 Wochen 1kg Fleisch, eine Quote die bei Rindern oder Schweinen noch nicht möglich ist und die dramatische Folgen für die leidensfähigen Individuen hat. So werden „unnütze“ oder „unprofitable“ Tiere lebendig zu blutigem Mus im Homogenisaor gemacht, sie werden zerhäckselt, zerquetscht oder vergast. Über 60 Mio Tiere pro Jahr.

Im Gewerbegebiet Ost an der B173, Eigentum der Behr Industry Freiberg Gmbh, lässt die Aviagen GmbH, ein Tochterunternehmen der EW Group, Europas größte Zuchtbrüterei mit einer Jahresproduktion von 42 Millionen Eintagsküken errichten. Auf einer Fläche von ca. 4,5 ha mit einer Investition von 10 Millionen Euro lässt sie hier rund 20-30 Arbeitsplätze entstehen. Die Avian GmbH ist einer der gößten Züchter und wird von einer einflussreichen deutschen Agrarholding um Erich Wesjohann geführt. Sie schaffen „optimierte“ Tiere durch den Weg von der Gensequenz über Hühnerprototypen zu Brutfabriken, Masthallen und Fließband-Schlachthöfen. Aviagen und Cobb-Vantress decken knapp drei Viertel des Weltmarktes in Zucht ab.

In die Brütereien werden Lastwagenweise befruchtete Eier geliefert.

42 Mio Küken werden dann jährlich maschinell abgefertigt produziert, computergesteuert automatisch ausgebrütet, aussortiert, verladen und verschickt. Sie werden als Elterntiere für zukünftige Masttiere zur Broilergewinnung degradiert.

Die Individuen werden geboren um industriell ausgebeutet zu werden, Sie erfahren weder Zuwendung noch soziale Nähe, Wärme oder Mutter-Kind-Beziehungen. Sie sind zu Waren degradiert und auf den Wert des Endproduktes reduziert.

Die Küken sind von Anfang an einer Umwelt ausgesetzt die ohne irgendeinen Ansatz artgerechter Lebensbedingung ist.

Sie erwachen in der maschinell gesteuerten Brutmaschine zum Leben , endlose Mengen gelber Flaumbällchen. Eier aus denen bis zum 21. Tag kein Küken geschlüpft ist, werden im Muser zerschreddert, teilweise haben die Küken es nur nicht aus der Schale geschafft und leben in dem noch geschlossenem Ei. Der eigentliche natürliche Schlüpfvorgang ist nicht gewährleistet, dh. die große Anstrengung des Schlüpfens (aufpicken und abheben der Schale) tragen die Küken allein und können nicht, wie im natürlichen Vorgang, auf die Schlupfhilfe der Mutter vertrauen.

Sie werden sortiert, geimpft und verladen.

Dabei ist der Stress für die Tiere nicht zu begreifen, auf Förderbändern werden sie transportiert, Hände greifen nach ihnen und werfen sie, je nach Zweck, in den Abfalleimer oder in eine Transportkiste. Dabei werden oft die männlichen Tiere sofort selektiert und getötet, weil sie nicht so viel Fleisch produzieren. Mitarbeiter können bis zu 4000 Küken pro Stunde aussortieren. Die aussortierten männlichen Küken werden per vergasen oder in der Schreddermaschine (Homogenisator) getötet, die aussortierten Hennen fallen von dem Förderband in einen Trichter, indem sich ein rotierendes Schlagwerk befindet, das die Tiere zerquetscht. Das Piepsen der Küken in dieser Situation wird von Verhaltensforschern „Verlassenheitsweinen“ genannt und ist Ausdruck „größter Angst“ und „seelischer Not“. Palettenweise werden die „guten Hennen u Hähne“ weltweit verschickt. Nach Angaben der Lufthansa gehören Küken zu den 50 am meisten per Luftfracht verschickten Exportgüter überhaupt. Die Küken werden an spezielle Vermehrungsfimen geschickt, in denen die Tiere in Brutschränken ein paar Generationen weiter vermehrt werden, erst die letzten Nachkommen werden an Mäster (z.B. in die Vereinigten Arabischen Emirate) weietgereicht, dort werden sie gemäßtet, geschlachtet und zerstückelt.

