Archiv für November 2008

Im Kampf um’s Leben, da gibt’s nur eins. Ein Leben im Kampf_oder kein’s!

Die kontroverse Diskussion um den 13. Februar in Dresden, beziehungsweise spezieller um das Bündniss „¡No pasarán!“, geht in die nächste Runde.
Auf dem Dresdner Blog http://blackmonday.blogsport.de ist ein weiterer Diskussionbeitrag erschienen, welcher sich sehr kritisch „…mit den Positionen der Gruppe ¡No pasarán! und Konsorten auseinandersetzt…“ (Zitat BlackMonday).
Der Text von „neel “ wirft bei mir viele Unklarheiten auf, welche ich im folgenden ansprechen will.
Für mich als Individuum ist es eine Möglichkeit in dieser Form meine Kritik zu äußern und die notwendige Diskussion ansatzweise weiterzuführen.

Zu Beginn möchte ich die Frage in den Raum stellen ,woher „neel“ zu wissen meint aus welchem Umkreis diverse Aufkleber à la „ein Leben im Kampf“ oder der scheinbar allzu ernst genommene „Bundestag sprengen“ stammen?! Diese sind wohl eher Einzelpersonen zuzuordnen und nicht aus spezifischen Gruppen oder gar dem linksradikalen Vorbereitungskreis entstanden.
Desweiteren ist zu der berechtigten Kritik an einem erwähnten Transparent auf der Ladenschluss-Demo vom 18.10, auf welchem ein „Direct-Action-Hase“ mit Ak 47 abgebildet war, zu konstatieren, dass es seitens der anarchiadd-Autoren eine nachträgliche (interne) kritische Auseinandersetzung gab. Ich kann mich von diesem Motiv persönlich nur distanzieren.
Einen Begründung für die Aussage, dass „Wehrmachtsaccessoires (…) zum chic kultiviert“ werden, steht allerdings noch aus.
Im Anschluss daran wird ein sehr wirrer Umgang mit den eigentlich klar definierten Begriffen Militarismus und Militanz vorgenommen.
Ich kann dem/der Verfasser_In nur unterstellen, dass er/sie entweder den Inhalt und Unterschied zwischen Militanz und Miltär (/Miltarismus) nicht verstanden, oder aber bewusst falsch verwendet hat. Eine kämpferische Haltung mit selbstgewählten Mitteln (dabei sollte natürlich nie ein humanitäres, emanzipatorisches Weltbild vergessen werden..) beispielsweise gegen Rassist_Innen oder sonstigen Arschlöchern ist per se nicht mit einem Krieg und dessen verheerenden Auswirkungen gleichzusetzen.Ein (auch ) militanter Kampf (Lederhandschuhe usw. als Beispiele) gegen Neonazis steht in keinster Weise im Widerspruch zu einer linksradikalen Militarismuskritik. Dies wird allerdings mit der zynischen Bemerkung abgetan, dass die Auseinandersetzung mit Nazis von Antifaschist_Innen(!) pauschal bewusst gesucht werde. Damit katapultiert sich „neel“ selbst aus einer Antifa-Bewegung heraus.
Weiter geht es mit der Unterstellung eines „festzementierten Wert- und Ideologiegefüges“ welches scheinbar nur den logischen Schluss zulässt, dass die Bombadierungen durch die Alliierten und damit letztlich die ausnahmslos notwendige Befreiung prinzipiell abgelehnt werden. Dazu kann ich nur sagen, dass es ein im vom Dritten Reich ausgerufenen „totalen Krieg“ unabdingbares Mittel war, Deutschland durch gezielte Militärschläge zur Kapitulation zu zwingen.
Dabei kann allerdings auch die vom Bündniss ¡No pasarán! kritische Betrachtung der Aliierten nicht schlichtweg als Diskreditierung oder Verurteilung dieser abgetan werden. Ein pauschaler Antimilitarismus ist auf die besonderen Umstände des 2.Weltkriegs besonders bei Betrachtung der Massenvernichtung von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und allen anderen von den Nationalsozialist_Innen Verhassten in den Konzentrationslagern nicht haltbar.
Ein solch blinder Antimilitarismus wird auch keineswegs angestrebt. Laut
¡No pasarán!
bezieht sich die Kritik an der Rolle der Alliierten auf eine dogmatische „bedingungslose[n] Affirmation“ zu Nationalstaaten und ihrer Armeen, was beispielsweise durch das Tragen derer Fahnen zum Ausdruck kommt.

Laut „neel“ wird „…kollektive Unschuld […] propagiert, die alliierten Intentionen in Frage gestellt, letztlich die militärische Intervention zur Zerschlagung der faschistischen, nationalsozialistischen Gesellschaft, die zum Zeitpunkt der Bombardierungen Dresdens munter weiter Jüdinnen und Juden deportierte und industriell vernichtete (nicht etwa die „Regierung“ oder die „Machthaber_innen!) delegitimiert und zu Unrecht gemacht.“
Diese dreiste Provokation stützt sich auf keinerlei Fakten und kann meinerseits nur als billige Diffamierung gewertet werden.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass eine Gleichsetztung von diversen Gruppen oder Einzelpersonen mit dem linksradikalen Vorbereitungskreis außerst polemisch und nicht zutreffend ist. Kritik an Einzelaktionen oder ähnlichem zu üben ist sicherlich konstruktiv. Mir scheint es jedoch so, dass gesammelte „Fehltritte“ von Einzelnen dazu genutzt werden um die Gruppe ¡No pasarán! schlecht zu reden und anzugreifen. Diesen als „ideologisch verblendet“ oder geschichtsrevisionistisch zu brandmarken wird die notwendige Debatte um den 13.Februar in Dresden keinen Schritt vorwärts bringen.

Auch das gibts…

Heute erreichte uns eine besondere Anfrage, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Sarah Schnitzer und ich bin bei der Werbeagentur Geeko Promotions für den deutschsprachigen Markt zuständig.

Geeko vertritt renommierte Unternehmen, die im Rahmen ihrer Online-Marketingkampagne auf der Suche nach geeigneten Werbepartnern sind. Da Ihre Webseite mir besonders interessant erscheint, würde ich mich gerne bei Ihnen erkundigen, ob Sie daran interessiert sind gegen Bezahlung passende Werbeformate auf Ihrer Webseite einzubinden. Gerne kann ich Ihnen auf Ihren Wunsch ein konkretes und unverbindliches Angebot zuschicken.

Ich würde mich sehr freuen bei Interesse von Ihnen zu hören.

Mit den besten Grüßen,

Sarah Schnitzer
Werbeberaterin
Business Development Department
Geeko Promotions

Email:sarah@geeko-promotions.com
www.geeko-promotions.com

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Die Antwort kam sofort:

Liebe Sarah,

sofern Sie wirklich auf unsere Seite gestoßen sind und an ihr ein reales Interesse entwickelt haben, so freut uns das natürlich. Wie ich Ihrem Schreiben allerdings entnehmen kann, ist eine Begriffserklärung nötig. Anarchist_innen sind in der Regel Menschen, die nicht nur Herrschaft ablehnen, nein sie argumentieren in der Regel auch gegen Kapital, Warenfetischismus und den Kapitalismus als solches. Daraus folgt auch der Versuch der meisten Anarchist_innen sich möglichst wenig an der jetzigen Wirtschaftmaschinerie zu beteiligen. Natürlich gibt es auch Anarchokapitalist_innen, deren Ansichten wurden aber bis jetzt auf unserer Plattform nicht vertreten.

