Archiv für Dezember 2008

guten morgen es ist krieg

Kommentar zur aktuellen Lage in Israel

Ein Blick auf Indymedia zeigt mir heute „Gaza Soli Demos“ und auch „Anti Israel Demos“ neben Randalen vor der israelischen Botschaft in Athen an. Da werden auch mal wieder munter USA Fahnen verbrannt.
Doch was ist passiert? Nach unzähligen Raketenangriffen der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel und darauf folgenden Warnungen und Drohungen hat die IDF nun reagiert. Über die Verhältnissmäßigkeit lässt sich sicher streiten genau wie etwa über das Ziel Frieden in der Region zu schaffen. Die Debatte die nun aber auf Linken Nachrichten Portalen geführt wird bereitet mir mehr als nur Kopfschmerzen. Interviews mit Hamas Sprechern werden da völlig unkommentiert veröffentlicht in welchen zum Genozid an der jüdischen Bevölkerung aufgerufen wird.
Es werden andererseits Solidaritätsbekundungen mit der palästinensischen Bevölkerung ausgesprochen, da diese schon hunderte Opfer zu beklagen hat. Eine bedingungslose Solidarisierung mit den Palästinensern bedeutet in gewisserweise jedoch auch selbiges mit der Vertetung dieser-Der Hamas. Diese Solidarisierung drückt genau das Dilemma aus, welches nun enstanden ist. Die Provokation der Hamas wird mit heftigen Bombenangriffen von Israel beantwortet, kostet dabei etliche zivile Opfer und schürt somit den Hass. Nicht umsonst baut die palästinensische Terrororganisation seine Ausbildungsstätten uä. direkt neben dicht besiedelte Wohngebiete. Tote in der Bevölkerung sind perfide eingeplant und dienen dazu das Feindbild Israel weiter aufrecht zu erhalten was dieser Tage einmal mehr auch eindeutig klappt. Das Leid der Menschen auf beiden Seiten ist natürlich schrecklich und findet hoffentlich ein schnelles Ende.
Meine Solidarität gilt jedoch noch immer Menschen und nicht Staaten, „Völkern“oder sonstigen Konstrukten.

Reingelesen: Dycamart

Ein Zufall …
Eine Erinnerung …
Vor Jahren bin ich mal auf dieses großartige Schmuckstück gestoßen und nun bei meinen Lesezeichen wiedergefunden
ich denke es könnte euch gefallen …

Um was geht es in Dycamart?

Von der Konsumgesellschaft angewidert und von den Kontrollversuchen ihres Schuldirektors eingeengt, beschließen fünf Jugendliche auf einem einsamen, kleinen Landsitz den Grundstein für eine Gesellschaft zu setzen, die von all dem unabhängig und frei existieren könnte. Doch allzu schnell holt die Realität sie ein. Der von Machtphantasien verwirrte Schuldirektor streckt seine Hände nach dem kleinen Landsitz aus, die helfenden Hände anderer Schüler entpuppen sich als Virus, der die gerade erst gewonnene Idylle so schnell zerstört, wie sie entstanden war, und alles gerät außer Kontrolle…

Bewertung:

Mir gefällt der Schreibstil
Niveauvoll
interesante Blickwinkel
faszinierende Philosophische Gedankenfetzen

über eine Utopie die sich wahrscheinlich nie selber als Anarchie bezeichnen würde, Narren, Freiheit, Kontrolle und Gefühlaufreisend Schicksalsschläge

und alles kostenlos auf
http://www.renegadenation.de/dycamart/Index.html

über liebe und freiheit

Spurensuche

Die Tage sind grau,
keine Emotion,
kein Sinn.

Zähe Gedanken,
auf geschundenem Pflaster
bahnen sich durch die perspektivlose Kulisse
der Geisterbahn die wir ironisch Leben nennen.

Was einst vor Feuer glühte, ist kalte Asche geworden,
die Fenster der Menschen sind erblindet.
Eine ölgeschwängerte Lache blieb,
aus dem Quell der Leidenschaft.

Was einst so vertraut schien
scheint nun Legende aus alten Tagen
der Melodie der Liebe und des Lebens
wich dem mechanischen Klang der Maschinerie.

Die Tage sind grau,
Zähe Gedanken,
Lethargie.

Spurensuche.
Auf geschundenem Pflaster dessen,
was mir einst mein kostbarstes schien.

Kein Wort will meiner Kehle entfliehn,
keine Vertrautheit darf enstehen,
kein Frieden mit der Kälte.

Gerinnende Stunden,
des Wartens auf etwas,
das ich mir nicht wage zu wünschen.
Was einst vor Feuer glühte, ist kalte Asche geworden.

Emotionen lassen sich töten, für ein paar Euro
pro Gramm und Rausch.
Für verlorene Stunden.

Lethargie.
Die Tage sind grau,
wie die Gedanken und leer wie mein Kopf

eine leichte Brise will mir die Wildheit zurückholn
doch die Routine wehrt sich tapfer
Gerinnende Stunden
Zweifel.

