Gastbeitrag: Europas größte Zuchtbrüterei

von der Antifa Freiberg

Europas größte Zuchtbrüterei entsteht in Hilbersdorf bei Freiberg -
Warum und Wozu?

Küken- schutzbedürftige unbeholfene kleine Lebewesen, sind Werbeträger, Symphatieträger und Hauptakteure in Kinderfilmen und -büchern.

Doch Küken in Zuchtbrütereien müssen wirtschaftlich effizient sein, sie werden zur maximalen Eierlegleistung oder zur maximalen Fleischproduktion gezüchtet. So wird aus 1.6 kg Spezialfuttermischung in 5 Wochen 1kg Fleisch, eine Quote die bei Rindern oder Schweinen noch nicht möglich ist und die dramatische Folgen für die leidensfähigen Individuen hat. So werden „unnütze“ oder „unprofitable“ Tiere lebendig zu blutigem Mus im Homogenisaor gemacht, sie werden zerhäckselt, zerquetscht oder vergast. Über 60 Mio Tiere pro Jahr.

Im Gewerbegebiet Ost an der B173, Eigentum der Behr Industry Freiberg Gmbh, lässt die Aviagen GmbH, ein Tochterunternehmen der EW Group, Europas größte Zuchtbrüterei mit einer Jahresproduktion von 42 Millionen Eintagsküken errichten. Auf einer Fläche von ca. 4,5 ha mit einer Investition von 10 Millionen Euro lässt sie hier rund 20-30 Arbeitsplätze entstehen. Die Avian GmbH ist einer der gößten Züchter und wird von einer einflussreichen deutschen Agrarholding um Erich Wesjohann geführt. Sie schaffen „optimierte“ Tiere durch den Weg von der Gensequenz über Hühnerprototypen zu Brutfabriken, Masthallen und Fließband-Schlachthöfen. Aviagen und Cobb-Vantress decken knapp drei Viertel des Weltmarktes in Zucht ab.

In die Brütereien werden Lastwagenweise befruchtete Eier geliefert.

42 Mio Küken werden dann jährlich maschinell abgefertigt produziert, computergesteuert automatisch ausgebrütet, aussortiert, verladen und verschickt. Sie werden als Elterntiere für zukünftige Masttiere zur Broilergewinnung degradiert.

Die Individuen werden geboren um industriell ausgebeutet zu werden, Sie erfahren weder Zuwendung noch soziale Nähe, Wärme oder Mutter-Kind-Beziehungen. Sie sind zu Waren degradiert und auf den Wert des Endproduktes reduziert.

Die Küken sind von Anfang an einer Umwelt ausgesetzt die ohne irgendeinen Ansatz artgerechter Lebensbedingung ist.

Sie erwachen in der maschinell gesteuerten Brutmaschine zum Leben , endlose Mengen gelber Flaumbällchen. Eier aus denen bis zum 21. Tag kein Küken geschlüpft ist, werden im Muser zerschreddert, teilweise haben die Küken es nur nicht aus der Schale geschafft und leben in dem noch geschlossenem Ei. Der eigentliche natürliche Schlüpfvorgang ist nicht gewährleistet, dh. die große Anstrengung des Schlüpfens (aufpicken und abheben der Schale) tragen die Küken allein und können nicht, wie im natürlichen Vorgang, auf die Schlupfhilfe der Mutter vertrauen.

Sie werden sortiert, geimpft und verladen.

Dabei ist der Stress für die Tiere nicht zu begreifen, auf Förderbändern werden sie transportiert, Hände greifen nach ihnen und werfen sie, je nach Zweck, in den Abfalleimer oder in eine Transportkiste. Dabei werden oft die männlichen Tiere sofort selektiert und getötet, weil sie nicht so viel Fleisch produzieren. Mitarbeiter können bis zu 4000 Küken pro Stunde aussortieren. Die aussortierten männlichen Küken werden per vergasen oder in der Schreddermaschine (Homogenisator) getötet, die aussortierten Hennen fallen von dem Förderband in einen Trichter, indem sich ein rotierendes Schlagwerk befindet, das die Tiere zerquetscht. Das Piepsen der Küken in dieser Situation wird von Verhaltensforschern „Verlassenheitsweinen“ genannt und ist Ausdruck „größter Angst“ und „seelischer Not“. Palettenweise werden die „guten Hennen u Hähne“ weltweit verschickt. Nach Angaben der Lufthansa gehören Küken zu den 50 am meisten per Luftfracht verschickten Exportgüter überhaupt. Die Küken werden an spezielle Vermehrungsfimen geschickt, in denen die Tiere in Brutschränken ein paar Generationen weiter vermehrt werden, erst die letzten Nachkommen werden an Mäster (z.B. in die Vereinigten Arabischen Emirate) weietgereicht, dort werden sie gemäßtet, geschlachtet und zerstückelt.