Ich denke ich spreche also für alle im Autor_innenkollektiv, wenn ich Ihnen mitteile, dass sich ihre Firme ihr Angebot in den Ar*** schieben kann. Wenn Sie allerdings weiterhin ein Interesse an Anarchismus haben empfehle ich Ihnen de.anarchopedia.org und anarchismus.at und hoffe Sie lesen weiterhin unsere Seite.

Mit freundlichen Grüßen,
w.m. für Anarchia Dresden

Kurzmeldung: Angriffe auf Hausprojekte

Vier Neo-Nazis verübten am 22.11. einen Anschlag auf das alternative, antifaschistische Haus Reitbahnstraße 84. Sie schlugen mehrere Fenster ein und sprühten mit einem Feuerlöscher in die Räume des Projektes.

Im Komm-Haus Leipzig wurden in der Nacht zum 23. ebenfalls mehrere Scheiben eingeworfen, eine Nacht später wurde eine Feuer gelgegt, durch das fast das gesamte Erdgeschoss ausbrannte.

Quellen:

Reitbahnstraße Chemnitz

Indymedia über Komm-Haus Leipzig

Kleiner Erfolg; Burg Hohnstein

Nach dem Event auf der Burg Hohnstein (ein überbündisches Treffen unter anderem unter Beteiligung der HJD – siehe Anarchia-Bericht). Gibt es jetzt einen kleinen Erfolg zu vermelden. Nachdem mehrere antifaschistische Gruppen die Nazi-Veranstaltung thematisiert haben, teilte uns der Naturfreunde Sachsen e.V. mit, dass von Seiten der auf der Burg zuständigen Insolvenzverwaltung eine Abmahnung gegen die Leitung des Betriebes erfolgte. An diese wurde die Auflage gekknüpf Gäste und Veranstalter_innen in Zukunft besser zu prüfen. Nun müssen wir Augen und Ohren offen halten um bei einer erneuten Nutzung der Burg durch Faschist_innen schnell reagieren zu können.

Demobericht: Hände weg vom besetzten Haus Erfurt

Trotz Kälte und zwischenzeitlichem Schnee wurde am 22.11. eine bunte und starke Demonstration in Erfurt durchgeführt. Grund war die drohende Räumung des besetzten Hauses in Erfurt. An der Demo selbst beteiligten sich 1200-1400 Menschen.

Im Vorfeld…

der Demonstration kam es zu Vorkontrollen, zum Teil wurden auch Personalien aufgenommen und nach Angaben von anderen Demoteilnehmer_innen mehrere Leute nach einem Durchbruchversuch vorübergehend von der Polizei festgehalten.

Die Demo

Die Demonstration war laut, stimmungsvoll und bunt. Neben einer großen Menge an Transparenten wurden auch jede Menge Schilder und Fahnen mitgeführt. Dem Demonstrationszug voran fuhr ein Wagen mit mehreren Trommler_innen. Für besonders gute Laune sorgten zumeist mehrere Pyroeffekte, Hüpf- und Klatscheinlagen sowie zwei Sprints. Es wurden Redebeiträge der Gerberstraße 1 (Weimar), der DGB-Jugend, der Wir-Bleiben-Alle!-Kampagne, des Hauses selbst, der AG 17, des BiKo und der No Pasaran-Gruppe (DD) vorgelesen, außerdem kam es zu einer Soli-Bekundung mit der am selben Tag stattfindenden Silvio-Meyer-Demo.

Danach gabs noch VoKü, Party und gemütliche Auswertung im Topf-Squat.

Fazit

Die Demo war alles andere als langweilig und kam bei den Passant_innen gut an. Nebenbei war es schön zu sehen, dass Fahnen und Sprechchöre zumeist klar anarchistisch waren (in Zukunft wird es in Thüringen auch einen anarchistischen Block geben, welcher sich inhaltlich klar positioniert).

Wenn sich weiter so viele Menschen solidarisch mit dem Besetzten Haus in Erfurt zeigen, besteht eine realistische Chance die Räumung zu verhindern.

Zeigen wir den Bullen das unsere Häuser nicht nur in Berlin bleiben.

Zum Haus:

Im Haus leben zur Zeit über 30 Menschen, außerdem sind eine Biblothek, ein Umsonstladen, ein Kino und viele weitere Projekte darin untergebracht. Eine Besonderheit ist, dass sich das Haus auf dem Gelände der ehemaligen Firma Topf & Söhne befindet. Dieser Betrieb stellte während des NS-Regimes unter anderem Leichenverbrennungsöfen für Auschwitz, Buchenwald und andere KZs her.

Diese Nähe zum Geschichtsort ermöglicht eine sehr umfassende antifaschistische Arbeit und zeigt die Verstrickung der „Normalbevölkerung“ mit der Shoa auf.

Das Haus selbst gleicht mehr und mehr einer Festung – wer squaten mag, wird Topfsquat lieben! Wer kann sollte bei den kleinsten Anzeichen einer Räumungsgefahr her fahren und sich bereithalten oder schon zum Vorbereiten kommen. Aber selbst wenn der Angriff auf das Gelände schon begonnen hat, lohnt es sich trotzdem als Verstärkung anzureisen, da dieses Haus sicher nicht in 6 Stunden erobert sein wird.

Bilder der Demo:


Start am Bahnhof


Nur 700 Menschen?


„anarchia total!“

Quellen und Weiterführendes:

Topf Squat

Indymedia

BlackRedPress

Sächsische Schweiz: Nazi-Fest

Polenztal: Am Wochenende vom 24. bis 26. Oktober fand auf der Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz, ein Treffen von mehreren völkisch-neonazistischen Gruppierungen statt. Zum sogenannten »14. überbündischen Burgfest«, reisten statt der ursprünglich geplanten 150, lediglich 120 Teilnehmer an. Neben bekannten Holocaustleugern sowie Geschichtsrevisionisten bestimmten dabei völkische Jugendgruppen das Erscheinungsbild der mittelalterlichen Burganlage.

Zu der Veranstaltung erschienen Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich und der Schweiz. Darunter, auch prominente Protagonisten der Neonazi-Szene: Neben dem Schweizer Neonazis Bernhard Schaub, nahm auch der sächsische Landesvorsitzende der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO), Kai Pfürstinger an der Veranstaltung teil. Pfürstinger war Anmelder des Neonazi-Großaufmarsches am 16. Februar 2008 in Dresden. Zu der seit mehreren Jahren durchgeführten Veranstaltung, organisiert von der JLO sowie der NPD, erschienen in diesem Jahr rund 5000 Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik und dem europäischen Umland.

Auch Bernhard Schaub ist kein unbeschriebenes Blatt. Der seit Jahren, vielgefragte Redner auf neonazistischen Veranstaltungen, zählt zu den bekanntesten Geschichtsrevisionisten in Europa. Darüberhinaus gehörte er zum Vorstand, der am 7. Mai vom Bundesministerium des Inneren (BMI) verbotenen Vereinsorganisation »Collegium Humanum e.V.«, dessen Vereinstätigkeit aus nach Angaben des Ministeriums aus »antisemitischer Propaganda und der Verherrlichung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft« bestand. Angegliedert an das Collegium Humanum« war bis zum Mai 2008 auch der »Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten«. Auch hier gehörte Bernhard Schaub zum Vereinsvorstand. Im Zuge »vereinsrechtlicher Ermittlungen« wurde auch diese Gruppierung durch das BMI verboten. Ein Sprecher des Innenministeriums bezeichnete die beiden Organisationen, in der später veröffentlichten Verbotsbegründung, als »Sammelbecken für Holocaustleugner«.