Dein Lächeln,
Deine leuchtenden Augen
darin ein Hoffnungsschimmer

Stellungnahme von Anarchist_innen aus Griechenland

Die folgende Stellungnahme wurde herausgegeben von einer Gruppe griechischer AnarchistInnen und Antiautoritäre aus den südlichen Vororten von Athen. Das ist in dem Gebiet (Ag. Dimitrios), wo es die Übernahme des Rathauses gegeben hat. Die Übernahme, inzwischen von zweitägiger Dauer, (Stand 13.12.) hat nennenswerte lokale Unterstützung erhalten. Den Abend zuvor wurde eine Versammlung von 300 Menschen aus der Bevölkerung besucht. Die Übernahme wurde auch unterstützt durch eine Stellungnahme des Zusammenschlusses der Angestellten des Rathauses von Ag. Dimitrios und viele dieser Angestellten helfen das Rathaus vor einem Polizeiangriff zu schützen.
Stellungnahme der AnarchistInnnen

Am Abend des 6. Dezember 2008 zog ein Mörder seine Pistole und richtete kaltblütig einen Bürger hin, Alexandros. Das Tragischste an diesem Mord ist, dass der Mörder, Polizeibeamter von Beruf, einen 16-jährigen Jugendlichen tötete.

Der Vorfall lief in Exarhia ab, an der Kreuzung zwischen Tzavella und Mesologgie Straße. An einem Platz, wo jeder von uns gewesen sein könnte. Die Augenzeugen des Vorfalls sagen aus, dass dem Mord ein einfache verbale Auseinandersetzung vorausging. Aber der griechische Macho-Mörder konnte die Beleidigungen nicht aushalten und zog die Pistole. Die Hinrichtung war kaltblütig.

Dieser Mord ist weder ein Unfall, noch ein isolierter Vorfall. Es ist einmal mehr ein Bindeglied zu einer endlosen Serie mörderischer Angriffe verschiedener Polizeiabteilungen.

Lasst uns nicht den Mord an den pakistanischen Immigranten in der Petrou Ralli Street vergessen, als er in einer Schlange stand, um Asyl zu erbeten. (eine Schlange, die der Staat ihm selbst zugewiesen hat) Anmerkung: Vor einem Ausländeramt attackierte die Polizei Immigranten, ein 24 jähriger wurde tödlich verletzt) Lasst uns nicht vergessen, dass neulich eine Frau in Leukimmi ermordet wurde, während einer Aktion der MAT (griechische Polizeieinheit zur Aufstandsbekämpfung) gegen Protestierende gegen die XYTA Mülldeponie. (Ein 16-jähriger Motoradfahrer wurde mit Polizeiknüppel geschlagen, er verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und fuhr eine 43jährige schwangere Frau um. Sie erlag einige Tage später ihren Verletzungen erlag) Bedauerlicherweise ist diese Liste endlos. Lasst uns nicht die Folter durch Polizeibeamte auf den Revieren und in Gefängnissen vergessen. Lasst uns nicht den mörderischen Einsatz von Ordnungmitteln, wie Tränen- Gas-, Blendgranaten, Schlägen und Schüssen bei Auseinandersetzungen vergessen, die während Streiks, Studenten – und lokalen Aktionen stattfanden. (Es ist nicht lang her als die Polizei das komplette Gebiet rund um dass KYT (Hochspannungswerk) abriegelte und gnadenlos NachbarInnen von uns zusammenschlug. Das ist ihre Aufgabe! Zusammenschlagen und Morden! Lassen wir uns nicht täuschen, dass es ihnen gelingt mit ihrer Parole durchzukommen „Wir und die Bosse sind das Gesetz, wer dagegen Widerstand leistet wird erbarmungslos zusammenschlagen.

Wer sind ihre Chefs? Sind es vielleicht die Aktionäre der Banken? Ist es der Präsident der Industrie- und Handelskammer? Sind es vielleicht die Aktionäre der Warenhausketten? Sind es vielleicht all die, die mehr Arbeit von uns verlangen, für weniger Geld und weniger Sicherheit? Sind es vielleicht die, die profitieren, sowohl von uns und von den Produzenten- durch Preise, die sie in den Supermärkten festlegen. Sind es die, die in fetten Jahren riesige Profite einstreichen und in härteren Zeiten die ArbeiterInnen entlassen und Löhne kürzen. Gut, dann ist es nur logisch, dass sich der Aufstand der Bevölkerung sich gegen die genannten Profiteure richtet. Sie reden über Materialschäden, während wieder einer mehr tot ist. Wenn Privateigentum, die einzige Sache ist, die sie interessiert, dann sind die, die sich auflehnen im Recht. Wir müssen begreifen, dass falls dieser Horror nicht auf das Gewissen Einfluss nehmen kann, der Geruch des Verbrannten notwendig ist.

Ist es möglich inmitten dem sich entwickelndem Aufstand, keine Stellung zu beziehen? Können wir auf der Seite derer stehen, die immer für Ordnung und Ruhe eintreten? Für die sogar während der Nazi-Besetzung und der Junta die einzige Sache war an ihre eigenen Belange zu denken und einfach ihr eigenes Leben zu leben. Die immer nur überall Provokateure erkennen von „unbekannten Bekannten“ sprechen? Die immer Verschwörungen hinter sozialen Bewegungen erkennen, die sie nicht kontrollieren können, gewohnt Anführer hinter geschlossenen Türen zu sein? Lasst uns nicht täuschen, dass jedes Mal die Ereignisse nur die „Streikenden“, die StudentInnen, oder „Jugendliche“ angehen. Diese Tage sind die Leute auf den Straßen, ohne zentrale Verwaltung, Unterrichtende oder erleuchtete Vortrupps

Jeder am Aufstand Beteiligte entscheidet frei über den Einsatz der Mittel. Das betrifft uns genau so wie die BewohnerInnen von Exarhia, die sich der sogenannten „Katz und Maus“- Fehde zwischen Anarchisten und Polizisten gegenübersahen und die sich positionierten. Das Wochenende über warfen sie Blumentöpfe von ihren Balkonen und verlangten den Rückzug der MAT-Einheiten und die Einstellung chemischer Kampfmittel (z.B. Tränengas) Sie bezogen Position, Sie nahmen einen Standpunkt ein gegen die staatliche Repression. Deshalb müssen alle von uns Stellung beziehen. Wir müssen aktiv unsere Verweigerung dem sich im Aufbau befindlichen Terrorregime und Polizeistaat entgegensetzen.

