Im Kampf um’s Leben, da gibt’s nur eins. Ein Leben im Kampf_oder kein’s!

Die kontroverse Diskussion um den 13. Februar in Dresden, beziehungsweise spezieller um das Bündniss „¡No pasarán!“, geht in die nächste Runde.
Auf dem Dresdner Blog http://blackmonday.blogsport.de ist ein weiterer Diskussionbeitrag erschienen, welcher sich sehr kritisch „…mit den Positionen der Gruppe ¡No pasarán! und Konsorten auseinandersetzt…“ (Zitat BlackMonday).
Der Text von „neel “ wirft bei mir viele Unklarheiten auf, welche ich im folgenden ansprechen will.
Für mich als Individuum ist es eine Möglichkeit in dieser Form meine Kritik zu äußern und die notwendige Diskussion ansatzweise weiterzuführen.

Zu Beginn möchte ich die Frage in den Raum stellen ,woher „neel“ zu wissen meint aus welchem Umkreis diverse Aufkleber à la „ein Leben im Kampf“ oder der scheinbar allzu ernst genommene „Bundestag sprengen“ stammen?! Diese sind wohl eher Einzelpersonen zuzuordnen und nicht aus spezifischen Gruppen oder gar dem linksradikalen Vorbereitungskreis entstanden.
Desweiteren ist zu der berechtigten Kritik an einem erwähnten Transparent auf der Ladenschluss-Demo vom 18.10, auf welchem ein „Direct-Action-Hase“ mit Ak 47 abgebildet war, zu konstatieren, dass es seitens der anarchiadd-Autoren eine nachträgliche (interne) kritische Auseinandersetzung gab. Ich kann mich von diesem Motiv persönlich nur distanzieren.
Einen Begründung für die Aussage, dass „Wehrmachtsaccessoires (…) zum chic kultiviert“ werden, steht allerdings noch aus.
Im Anschluss daran wird ein sehr wirrer Umgang mit den eigentlich klar definierten Begriffen Militarismus und Militanz vorgenommen.
Ich kann dem/der Verfasser_In nur unterstellen, dass er/sie entweder den Inhalt und Unterschied zwischen Militanz und Miltär (/Miltarismus) nicht verstanden, oder aber bewusst falsch verwendet hat. Eine kämpferische Haltung mit selbstgewählten Mitteln (dabei sollte natürlich nie ein humanitäres, emanzipatorisches Weltbild vergessen werden..) beispielsweise gegen Rassist_Innen oder sonstigen Arschlöchern ist per se nicht mit einem Krieg und dessen verheerenden Auswirkungen gleichzusetzen.Ein (auch ) militanter Kampf (Lederhandschuhe usw. als Beispiele) gegen Neonazis steht in keinster Weise im Widerspruch zu einer linksradikalen Militarismuskritik. Dies wird allerdings mit der zynischen Bemerkung abgetan, dass die Auseinandersetzung mit Nazis von Antifaschist_Innen(!) pauschal bewusst gesucht werde. Damit katapultiert sich „neel“ selbst aus einer Antifa-Bewegung heraus.
Weiter geht es mit der Unterstellung eines „festzementierten Wert- und Ideologiegefüges“ welches scheinbar nur den logischen Schluss zulässt, dass die Bombadierungen durch die Alliierten und damit letztlich die ausnahmslos notwendige Befreiung prinzipiell abgelehnt werden. Dazu kann ich nur sagen, dass es ein im vom Dritten Reich ausgerufenen „totalen Krieg“ unabdingbares Mittel war, Deutschland durch gezielte Militärschläge zur Kapitulation zu zwingen.
Dabei kann allerdings auch die vom Bündniss ¡No pasarán! kritische Betrachtung der Aliierten nicht schlichtweg als Diskreditierung oder Verurteilung dieser abgetan werden. Ein pauschaler Antimilitarismus ist auf die besonderen Umstände des 2.Weltkriegs besonders bei Betrachtung der Massenvernichtung von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und allen anderen von den Nationalsozialist_Innen Verhassten in den Konzentrationslagern nicht haltbar.
Ein solch blinder Antimilitarismus wird auch keineswegs angestrebt. Laut
¡No pasarán!
bezieht sich die Kritik an der Rolle der Alliierten auf eine dogmatische „bedingungslose[n] Affirmation“ zu Nationalstaaten und ihrer Armeen, was beispielsweise durch das Tragen derer Fahnen zum Ausdruck kommt.