Die weiteren Teilnehmer des nun stattgefundenen »14.überbündischen Burgfestes« auf Burg Hohnstein im Polenztal, waren vorwiegend Jugendliche und Familien mit ihren Kindern, die beinahe allesamt verschiedenen völkischen und neonazistisch orientierten »Bünden« angehören. Neben Mitglieder der Gruppierungen »Sturmvogel« und des »Freibund e.V.«, waren auch Aktivisten der rassistischen Regligionsgemeinschaft »Bund für Gotterkenntnis – Ludendorffer e.V.« bei der Veranstaltung zugegen. In der Tradition bündischer Jugendverbände sollte beim Burgfest »das gemeinsam Singen und Volkstanz« im Vordergrund stehen. Als Höhepunkt fand ein »Singewettstreit-ritterliche Meisterschaft der Bünde« statt. Nach Angaben von Beobachter_innen dienen die Veranstaltungen in erster Linie der Festigung des politischen Nachwuchses an die völkisch-neonazistischen Szene.

Obgleich die Betreiber der Burg Hohnstein, das »Familienferien- und Häuserwerk der Naturfreunde Deutschlands e.V.« schon im Mai über die politischen Hintergründe der Veranstalter informiert wurden, sahen sie keinen Anlass das Treffen abzusagen. Im Gegenteil, das als »Kleiderparty« irreführend gebuchte Burgfest, fand nicht zum ersten Mal auf Burg Hohnstein statt. Bereits im Jahre 2001 wurde das »überbündische« Treffen auf der Burg im Polenztal durchgeführt.

An den seit Jahren regelmäßig stattfindenden Treffen nahmen in der Vergangenheit auch regelmäßig Mitglieder der »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) teil. Die HDJ hatte zuletzt am 09.10.2008 für Negativschlagzeilen gesorgt: Im Zuge »vereinsrechtlicher Ermittlungen« des Bundesministeriums des Inneren (BMI) durchsuchten Anfang Oktober Einsatzkräfte der Polizei die Wohnobjekte von rund 100 Aktivist_innen und Sympathisannt_innen des Vereins. Mitglieder der HDJ führten in den vergangenen Jahren sogenannte »Rasseschulungen« und paramilitärische Zeltlager durch. Vertreter_innen mehrerer Parteien fordern seit Monaten ein Verbot der Vereinsorganisation.

Im Gegensatz zu anderen völkischen Gruppierungen, traten uniformierte HDJ-Mitglieder beim diesjährigen »Burgfest« nicht in Erscheinung. Neben einem, seit November 2007 vom BMI bestätigten Uniformierungsverbot gegen die HDJ, sollen dabei noch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Im Verlauf des »12. bündischen Burgfestes« im Jahr 2006 auf Burg Rothenfels, soll es intern zu handfesten Auseinandersetzungen unter den Teilnehmer_innen gekommen. Mitglieder der »Heimattreuen Deutschen Jugend« und des »Freibund e.V.« sollen über die Frage in Konflikt geraten sein, welche der beiden Gruppierungen als »berechtigte Nachfolgeorganisation« des neonazistischen »Bund Heimattreuer Jugend« (BHJ) auftreten dürfe. In den Folgejahr verzichteten Mitglieder der HDJ, wie ebenso während der diesjährigen Zusammenkunft, auf das Tragen ihrer »bündischer Kluften«.

Verbindungen zwischen neonazistischen HDJ und des Überbündischen Burgfestes« treten auch an anderer Stelle ans Tageslicht. Beworben wird die Veranstaltung über eine eigene Internetpräsenz. Als Verantwortlicher tritt dabei ein Hagen Schmöller aus Aachen in Erscheinung. Ein Name, der auch innerhalb der neonazistischen Kaderorganisation der HDJ eine gewisse Bedeutung besitzt. Der Bundesgeschäftsführer der »Heimattreuen Deutschen Jugend« aus dem Jahr 1994 hieß ebenfalls Hagen Schmöller.

Quelle

Übernommen von:
http://www.recherche-nord.com/index.php?option=com_content&task=view&id=231&Itemid=42#

siempre antifascista

Auch in Dresden fand eine kleiner Soli-Beitrag zum gerade stattfindenden „siempre antifascista“-Aktionswochenende statt.
Am Samstag den 15.11 wurde ein gut besuchter Infostand mit diversen Flyern auf der Alaunstraße (Dresden Neustadt) aufgestellt und ein paar passende Filme rundeten das ganze optisch noch ab.
Eine Dokumentation beispielsweise über die aktuellen untragebaren Zustände die sich in Russland abspielen. Die Zahl der alleine in diesem Jahr dort von Neonazis ermordeten Menschen geht in die Hunderte…

Durch die Videoanimation konnten viele vorbeischlendernde PassantInnen zum stehenbleiben animiert werden und mit Infomaterial versorgt hoffentlich teilweise für das Thema sensibilisiert werden.

Für die VeranstalterInnen ist es eine unhinnehmbare Tatasache, dass täglich das Leben von Menschen bedroht wird und dies aufgrund ihrer von Faschisten propagierten Minderwertigkeit, sei es aufgrund der Hautfarbe, der Religion oder einer anderen Lebensweise.
Uns ist natürlich klar, dass es nur ein sprichwörtlicher Tropfen auf den heißen Stein ist, und ein kleiner Infostand niemanden mehr lebendig macht.
Doch das war auch nicht die Intention der Aktion-
Es geht ersteinmal darum die nötige Aufmerksamkeit zu erreichen, denn leider ist es Realität,dass so gut wie Niemand überhaupt etwas von diesen organisierten Naziübergriffen, die irgendwo im „Ausland“ ablaufen, weiß.

Also bildet euch – Bildet andere – Bildet Banden!

Revolutionäre Studidemo

Heute, am 12. November 2008 fand hier in Dresden, wie auch in vielen anderen Städten, eine „Bildungsdemo“ statt.
Diese richtete sich inhaltlich gegen das neue Hochschulgesetz…wer sich weiter für dieses Thema interessiert sei auf die Seite der Demo-Initiatoren verwiesen (kssnet.de)

Ich für meinen Teil möchte mich nicht weiter über den Inhalt der Demo auslassen, sondern eher einen kurzen Erlebnissbericht schildern.
Fangen wir erstmal mit den sympatischen jungen Herren im großen Lauti an.
Einfach nur unglaublich…
Diese Partypeople, welche penetrant immer wieder mittels schlechtem Taktgefühl zu vorgefertigten Demosprüchen animieren wollten haben wohl eine glänzende Karriere in der FDP oder ähnlichem vor sich…hier sei nur erwähnt: „Reiht euch in die Demo ein. Es geht auch um eure Zukunft- und um Deutschlands Zukunft“ (Zitat in etwa vom Lauti…)

Nunja weiter gings also im üblichen Demowatschelschritt durch die City wo sich die OrdnerInnen zum Teil richtig schön als Hilfspolizei profilieren konnten. Nun gabs eine ausführliche Zwischenkundgebung mit allerlei Redebeiträgen. Da sich bei diesem Stop auch anbot gleich mal beim kleinen feinen Nazi-Larvik Laden vorbeizuschauen, wurde dies auch prompt getan.
Die verängstigten VerkäuferInnen schlossen sich jedoch kurzerhand, samt Kundschaft, selbst ein und telefonierten wild herum.
Als dann auch noch die total miesepetrige Polizei mit Kamera angewackelt kam verzog sich der lustige schwarzgekleidete Haufen auch wieder vor dem Thor Steinar Shop.