Kein staatlicher Mord bleibt unbeantwortet!
Freiheit für alle, die gefangen genommen wurden

Ruhig zu bleiben bedeutet Mittäterschaft!

Quelle

Indymedia

Wohlstand für alle statt Care-Pakete für Banken

Der folgende Text ist von der Seite der Anarchistischen Föderation Berlin geklaut. Er gibt einen guten Überblick über den derzeitigen Erkenntnisgewinn bezüglich der Finanzkrise und macht auf merkwürdige Tendenzen in der Argumentation von Gewerkschaften (wie ver.di, welche Akteure der fiktiven Finanzmärkte kürzlich mit Heuschrecken verglich und damit sehr an national-sozialistische Argumentationen anknüpft), NGOs wie Attac und Parteien wie der Linken aufmerksam. In der aktuellen Debatte werden vorschnell Banker, Manager usw. zu den Hauptschuldigen derzeitiger Zustände gemacht und der Hass auf den Kapitalismus wird zum Hass auf bestimmte Personen und Institutionen, ohne dem komplexen Gefüge von Kapital und Herrschaft und dem eigenen Mitwirken an beidem Rechnung zu tragen. Dies geht zum Teil so weit, dass eine gefährliche Nähe zum strukturellen Antisemitismus entsteht (siehe dazu Wikipedia). In jedem Fall ist eine solche politische Betrachtung allerdings verkürzt und mindert die politische Schlagkräftigkeit. Weil die Krise uns alle betrifft kann ich nur jede_n auffordern, sich über den folgenden Artikel hinaus mit der Thematik zu beschäftigen. Sehr gute Texte finden sich zum Beispiel in dem Magazin „Streifzüge“ welches im Infocafe (AZ Conni) als Leseexemplar vorhanden ist.

Wohlstand für alle statt Care-Pakete für Banken

In der globalen Wirtschaft krachts derzeit gewaltig. Banken gehen pleite und Aktienkurse sinken ins bodenlose nachdem der globale Finanzmarkt zusammengebrochen ist. Wer jetzt wie attac, Freiwirtschaftler und Linkspartei jedoch im Finanzkapital den Hauptakteur der Krise sieht, läuft dabei ins Leere und lenkt nur von dem eigentlichen Grundübel des Kapitalismus ab: der Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft. Da helfen auch kein Alternativgeld, keine Spekulationssteuer und das Schwadronieren gegen raffgierige Banker und Spekulanten. Vielmehr bietet die einseitige, auf den Finanzsektor begrenzte, Kritik am Kapitalismus eine offene Flanke für Antisemiten.

Die Ursache für die Krise ist grundsätzlich in der kapitalistischen Produktionsweise selbst begründet. Der Kapitalismus fußt auf dem Prinzip des Profits, in der Schaffung von Mehrwert. Also aus Geld mehr Geld zu machen. In der Regel geschieht dies über den Zwischenschritt der Produktion, den sich der Finanzsektor spart oder an dem er nur indirekt (durch Kredite, Aktienanteile etc.) beteiligt ist. Wer im Finanzkapital aber nun die Ursachen der Krise sieht, ist auf dem Holzweg. Vielmehr ist das Platzen der Finanzblase das Ergebnis der Krise des Kapitalismus selbst.

Nach dem Wirtschaftsaufschwung der Nachkriegszeit geht es seit vielen Jahren wieder bergab. Das Leistungsniveau erlebte zwar durch die „Industrielle Revolution” der Mikroelektronik einen rasanten Aufschwung, gelang aber auch bald an sein Limit. Durch die zusätzliche Rationalisierung von Arbeitskräften, durch deren Ausbeutung der meiste Profit erzeugt wird, schafft sich das System seine eigene Krise: Da sich an den Realmärkten keine ausreichenden Profite mehr erzielen ließen, wich das Kapital an die Finanzmärkte aus und floss u.a. in Kredite für Privatpersonen und Staatsanleihen. Immer mehr Menschen, Betriebe und Unternehmen lebten also auf Pump und die Kapitalakkumulation erfolgte durch Spekulationsgewinne und Zinskredite. Es war demnach alles nur eine Frage der Zeit, bis das Ende dieses Krisenaufschubs erreicht war.

Der Staat als “Steuermann des Kapitalismus” ist nun um Schadensbegrenzung bemüht und schleppt ein milliardenschweres Rettungspaket an. Dabei ist nicht abzusehen, ob die Krise dadurch abgefedert, oder durch eine immense Staatsverschuldung noch verschärft wird. Klar ist allerdings, wer die Suppe auslöffeln darf. Während sich die Kapitalisten schnell noch ein paar Millionen an Abfindung zukommen lassen, wird der Staat die Arbeitsbedingungen für die Erwerbsabhängigen noch mehr verschlechtern. Löhne werden noch mehr gedrückt und Arbeitszeiten verlängert. Die Privatisierung des öffentlichen Sektors wird weiter voranschreiten, Menschen in prekären Arbeitssituationen werden zunehmen oder als überflüssig erklärt und aus rassistischen und nationalistischen Gesichtspunkten ausgeschlossen werden. Der autoritäre und repressive Charakter des Staates wird, verstärkt durch die Krisenverwaltung, noch mehr zum Tragen kommen.