Laut „neel“ wird „…kollektive Unschuld […] propagiert, die alliierten Intentionen in Frage gestellt, letztlich die militärische Intervention zur Zerschlagung der faschistischen, nationalsozialistischen Gesellschaft, die zum Zeitpunkt der Bombardierungen Dresdens munter weiter Jüdinnen und Juden deportierte und industriell vernichtete (nicht etwa die „Regierung“ oder die „Machthaber_innen!) delegitimiert und zu Unrecht gemacht.“
Diese dreiste Provokation stützt sich auf keinerlei Fakten und kann meinerseits nur als billige Diffamierung gewertet werden.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass eine Gleichsetztung von diversen Gruppen oder Einzelpersonen mit dem linksradikalen Vorbereitungskreis außerst polemisch und nicht zutreffend ist. Kritik an Einzelaktionen oder ähnlichem zu üben ist sicherlich konstruktiv. Mir scheint es jedoch so, dass gesammelte „Fehltritte“ von Einzelnen dazu genutzt werden um die Gruppe ¡No pasarán! schlecht zu reden und anzugreifen. Diesen als „ideologisch verblendet“ oder geschichtsrevisionistisch zu brandmarken wird die notwendige Debatte um den 13.Februar in Dresden keinen Schritt vorwärts bringen.


15 Antworten auf „Im Kampf um’s Leben, da gibt’s nur eins. Ein Leben im Kampf_oder kein’s!“


  1. 1 W.M. 27. November 2008 um 20:51 Uhr

    Ob die Diskussion um den 13 Februar in eine neue Runde geht, möchte ich fast bezweifeln. Viel mehr entwickelt sich die Art der Gesprächsführung mehr und mehr zu einer beleidigenden Anfeinderei. Neel muss mensch dabei auf jeden Fall noch zugestehen, dass sie versucht inhaltliche Punkte in Feld zu führen, während sich der Text der Gruppe aad und Komentare auf Indy und diversen Blogsport-Seiten (von beiden Seiten) einfach nur selbst der Lächerlichkeit preisgeben. Trotzdem ist es schon traurig, dass auch Neels Text nicht auf beleidigende Untertöne, Lügen und falsche Behauptungen verzichten kann.

    Die ersten 3 Absätze sind eigentlich nicht mal einer Antwort wert, weil sie alle Menschen die nicht einem bestimmten politischen Spektrum in Dresden angehören in einen Topf werfen – wie Du schon festgestellt – hast keinen Unterschied zwischen Militarismus und Militanz machen und sich schlussendlich auch bösester Unterstellungen bedienen. Ich denke so eine Art der politischen Gesprächsführung kann mensch ruhig ignorieren.

    Was mich allerdings sehr interessieren würde, ist die Frage warum die Feststellung, dass der Freind meines Feindes nicht gleich mein Freund sein muss (um es mal anders zu formulieren), nun gleich Geschichtsrevisionismus ist. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass der/ die Autor_in mit diesem Wort gegen alles um sich wirft was nicht auf Linie ist. Auch meinen Text in einem Absatz mit der Propagierung einer „kollektiven Unschuld“ der deutschen Bevölkerung innerhalb des NS-Staates zu nennen ist eine Verleumdnung die ihres gleichen sucht.

    „…durchaus gab es den durch No Pasaran! geleugneten Gegensatz der Systeme – ein westliches Nationenverständnis, welches an der bürgerlichen Revolution, der Aufklärung und am bürgerlichen Individuum orientiert ist…“

    Das „no pasarán“ einen Unterschied zwischen Nazi-Regime leugnet ist schichtweg Schwachsinn. Auch halte ich die Aussage, westliche Nationen seien an einer „bürgerlichen Revolution“ orientiert
    gewesen, halte ich für äußerst fragwürdig.