Die Zucht

Die Elterntiere heutiger Mast- und Legehennen werden in streger Inzucht gehalten. Sie leben in Einzelkäfigen und werden hinsichtlich ihrer Leistungen geprüft. Geeignete Tiere werden aussortiert und zur weiteren Zucht genutzt, der Rest wird getötet. Nach der fünften Generation entsteht so das „Endprodukt Turbohuhn“.

Eltern zweier solcher Inzuchtlinien (A,B) werden gekreuzt, die daraus entstehenden Tiere bis zur Geschlechtsreife gehalten und mit Hähnen der C und D Inzuchtlinie gepaart, diese (ABCD)Tiere gelangen dann in Aufzucht-und Legeställe.

Der Wert eines Huhns ergibt sich für die Züchter aus dem Wert des Eintagskükens(EK), dem Wert der verkaufsfertigen Junghenne(JH) und der Anzahl der vergangenen Aufzuchtstage bis zur Tötung(dn). Also: EK+((JH-EK):dmax xdn=“Gemeiner Wert“. Dies zeigt die tatsächliche Wertlosigkeit des Lebens und den reinen Wert der zu erbringenden Leistung der Tiere durch die Züchter.

Die „Erich Wesjohann Gruppe“ ist Eigentümer von einigen der bedeutensden Hennenzuchtunternehmen auf dem Weltmarkt:

- Lohman Tierzucht AG(Cuxhaven)

- Hy-Line(Des Moines, USA)

- H&N (Redmond,USA)

- Aviagen (Hauptsitz Huntsville, Alabama, USA, sowie Newbrige bei Edinburgh, Großbritannien)

Haltung

All diese suggerieren dem Verbraucher und der Öffentlichkeit das es sich um innovative Formen der Züchtung und artgerechte Haltung handle. Verschwiegen wird das den Hühnern jede natürliche Lebensweise abgesprochen wird und sie zu Hochleistungsproduzenten werden. Zur Ware und zum Verkaufsartikel, auch das zahlreiche Hühner aufgrund der Haltung und der Krankheiten sterben und die geforderte Mastzeit von wenigen Wochen nicht überleben.

Lebenslange Isolation und Transporte durch halb Europa.

Hühnern in Legebatterien stehen 550 Quadratzentimeter Platz zu. Bei der Bodenhaltung müssen bis zu 26 Hühner auf einem Quadratmeter leben, das ist für das einzelne Huhn weniger als das was dem Huhn in der Legebatterie zusteht. Dabei leben diese Tiere in meist fensterlosen Hallen unter Kunstlicht und ohne Gras unter den Füßen bis zu fünf Wochen auf ihren eigenen Ausscheidungen und unter dem ständigen Zwang zu fressen, bis sie getötet werden. Eine Verlustrate von 5% ist bereits einkalkuliert. Sie sterben unter den Füßen der anderen an Verhungern oder Verdursten, weil sie zu schwach sind.

Durch einseitige Zucht zum Hochleistungsmasthuhn wird das Sättigungszentrum im Gehirn der Hühner ausgeschaltet. So essen diese Hühner bis sie, aufgrund das ihre Füße ihr Gewicht nicht mehr tragen können, umfallen. Rund 3 Mio Tiere sterben bei der Mast vor der Schlachtung.

Häufige Verhaltensstörungen sind stereotypes Picken, Übertrinken, Federpicken sowie Kannibalismus. Außerdem Zuchtbedingte Beinschäden, Fersengelenkerkrankungen, Verkrüppelung bis zur Unfähigkeit sich aufgrund des Gewichtes zu bewegen. Auch Kreislaufversagen, Lungenentzündungen, plötzlicher Herztod, Nierenblutung, hochgradige Verkalkung der Adern, hoher Blutdruck, Leberverfettung und Entzündungen des Brustmuskels, Infektionskrankheiten wie Husten, Nasenausfluss und Bindehautentzündung sind die Folgen einer solchen Mast. Im Sommer sterben die Hühner an Überhitzung.