Es wäre also absurd, weiterhin an einem System festzuhalten, dessen oberstes Ziel in der Schaffung von Profit besteht und die Menschen und deren Bedürfnisse nur Mittel zum Zweck sind. Die Überwindung der Klassengegensätze und der Wohlstand für alle müssen daher unser Ziel sein.

Um dies zu erreichen, müssen wir aber eine Gesellschaft schaffen, jenseits von Warenproduktion, Lohnarbeit und Staat!

“Lasst uns also beginnen, dass wir unsere Bedürfnisse befriedigen fürs Leben, für Vergnügen, für Freiheit. Und wenn alle von diesem Glück genossen, werden wir ans Werk gehen, auch die letzten Reste der Bourgeoisherrschaft zu vernichten, ihre Moral, aus dem Kassenbuch gezogen, ihre Philosophie des Soll und Haben, ihre Institution von Mein und Dein. Und während wir vernichten, werden wir aufbauen. Aber wir werden auf neue Fundamente bauen, auf die Fundamente des Kommunismus und der Anarchie” (Pjotr A. Kropotkin, “Das Lohnsystem”)

Berlin: Bericht der Anti-Spe-Demo am 15.11.

Dieser Bericht wurde uns von einem/r Freund_in zugesandt, vielen Dank!

Escada aus dem Pelzhandel kicken!

Am 15.11. fand als vorläufiger Höhepunkt der Anti-Pelz-Kampagne gegen den Modekonzern Escada ein antispeziesistische Großdemonstration in Berlin statt, an der sich trotz zeitgleich stattfindender Antifa-Demo in Berlin-Pankow (ca. 1000 Teilnehmer_innen) etwa 500 Menschen beteiligten.

Neben dem Motto richtete sich die Demo auch gegen Tierausbeutung im Allgemeinen und die speziesistischen Zustände in der Gesellschaft. An dieser Stelle halte ich es für wichtig, noch einmal auf den Begriff des Antispeziesismus einzugehen und einige Vorurteile auszuräumen: Es geht nicht darum, Menschen und Tiere gleich zu setzen, sondern vielmehr die Einzigartigkeit jeder Spezies des Planeten zu betonen und jeder dieser Spezies ihr Recht auf Leben, auf Unversehrtheit und auf Freiheit zuzugestehen. In diesen grundsätzlichen Rechten darf nicht zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren unterschieden werden. In unserer Gesellschaft dagegen wird der Mensch als Krone der Schöpfung oder Spitze der Evolution betrachtet und leitet daraus einen Herrschaftsanspruch über den gesamten Planeten inklusive aller seiner leidensfähigen Wesen ab, die auf brutale Weise zur Befriedigung größtenteils niedriger Bedürfnisse der Menschen in jeder erdenklichen Form gequält und ausgebeutet werden.

Zurück zur Demo: Nach der Auftaktkundgebung war die Demo eher wenig kraftvoll, eine Sambagruppe machte zwar Stimmung, aber der Rest des Demonstrationszuges war zu diesem Zeitpunkt noch relativ leise. Dies änderte sich dann mit der ersten Zwischenkundgebung vor einer Filiale von „Nordsee“ und eines Steakhauses, in der auf die Ausbeutung von Tieren aus Genussgründen hingewiesen wurde. Die Demonstration organisierte sich sogar eine eigene Gegendemo, die überspitzte Sprüche, wie „Tiere töten ist GEIL!“ und „Tradition erhalten: Krieg führen, Fleisch essen, Sklaverei“ auf Schildern mit sich führten. Sowohl für die Polizei als auch für einige Demoteilnehmer_innen war diese Gegendemo wohl zu authentisch und es kam kurzzeitig zu Rangeleien, bis per Durchsage aus dem Lautsprecherwagen die Situation geklärt wurde und ein Vertreter der sich als „Tierfeinde e.V.“ bezeichnenden Gruppierung einen satirischen Redebeitrag zur Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren halten konnte.
Der Demozug kam langsam in Schwung, wurde zunehmend lautstarker und zog mitten im Zentrum Berlins entsprechend viel Aufmerksamkeit an. Zwar schien die Demonstartion für die meisten Passant_innen eher ein Spektakel touristischer Qualität zu sein, doch es wurden auch viele Flyer verteilt und auch einige Gespräche mit interessierten Personen am Rand geführt. Die nächste Zwischenkundgebung hatte einen Beitrag einer Aktivistin aus Österreich über die staatliche Repression gegen die Tierrechtsbewegung zum zentralen Inhalt. Dabei wurde auch auf die ähnliche rechtliche Situation in Österreich und Deutschland hingewiesen- in beiden Ländern ist der Paragraph zur Bildung einer kriminellen Vereinigung ein beliebtes Mittel auf schwammiger Grundlage um kritische Menschen in der Gesellschaft einzuschüchtern und legitimen Protest zu kriminalisieren.