Nach schier endlosen Reden gings dann aber auch schon wieder weiter richtung Synagoge wo ein Redebeitrag zum 13. Februar von der Gruppe No Pasaran vorgelesen wurde…dies ging in den Massen wohl leider ein bischen unter aber Informativ war es hoffentlich allemal.
Nach solch weitem Weg gings dann auf der anderen Elbseite weiter wo ich mich von der Demo entfernte und somit nichts mehr über den weiteren verlauf sagen kann…
War bestimmt noch prima.

Weitergeleitet: Infoveranstaltung zu Oaxaca

Liebe Mexiko-Menschenrechts-Interessierte in Dresden,

promovio e.V. stellt seine Aktivitäten zur Unterstützung der indianischen Menschenrechtsbewegung in Oaxaca/ Südmexiko jetzt erstmals an der Uni vor:

Am 13.11. wird es von ca. 12:30 bis 16 Uhr einen Infostand im Hörsaalzentrum der TU Dresden (Foyer) geben, 14:00 Uhr beginnt dann im Raum 108 ein Kurzvortrag zur Arbeit des Vereines.

Hier erfahrt ihr, wie und wo ihr mitmachen könnt! Außer uns präsentierten sich eine Reihe anderer Organisationen und Initiativen. Sie alle haben einen Bezug zur spanisch-, französisch- und italienischsprachigen Welt. Das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen informiert über seine Arbeit im Kurzvortrag von 14:50-15:05h.

Beitrag zur Diskussion um den 13. Feb.

1945 wurde das NS-Regime besiegt, zweifellos ein Grund zur Freude. Dass dieser Sieg durch staatliche Militäraparate errungen werden musste, hat allerdings einen unschönen Beigeschmack…

Jedes Jahr werden auf antifaschistischen Demonstrationen immer wieder Nationalfahnen für den Ausdruck der eigenen Meinung genutzt, dass dieses Verhalten – gerade im Kontext des zweiten Weltkrieges – alles andere als emanzipatorisch ist, wird dabei oft vergessen.

So wird beim positiven Bezug auf die Alliierten zum einen gerne übersehen, dass deren Regierungen lange dem Treiben der Nationalsozialisten zugesehen haben ohne den Opfern dieses Regimes zu Hilfe zu kommen, Stalin paktierte gar mit den Faschisten. Die Länder traten erst nach direkter Betroffenheit in den Krieg gegen das 3. Reich ein, daher ist hier nicht von einem moralischen Befreiungskrieg sondern von einer Wahrung wirtschaftlicher, territoriale und militärischer Interessen zu sprechen.

Zum anderen ist ein Staat und damit auch die „Nation“ nur ein Konstrukt um Menschen zu verwalten, zu beherrschen und gegeneinander auszuspielen. Mit dem Tragen einer Nationalfahne, egal in welchem Kontext, legitimiert mensch den Staat in seiner grundsätzlichen Funktion und erkennt ihn als gegenständlich an.

Meiner Meinung nach sind historische Kontexte außerdem auch nichts wohinter mensch sich verstecken kann, gerade weil diese Flaggen (bis auf die der SU) auch heute noch für die selben Staaten stehen, Staaten deren Außen- und Innenpolitik nicht unkritisch betrachtet werden sollte und die wie jeder andere Staat auch Unterdrückung, Armut und Machtverhältnisse reproduzieren. Wenn auf der entsprechenden Fahne nicht gerade in Leuchtschrift „Historischer Kontext“ zu lesen ist, so wird es immer auch eine Assoziation zu den derzeitigen Verhältnissen geben.

Auch in Großbritannien und den USA kämpfen Menschen wie wir für eine herrschaftsfreie Welt, kämpfen Leute wie wir gegen Sexismus, Rassismus, Militarismus und alle andere Formen von Erniedrigung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen. Wie in Deutschland auch werden diese Menschen immer wieder Opfer der repressiven Systeme die sie umgeben, aus diesem Grunde ist das tragen eines Nationalsymboles in Verbindung mit linker Politik eine der unsolidarischsten Gesten die mensch an die Aktivistis dort überhaupt entsenden kann und eine unverschämte Verhöhnung der Menschen die durch die dort herrschenden, gesellschaftlichen Verhältnisse um Freiheit und Leben gebracht werden.

Weiterhin sollte sich unser Dank nicht auf die Menschen konzentrieren, die für ihr Heimatland in den Krieg zogen, sondern viel eher insgesamt an alle richten, deren Motivation antifaschistisch im eigentlichen Sinne war. Das tragen einer antifaschistischen Fahne ist also in jedem Falle treffender.

Schlussendlich gibt sich der ständige, positive Bezug auf die Alliierten Nationen mit der Rettung vor dem faschistischen Feind durch einen anderen Feind zu Frieden und weist viel zu selten auf den traurigen Fakt hin, dass die Bevölkerung unter den Faschisten nicht genug emanzipatorische Kraft besaß sich selbst von den Nationalsozialisten zu befreien. Aus dieser Erkenntnis könnte jedoch eine breitere Akzeptanz in der Bevölkerung für freiheitliche und antifaschistische Arbeit erwachsen.

Außerdem würde es uns zu der Konsequenz führen, dass jeder Staat Hierarchien benötigt, nicht nur offene in Form von Chef_in, Angestellte_r – Polizei, Bürger_innen usw. sondern auch versteckte, wie Mann, Frau – Inländer_in, Ausländer_in. Regierungen und Märkte benötigen Gruppenidentitäten, Subkulturen und innergesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen um die Bevölkerung ruhig zu halten. Zum einen werden die vom Staat Unterdrückten gegeneinander ausgespielt, zum anderen leben Menschen nur freiwillig in Machtstrukturen so lange auch sie punktuell Macht erhalten.

Aus diesem Grund muss ein Staat immer wieder zu Rassismus, Sexismus und allen anderen Formen von Ausbeutung, Diskriminierung und Erniedrigung des Menschen führen und ein positiver Bezug auf einen Staat kann unter keinem Kontext, in keinem Fall eine Geste emanzipatorischen Denkens und Handelns sein.

Mein Antifaschismus ist antinational!

Reingelesen: Unter der schwarzen Fahne

„Unter der schwarzen Fahne – Gestalten und Aktionen des Anarchismus“ von Justus Franz Wittkop ist ein Grundlagenbuch für Menschen, die sich mit dem theoretischen Teil der Anarchie beschäftigen wollen.

Wer schon mal in „Leben ohne Chef und Staat“(Horst Stowasser) reingelesen hat, dem/ der wird der Aufbau des Buches vielleicht bekannt vorkommen. Auch in Wittkops Buch werden einzelne Personen und Theorien des Anarchismus näher beleuchtet und geschichtliche Zusammenhänge aufgezeigt. Nur gelingt es Wittkop besser die Objektivität zu bewahren.