Um den Verhaltensstörungen „entgegenzuwirken“ werden den Vögeln die Schnäbel vorn mit einer glühenden scheibe gekürzt. Das führt zu anhaltenden Phantomschmerzen und bewirkt, dass die Hühner sich nie natürlich putzen oder normal picken können. Den Hühner werden hohe Dosen an Vitaminen verabreicht um Krankheiten vorzubeugen, das führt dazu, dass die Hühner aggressiv werden und sich gegenseitig verstümmeln.

Schlachtung

Viele Stunden vor der Schlachtung bekommen die Tiere keine Nahrung mehr und leiden Hunger, so soll vermieden werden das sich die dann im Darm befindende Nahrung nicht mit dem Fleisch vermischt, außerdem kann dieses Futter nicht in Fleisch umgewandelt werden und wäre somit, nach Ansicht der Unternehmen „Verschwendung“. Die Tiere werden per „Greiferkolonnen“ oder „Geflügelerntemaschinen“eingesammelt (wobei sie sich schwer Verletzten können) und in Transportkisten gepfercht, ohne Wasser oder Nahrung. Sie werden zum Schlachthof transportiert, wobei sich die Tiere alle knochen brechen können oder durch Artgenossen erdrückt werden oder wo sie aus Angst sterben. Die Überlebenden Tiere werden in der Schlachterei aus ihren Transportkisten gerissen und mit dem Kopf nach unten an die Förderkette gehängt, dann durchlaufen sie ein Elektrobetäubungsbad, rotierende Messer, das Brühbad und die Entfederungsanlage. Ein Drittel bis zwei Drittel der Hühner sind bei der Tötung nicht oder nicht vollständig betäubt. Bei der Tötung wird ihnen die Hauptschlagader durchtrennt und die Tiere bluten aus, in Rinnen läuft das Blut weg. Finisher, Kröpfebohrer, Halshautschneider, Hälsekneifer, Innen- und Außenwäscher und Lungensauger zerteilen den Körper automatisch. Alles was sich in Mitteleuropa nicht verwenden lässt (teilw.Knochen, Füsse Schenkel) wird nach Osteuropa, zb. in die Ukraine und Bulgarien oder auch Russland und China, als „Schlachtabfall“ verkauft. Das Fleisch wird an alle Fleischhändler geliefert (Fast-Food Ketten, Einkaufsketten, Fleischereiketten usw.).

In Hilbersdorf bei Freiberg wird mit dem Bau der Zuchtbrüterei der Weg geebnet für weitere Ungerechtigkeiten die vom Menschen am Tier verübt werden. So werden weitere Küken massenhaft sterben oder ein qualvolles Leben haben.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Baus war Mitte der Jahres 2007 und bis zum Erscheinungstermin eines Artikels Dezember 2007 nahm keine öffentliche Tierschutzorganisation Stellung dazu, auch keine Kleinbauernverbände oder Naturschutzgruppen. Die Aviagen GmbH machte Mitte der Jahres 2007 ein Power-Point Vortrag um sich ein sauberes Image zu verleihen.

Pressearbeit wurde sorgfältig vermieden. Die AviaGen GmbH zeigt seit jüngsten Entwicklungen Interesse an der öffentlichkeitsarbeit verschiedener Tierrechtsgruppen die versuchen über das Leiden der Tiere zu berichten. Nach Ansicht der Zeitung „Tierbefreiung“ befürchtet die Firma ein Imageverlust und nutzt juristische Mittel um den Gruppen entgegenzuwirken.

Quellen: Freie Presse, Freiberger Blick, Wikipedia, Tierbefreiung #58

Annaberg-Buchholz: Kraftvolle Antifa-Demonstration

Heute (18.09.) demonstrierten ca. 100 – 120 Menschen gegen den Einzug der Nazis in den erzgebirgischen Kreistag.


Spanner auf dem Sprung

Los ging es gegen 15 Uhr auf dem Markt, wo schon viele Nazis und Polizeikräfte fleißig Bildmaterial anfertigten. Nach mehreren kurzen Redebeiträgen zog mensch am Busbahnhof vorbei bis zum „Evangelischen Gymnasium Erzgebirge“, in dessen Aula der neue Kreistag seine erste Sitzung abhielt. Dort wurden den NPD-“Politikern“, denen es wirklich nicht zu dumm war vor die Demonstration zu treten, 2 längere Redebeiträge, jede Menge Sprechchöre und nicht zu letzt Mittelfinger entgegen gehalten. Die Demonstration lief weiter durch den größten Teil der Innenstadt, stoppte nochmals am rechten Geschäft „Phönix“ und endete schließlich wieder auf dem Markt.