    „Der Umstand, dass die deutschen nicht die emanzipatorische Kraft besaßen, sich von ihren „Herrschaftsverhältnissen“ (http://anarchiadd.blogsport.de/2008/11/09/beitrag-zur-diskussion-um-den-13-feb) zu befreien, kann nicht Anlass sein, die kapitalistischen

    Nationalstaaten“, die die Menschen in Europa nun mal tatsächlich befreiten im Nachhinein „trotzdem“ zu kritisieren, sondern sollte Anlass sein, sich dieses Versagen einzugestehen und den realen alliierten Antifaschist_innen „reflektiert“ zu gedenken.“

    Dieses Versagen wurde und wird eingestanden und ist eine der Intentionen für meine politische Arbeit. Wenn der Fakt, dass die Alliierten am Ende dem braunen Wahn zum Glück ein Ende gemacht haben, Grund genug für den/die Autor_in ist jeder weiteren Kritik auf Wiedersehen zu sagen ist das sehr bedenklich. Ich denke es ist beides gleichzeitig möglich und Menschen die anderen Menschen die Kritik verbieten wollen rechne ich normalerweise nicht dem antifaschistischen Spektrum zu. Reflektiert zu Gedenken ist meiner Meinung nach dass, was ich tue, wenn ich Menschen und nicht Nationen danke.

    „Dabei geht es nicht um eine grundsätzliche Positivbelegung irgendeiner Armee oder des Militarismus.

    Jedoch kann im Angesicht der Realität des Zweiten Weltkrieges, insbesondere militärischer Einzelereignisse, keine grundsätzliche Herrschafts- und Militärkritik betrieben werden also das Große

    am Kleinen gemessen werden.“

    Auch hier denke ich, dass es nichts anderes, als ein Armutszeugnis wäre, wenn eine grundsätzliche, allgemeine Gesellschaftkritik im Angesicht der Verbrechen des zweiten Weltkrieges zum erliegen kommen müsste. Die Verbrechen der Nazis konnten ja grade erst geschehen, weil nicht genug Menschen eine konsequente Herrschafts- und Militarismuskritik betrieben. Eine solche Kritik muss demnach im Hier und Jetzt immer wieder formuliert werden und darf vor nichts halt machen, um irgendwann solche und andere Untaten unmöglich zu machen.

    Allgemein fände ich es wünschenswert, wenn nicht mehr 1000 Internas pro Diskussion ausgepackt werden müssen und die Debatte wieder unter Menschen stattfindet die zusammen, unter gegenseitigem Respekt, etwas an der politischen Landschaft in unserem Umfeld zu bessern versuchen. Leider wurde bei vielen Positionierungen der letzten Zeit deutlich, dass es bestimmten Gruppen und Einzelpersonen hier eher um zwischenmenschliche Konflikte und szene-interne Vormachtsstellungen geht als um eine Weiterentwicklung. Ich findes es erschreckend wie massiv der Widerstand einiger ist, wenn es darum geht sich einer Schwarz-Weiß-Malerei im Name des Antifaschismus entgegen zu stellen.

    Für eine Überwindung von Unterdrückung, Herrschaft und Mord ist eine Kritik nach allen Seiten notwendig!

    Wir lassen uns nicht auf Linie bringen!

  2. 2 farfalla 28. November 2008 um 12:16 Uhr

    ..das „wir“ kannst du so eigentlich nicht stehen lassen ;)

  3. 3 W.M. 28. November 2008 um 13:11 Uhr

    Pfffffffffff* Warum denn das schon wieder nicht? Drecksindividualisten :P

    OK, ICH lass mich nicht auf Linie bringen, beim Rest habt ihr noch Chancen.