Das Werk befasst sich unter anderem mit den belegbaren Ursprüngen anarchistischer Theorie, weiterhin mit dem Leben von Stirner, Bakunin, Kropotkin, Goldman und vielen anderen. Angenehm schafft W. es dabei den Texten der behandelten Autor_innen Leben einzuhauchen und damit Profile zu erstellen. Außerdem werden auch Verknüpfungen zwischen den Akteur_innen, ihre Widersprüche und Fehler aufgezeigt.

Schade ist, dass dieses Buch bei dem Ende der Spanischen Revolution halt macht, als hätte sich seitdem nichts getan. Alles in allem ist dieses Buch jedoch sehr hilfreich als Einstieg in die trockenere Theorie, ohne dabei selbst trocken zu sein.

Lesbar ist das Buch in der Anarchismus Abteilung des AZ Conni Infocafes (Mi.-Fr., 16 – 20:00 Uhr)

Reingelesen: DIY von Anarchie und Dinosauriern

von W.M.

Als wir dieses Jahr vom A-Camp in Österreich heimfuhren wurde einem von uns ein schon recht mitgenommenes Buch in die Hand gedrückt. Damals beachtete ich es garnicht so wirklich, lachte nur kurz über eine Zeichnung in der ein Poster der F.A.U. parodiert wurde.

Ein paar Monate später steckte ich es vor einer Reise in meinen Rucksack, mittlerweile war es wesentlich ramponierter, es waren Flecken auf einigen Seiten und die Liste der Namen und Orte welche dem/der Leser_in die Geschichte des Buches aufzeigten war um einiges länger geworden…

Dieses Buch ist keine graue Theorie, wie mensch es bei politischer Literatur meist erlebt. Eigentlich geht es auch nur zum Teil um Politik, dieses Buch ist vielmehr die Dokumentation eines Lebensgefühls und eine Kampfansage an das Feste, Starre, Autoritäre in dieser Welt.

Die Autor_innen (Curious George Brigade, Crimethinc, Co-Conspirators) schneiden dabei eine Reihe von Themen an, fast willkürlich möchte mensch meinen. Die ersten Kapitel befassen sich vor allem mit linken Organisationen und den in ihnen reproduzierten Machtverhältnissen, weiter geht es mit Kapiteln über das Reisen, Anarchie im Alltag, eher unbekannten anarchie-verwandten Kooperationen der Jetztzeit uvm.

Durch das ganze Buch zieht sich jedoch die Metapher der Dinosaurier als zu träge gewordenen System-Monstern, welche unweigerlich dem Untergang geweiht sind und der Aufruf nach einer gelebten, alltäglichen Anarchie die nicht im Kopf, sondern im Herzen beginnt. Der Schreibstil ist dabei fast schon poetisch zu nennen, manchmal ein wenig zu romantisch.

Fazit:

Leider lässt dieses Buch einiges an Kritik missen, z.B. wenn es um die Bewertung bestimmter Ereignisse geht. Darauf weisen die Übersetzer_innen der More Than Just Music Brigade glücklicherweise auch in ihrem Nachwort hin. Das Buch kann allerdings mit neuen Blickwinkel auf verschiedene Aspekte linksradikaler Arbeit und einem scheinbar unerschöpflichem Enthausiasmus punkten.

Sich nach dem Buch mal umzuschauen lohnt auf jeden Fall, Schmunzler und gute Laune sowie hier und da eine neue Inspiration dürften bestimmt für jedem dabei sein.

Wo?

http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,223,6.html

Thesen zu Staatlichkeit und Anarchie

Dieser Text gehört zu den Grundtexten der Graswurzelrevolution und ist zu Diskussionszwecken von uns geklaut worden…


„Es hat seine tiefe Bedeutung, daß die Gewaltlosigkeit heute für uns alle ein Problem ist, denn dies ist ein Zeichen, daß wenigstens unter vielen Revolutionären das soziale Gewissen in diesem Punkt feinfühliger geworden ist. … Sie alle würden ohne Gewalt kämpfen wollen – während für die früheren Menschen – und jetzt noch für die Mehrheit – die Gewalt eine Selbstverständlichkeit war und ist. … Aber zweierlei (ist ihnen), meine ich, nicht deutlich:

1. Daß es wohl besser sein kann – obgleich nicht immer ist –, Gewalt gegen Unrecht anzuwenden, als gar nichts dagegen zu tun; aber daß es jedenfalls noch viel besser ist, das Unrecht auf eine andere Weise zu überwinden.

2. Daß Gewalt selbst wieder gewalttätige Kräfte weckt.“ Clara Wichmann (1889-1922), gewaltfreie Feministin

„Jedes menschliche Wesen ist das unfreiwillige Produkt des natürlichen und sozialen Milieus, in dem es geboren ist, sich entwickelt hat, und dessen Einfluß es weiter empfindet. … Um eine radikale Revolution zu machen, muß man also die Stellungen und Dinge angreifen, das Eigentum und den Staat zerstören, dann wird man nicht nötig haben, Menschen zu zerstören und sich zu der unfehlbaren, unvermeidlichen Reaktion zu verurteilen, die in jeder Gesellschaft das Massakre von Menschen stets herbeiführte und stets herbeiführen wird.“ Michail Bakunin (1814-1876), Anarchist

Alle Menschen sind geborene AnarchistInnen

1. Eine Geschichte blutiger Katastrophen, ein Fortschritt, der über Leichen geht, eine Zukunft, in der das lebenswerte Leben, vielleicht das Leben überhaupt, gefährdet erscheint – dies sind die Konsequenzen einer Gesellschaftsordnung, in der die Individuen als bloße Mittel behandelt werden, die den Nationalstaaten und der Kapitalverwertung zur Verfügung stehen. Immer wieder haben Menschen, die ihre Lage erkannt haben, gegen diese Entwicklung gekämpft: für die Befreiung von Herrschaft. Denn allem gegenteiligen Schein zum Trotz sind die Menschen geborene AnarchistInnen, denen Unterordnung und Ungerechtigkeiten zuwider sind.

Die Ursachen der Herrschaft

2. Aber der Wille zu leben und frei zu sein, organisiert sich als Wille zur Macht, solange kein anderer Weg erkennbar und realitätstüchtig gezeigt wird: der/dem Einzelnen und menschlichen Gruppen muß es um ihre Selbsterhaltung gehen – und sei es auf Kosten der Vernunft. Und sei es auf Kosten anderer. Und sei es auf Kosten der Natur. Immer noch besser, zu befehlen, als zu gehorchen. Im Ernstfall: besser zu töten, als getötet zu werden. Und schließlich hat die Herrschaft etwas zu bieten; sie ist keineswegs bloßer Zwang. Wer einen bescheidenen Anteil an ihr hat, die/der kann sich noch anderen überlegen fühlen, hat größere Freiheitsspielräume als die Menschen, die den Machtzentren fern und feindlich gegenüberstehen. Zunächst scheint der Widerstand nur in Verschrobenheiten, Sekten, Elend, Gefängnisse, Einsamkeit zu führen. Bei allem Widerwillen gegen Gewalt und Unterordnung: Das Ziel der Anarchie ist geschichtlich relativ jung und natürlich immer neu in Frage gestellt. Eine Gesellschaft, die nicht mehr Befehlende und Gehorchende kennt, erscheint den meisten Menschen als Illusion, als Wunschtraum, hoffnungslos unrealistisch.