Auf dem Weg zum Kreistag


Kundgebung vor dem Kreistag

Erfolgreich war diese Demonstration in jedem Fall, erstens weil in Städten wie Annaberg-Buchholz viel zu selten demonstriert wird, zweitens weil 120 Menschen in der Woche und im ländlichen Raum keine schlechte Masse sind, drittens weil die Demonstration recht kreativ verlief und von vielen Bürgis begrüßt und sogar mitgetragen wurde und schlussendlich weil sich die Repression bis auf die Filmerei in Grenzen hielt.

Direkte Aktion gegen Bau auf der ehem. Brache

Auf die Baustelle auf der Kamenzer Straße 26-28 (ehem. Brache, Paradisexperiment1) in Dresden wurde ein Anschlag verübt.

Mehrere Personen sollen in der Nacht mehrere Scheiben entglast und Baufahrzeuge beschädigt haben. Der Schaden beläuft sich auf ca. 30000 €.

Bis 2007 führten Bürger_innen, Naturschützer_innen und autonome Gruppen einen intensiven aktionistischen und rechtlichen Kampf gegen die Bebauung der damaligen Grünfläche. Im Herbst fanden dann zwei Räumungen und anschließend eine Sicherung mit Hunden statt.

Diese Aktion zeigt das sich manche Leute eben nicht einfach so ans Bein pissen lassen.

Weiterlesen:

http://de.indymedia.org/2007/07/187573.shtml
http://de.indymedia.org/2007/07/187985.shtml
http://de.indymedia.org/2007/10/197669.shtml
http://de.indymedia.org/2007/10/197758.shtml

Oppach: Brandanschlag auf Asylbewerber_innenheim

Wieder ein Brandanschlag mit rassistischen Hintergrund! In der Nacht vom 12. zum 13. September wurde ein Angriff auf das Asybewerber_innenheim Oppach verübt. Weder die Leitung des Heims (ABUB), die Polizei oder die öffentlichen Medien sind bereit nähere Informationen zu veröffentlichen und versuchen das Ereignis totzuschweigen. Hier die Randmeldung aus der LVZ:

Brandsätze gegen Asylbewerberheim – Niemand verletzt

Görlitz. Auf das Asylbewerberheim in Oppach (Landkreis Görlitz) ist in der Nacht zu Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte hatten aus einem Auto heraus zwei brennende Flaschen gegen das Gebäude geworfen, teilte die Polizeidirektion Oberlausitz- Niederschlesien mit.

Die vermutlich mit Benzin gefüllten Brandsätze erloschen, ohne großen Schaden anzurichten. Menschen wurden nicht verletzt. Der Sachschaden wird mit rund 200 Euro angegeben. Da ein ausländerfeindlicher Hintergrund der Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden, haben Staatsschutz und Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen.

dpa

Diese Attacke ist nur eine von vielen in den letzten Wochen und es kommt einem Wunder gleich, dass diese faschistischen Übergriffe und Mordversuche noch keine Menschenleben gefordert haben.

Die Betroffenen in Oppach brauchen nun Hilfe und Solidarität damit aus ihrer sowieso schon isolierten Lage keine komplette Ausgrenzung wird.

Chronologien und weitere Berichte über die Zustände in Sachsen findet ihr hier:

http://lausitz.antifa.net/home.html
http://www.amal-sachsen.de/page.php?p=3

Nicht vergessen am 18.10.2008 „Den NAZIS Dampf machen! – Gegen Naziläden und Rassismus!“
http://ladenschluss-jetzt.org/

Quellen: LVZ, DPA, Indymedia

Dresden: Den Schreien der Tiere Gehör verschaffen!

13.09. – Demonstration & Solikonzert

Gestern (13.09.08) trafen sich ca. 100 Menschen zu einer Kundgebung und Demonstration gegen Mord und Folter an nichtmenschlichen Individuen.