Nun rückte langsam das Ziel der Demonstration näher, einen untrüglichen Hinweis darauf lieferten die nun zahlreich auftauchenden behelmten Polizeitruppen. Die Demo machte lautstark auf das Hauptmotto ihres Protestes, Escada aus dem Pelzhandel zu kicken, aufmerksam. In etwa 50 Meter Abstand zur Filiale des Konzerns wurde die Abschlusskundgebung abgehalten, dazu kamen kreative Aktionen, wie die der Radikal Cheerleaders aus Leipzig und eine Kunstblutaktion im Pelzoutfit von Aktivist_innen aus Dresden. Danach wurde die Demonstration ohne größere Probleme beendet.
Insgesamt ist die Demo und ihr Verlauf positiv zu bewerten, an diesem Samstag Nachmittag konnten viele Menschen erreicht werden, es gab jede Menge positiver Reaktionen und es schlossen sich auch noch einige Menschen dem Demozug an. Die Polizei war für Berliner Verhältnisse überraschend friedlich und außer dem gewöhnlichen mackerhaften Verhalten und kleineren Provokationen durch diese verlief die Demonstration ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Nachdem durch ähnliche Kampagnen bereits viele Konzerne, wie beispielsweise Karstadt-Quelle, C&A oder Peek&Cloppenburg aus dem Pelzhandel ausgestiegen sind, hat sich mit diesem Samstag der Druck auf Escada weiter erhöht und wir werden ermutigt unseren Protest fortführen. Für die Befreiung von Mensch und Tier!

Until every cage is empty! Animal liberation now!

Oppach: Täter_innen des Brandanschlages gefasst

Die Täter_innen des Brandanschlages auf ein Asylbewerber_innenheim (12.09., Artikel im Archiv) in Oppach wurden gefasst. Es handelt sich dabei um 5 Personen die gestanden, die Tat aus rechten Motiven heraus begangen zu haben.

Traurig daran ist nur, dass auch hier unfähigen Lokalpolitikern wieder Gelegenheit geboten wird, ihre ignorante Politik mit Hilfe der Medien zu propagieren. So äußerte sich der derzeitige Bürgermeister Stefan Hornig unlängst über die Teilnehmer_innen an der Solidaritätsaktion: „Die haben den Brandanschlag zum Anlass genommen, auf den Rücken der Anwohner ihren politischen Kampf auszuüben.“ Auf die Erkenntnis, dass autonome Gruppen hier eingreifen müssen, weil das von ihm verteidigte Polit-System zum einen Menschen erniedrigt, einsperrt und ggf. in den sicheren Tod schickt und zum anderen um Menschen (wie die betroffenen Migrant_innen) vor ideologisch verblendeten Jugendlichen und rassistischen Irren zu schützen, kommt er nicht.

Weiterhin gibt der Bürgermeister an, die Bewohner_innen des Heims seien durch die Demonstration weiter verunsichert worden. Dies ist schlichtweg eine Lüge, schließlich gab es regen Dialog mit einem Großteil des Heims und eine Verabschiedung mit regem Beifall für die Aktion. Schlussendlich dürfte mit diesem Zitat alles über den politischen Kurs Hornigs klar werden: „Für Oppach ist das Heim ja auch positiv, weil damit die Einwohnerzahl steigt und wir mehr staatliche Zuwendung bekommen.“

Quellen:

Antifa-Dresden-News

Oppach Anarchia-Bericht

verstummt

Die Vögel der Freiheit verstummten,
um so mehr ich ihren Namen in den Dreck zog
Meine Gefühle sind einzig noch
verkrüppelte Abbilder -
es ist als wäre zwischen ihnen und mir Milchglas
Bin unfähig sie zu ordnen,
mich ihnen hin zu geben.

Jene, die mit mir kämpfen,
sind es Freunde?
Sind es Gefährtinnen?
Was weiß ich denn über sie, sie über mich?

Das ist nun also unsere gelebte Utopie,
eine Welt in der wir die Gesten des Anstandes,
unsere Worte, unsere Kleidung getauscht haben
und in der die Kälte der Gesellschaft doch zumeist fortbesteht,
der einsame Mensch weiterhin einsam bleibt.

Die Vögel der Freiheit verstummten,
wir hatten ihr helles Antlitz mit ätzendem Hass befleckt,
uns neuen, unbenannten Herren hingegeben
und unsere Unschuld von einst vergessen.

Zuwenigen ist noch bewusst,
dass auch das Schaffende, Liebende, Quell eines Kampfes sein kann,
tausende haben ihre schwarz-roten Fahnen
den Bannern der Verachtung und der Wut hinten an gestellt,
kämpfen gegen sich selbst.

…und auch in mir fühle ich Verrohung, Entfremdung,
ich fühle mich vereinzelt;
im Krebsgeschwür Stadt
in der vermummten Meute
beim Gespräch.

Sollte nicht das der Anfang eines Umsturzes sein?
Ein Füreinander, ein Verbund aus sich achtenden Menschen,
die im Hier und Jetzt etwas wirklich anders machen,
anstatt vom Andersmachen zu reden.

Ich kann wohl nur kämpfen
um meine Liebe durch all den Hass hindurch zu spüren.
und alles hinterfragen
was ich hinterfragen kann -
damit die Vögel vielleicht irgendwann wieder singen.

Soli-Demo und Aktionen wegen des in Griechenland getöteten Alexandros

Am Montag demonstrierten ca. 50 Menschen aus Solidarität mit dem 15 jährigen Alexandros der in Griechenland von Polizisten erschossen wurde. Danach nahmen unbekannte einen Streifenwagen vor dem Polizeirevier Neustadt auseinander. In SZ und in denen Pressemeldungen der Polizei wird außerdem von mehreren Sprühereien an staatlichen Gebäuden berichtet. Hier der Inhal,t des auf der Demonstration verteilten, Flugblattes:

„Nach heftigen verbalen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und einer Gruppe Autonomen im alternativen Viertel Athen-Exarchia, kam es zu einer Schießerei seitens der Polizei. Dabei wurde ein 15 Jähriger tödlich getroffen. Der Tod rief heftige Proteste in ganz Griechenland und Solidaritätsaktionen weltweit hervor.