Der Zwangsapparat Staat

3. Der festgefügte und effektive Zwangsapparat Staat hat das autoritäre Prinzip festgeschrieben, systematisiert und sämtliche Lebensbereiche zum Gegenstand seiner Eingriffe gemacht, was paradoxerweise noch an der Gewährung sogenannter „staatsfreier Räume“ deutlich wird. Bereiche, in denen der Staat auf eine Regelung von erlaubtem und verbotenem Verhalten verzichtet. Bereiche, die der individuellen Selbstbestimmung freigehalten werden. So sehr alle Staatstätigkeit natürlich von gesellschaftlichen Prozessen abhängig ist, wird der Staat als über der Gesellschaft stehende, rationale, planende, schlichtende und ordnende Instanz gesehen, die zum Wohle aller eingreift.

Da der Staat mehr und mehr gesellschaftliche Schutzfunktionen übernommen hat, erscheint er als einziger Garant von Schranken gegen eine schrankenlose Willkür privater und partikularer Gewalten, als Schützer der Schwachen, der Natur … – gerade gegen den ökonomischen Expansionismus und die autoritäre Politik, die er tatsächlich verkörpert und gegen Opposition sichert, im Interesse von herrschenden Minderheiten. Dabei soll nicht geleugnet werden, daß das staatliche Gewaltmonopol tatsächlich partikulare Gewalten entmachtet und einen Schutz vor Willkür bietet. Gleichzeitig wird damit aber eine Macht geschaffen, die um vieles effektiver, und daher auch potentiell barbarischer ist, als jeder feudale Despot, der nicht zu bürokratisch- industriellen Formen der Massenvernichtung fähig war.

Verinnerlichung der Grundsätze des Staates

4. Nicht nur die militärisch-bürokratische Übermacht läßt Widerstand oft zwecklos erscheinen. Gerade in den westlichen Industriestaaten organisiert sich Herrschaft über den positiven Bezug der Beherrschten auf das System. Staatliche Strategien sind dort im wesentlichen nicht auf repressive Unterdrückung angelegt, sondern auf Integration: Identitätsbildung über Teilnahme am Konsum, Aufspaltung von Interessenlagen und Vereinzelung in der Gesellschaft, Normierung von Bedürfnissen und deren bürokratische Verwaltung, sowie das Versprechen auf demokratische Beteiligung führen zu Verinnerlichung der Notwendigkeit des Staates und der Grundsätze, die seine Funktion garantieren (Gehorsam; Delegation von Verantwortung; Bereitschaft, ExpertInnen zu vertrauen). Die Solidarisierung der Betroffenen wird verhindert, die Fähigkeit zur Selbstorganisation und zur direkten Aktion bei den Beherrschten oft so stark eingeschränkt, daß sie real immer wieder ihre Angewiesenheit auf den Staat, auf die Verantwortlichen, SpezialistInnen usw. erfahren.

Die Ziele der AnarchistInnen

5. Im Gegensatz zu anderen Oppositionsströmungen stört es die AnarchistInnen nicht, daß sie keinen Anteil am geschäftigen Treiben der offiziellen Gesellschaft und des Staates haben. Damit verzichten sie auf taktisch günstige Positionen, auf Legitimation, aber sie wissen warum: das Ziel, von einem radikalisierten Freiheitsbegriff ausgehend, die Herrschaft anzugreifen, soll nicht unklar werden. Schließlich sind die Erfahrungen mit Reformbewegungen, die schließlich nicht etwa ihre Ziele verwirklichen konnten, sondern sich in die angeblich bekämpften Strukturen als GegnerInnen integrierten und im entscheidenden Moment halfen, die Ziele des Staates auch gegen Opposition durchzusetzen, Warnung genug gegenüber der Annahme, man könne jede Struktur benutzen, um ganz andere Ziele zu verfolgen.

Ziel der AnarchistInnen ist es, die Trennung in Befehlende und Gehorchende überhaupt zu beenden. Die AnarchistInnen wollen Eigentumsmonopole und Nationalstaaten durch die Selbstorganisation der Gesellschaft und föderalistische Organisationen ersetzen. Sie erkennen keine nationalen, religiösen oder sexistischen Vorrechte und keine Gesellschaftsstrukturen, die sich mit der Überlegenheit aufgrund von Rasse, Nation, Religion, Geschlecht usw. legitimieren, an.

Kritik des autoritären Sozialismus

6. Von den autoritären SozialistInnen unterscheidet die AnarchistInnen, daß sie nicht in der Eroberung der Staatsgewalt die entscheidende Voraussetzung für die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und die Aufhebung der Klassen sehen. Vielmehr soll der Staat als Monopol der Gewalt, der zentralisierten Verfügung über gesellschaftliche Mittel, zu denen er dreist auch die Menschen macht, durch eine libertäre Demokratie (im Gegensatz zur bürgerlichen Formaldemokratie) ersetzt werden, die die Menschenrechte achtet und unveräußerliche Minderheitenrechte garantiert. Um die Ziele der libertären Bewegung gegen Staat und Kapital durchzusetzen und errungene Positionen zu verteidigen, ist natürlich „Macht“ erforderlich. Die Formen, in denen diese Macht ausgeübt wird, dürfen keinesfalls diktatorisch sein, sie sollen zu keiner Verfestigung einer neuen Herrschaft führen, sie sollen auf physische Gewalt weitgehend verzichten.

Jede Trennung in Befehlende und Gehorchende (also jede staatliche Funktion) muß notwendig zu einer neuen Klassenteilung führen, also ungleiche Verfügung über Produktionsmittel und Aneignung der Produkte zur Folge haben. Deshalb tendiert der autoritäre Scheinsozialismus immer dazu, neue politische und ökonomische Ungleichheiten zu schaffen und sogar in diktatorischen Formen festzuschreiben.

Organisationsformen und Kampfmittel als Ausdruck wirklich verfolgter Ziele

7. Auch wenn kurzfristig – für die direkte Durchsetzung bestimmter Ziele – autoritäre (auf einer oben-unten- Arbeitsteilung beruhende) Organisations- und Kampfformen Vorteile bieten und effektiv erscheinen, so kann doch nur vom Ziel her die wirkliche Effektivität der Mittel beurteilt werden. Organisations- und Kampfformen sind nicht zufällig oder beliebig, sondern sie sind Ausdruck der wirklich verfolgten Ziele, die von den proklamierten stark abweichen können. Sie nehmen oft keimförmig vorweg, was unter günstigen, verstärkenden Bedingungen dann breit entfaltet wird – im guten wie im Bösen. Basisdemokratische und föderalistische Organisationsformen, die die Verantwortung der Einzelnen und Gruppen nicht einschränken und etwa einer Mehrheit unterordnen, können die Tendenzen der Professionalisierung, der Führerherrschaft, der Bürokratisierung und der Anpassung an vorgegebene Strukturen, denen Gruppen immer unterliegen, kontrollieren und eindämmen. Es bedarf wirklicher Anstrengungen, wenn verhindert werden soll, daß in den eigenen Reihen sich Hierarchien reproduzieren. Ganz „spontan“ werden bestimmte Aufgaben immer wieder bestimmten Personen zugeordnet, die darin erfahren und befähigt sind. Ganz „spontan“ ergeben sich Männerarbeiten und Frauenarbeiten.