Los ging es gegen 11 Uhr mit einer Kundgebung, Infoständen, veganem Essen und mehreren Redebeiträgen am Dr.-Külz-Ring. Die eigentliche Demonstration musste wegen des Dynamospiels verschoben werden. Viele Passant_innen ließen sich informieren, lauschten den Redebeiträgen und holten sich Info-Material. Außerdem wurde das Häuten eines Pelztieres in einer Straßentheater-Aktion dargestellt.

Mit einigen Stunden Verspätung zog dann die Demonstration am Zwinger vorbei zum Escada-Laden in der nähe der Frauenkirche (Töpferstraße 2). Dort wurde eine Kundgebung abgehalten, da Escade nach mehreren großflächigen Aktionen immernoch am Pelzhandel festhält. Der Eingang wurde versperrt und hundert Leute machten energisch deutlich was sie von Escadas Verkaufsstrategie halten. Selbst die in Trachten gekleideten Schausteller_innen, die an diesem Tag mit einem Dauer-Verkaufslächeln durch die ganze Altstadt liefen, blieben betroffen stehen und lauschten den Redebeiträgen. Nach dem sich alle Demonstrant_innen für einige Minuten hinlegten um das Sterben von Millionen ermordeten Tieren pro Jahr zu symbolisieren zog die Demonstration in Richtung Neumarkt.

Weiter ging es bis zum Sitz der GSK in Dresden (Zirkusstraße 40). „GlaxoSmithKline“ ist ein Arznei-Forschungsunternehmen welches mit Tierversuchen arbeitet. Auch hier wurden mehrere Redebeiträge gehalten. Schließlich ging es über die Prager Straße zurück zum Startpunkt. 18 Uhr, also 7 Stunden nach Beginn wurde diese sehr erfolgreiche und öffentlichkeitswirksame Demonstration aufgelöst.

Am Abend gab es noch ein Solikonzert im AZ Conni für die 10 Tierbefreier_innen aus Österreich die unter Verweis auf den Anti-Terror-Paragraphen 278a über Monate gefangen gehalten wurden*.


Quelle: http://dresden.antispe.org/texte/140908_dresden.htm

14.09. – Kundgebung gegen die 46. Tagung der „Gesellschaft für Versuchstierkunde“

Heute kamen wieder 60 Menschen vor der TU-Dresden zusammen um gegen die Tagung der Gesellschaft für Versuchstierkunde zu protestieren.

Leider war um den Tagungsort herum kaum Öffentlichkeit und so blieb es bei lauten Sprechchören um den „Mördern im Zeichen der Wissenschaft“ ein wenig den Tag zu versauen. Trotz Kälte und wenig Abwechslung wurde 4 Stunden demonstriert.

Beide Demonstrationen wurden durch viele Schilder und gute Transparente vermittelt. Wenn mensch bedenkt das es sich hierbei um die ersten öffentlichen Tierrechtsaktionen seit langem handelt und ein Großteil der Szene in Altenburg gegen die Faschist_innen ankämpfte war dies ein guter Start der auf weitere Aktionen hoffen lässt.

Nieder mit jeder Herrschaft – gegen Mord und Folter, egal an wem!

Indy-Artikel zu den ehemals gefangenen Tierbefreier_innen: http://de.indymedia.org/2008/08/224320.shtml
Artikel der Dresdner AntiSpe-Gruppe: http://dresden.antispe.org/texte/140908_dresden.htm

Kommentar – Neue Häuserkampfwelle?

Von W.M.

Seit einer ganzen Weile wird es wieder lauter um die beiden Berliner Stadtteile Kreuzberg und Friedrichshain, ist dies vielleicht der Anfang einer neuen Häuserkampf-Serie?

