Stellungnahme: “Wir kommen wieder – keine Frage”

Hier ein Text vom Rums:

Dies stand auf einem Transparent das zum 18.10.08 bei der Dresdner Demo” Nazilifestyle wegrocken” getrage wurde. Auf em Transpi war auserdem ein Stein der durch eine Scheibe fliegt und auch das DA BunnY mit der MG im Hintergrund zu sehen. Dieses Transpi hat scheinbar innerhalb der Dresdner Linken zu Diskussionen geführt.

Ich als Mensch der an diesem Transpie mitgewirkt habe möchte mich heute dazu äussern um Unklarheiten auszuräumen und einen evtl. Streitpunkt nicht noch weiteren Nährstoff zu geben. Ich bin nicht der beste Schreiber und vielleicht auch nicht der Gebildeste, aber werde mir dennnoch Mühe geben dies alles für den intellektuellen(*g*) Linken halbwegs schlüssig schreiben.

Bei Fragen oder sinnvoller Kritik kann ich jederzeit angesprochen werden, aber auf eine Schlammschlacht wie das in letzter Zeit so oft der Fall war werde ich mich nicht einlassen.

Wo soll ich anfangen?
Mein Grundverständiss ist folgendes.
Ich möchte eine Welt in der jeder ohne Autoritäten leben kann, in der, der Staat als solches wie er uns bekannt ist abgeschafft ist und der mensch sich so frei wie möglich entfalten kann. Natürlich ist das nicht alles aber ein grundlegender Teil. Ich glaube an die Macht des Wortes. Worte können viel bewegen. Sätze können Revolutionen auslösen. Angewand in der zwischenmenschlichen Kommunikation ist es sogar möglich den Verstand eines anderen oder gar den eigenen zu erweiteren..

Nun zum Schwert. Das Schwert ist eine einfache aber wirkungsvolle Waffe. Mit ihr kann mensch auf einen anderen draufhauen und ihn damit in die Knie zwingen. Ein Schwert kann nicht den Verstand des anderen oder den eigenen erweitern.

Leider wird das Wort meist überhört und das geschriebene oft nicht gelesen. Ob bewusst oder unbewusst ist erstmal egal. Also folgt für mich als einer von mehreren logischen Schlüssen “Der Stift(Wort) ist stärker als das Schwert, aber wenn mensch mit dem Stift nichts mehr erreicht sollte er das Schwert nehmen und den Stift verteidigen”

Dies bedeutet nicht das nur wegen einer sinnlosen Nichtigkeit wie einem Streitgespräch gleich eine Keilerrei draus wird. Es sollte eine der letzten Optionen sein.
Bei dem Transpie ging es um diese Option.

Wir stellten uns die Frage was als Aussage auf das Transpie solte. Bei der Motivwahl gefiel uns der Stein sehr gut da es doch um das “wegrocken” von Nazilifestyle geht. Da gehören unserer Ansicht nach die Scheiben von Naziläden genauso mit dazu wie die Läden selbst oder der Warenbestand.

Das “Wir kommen wieder – Keine Frage” dürfte eigentlich jedem bekannt sein. Damit wollten wir verdeutlichen das es nicht bei einem Mal bleiben wird sondern der Kampf gegen Rechts weitergehen wird(muss).

Das DA Bunny als Symbol des Widerstandes fanden wir sehr gut, da es ja auch sabotiert was unschwer an seinem/ihrem Werkzeug erkennbar ist. Nun dachten wir uns, das ist doch echt noch ein bissl zu peacig von ihm/ihr und beschlossen im/ihr das Gewehr aufn Buckel zu schnallen. Wir fanden das Ganze sei gelungen. Miffy der/die auch mal ausrastet und nen bissl “Amok läuft” gegen Nazis.