  4. 4 quackerjack. 28. November 2008 um 14:31 Uhr

    ich sehe, w.m. du hast eine falsche idee wer den text geschrieben hat. ich bin hier der drecksindividualist. :D

  5. 5 LuckyStrike 01. Dezember 2008 um 23:12 Uhr

    Wenn Ihr Euch schon nicht auf Linie bringen lassen wollt? ;-) (*wer will das schon machen, dann müsstet Ihr immerhin dort abgeholt werden, wo Ihr steht) wie wäre es es mit folgendem Vorschlag:
    Bildet einen Kreis, am 13. Februar, um die Frauenkirche und fasst Euch an die Hände zusammen mit dem „Geh-Denken“, mit der PDS, mit den deutschen Christen, Hr. Neutzner, Fr. Orosz und vll. Hr. Rower, natürlich darf „No Pasaran“, der Braunbär, der Löwe und das Eichhörnchen nicht fehlen. Und dann singen alle gemeinsam: Ein bißchen Frieden! Ein bißchen Liebe! Auf das nie mehr ein böses Ami-Nazi-Bömbchen auf Dresden falle! Amen!

  6. 6 gauloires 03. Dezember 2008 um 0:10 Uhr

    „Viel mehr entwickelt sich die Art der Gesprächsführung mehr und mehr zu einer beleidigenden Anfeinderei.“

    “Mit ihnen im Kampf ist die Kritik keine Leidenschaft des Kopfs, sie ist der Kopf der Leidenschaft. Sie ist kein anatomisches Messer, sie ist eine Waffe. Ihr Gegenstand ist ihr Feind, den sie nicht widerlegen, sondern vernichten will. […] Ihr wesentliches Pathos ist die Indignation, ihre wesentliche Arbeit die Denunziation.”

    ~ Karl Marx (http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_378.htm)
    Fazit: Heult doch!

  7. 7 autonom 03. Dezember 2008 um 16:01 Uhr

    Finde es äußerst merkwürdig das hier im Blog fast jedeR die Identität des „Drecksindividualisten“ zu haben scheint. Das sind doch im Real Life jedes Mal diejenigen, welche in euren Gemeinschaften bedauerlicherweise wiederholt Opfer von meist mindestens zu dritt, von Einzelnen begangenen, Einzelaktionen werden.

    Eben das, was „farfalla“ mit „gesammelte “Fehltritte” von Einzelnen“ zu beschreiben versucht. Nur ist diesmal die Perspektive gerade eine andere. Die selbstbestimmte Entscheidungsfindung einzelner, wird hier also, in einem selbsterklärt anarchistischen Blog, mit „Dreck“ (sic!) verglichen. Ich will jetzt nicht weiter auf Ähnlichkeiten zu im nationalsozialistischen Deutschland verwendeten Begriffen und deren Folgen eingehen.

    Im Real Life wird das erklärte „Nein“ der „Drecksindividualisten“, der Andersdenkenden also, von „einzelnen“ (natürlich ohne Gruppenhintergrund) als Bedrohung gewertet dessen es durch „gesammelte Fehltritte“ zu brechen gilt, bis daraus ein Ja wird und explizit nur werden kann und muß.

    Menschen eben, die ihr Leben selbstbestimmt leben wollen und einfach kein Bock darauf haben ein Leben zu leben, in dem das „Wohl der Gemeinschaft“ als etwas höheres bewertet wird, als das Leben Einzelner, implizit ihres/seines erklärten Willens und ihrer/seiner von Geburt an gegebenen Grundrechte; die sich nicht länger von rassistischen, sexistischen oder anderen perversen Stereotypen unterwerfen lassen wollen, … deren Identität einige hier im Virtuellen meinen annehmen zu können, um sich selber mal kurz wie „Wir lassen uns nicht auf Linie bringen!“ zu fühlen.

    Gut zu wissen auf welcher Seite ihr steht. Von anarchistischen Grundlagen haben „Einzelne“ hier jedenfalls nichts begriffen.
    Den Text von „farfalla“ finde ich demnach auch, psychologisch betrachtet, einen aus angegriffener Täterperspektive geschriebenen Diskussionsbeitrag.