Auch wir sind heute, wie etliche weitere Menschen rund um die Erde, auf der Straße um unserer Trauer und Wut Ausdruck zu verleihen aber auch um ein Zeichen der Solidarität mit den Autonomen in Griechenland zu setzen. Wie immer wird die Schuld auf einzelne schwarze Schafe innerhalb des Polizeiapparates geschoben. Argumente, dass die Ursachen für solche Übergriffe vielmehr struktureller Natur sind interessieren jedoch kaum. So ist es nicht verwunderlich, dass eine solche Debatte auch in den Medien ausbleibt.

Uns geht es nicht nur um die Bestrafung einzelner Beamter, vielmehr wollen wir eine Diskussion über das „Warum?“ und „Wie?“ es immer wieder zu solchen Übergriffen kommen kann. Durch Isolation und propagandistische Ausbildung werden innerhalb der Polizei Gruppenidentitäten geschaffen, d.h. dass es eine starke Abgrenzung zwischen „ihnen“, „den guten“, der Polizei und den „anderen“, den Linken, den „bösen“ gibt. Diese Pauschalisierung von realen oder irrealen Menschengruppen ist die Grundlage für jede Unterdrückung und Verfolgung. Die eigene Gruppe wird dabei konsequent auf- bzw. die andere Gruppe permanent abgewertet. Dadurch sinkt die moralische Hemmschwelle. Dies führt zu immer härteren Übergriffen gegen Menschen die sich für eine freiheitliche Gesellschaft ohne Unterdrückung einsetzen, in der ein Staat nicht mehr nötig ist.

Ein Mord, wie er durch die Polizei an dem 15 Jährigen Andreas in Athen verübt wurde, ist allerdings nur der Gipfel der Gewalt gegen engagierte Menschen. Die Existenz von Aktivist_innen wird in allen Ländern Europas immer wieder bedroht. Angefangen bei rechtlichen Schritten gegen die freie Meinungsäußerung (wie zum Beispiel den neuen Versammlungsgesetzen in Bayern und Baden-Württemberg) über Prügel von ausrastenden Beamtinn_en (gegen die Demonstrantinn_en sich in Deutschland nicht einmal schützen dürfen) bis hin zu Gefängnis. Durch staatsnahe Medien wird in der Bevölkerung Stimmung gegen Leute gemacht, die sich für die Freiheit einsetzen. Sie werden zu Terroristen und gewaltgeilen Chaoten stilisiert.

Mit der Ermordung hat der griechische Staat, der wie jeder andere Staat sich zu seinem Gewaltmonopol legitimiert fühlt, sein wahres Gesicht gezeigt. Dies ist selten so offensichtlich, doch jeder Staat zerstört Leben, Tag für Tag. Die Täter in Athen sind keine einzelnen schwarzen Schafe, sie sind ein Produkt eines Unterdrückungsapparates, welcher darauf ausgelegt ist, die Macht und den Reichtum weniger, zu lasten jeder freiheitlichen Bestrebung, zu beschützen.

Der Fehler sind Herrschaft und Staat“

DIY: Anarchistische Lyrik und Prosa

Im Januar wollen mehrere Leute eine Lesung mit Lyrik und Prosa veranstalten. Gesucht werden Menschen die über alltägliches, emotionales und politisches schreiben und Lust haben sich einzubringen. Ein erstes Treffen findet am 21.12. um 17:30 Uhr im AZ Conni statt, Interesse könnt ihr außerdem unter anarchiadd@riseup.net bekunden.

Infoveranstaltung: Russland

Am 12.12. um 20 Uhr findet in der Lutherstraße 33 ein Vortrag über die politische Situation in Russland statt. Die Referentin ist zur Zeit im Rahmen des europäischen Freiwilligendienstes in Russland für die internationale Menschenrechtsorganisation „Youth Human Rights Movement“ tätig und engagiert sich vor Ort in antifaschistischen Projekten.

In ihrem Vortrag spricht sie über ihre Arbeit bei YHRM, die politische Situation in Russland und die regionale Antifa-Bewegung. Zusätzlich wird thematisches Bildmaterial gezeigt.

Organisiert von Anarchia Dresden

Aufruf zu Solidarität und Hilfe für die Squats in Erfurt und Praha

Hausprojekte und Squats sind für viele von uns Zufluchtsstätte, Lebensraum, Arbeitsplatz und vieles mehr. Sie sind aber auch Räume für unsere Projekte, Experimente, Spinnereien und im besten Fall sind sie Begegnungsstätten, ein Ort wo andere Menschen unsere Utopien kennenlernen können.

Leider sieht die Realität für die meisten Hausprojekte heute weniger denn je romantisch aus, finanzielle Nöte, personelle Engpässe, rechte Übergriffe und nicht zuletzt Räumungen vernichten Jahr um Jahr weitere Projekte und damit jede Menge Arbeit und Struktur. Im Hinblick auf die derzeitigen Repressionen und technische Überlegenheit der Polizei, die immer weniger Menschen dazu veranlasst neu zu besetzen und vorallem immer weniger Chancen bietet, diese Häuser dann auch zu halten, ist dies ein gefährlicher Schlag gegen die emanzipatorische Bewegung.