Wenn wir von unseren Organisationen nicht verlangen, Positionen zu erobern und sie mit eigenen Leuten zu besetzen, die dann den Apparat in den Dienst anderer Politik stellen, sondern unser Ziel ist, solche Positionen unmöglich zu machen, den Apparat leerlaufen zu lassen und seine Wirksamkeit zu behindern, so ist uns der Effektivitätsmaßstab nicht unbedingt vorgegeben: um eine Volkszählung zu verhindern, braucht man/frau nicht den Apparat, der sie durchführen kann.

Die soziale Revolution

8. So wie die Selbstorganisation nur durch Selbstorganisation gelernt werden kann, wird die Fähigkeit, mit der Gewalt des Staates fertig zu werden, nur durch massenhafte direkte gewaltfreie Aktionen erworben. Da militärische Kampfformen immer auch eine militärisch-hierarchische Organisationsform bedingen, wenn sie nicht bloße Gesten, sondern wirksam sein wollen, bedeutet die Bürgerkriegskonzeption der Revolution immer die Errichtung eines Apparates, der mit den Zielen der Emanzipationsbewegung regelmäßig in Konflikt gerät und sie vom Ziel der Herrschaftslosigkeit abdrängt. Der Einsatz von Waffengewalt prägt Denken und Verhalten in autoritärer Weise: Vernichtung des Feindes ist das Ziel. Die Gewöhnung daran, sich durch physische Gewalt durchzusetzen, ist mit Moral und Menschenbild des Anarchismus unvereinbar. Ohne Selbstwiderspruch kann die Taktik der AnarchistInnen deshalb nur die direkte gewaltfreie Aktion sein. Auch in zugespitzten Situationen, wenn die Herrschenden mit Kriegsrecht oder Putsch drohen, auch gegen Interventionen, auch wenn es zu einer entscheidenden Konfrontation zwischen libertären Bewegungen und dem Staat kommt, ist die spezifische Waffe der AnarchistInnen massenhafter ziviler Ungehorsam (Boykottaktionen, massenhafter Bruch von Gesetzen, Sabotage, Massenstreiks bis zum Generalstreik, Kriegsdienstverweigerung) mit dem Ziel der Zersetzung der Machtzentren, insbesondere der bewaffneten Streitkräfte. Gegen eine genügend breite Massenbewegung, die durch gesellschaftliche und ökonomische Gegenmacht Druck ausübt und repressive Maßnahmen unterläuft, kann das herrschende Übergewicht der Waffen nicht zur Geltung kommen. Es gibt Situationen, in denen Repression nicht mehr zu Resignation, sondern zu unversöhnlichem Aufbegehren führt.

Wenn die herrschende Macht erschüttert ist, und die Unterdrückten nicht mehr weiterleben wollen wie bisher, oder sie sehen, wie ihre Lage unhaltbar wird, und sie Hoffnung schöpfen, sich zu befreien, so beginnt die Phase der sozialen Revolution, die bis zur Beseitigung des Staates und der sozialen Stabilisierung der Anarchie dauert. Damit die alte Ordnung sich nicht wieder sammelt, reorganisiert, den revolutionären Elan sich abnutzen läßt und schließlich, von Schwächen, Übergriffen, Konflikten profitierend siegt, müssen gesellschaftliche Voraussetzungen gegeben sein, die nicht erst in der Phase der Zuspitzung entstehen können.

Die gesellschaftliche Kultur, die libertäre Bewegung, die Institutionen der Selbstorganisation müssen gefestigt sein und genug freiheitliche Impulse gegeben haben, die die Revolution dann freisetzt. Revolution ist keine Schöpfung aus dem Nichts, selbst wenn sie den Menschen erlaubt, über sich hinauszuwachsen.

Strategie des gewaltfreien Anarchismus heute

9. Wir leben heute in den westlichen Industriestaaten nicht in einer revolutionären Situation. Heute sind es kleine Minderheiten, die diese Ziele im Kopf haben, die in vielen Situationen mit ihrer Schwäche konfrontiert werden, ihrer Ohnmacht, Handlungsunfähigkeit, mit Verfolgung und Diskriminierung. Diese Minderheiten müssen begreifen, daß sie nicht auf Mehrheiten und auf BündnispartnerInnen starren dürfen. Minderheiten können eine Macht sein, wenn sie illusionslos und solidarisch mit Gleichgesinnten anfangen, sich zu verteidigen. Ihre Handlungen werden Nachahmung finden, ihre Fehler korrigiert werden, ihre Ziele werden (auch ihnen selbst) deutlicher werden. Eine anarchistische Minderheit bleibt unbedeutend, wenn sie Kompromisse mit autoritären Strömungen macht oder sich deren Themen und Kampagnen aufzwingen läßt. Dann würde sie mit Sicherheit im Abseits bleiben. Andererseits droht die sektiererische Selbstgenügsamkeit, die ohne Verbindung mit den sozialen Bewegungen bleibt. Die Spannungen, die entstehen, wenn man sich an Massenbewegungen beteiligt, deren Programme, Aktionsformen, Lebensweisen jedoch nicht übernimmt, sondern schriftlich, mündlich und durch Tat kritisiert, lassen sich nicht durch Formeln auflösen, sie müssen ertragen werden. Ziel muß es sein, eine gewaltfrei-anarchistische Massenminorität entstehen zu lassen, die in der Lage ist, zunächst einzelne Pläne der Herrschenden zu durchkreuzen (besonders jede Planung, die Kriegsführungsfähigkeit zum Ziel hat) und die eine stabile Kommunikationsstruktur, eingeübte Formen der Entscheidungsfindung und eine attraktive Gegenkultur aufbaut. Sie muß stark genug werden, um gesellschaftliche Entwicklungen insgesamt zu beeinflussen. Dazu gehört, daß die zunächst passiven Mehrheiten nicht reaktionär werden dürfen, aus Furcht vor Existenzunsicherheit, sondern daß sie die anarchistische Minderheit neutral oder mit Sympathie betrachtet, die gegen Kriegsführungspläne, die Umweltzerstörung, die alltäglichen Erniedrigungen zu handeln beginnt.

Aufbrechende Krisen und gesellschaftliche Widerstandsbewegungen versucht der Staat nicht nur durch Repression, sondern auch durch Reformen zu neutralisieren: Damit sich möglichst wenig ändert, muß sich etwas ändern. Ist die Opposition dann ermattet oder gespalten in die, die weitergehen wollen und die, die mit dem Erreichten zufrieden sind, kann ja zurückgenommen werden, was zu weit geht. Oft sind Reformen auch unvermeidlich, um Kosten und Probleme der staatlichen Verwaltung oder der Kapitalreproduktion zu bewältigen. Es kann sinnvoll sein, die Widersprüche solcher Prozesse auszunutzen, um die freiheitlichen Tendenzen zu stärken, Teilziele der revolutionären Bewegung zu verwirklichen, die nur mit großem Aufwand wieder zerstört werden können. Aber wir fordern nicht Reformen vom Staat und wollen nicht staatliche Macht benutzen, um unsere Ziele durchzusetzen. Die politischen Organisationsformen der Herrschenden (Bürokratie, Parlament, Partei) sind keine Formen der Freiheit und widersprechen den Inhalten, für die wir uns einsetzen. Eine Kritik revolutionärer Konzeptionen unterstellt, sie würden konkrete Verbesserungen für die jetzt lebenden Menschen gering achten und stattdessen nur auf eine Endschlacht orientieren, auf ständige Polarisierung, Zuspitzung, Machtauseinandersetzung. Das ist falsch. Der Anarchismus als revolutionäre Theorie und Bewegung hat auch in der Vergangenheit langfristig gesellschaftliche Entwicklungen in freiheitlicher Richtung gefördert und die Revolution selbst als lang andauernden Prozeß verstanden, in dem Phasen der Aufklärung, der Experimente, der Organisation und Phasen der Kämpfe aufeinander folgen; in dem Erfahrungen verarbeitet werden. Die Frage ist weniger, ob wir uns an Tageskämpfen beteiligen, als wie. Heute ist für die Regeneration einer abgestorbenen Gesellschaft, die sich in konkurrierende, vereinzelte Individuen und deren staatlich-kapitalistische Verwaltung auflöst, eine Aktivität notwendig, die erst Grundlagen für erfolgreiche Kämpfe schafft: Entwicklung von Selbstbewußtsein und Solidarität, von sozialer Phantasie, Klarheit der Ziele.