  8. 8 hallo anderes Ufer 03. Dezember 2008 um 22:58 Uhr

    Hi,

    das ist schön, dass hier Symphatisanten des anderen VBK mitlesen, weil ich hab nämlich mal eine Frage: Habt ihr neben den ganzen Diffamierungen etc. schon ein Argument gegen uns gefunden, welches auch einer Überprüfung (beispielsweise Herleitung aus unseren Texten) standhält? Mir ist nämlich noch keines bekannt. Auf welcher Grundlage also haltet ihr eure Hetze aufrecht? Anders gefragt: Könnt ihr auch argumentieren oder könnt ihr nur diffamieren?
    Und warum unterstützt ihr euren VBK auch dann noch, wenn er genau das macht, was nicht passieren sollte, nämlich per Gruppenstatement die Gräben noch tiefer zu reißen, in dem direkt No pasaran angegriffen wird und u.a. behauptet, diese Antifagruppe kenne keine Kritik am NS? Ich meine, das ist für mich eine Aussage, die impliziert, eine solche Antifagruppe möge sich bitte umgehend auflösen, weil ohne Kritik am NS ist ja der Name schon sinnlos. Beschwert ihr euch nicht darüber, weil es genau das ist, was ihr auch wollt, nämlich das No pasaran endlich von der Bildfläche verschwindet? Dann tut es mir leid für euch, weil diesen Gefallen wird euch No pasaran sicher nicht tun.

  9. 9 W.M. 05. Dezember 2008 um 2:24 Uhr

    @ autonom – ich hab lange drüber nachgedacht, ob dieser Kommentar Satire sein soll oder nicht. Ich weiß es bis jetzt nicht wirklich. Wenn Du diesen Beitrag allerdings ernst meinst, dann muss ich Dir sagen, dass dies (Drecks…) einfach nur ein Insider-Witz unter Menschen war, die sich kennen. Auch für Außenstehende dürfte dies eigentlich durch den smilie erkennbar gewesen sein.

    Dein Text ist darüber hinaus m.M.n. so komisch geschrieben, dass die Intention dafür nicht wirklich begreiflich wird. In jedem Fall greifst Du in Deiner Kritik nur das ironisch (und nebenbei selbstkritisch) gemeinte Wort „Drecksindividualisten“ und ein paar pauschalisierende Behauptungen auf, für die ich nicht wirklich Grundlagen sehe.

    Wenn Du keinen der hier schreibenden Personen kennst, dann finde ich es ziemlich zum kotzen, wenn Du Deine eigenen Schubladen einfach mal auf die hier schreibenden Personen anwendest und uns dann vorwirfst, nichts von „anarchistischen Grundlagen … begriffen“ zu haben.

    Wenn Du Menschen kennst, die hier schreiben und das Dein persönlicher Eindruck aus dem real life isr, dann wäre es auch schön wenn Du Deine Kritik im real life an die Personen heran trägst um ihnen bei einer Weiterentwicklung zu helfen.

    Ich find es einfach nur ziemlich beschissen, wenn ich mir hier anhören kann wie ich und andere angeblich ticken, was wir denken, was wir fühlen und wie wir leben, von Leuten die hier einfach nur ein wenig rumdissen wollen und den scheinbar nichts daran liegt sich gemeinsam weiter zu entwickeln. Wenn irgendwer ein Problem mit einem Menschen hat, dann kann mensch das persönlich sagen, wenn wer ein Problem mit einem Text hat, dann soll er/sie bitte beim Text bleiben.

    Wenn Du außerdem mehr von den anarchistischen Grundlagen begriffen hast, als die bis jetzt hier schreibenden Personen, dann kannst Du gerne Texte einsenden welche auch veröffentlicht werden und damit alle weiter bringen.

    Lieben Gruß.

    PS.: Wenns doch nur ein Fake war, dann gut gemacht.