Derzeitig sind zwei Projekte akut von der Räumung gefährdet, das ehemalige Topf & Söhne Gelände in Erfurt und das Haus Milada in Praha.

milada in praha

Milada schrieb dazu (etwas heroisch):

„..squat cibulka is dead, we are again the only squat in prague- now in the
danger of eviction. Please check the news on our web, it’s possible that
we will need all forces in prague soon..repression against squatters are
harder and harder all around europe but we will never surrender!
The battle for Ungdomshuset in Copenhagen is over – in case of eviction,
Milada should react in a similar way.
anarchist greetings

-milada crew-“

Hier die englischen Artikel und News die es gibt: http://milada.org/english.html Die Menschen in Praha freuen sich in jedem Fall über Gesellschaft, auch besteht die Möglichkeit sich über newsletter über evtl. Angriffe informieren zu lassen.

Squat Erfurt

Hier die Vorstellung des besetzten Hauses in Erfurt:

„Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Situationen, in denen wir uns für ein Weiterbestehen des Besetzten Hauses in Erfurt stark machen mussten. Veranstaltungen wurden untersagt oder das Gelände für nicht begehbar erklärt. Nie war jedoch die Bedrohung des Projektes auf einem Teil des ehemaligen Topf & Söhne Geländes so existenziell wie jetzt. Seit Anfang des Jahres 2007 gibt es einen neuen Besitzer, der nun alle Gebäude so schnell wie möglich abreißen möchte. Der Abriss ist schon entschieden, obwohl der Beschluss zur Änderung des Bebauungsplans durch die Stadt noch aussteht. Der Besitzer will auf dem Gelände Gewerbe und Wohnraum schaffen. Nur das Verwaltungsgebäude soll nicht abgerissen, sondern saniert werden. Dort wird evtl. ein Geschichtsort der Stadt Erfurt entstehen, der sich mit der Firma Topf & Söhne auseinander setzen soll, die im Nationalsozialismus Krematorien für Konzentrations- und Vernichtungslager wie Auschwitz und Buchenwald produzierte.“

Das besetzte Gebiet umfasst mehrere Gebäude und einen Wagenplatz. Auf dem Gelände gibt es eine Bibliothek, ein Kino, Konzert- und Proberäume, mehrere Küchen, eine Sporthalle und und und… Derzeit werden grade die umliegenden Gebäude abgerissen, spätestens nach diesen Abbrucharbeiten, vielleicht schon früher ist mit einer Räumung zu rechnen. Die Verteidigung verspricht spannend zu werden und könnte durchaus Perspektiven für die weitere Entwicklung der jetzigen Hausbesetzungsbewegung bieten.

Hände weg!-Seite

Zeigen wir ihnen das es uns reicht! Nach Teilerfolgen in den Kämpfen um das Ungdomhuset und die Köpi gilt es aus der Defensive heraus wieder offensiv Forderungen nach Freiräumen und bezahlbaren, sowie wohnenswerten Häusern Ausdruck zu verleihen. Halten wir dem derzeit angeschlagenen Kapitalismus und dem europäischen Rechtsruck gelebte Selbstverwaltung und Emanzipation entgegen. Helfen wir als Einzelpersonen und Gruppen den bedrohten Häusern und Projekten vor Ort und daheim mit vielfältigen Aktionen und breiter Solidarität!

„Nehmt ihr uns die Häuser ab…“ – Genug ist genug!

Stellungnahme: “Wir kommen wieder – keine Frage”

Hier ein Text vom Rums:

Dies stand auf einem Transparent das zum 18.10.08 bei der Dresdner Demo” Nazilifestyle wegrocken” getrage wurde. Auf em Transpi war auserdem ein Stein der durch eine Scheibe fliegt und auch das DA BunnY mit der MG im Hintergrund zu sehen. Dieses Transpi hat scheinbar innerhalb der Dresdner Linken zu Diskussionen geführt.

Ich als Mensch der an diesem Transpie mitgewirkt habe möchte mich heute dazu äussern um Unklarheiten auszuräumen und einen evtl. Streitpunkt nicht noch weiteren Nährstoff zu geben. Ich bin nicht der beste Schreiber und vielleicht auch nicht der Gebildeste, aber werde mir dennnoch Mühe geben dies alles für den intellektuellen(*g*) Linken halbwegs schlüssig schreiben.

Bei Fragen oder sinnvoller Kritik kann ich jederzeit angesprochen werden, aber auf eine Schlammschlacht wie das in letzter Zeit so oft der Fall war werde ich mich nicht einlassen.

Wo soll ich anfangen?
Mein Grundverständiss ist folgendes.
Ich möchte eine Welt in der jeder ohne Autoritäten leben kann, in der, der Staat als solches wie er uns bekannt ist abgeschafft ist und der mensch sich so frei wie möglich entfalten kann. Natürlich ist das nicht alles aber ein grundlegender Teil. Ich glaube an die Macht des Wortes. Worte können viel bewegen. Sätze können Revolutionen auslösen. Angewand in der zwischenmenschlichen Kommunikation ist es sogar möglich den Verstand eines anderen oder gar den eigenen zu erweiteren..

Nun zum Schwert. Das Schwert ist eine einfache aber wirkungsvolle Waffe. Mit ihr kann mensch auf einen anderen draufhauen und ihn damit in die Knie zwingen. Ein Schwert kann nicht den Verstand des anderen oder den eigenen erweitern.

Leider wird das Wort meist überhört und das geschriebene oft nicht gelesen. Ob bewusst oder unbewusst ist erstmal egal. Also folgt für mich als einer von mehreren logischen Schlüssen “Der Stift(Wort) ist stärker als das Schwert, aber wenn mensch mit dem Stift nichts mehr erreicht sollte er das Schwert nehmen und den Stift verteidigen”

Dies bedeutet nicht das nur wegen einer sinnlosen Nichtigkeit wie einem Streitgespräch gleich eine Keilerrei draus wird. Es sollte eine der letzten Optionen sein.
Bei dem Transpie ging es um diese Option.