Die Zucht

Die Elterntiere heutiger Mast- und Legehennen werden in streger Inzucht gehalten. Sie leben in Einzelkäfigen und werden hinsichtlich ihrer Leistungen geprüft. Geeignete Tiere werden aussortiert und zur weiteren Zucht genutzt, der Rest wird getötet. Nach der fünften Generation entsteht so das „Endprodukt Turbohuhn“.

Eltern zweier solcher Inzuchtlinien (A,B) werden gekreuzt, die daraus entstehenden Tiere bis zur Geschlechtsreife gehalten und mit Hähnen der C und D Inzuchtlinie gepaart, diese (ABCD)Tiere gelangen dann in Aufzucht-und Legeställe.

Der Wert eines Huhns ergibt sich für die Züchter aus dem Wert des Eintagskükens(EK), dem Wert der verkaufsfertigen Junghenne(JH) und der Anzahl der vergangenen Aufzuchtstage bis zur Tötung(dn). Also: EK+((JH-EK):dmax xdn=“Gemeiner Wert“. Dies zeigt die tatsächliche Wertlosigkeit des Lebens und den reinen Wert der zu erbringenden Leistung der Tiere durch die Züchter.

Die „Erich Wesjohann Gruppe“ ist Eigentümer von einigen der bedeutensden Hennenzuchtunternehmen auf dem Weltmarkt:

- Lohman Tierzucht AG(Cuxhaven)

- Hy-Line(Des Moines, USA)

- H&N (Redmond,USA)

- Aviagen (Hauptsitz Huntsville, Alabama, USA, sowie Newbrige bei Edinburgh, Großbritannien)

Haltung

All diese suggerieren dem Verbraucher und der Öffentlichkeit das es sich um innovative Formen der Züchtung und artgerechte Haltung handle. Verschwiegen wird das den Hühnern jede natürliche Lebensweise abgesprochen wird und sie zu Hochleistungsproduzenten werden. Zur Ware und zum Verkaufsartikel, auch das zahlreiche Hühner aufgrund der Haltung und der Krankheiten sterben und die geforderte Mastzeit von wenigen Wochen nicht überleben.

Lebenslange Isolation und Transporte durch halb Europa.

Hühnern in Legebatterien stehen 550 Quadratzentimeter Platz zu. Bei der Bodenhaltung müssen bis zu 26 Hühner auf einem Quadratmeter leben, das ist für das einzelne Huhn weniger als das was dem Huhn in der Legebatterie zusteht. Dabei leben diese Tiere in meist fensterlosen Hallen unter Kunstlicht und ohne Gras unter den Füßen bis zu fünf Wochen auf ihren eigenen Ausscheidungen und unter dem ständigen Zwang zu fressen, bis sie getötet werden. Eine Verlustrate von 5% ist bereits einkalkuliert. Sie sterben unter den Füßen der anderen an Verhungern oder Verdursten, weil sie zu schwach sind.

Durch einseitige Zucht zum Hochleistungsmasthuhn wird das Sättigungszentrum im Gehirn der Hühner ausgeschaltet. So essen diese Hühner bis sie, aufgrund das ihre Füße ihr Gewicht nicht mehr tragen können, umfallen. Rund 3 Mio Tiere sterben bei der Mast vor der Schlachtung.