Was bisher geschah

In Kopenhagen wurde letztes Jahr recht deutlich gezeigt, dass in der Freiraumbewegung noch viel Potential steckt – und das nicht nur im Sinne bunter Kreativaktionen*. Dem Berliner Senat scheint dies allerdings wenig zu beeindrucken denn obwohl bekannt ist, das an den Kämpfen in Kopenhagen sehr viele Menschen aus Deutschland beteiligt waren fährt dieser weiterhin mit MediaSpree** auf Kollisionskurs. Weiter angeheizt wird die Berliner Situation durch die immer wieder bedrohten, älteren Hausprojekte – aktuell die Liebigstraße 14 und die Rigaer Straße 94***. Als wäre das nicht schon politischer Sprengstoff genug, fielen die Berliner Regierungsorgane auch durch überverhältnismäßig hartes durchgreifen bei den „action days“ und in Verbindung mit 3 Todesfällen in Berliner Knästen auf.

Doch auch positives gibt es aus Berlin, so wurden Köpi und Rigaer 78 erst mal gesichert und vor kurzem die Einweihungsfeier der O²-World (Brückenkopf des MediaSpree-Projektes) erheblich vermiest****. Auch die Kampagnen im Rahmen des Kampfes um die Stadtteile F-hain und X-Berg erregten große Aufmerksamkeit in und außerhalb der Szene und machten das Thema Hausbesetzung wieder aktuell. Nicht unerwähnt sollte auch das monatliche Plenum (immer am 27.) der WBA-Kampagne bleiben***.

Das weiteren wurden auch dieses Jahr wieder die Europäischen Besetzungstage zum Anlass für viele bunte und öffentlichkeitswirksame Aktionen. Hier eine kleine Auflistung***** (Raum „Deutschland“ – unvollständig):

Bochum: Freiraumparty, Partybesetzung mit 70 Leuten
Bremen: illegale Hausparty, Platzbesetzung mit 50-100 Menschen
Dortmund: dezentrale Aktionen, Freiraumdemo
Dresden: ca. 40 Scheinbesetzungen, eine RTS-Party mit 300 Menschen
Freiburg: Freiraum-Rallye, Demo mit ca. 100 Leuten
Köln: RTS mit ca. 1000 Menschen
Leipzig: Demo – 300 Menschen
Mainz: Straßenfest, 50 Aktivistis
Mannheim; Straßenfest, 200 Leute
Marburg: Freiraumparty
Oldenburg: Radio-Ballett, ca. 60 Menschen
Stuttgart: Kundgebung ca. 100 Menschen, eine Scheinbesetzung

Neben den beiden Häusern sind auch das JUZ St. Ingbert’ (Saarland) und das Atelier 44’’ (Hamburg) in bedroht und benötigen Hilfe. Um ein neues AJZ kämpfen derweil auch Aktvisitis in Heidelberg’’’ (haben Besetzung angekündigt), Dortmund und Freiburg’’’’ (mehrere Partybesetzungen und andere Aktionen), Darmstadt (RTS zum Thema) und Dresden (Besetzungen und andere Aktionen), Erlangen uvm.

Auch in Österreich und der Schweiz kämpfen weiterhin Menschen um selbstbestimmte Lebensräume und fordern zu Solidarität und Hilfe auf.

(h)Ausblicke

Derzeit wird wieder getüftelt, überlegt und politisch gefeiert. Bei den jetzt stattfindenden Kämpfen sollte und wird vermutlich auf Berlin, als ein Ballungszentrum libertärer Infrastruktur, ein besonderes Augenmerk liegen – sind doch die dort geplanten Stadtentwicklungen am ungeheuerlichsten und gefährlichsten. Die Ansagen von staatlicher Seite sind klar – unsere auch: one struggle – one fight!

Unsere Häuser, Projekte und Plätze sind nicht nur für unsere alltägliche Arbeit wichtig, sondern dienen auch als Rückzugsraum und Orte an denen wir unsere Utopien und Vorstellungen erproben können. Würde es unserer Regierung wirklich darum gehen, seine Bürger_innen in Frieden leben zu lassen und eine gesellschaftliche Weiterentwicklung anzustreben, so wiürde sie uns die Häuser wohl schenken. Doch da es hier nur um Kapital und gutes Leben für wenige (und dabei sicher nicht für uns) geht gibt es nur eins, solidarisieren, mitkämpfen, selbst Aktionen organisieren.

Solidarität mit allen Inhaftierten und mit allen bedrohten Projekten.