Wir stellten uns die Frage was als Aussage auf das Transpie solte. Bei der Motivwahl gefiel uns der Stein sehr gut da es doch um das “wegrocken” von Nazilifestyle geht. Da gehören unserer Ansicht nach die Scheiben von Naziläden genauso mit dazu wie die Läden selbst oder der Warenbestand.

Das “Wir kommen wieder – Keine Frage” dürfte eigentlich jedem bekannt sein. Damit wollten wir verdeutlichen das es nicht bei einem Mal bleiben wird sondern der Kampf gegen Rechts weitergehen wird(muss).

Das DA Bunny als Symbol des Widerstandes fanden wir sehr gut, da es ja auch sabotiert was unschwer an seinem/ihrem Werkzeug erkennbar ist. Nun dachten wir uns, das ist doch echt noch ein bissl zu peacig von ihm/ihr und beschlossen im/ihr das Gewehr aufn Buckel zu schnallen. Wir fanden das Ganze sei gelungen. Miffy der/die auch mal ausrastet und nen bissl “Amok läuft” gegen Nazis.

Anarchiadd.blogsport.de ist ein Internetprojekt welches ich trotz anfänglicher Nervereien unterstützten möchte. Es ist eine der wenigen lesbaren Internetpräsenzen aus Dresden. Also kam auch die URL auf das Transpi drauf. Dies geschah ohne die BetreiberInnen der Seite vorher zu fragen, als einer dieser aber (ca. 2h vor der Fertigstellung) das Transpie erblickte gab auch er sein Ja dazu. Vielleicht fiel ihm das Bunny nicht auf ? Was ich aber nicht glaube, da wir auch schon zu diesem Zeitpunkt über eben jenes spezielles sprachen.

Viel plausibler ist das hinterher Menschen zu ihm kamen und fragten was das soll. Laut meinen Infos wurde dieses Transpi auch auf einigen Foren energisch diskutiert. Vielleicht wurde auch später erst über die komplette Aussenwirkung nachgedacht. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wurden im Nachhinein ein paar persönliche Gespräche geführt und das ganze nochmal reflektiert. Dabei gingen die Meinungen etwas auseinander, was mich bewogen hat diesen Text zu verfassen. Ich möchte nicht das Freunde von mir aufgrund pol. Reiberreien oder Missverständnissen diffamiert werden oder ihre Projekte verspottet werden.
Achja. Ich mag den “besonders denkenden Anarchisten”*g*

Diese 2 folgenden Sätze sind nur MEINE Worte. Ich bitte dies zu beachten.
Ich distanziere mich nicht von diesem Transpi. Ich habe es mitgestaltet und auch gemalt. Ich finde es hatte seine Richtigkeit und ein wenig Humor bezüglich “Miffy” kann auch nicht schaden.

Auf jeden Fall sollte niemand damit angepisst werden, Falls das der Fall ist/war bitte bei mir melden dann kann auch persönlich darüber geredet werden.

Erklärung: Totalverweigerung

Hier ein Text von den Dresdnern Totalverweigerern Richard und Maik:

„hallo

wir sind richard (19) und maik (21) aus dresden. beide befinden wir uns derzeit in einer ausbildung. neulich bekamen wir post vom kreiswehrersatzamt dresden. sie schrieben uns, dass wir uns zur musterung vorstellen sollen. damit sie festellen können „…für welche
militärische verwendung…“ wir uns am besten eignen.

das wesen des militärs besteht aus hierarchischen strukturen, chauvinistischem verhalten und nationalismus. dies sind alles erscheinungen, die wir von grund aus ablehnen und bekämpfen. des weiteren sehen wir uns nicht als einen gegenstand, den mensch beliebig verwenden kann. erst recht nicht für das militär. die musterung ist eine der ersten stationen für den militärapparat, um menschen nach ihrer tauglichkeit zum morden zu selektieren. daher beginnen wir hier mit unserer verweigerung. ob wir tauglich sind oder nicht, um menschen zu töten, möchten wir nicht wissen. unser gewissen verbietet es uns, an irgendeinem apparat zu partizipieren, dessen sinn es ist, andere menschen zu töten.

„Es ist unsre Menschenpflicht, gegen die allgemeine Wehrpflicht nicht mit dem ärztlichen Attest und den Beziehungen anzugehen, sondern sie zu verweigern, sie bedingungslos zu verweigern – auch dann, wenn sie Gesetz wird.“

dieses zitat stammt von kurt tucholsky (1922). obwohl dieses zitat mehr als 80 jahre alt ist, hat es an seiner aktualität nichts verloren. noch immer herrschen auf diesem planeten kriege oder wie es die westliche welt heute perfiderweise nennt „friedensmissionen“. dies können wir durch unser libertär emanzipatorisches weltbild nicht hinnehmen. daher werden wir nicht zu unserem musterungstermin gehen und diese würdelose, zwangsmilitärische untersuchung verweigern.

uns ist bewußt, dass wir früher oder später durch polizeiliche zuführung nach augenschein oder aktenlage tauglich zwangsgemustert werden. wir denken auch, dass sie uns anschließend einberufen werden. dieser einberufung werden wir auch keine folge leisten. also wir denken, ihr werdet an dieser stelle noch das ein oder andere von uns hören.

einen lieben gruß
der richard und der maik“