    @ anderes ufer:

    Wer sich bei so einem Post über die Spaltung beschwert und sich so einen sinnlosen Namen gibt sollte vielleicht mal ins grübeln kommen.

    Das Bilden von Gruppenidentitäten ist im übrigen auch eine Grundlage für Macht/Unterdrückung und führt im schlimmsten Fall zu Sachen wie Faschismus also vielleicht auch das eigene Verhalten reflektieren.

  10. 10 anderes Ufer 06. Dezember 2008 um 15:40 Uhr

    @W.M.
    zieh dich noch nicht so am Namen hoch, anderer Vorbereitugnskreis, anderes Ufer, das war einfach nur eine Assoziation die mir angesichts derer Statements bzw. der ihrer Symphatisanten einkam. Anderes Ufer heißt einfach nur, das so jmd wie Lucky Strike und andere von uns garnicht mehr erreichbar ist argumentativ. Die hören schlicht nicht zu. Das muss ja nicht in alle Ewigkeit so sein, nein, das fände ich höchst traurig für Lucky Strike. Gleichzeitig sehe ich dort wieder antideutsche Legendenbildung, das Eichhörnchen ist jedenfalls neu :-D

  11. 11 wohin? 21. Dezember 2008 um 19:00 Uhr

    „Auch hier denke ich, dass es nichts anderes, als ein Armutszeugnis wäre, wenn eine grundsätzliche, allgemeine Gesellschaftkritik im Angesicht der Verbrechen des zweiten Weltkrieges zum erliegen kommen müsste.“

    Doch, genau dass müsste sie, denn sie führte ja erst zum Zweiten Weltkrieg.

    „Die Verbrechen der Nazis konnten ja grade erst geschehen, weil nicht genug Menschen eine konsequente Herrschafts- und Militarismuskritik betrieben.“

    Die Verbrechen der Nazis konnten eben auch geschehen, weil die Deutschen das „Versailler Diktat“, die „Fremdherrschaft“ in abstrahiert-personalisierter Form und den „expansiven Militarismus“ der umliegenden Staaten kritisierten und sich anschließend aufrüsteten, um als „arme Opfer“ den umliegenden Mächten trotzen zu können. Es kommt eben darauf an, wie verkürtzt, abstrakt und personlisiert diese Form der Pseudokritik formuliert wird, aber wem erzähle ich das….

  12. 12 wohin? 21. Dezember 2008 um 19:03 Uhr

    Bzw. ich korrigiere: sie führte nicht dazu, das ist Quark. Aber sie kann einer wirklichen Faschismusanalyse nicht nachkommen, da sie diese nur aus marx’scher Perspektive beleuchten kann. Und die ist ja allgemeinbekannt unzureichen, was das angeht. Nach Auschwitz gibt es keine „allgemeine Gesellschaftskritik“ mehr, weil eben jene keinen Deut von Auschwitz weiß.

  13. 13 farfalla 23. Dezember 2008 um 4:04 Uhr

    Genau an diesem Punkt wird wieder einmal deutlich, dass der Punkt Antimilitarismus unglaublich fehlgedeutet wird. der slogan „nie wieder krieg.nie wieder faschismus“ zb ergibt sicherlich anders herum mehr sinn. Es darf nie wieder faschismus geben und damit dann auch nie wieder krieg. gäbe es wieder faschismus wäre eindeutig wieder krieg von nöten, wie er auch 45 mit der niederringung nazideutschlands nötig war.
    allerdings war ein total auf militaristische denkmuster ausgerichteter deutscher staat ein grund der in den 2wk führte. unterordnung,ein gesellschaftsbild,welches auf stärke,männlickeit und soldatentum aufbaut kann nur ins verderben führen.
    natürlich muss gesellschaftskritik radikal genug formuliert sein um an die wurzel des problems reichen zu können und natürlich ist nach auschwitz so einiges zu überdenken- aber: der pseydo-opfer-status der deutschen („versailler vertrag;“fremdherrschaft“)tut dem argument der herrschafts- und miltärkritik keinen abbruch. wer so oberflächlich mit diesen begriffen umgeht und vermeintliche deutsche „herrschaftskritik“ in der formel das böse ausland ist schuld mit wirklicher herschaftsnegation gleichsetzt, dem ist auch nicht zu helfen.
    aber wem erzähl ICH das…