27. September – 4. Oktober: Besetzung für ein neues AJZ in Heidelberg
Oktober: Freiraumaktionstage in Vorallberg

Weiterführendes und Quellen

* http://de.indymedia.org/2007/03/169587.shtml
** http://www.ms-versenken.org/
*** http://wba.blogsport.de/
**** http://de.indymedia.org/2008/09/226814.shtml
***** http://de.indymedia.org/2008/04/213165.shtml

‘ http://de.indymedia.org/2008/09/226527.shtml
‘’ http://de.indymedia.org/2008/08/225727.shtml
‘’’ http://de.indymedia.org/2008/09/226540.shtml
‘’’’ http://de.indymedia.org/2008/08/225564.shtml

Wie besetze ich ein Haus: http://deu.anarchopedia.org/Projekte:Hausbesetzung
Wir bleiben alle: http://wba.blogsport.de/
Artikel zu 3 Hausbesetzer_innen in München: http://de.indymedia.org/2008/06/220380.shtml
Soliseite für die verurteilten Hausbesetzer_innen: www.hausbesetzerinnensoli.de.vu

Kamenz – Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

So oder ähnlich scheint das Motto der Stadt Kamenz zu sein, zumindest wenn es um Faschismus geht. Am 6. September gingen in Kamenz 200 Neo-Nazis für ihre menschenfeindliche Ideologie auf die Straße – wieder einmal ohne nennenswerte Gegenwehr.

Im Vorfeld

Kaum Mobilisierung, eine ignorante Stadtverwaltung und viele weitere Faktoren führten am Wochenende zu einem weitgehend störungsfreien Aufmarsch der Rechten.

Im Vorfeld hatte es verschiedene Versuche (u.a. von Seiten der Linksjugend) gegeben wenigstens eine Kundgebung zu organisieren. Es blieb allerdings im wesentlichen bei einer Erklärung in der mensch sich betroffen zeigte, allerdings argumentierte das „es aus rechtlicher Sicht nicht möglich [ist], diese Demonstration zu verhindern“. Letzteres ist eher ins Reich der Lügen einzuordnen, zumindest aber in Frage zu stellen. Am Ende des Textes werden den faschistischen Argumentationen auch noch so selten dumme Sätze wie:

„War es vor kurzem das Forstfest, wo die vielen Kamenzer Kinder blumen- und fahnengeschmückt, die Bürger und Besucher erfreuten, so locken am Sonnabend ein internationales Schülermeeting für Nachwuchsleichtathleten ins frisch sanierte Stadion der Jugend oder zur Musikveranstaltung „Rock am Turm“. Besucht diese oder andere lebensbejahende Veranstaltung an diesem Tag. Weisen wir auch dadurch rechtsextreme Auffassungen zurück.“*

entgegen gehalten.

Keinerlei Blick für den Ernst der Lage

Die örtliche CDU allerdings zeigte sich noch ignoranter und unterzeichnete nicht einmal dieses Erklärung. Weiterhin wurde das offensichtliche Nazi-Problem in Kamenz offiziell verleugnet:

„Stattdessen ließ man [Die Stadtverwaltung] in der örtlichen Presse verlauten einem seien die Hände gebunden und man könne gar nicht verstehen warum die Nazis ausgerechnet in Kamenz aufmarschierten, wo es sich doch bei Kamenz um die Geburtsstadt des Humanisten Lessing handelte. „**

Mal abgesehen davon, dass das Lessing-Argument jeglichen Sinn vermissen lässt ist dies eine ziemlich unverfrorene Behauptung, erhielt der örtliche NPD-Kandidat Mario Ertel im Juni 2800 ganze 1720 Stimmen (Kamenz hat nur 18000 Einwohner_innen). Weiterhin wurden die Bürger_innen dazu aufgefordert sich von der Demonstration fern zu halten und „den Nazis den Rücken [zu] kehren“** – einige erinnern sich vielleicht – genau diese Mentalität ließ schon einmal die Nationalsozialist_innen in Deutschland an die Macht kommen.

Demo

Am Demotag selber wurden engagierte Menschen dann mit Platzverweisen (ca. 90) und anderen Polizei-Maßnahmen an effektiven Aktionen gehindert – ein Reinfall auf ganzer Linie.