Anarchiadd.blogsport.de ist ein Internetprojekt welches ich trotz anfänglicher Nervereien unterstützten möchte. Es ist eine der wenigen lesbaren Internetpräsenzen aus Dresden. Also kam auch die URL auf das Transpi drauf. Dies geschah ohne die BetreiberInnen der Seite vorher zu fragen, als einer dieser aber (ca. 2h vor der Fertigstellung) das Transpie erblickte gab auch er sein Ja dazu. Vielleicht fiel ihm das Bunny nicht auf ? Was ich aber nicht glaube, da wir auch schon zu diesem Zeitpunkt über eben jenes spezielles sprachen.

Viel plausibler ist das hinterher Menschen zu ihm kamen und fragten was das soll. Laut meinen Infos wurde dieses Transpi auch auf einigen Foren energisch diskutiert. Vielleicht wurde auch später erst über die komplette Aussenwirkung nachgedacht. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wurden im Nachhinein ein paar persönliche Gespräche geführt und das ganze nochmal reflektiert. Dabei gingen die Meinungen etwas auseinander, was mich bewogen hat diesen Text zu verfassen. Ich möchte nicht das Freunde von mir aufgrund pol. Reiberreien oder Missverständnissen diffamiert werden oder ihre Projekte verspottet werden.
Achja. Ich mag den “besonders denkenden Anarchisten”*g*

Diese 2 folgenden Sätze sind nur MEINE Worte. Ich bitte dies zu beachten.
Ich distanziere mich nicht von diesem Transpi. Ich habe es mitgestaltet und auch gemalt. Ich finde es hatte seine Richtigkeit und ein wenig Humor bezüglich “Miffy” kann auch nicht schaden.

Auf jeden Fall sollte niemand damit angepisst werden, Falls das der Fall ist/war bitte bei mir melden dann kann auch persönlich darüber geredet werden.


3 Antworten auf „Stellungnahme: “Wir kommen wieder – keine Frage”“


  1. 1 farfalla 03. Dezember 2008 um 21:02 Uhr

    danke für die stellungnahme…hilft vllt dem einen oder der anderen doch noch weiter.

  2. 2 huch bin ausversehen auf der seite gelandet 05. Dezember 2008 um 19:28 Uhr

    krass … wie seid ihr denn drauf???
    sorry ich kenn das angesprochene Transpi nicht finde es aber von der Beschreibung her sehr sehr gruselig (Das arme DA-hässchen mit ner Knarre zu versehen ist schon ein bisschen unfair) Und was zur Hölle sollen auf Demos in Deutschland denn in letzter zeit ständig diese Steine die was kaputtmachen … träumt ihr in Dresden denn immer noch von der völlig überholten Black-Bloc-Romantik (nich dass das in andern Städten nicht auch so wäre) …

    naja und was man auch ansonsten so auf den ganzen Dresdner Seiten liest scheint ihr ja auch nur mit streiten beschäftigt zu sein. Schnappt euch doch mal wieder ein buch oder nehmt ne Zeitung und Versucht euren Horrizont zu erweitern … Aber bitte ruft doch nicht mit Transpis wie dem Beschriebenen zu Aktionen auf hinter die ihr euch nicht stellen könnt wenn ihr wirklich anarchistische oder gar emanzipatorische Positionen vertreten wollt

  3. 3 W.M. 05. Dezember 2008 um 22:02 Uhr

    Meine Meinung:

    Ich hab das Transparent ja auch gesehen und kann die Symbolik für mich nicht unterstützen. Wenn die Zeichner_innen allerdings diese Symbolik mit ihrem anarchistischen Weltbild verbinden können, dann ist das ihre Sache. Ich meine, keine_r hat die Berechtigung anderen vorzuschreiben wie ihr Anarchismus aussehen soll und wie nicht. Außerdem muss mensch nicht an der Teilung in „gute“ und „böse“ Anarch@s teilnehmen. Im Hinblick auf abgebrannte Projekte, schwer Verletzte und Tote durch Faschist_innen in den letzten Monaten kann ich sowas verstehen, auch wenn ich andere Konsequenzen draus ziehen würde.

    Also bitte bedenken, dass nicht alles wo unsere Adresse drauf steht auch von uns gemacht wurde.

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