Häufige Verhaltensstörungen sind stereotypes Picken, Übertrinken, Federpicken sowie Kannibalismus. Außerdem Zuchtbedingte Beinschäden, Fersengelenkerkrankungen, Verkrüppelung bis zur Unfähigkeit sich aufgrund des Gewichtes zu bewegen. Auch Kreislaufversagen, Lungenentzündungen, plötzlicher Herztod, Nierenblutung, hochgradige Verkalkung der Adern, hoher Blutdruck, Leberverfettung und Entzündungen des Brustmuskels, Infektionskrankheiten wie Husten, Nasenausfluss und Bindehautentzündung sind die Folgen einer solchen Mast. Im Sommer sterben die Hühner an Überhitzung.

Um den Verhaltensstörungen „entgegenzuwirken“ werden den Vögeln die Schnäbel vorn mit einer glühenden scheibe gekürzt. Das führt zu anhaltenden Phantomschmerzen und bewirkt, dass die Hühner sich nie natürlich putzen oder normal picken können. Den Hühner werden hohe Dosen an Vitaminen verabreicht um Krankheiten vorzubeugen, das führt dazu, dass die Hühner aggressiv werden und sich gegenseitig verstümmeln.

Schlachtung

Viele Stunden vor der Schlachtung bekommen die Tiere keine Nahrung mehr und leiden Hunger, so soll vermieden werden das sich die dann im Darm befindende Nahrung nicht mit dem Fleisch vermischt, außerdem kann dieses Futter nicht in Fleisch umgewandelt werden und wäre somit, nach Ansicht der Unternehmen „Verschwendung“. Die Tiere werden per „Greiferkolonnen“ oder „Geflügelerntemaschinen“eingesammelt (wobei sie sich schwer Verletzten können) und in Transportkisten gepfercht, ohne Wasser oder Nahrung. Sie werden zum Schlachthof transportiert, wobei sich die Tiere alle knochen brechen können oder durch Artgenossen erdrückt werden oder wo sie aus Angst sterben. Die Überlebenden Tiere werden in der Schlachterei aus ihren Transportkisten gerissen und mit dem Kopf nach unten an die Förderkette gehängt, dann durchlaufen sie ein Elektrobetäubungsbad, rotierende Messer, das Brühbad und die Entfederungsanlage. Ein Drittel bis zwei Drittel der Hühner sind bei der Tötung nicht oder nicht vollständig betäubt. Bei der Tötung wird ihnen die Hauptschlagader durchtrennt und die Tiere bluten aus, in Rinnen läuft das Blut weg. Finisher, Kröpfebohrer, Halshautschneider, Hälsekneifer, Innen- und Außenwäscher und Lungensauger zerteilen den Körper automatisch. Alles was sich in Mitteleuropa nicht verwenden lässt (teilw.Knochen, Füsse Schenkel) wird nach Osteuropa, zb. in die Ukraine und Bulgarien oder auch Russland und China, als „Schlachtabfall“ verkauft. Das Fleisch wird an alle Fleischhändler geliefert (Fast-Food Ketten, Einkaufsketten, Fleischereiketten usw.).

In Hilbersdorf bei Freiberg wird mit dem Bau der Zuchtbrüterei der Weg geebnet für weitere Ungerechtigkeiten die vom Menschen am Tier verübt werden. So werden weitere Küken massenhaft sterben oder ein qualvolles Leben haben.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Baus war Mitte der Jahres 2007 und bis zum Erscheinungstermin eines Artikels Dezember 2007 nahm keine öffentliche Tierschutzorganisation Stellung dazu, auch keine Kleinbauernverbände oder Naturschutzgruppen. Die Aviagen GmbH machte Mitte der Jahres 2007 ein Power-Point Vortrag um sich ein sauberes Image zu verleihen.

Pressearbeit wurde sorgfältig vermieden. Die AviaGen GmbH zeigt seit jüngsten Entwicklungen Interesse an der öffentlichkeitsarbeit verschiedener Tierrechtsgruppen die versuchen über das Leiden der Tiere zu berichten. Nach Ansicht der Zeitung „Tierbefreiung“ befürchtet die Firma ein Imageverlust und nutzt juristische Mittel um den Gruppen entgegenzuwirken.

Quellen: Freie Presse, Freiberger Blick, Wikipedia, Tierbefreiung #58


2 Antworten auf „Gastbeitrag: Europas größte Zuchtbrüterei“


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