  14. 14 dahin. 26. Dezember 2008 um 8:43 Uhr

    DIE GOLDENEN ZITRONEN – DAS BISSCHEN TOTSCHLAG

    So so betroffen und zornig so plötzlich sie hatten nachgezählt
    sie entschieden 17 Tote seien jetzt genug ja die Härte des
    Rechtsstaats ganz genau zumal es waren ja anständige Ausländer
    steuerzahlende Möllner fast wie du und ich Nachbarn können das
    bezeugen ‚Heil Hitler!‘ wurde gesagt der erste Tote dieses
    Wochenendes wurde nicht mit aufgeführt sogenannter Autonomer
    abgestochen von stolzen Deutschen verblutet auf dem bahnsteig
    mitten in berlin aber aber nichts weiter als rivalisierende
    Jugendbanden

    Das bisschen Totschlag bringt uns nicht gleich um
    hier fliegen nicht gleich die Löcher aus dem Käse sagt mein Mann
    take it easy altes Haus wir haben schon schlimmeres gesehn so einfach wird der
    alte Dampfer auch nicht untergehn

    Genau genommen war man auch schon vorher ab und zu betroffen gewesen
    am 8. November ’92 in Berlin etwa 60.000 alle mit dabei die
    Würde des Menschen und die höchsten Würdenträger ja betroffen
    unerwartet gab es den Kursus ‚Gewalt sinnlich erleben‘ Nazis?

    Fast. Autonome sogenannte selbsternannte Menschenfreunde und
    schon fühlte man sich auch ein bisschen fremdengehasst sie hatten
    nämlich Angst denn es flogen nein keine Brandsätze aber Eier
    und die nicht zu knapp doch sie blieben tapfer sie würden sich
    nicht beugen vor welchem Mob auch immer und übrigens auch
    nicht vor Missbräuchern und Schmarotzern der wie sagt man Flut
    eben letzteres sagten sie anderntags nicht zu laut in sachlichem
    Ton und mit vereinigten Kräften brachten sie ihr Gesetz durch

    Das bisschen Totschlag bringt uns nicht gleich um
    hier fliegen nicht gleich die Löcher aus dem Käse sagt mein Mann
    take it easy altes Haus wir haben schon schlimmeres gesehn so einfach wird der
    alte Dampfer auch nicht untergehn

    Ja und dann wie gesagt sie hatten nachgezählt ging ein Ruck durch
    die deutsche Mannschaft muss ja das Gerede wurde lauter und
    lauter ausserhalb des deutschen Planeten also nichts wie ‚Pack die
    Lichterkette ein nimm dein kleiens Schwesterlein‘ Schweigen
    gegen den Hass in der schönen Weihnachtszeit ein Zeichen setzen
    nein hier wurde niemand ausgegrenzt im Wettbewerb der Leuchten
    mancherorts leuchtete man gar gegen hass und alliierte Bomben
    rabimmel rabammel rabumm

    Nun denn Schultern geklopft Hände geschüttelt
    Nun wars amtlich man hatte kollektiv böse geträumt und nicht
    schlimmer als anderswo übrigens

    Das bisschen Totschlag bringt uns nicht gleich um
    sagt mein Mann ich kann den Scheiss einfach nicht mehr hörn
    sagt mein Mann ist ja gut jetzt alte haut wir ham schon schlimmeres
    gesehn und ich sag noch ‚Lass uns endlich mal zur Tagesordnung übergehn

  15. 15 farfallo 13. Januar 2009 um 2:23 Uhr

    wenn ich mal wieder über den sticker nachdenke: im kampf ums leben da gibts nur eins. ein leben im kampf oder keins…
    da denk ich an „es gibt kein richtiges leben im falschen“…so versteh ich den spruch gerade.

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