Gesellschaftliche Entwicklungen, die die Entwicklung der Kinder, die Beziehungen zwischen den Geschlechtern, die Fähigkeiten, sich in andere Lebensweisen einzufühlen, den Horizont der Werte und die Lebensziele der Einzelnen beeinflussen, können von der anarchistischen Bewegung mitgestaltet werden. Freiheit, Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit als Leitmotive sollen die kapitalistisch-staatliche Unkultur in ihrer Rechtfertigung untergraben und Experimente mit freiheitlichen Lebensformen fördern: Kommunen, freie Schulen, Genossenschaftsprojekte, nicht-hierarchische Organisationen, selbstverwaltete Betriebe, konstruktive Arbeit für eine ökologische, dezentralisierte Produktion. Allgemeines Kriterium ist: den Staat zurückzudrängen, Selbstorganisation zu unterstützen.

Zur direkten Aktion gehört auch, im eigenen Alltag das abzustellen, was den erkannten Idealen widerspricht. Sich von Zwängen zu befreien, die straflos abgelegt werden können – das wird auch die Ausgangspunkte für unvermeidliche Konflikte mit den Mächten der Autorität verbessern. Jeden Tag eine böse Tat – in der Sicht derer, die den jetzigen Zustand der Welt für den besten aller möglichen halten!

Die große Hoffnung und der eigentliche Sinn der AnarchistInnen ist es, mit der sozialen Revolution alle autoritären Konzeptionen zum Scheitern zu bringen und eine freie, grenzlos sich föderalistisch vereinende Welt aufzubauen, in der Hunger, Folter, Krieg, Vergiftung der Umwelt und Unterdrückung der Menschen der Vergangenheit angehören. Diese Welt wäre keine konfliktfreie Idylle, und sie wäre keine totalitäre Einheit, sondern sie würde Gegensätze tolerieren und in gewaltlosen Formen austragen. Sie würde viele Experimente zulassen und müßte einen ständigen Abwehrkampf dagegen führen, daß wieder Hierarchie, Regierung, Ausbeutung entsteht. Sie würde an den jahrtausendealten Unterbauten der modernen Nationalstaaten, an patriarchalischer Herrschaft und rassistischer Ausschließung noch starke Feinde haben, die nicht verschwinden, nur weil der Staat sie nicht mehr schützt oder Konzerne nicht mehr von ihnen profitieren.

Nur eine starke gewaltfrei-anarchistische Bewegung wird in der Lage sein, solche Forderungen aufzuwerfen. Bei Bündnissen mit bürgerlichen und autoritär-sozialistischen Gruppen besteht die Gefahr, daß dadurch die anarchistische Bewegung instrumentalisiert und von ihren Zielen abgedrängt wird. Organisationsstrukturen und Politikverständnis solcher Gruppen befinden sich in prinzipiellem Widerspruch zu unseren Konzeptionen. Historische Erfahrungen in Rußland nach 1917 und Spanien nach 1936 haben gezeigt, daß herrschaftliche Strukturen von autoritären Gruppen reorganisiert werden.

Herrschaftslosigkeit oder Barbarei!

In einer Zeit, in der die jeweils neueste Katastrophe die vorigen vergessen läßt, aber die Stimmung immer mehr die einer Vorkriegszeit ist, wird die Wahl deutlich: Wahnsinn und apokalyptische Vernichtungsorgien, wenn sich die kapitalistisch-etatistischen Prinzipien grenzenlos entfalten. Oder Sieg der transnationalistischen Gegenkultur, die den Herrschenden in bestimmten Bereichen die Zusammenarbeit verweigert und sich mit den Unterdrückten in anderen Ländern solidarisiert. Wenn sich mehr Verbundenheit mit den Opfern herrschender Politik auf einem anderen Kontinent als mit der herrschenden Klasse des eigenen Landes organisieren ließe, so wären dies Vorboten der Anarchie, die Schrift an der Wand für Kapital und Staat und ihre AnbeterInnen.

Der feministische Angriff auf das Patriarchat und die ökologische Kritik an der Übertragung der Herrschaftsverhältnisse auf die Natur und der Behandlung nicht-menschlichen Lebens als bloßen Rohstoff sind Bereiche, in denen die antiautoritäre Bewegung heute weiter geht als ihre VorgängerInnen. Daß uralte Gewohnheitsrechte der Ausbeutung angegriffen werden, ist ein Zeichen der Hoffnung.

Quelle und Weiterführendes

Graswurzelrevolution: http://www.graswurzel.net/ueberuns/thesen.shtml
Anarcho-Archiv: http://www.anarchismus.at/

Webseite: theunity.de

Mein persönlicher Einstieg in die große, weite Welt des Anarchismus oder was mensch halt so liest wenn mensch grad mit Gott und der Welt im Krieg ist

Die Qualitativ hochwertigste Gesellschaftskritik über die ich jes gestolpert bin – und da ich weiß wie leicht mensch sowas übersehen kann, nun denn hier bitteschön:

http://www.theunity.de
http://www.dianthesaint.de/u3.htm

Mittlerweile hat diese Richtung leider zu viel Realitätsverlust für mich persönlich … Aber wer hat das schon nicht … Bildet euch selbst eure Meinung

Finn

Buch: Days of War, Nights of Love

Da kommt ein neuer Hauch aus Übersee zu uns. Ganz langsam, ganz allmählich. Ohne zu große Eile schwebt es rüber, dieses Gefühl – kaum fassbar aber ziemlich faszinierend, ziemlich fesselnd. Lächelnd fiel mir „Days of War, Nights of Love“ in den Blick, als meine Augen an diesem wundervollen Sommertag im A-Camp Österreich über die Auslagefläche eines Buchversands schweiften.

Das Cover stach sofort in seiner Eleganz heraus und zog mich in seinen Bann. Ich ergriff es um ein wenig zu schmökern und was ich da las, lies mich so schnell nicht wieder los.

Für alle die des englischem halbwegs mächtig sind meine Buch-Empfehlung: Days of War, Nights of Love

Crimethinc … ich freu mich drauf
Finn

Weiterführendes:

http://www.crimethinc.com/tools/downloads/zines.html
http://deoxy.org/ct/
http://thepiratebay.org/torrent/4033474/crimethinc_recipes_for_disaster_an_anarchist_cookbook_PDF