Fazit

Die Stadt Kamenz zeigt hier ziemlich deutlich wie wenig mensch im ländlichen Raum auf die offiziellen Stellen hoffen darf, wenn es nur solche Menschen gäbe, so wäre kein_e Migrant_in, kein alternativer oder andersartiger Mensch in diesem Land mehr sicher. Um so mehr sind aktivistische Leute gefragt die solchen Demonstrationen in Zukunft öfter und besser organisiert ein entschiedenes „Nein!“ entgegenhalten.

Quellen und weitere Infos:

* http://linksjugendkamenz.wordpress.com/
** http://de.indymedia.org/2008/09/226581.shtml

Kamenz – Naziaufmarsch geplant

Am 06.09.08 rufen rechte Kräfte unter dem Namen „,Arbeitskreis Zukunft‘ im freien Widerstand der Lausitz“ zu einer Demonstration mit dem Motto „Zukunft für unsere Kinder? Nicht in diesem System!“ auf.

Auf der Seite „demo-lausitz.info“ spinnen sie den ideologischen Faden allerdings offen weiter und offenbaren wieder einmal ihr rassistisch und sexistisches Gedankengut. Da werden „Völker“ mit wachsenden Bäumen verglichen und anschließend darf mensch Sätze lesen wie:

Deutsche Frauen mit akademischer Ausbildung haben noch weniger Kinder – hier sind sogar bald die Hälfte kinderlos und das ist genauso, als ob man die schönsten und größten Bucheckern wegwerfen und nur aus den kleinen, schwächlichen Früchten neue Bäumchen wachsen lassen würde.

Hier offenbart sich also schließlich noch der alte Zuchtgedanke… Weiterhin kann mensch eine Menge Geschwafel über Volk, deutsche Werte usw. lesen – ein wenig lassen sie sich noch über „rote Ideologen“ aus, appelieren an Naturschutz-Aktivistis, dass mensch ja eigentlich gleiche Ziele hätte und verpassen gänzlich mal einen direkten Bezug zum Motto in den Aufruf zu schreiben.

Gegen diese Demonstration hat sich nun ein weitestgehend bürgerliches Bündnis gebildet, welches allerdings noch etwas hilflos klingt. Wünschenswert wäre sicherlich eine Beteiligung linker Aktivistis zur Unterstützung der Kamenzer Antifaschist_innen.

Seite des Bündnisses: http://linksjugendkamenz.wordpress.com/

Erneute Nazi-Demo, diesmal in Königstein

Am 30. August jährte sich zum zweiten mal der Todestag des ehemaligen NPD-Politikers Uwe Leichsenring. Dies nahmen nach eigenen Angaben 60-70 Faschist_innen zum Anlass in Königstein eine Demonstration durchzuführen.

In einem „Trauermarsch“ zogen die Nazis zum Königsteiner Friedhof, auf dem sie eine Kundgebung abhielten. Als Redner_innen traten Carmen Steglich, Peter Naumann (Mitarbeiter der NPD- Landtagsfraktion) und Thomas Rackow auf.

Die Anzahl der demonstrierenden Menschen dürfte die rechte Szene eher ernüchtern, waren es im Todesjahr doch noch 250 und letztes Jahr immerhin um die 150 Nazis. So schwindet also das Gedenken um den hoch gefeierten Neo-Nazi, welcher der NPD auch durch das Betreiben einer Königsteiner Fahrschule und sein stets pseudo-freundliches Auftreten im Wahlkreis Sächsische Schweiz hohe Stimmzahlen einbrachte.

Leichsenring fuhr am 30.08.2006 frontal auf einen entgegen kommenden LKW (der andere Fahrer viel damals in Koma). Hartnäckig halten viele Rechte an dem Gerücht fest, Leichsenrings Tod wäre durch Fahrzeugmanipulation in die Wege geleitet worden. Für diese Theorie können allerdings auch sie keine Beweise oder wenigstens sinnvolle Argumente vorbringen.

Quelle: http://de.indymedia.org/2008/09/226132.shtml
Mehr Informationen: http://a2p.antifa.net/blog/index.html