guten morgen es ist krieg

Kommentar zur aktuellen Lage in Israel

Ein Blick auf Indymedia zeigt mir heute „Gaza Soli Demos“ und auch „Anti Israel Demos“ neben Randalen vor der israelischen Botschaft in Athen an. Da werden auch mal wieder munter USA Fahnen verbrannt.
Doch was ist passiert? Nach unzähligen Raketenangriffen der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel und darauf folgenden Warnungen und Drohungen hat die IDF nun reagiert. Über die Verhältnissmäßigkeit lässt sich sicher streiten genau wie etwa über das Ziel Frieden in der Region zu schaffen. Die Debatte die nun aber auf Linken Nachrichten Portalen geführt wird bereitet mir mehr als nur Kopfschmerzen. Interviews mit Hamas Sprechern werden da völlig unkommentiert veröffentlicht in welchen zum Genozid an der jüdischen Bevölkerung aufgerufen wird.
Es werden andererseits Solidaritätsbekundungen mit der palästinensischen Bevölkerung ausgesprochen, da diese schon hunderte Opfer zu beklagen hat. Eine bedingungslose Solidarisierung mit den Palästinensern bedeutet in gewisserweise jedoch auch selbiges mit der Vertetung dieser-Der Hamas. Diese Solidarisierung drückt genau das Dilemma aus, welches nun enstanden ist. Die Provokation der Hamas wird mit heftigen Bombenangriffen von Israel beantwortet, kostet dabei etliche zivile Opfer und schürt somit den Hass. Nicht umsonst baut die palästinensische Terrororganisation seine Ausbildungsstätten uä. direkt neben dicht besiedelte Wohngebiete. Tote in der Bevölkerung sind perfide eingeplant und dienen dazu das Feindbild Israel weiter aufrecht zu erhalten was dieser Tage einmal mehr auch eindeutig klappt. Das Leid der Menschen auf beiden Seiten ist natürlich schrecklich und findet hoffentlich ein schnelles Ende.
Meine Solidarität gilt jedoch noch immer Menschen und nicht Staaten, „Völkern“oder sonstigen Konstrukten.


23 Antworten auf „guten morgen es ist krieg“


  1. 1 Bruja 05. Januar 2009 um 20:18 Uhr

    Ich fand den Text sehr gut, zumal er in der aktuellen politischen Landschaft ausnahmsweise kein ultimatives „pro“– oder „kontra“-Denken aufweist, sondern differenziert zwischen Bevölkerung und Regierung eines Landes und noch Platz lässt für Menschen auf beiden Seiten, die nicht zwangsläufig die mehrheitliche Meinung vertreten.
    Nur mit einer Formulierung bin ich etwas unzufrieden… ich denke nicht, dass die Hamas als legitime palästinensische Vertretung benannt werden kann, wenn auch anscheinend ein größerer Teil der Bevölkerung hinter ihr steht als hinter der aktuellen Regierung.
    Nur so weit.

  2. 2 farfalla 06. Januar 2009 um 18:29 Uhr

    also danke erstmal…
    zu der sache mit der hamas: die sind ja aus einer wahl als „volksvertretung“ der palästinenser hervorgegangen- damit können gewisse zusammenhänge und eine vertretung und billigung von terrorakten nicht wirklich geleugnet werden

  3. 3 husch 06. Januar 2009 um 20:16 Uhr

    ohne jetzt auf hintergründe und/oder pro-contra israel/palästina einzugehen, denke ich das dieser verteidigungs(?)krieg eher kontraproduktiv für israel sein dürfte. denn mit steigenden opferzahlen auf palästinensischer seite(zivile opfer) sowie die immer schlechter werdende versorgungslage der paläst.bevölkerung wächst die kritik an der militärischen operation israels(zurecht?!). desweiteren dürften die islamischen fundamentalsiten(fanatiker/wahnsinnige) zulauf bekommen und sich über wachsende sympathien freuen.
    also, BEIDSEITIGER waffenstillstand sofort! und abrüstung weltweit!
    *träum*
    p.s.:auch wenn das verbrennen von fahnen recht infantil wirkt, ist das verbrennen von nationalflaggen nicht doch legitim?
    immerhin sind sie bestandteil der herrschaftssymbolik.

  4. 4 W.M. 06. Januar 2009 um 23:35 Uhr

    @ husch: Flaggen verbrennen ist an sich, mal abgesehen von ökologischen Faktoren, total ok aber sich zwei, drei Staaten raus zu picken und sie zur Manifestation des Bösen zu erklären greift halt einfach zu kurz, erinnert gefährlich an das Verhalten „politischer Gegner“* und bringt keinen beim Aufbau eines vernünftigen, politischen Weltbildes weiter.

    Also wenn dann bitte erkennen das jeder Staat, jede Firma und so ziemlich jeder einzelne Mensch in der Scheiße mit drin steckt, die auf dieser Erde läuft und sich vielleicht klarere Aktionen überlegen um das auch zum Ausdruck zu bringen.

  5. 5 cory 08. Januar 2009 um 1:40 Uhr

    na da sind doch mal ansätze zuz erkennen.. ich freue mich, dass hier bei euch keine plumpe hamasapologie läuft! trozdem bleibt zu kritisieren, dass „verhältnismäßigkeit“ in diesem fall eher scheinheilig wirkt. wann ist gewalt, egal auf welcher ebene verhältnismäßig? sollen die israelis geausoviele kassamraketen rüberschießen, um das „verhältnis“ zu wahren? liegt der unterschied nicht in der zielsetzung? was ich meine, die terroristen der hamas und der muslimbrüder usw betrachten alle israelischen zivilisten als feinde und zielen deshalb bewusst auf zivilisten – in einer verrückten konsequenz sind auch alle palästinensischen zivilisten gotteskrieger und somit „ordentliche“ märtyrer. der kampf der israelis richtet sich jedoch ausschließlich gegen die terrororganisationen und deren strukturen. wie schon zuvor richtig festgestellt, juckt es die die hamas kein bisschen, ob unschuldige zivilisten für ihre sache sterben müssen und entsprechend muss der kampf in städten, ballungszentren etc geführt werden. dabei sind zivile opfer unvermeidlich. diese sind, entgegen der allgemeinen annahme, opfer der hamas, nicht der idf. oder nicht?

  6. 6 farfalla 08. Januar 2009 um 2:48 Uhr

    Ja ansätze sind immerhin was ;)
    Eine solidarisierung mit einer terrororganisation wie der hamas wird es meinerseits natürlich nie geben und viele der allzu motivierten demoteilnehmerInnen der letzten tage, die ihre kritik an der offensive israels mit einer plumpen palästinasolidarisierung manifestieren, greifen schlichtweg zu kurz.
    beim angesprochenen problem der „verhältnismäßigkeit“, hast du einerseits recht, dass so etwas in einen topf mit vergeltung,sühne usw gehauen werden kann. und ich bin weiterhin der ansicht, dass die idf bestmöglich versucht zivile opfer zu vermeiden wo es eben geht (und es ist defacto unmöglich zivilisten zu schönen wenn diese ein hamas waffenlager im keller haben). israel konnte in der aktuellen situation ja auch nur das „falsche“ tun…mit der bombadierung gazas wird der hass weiter geschürt, in dieser betrachtung wird jedoch völlig außer augen gelassen, dass israel, genau wie jeder andere nationalstaat nunmal auf eine aggression seitens der hamas reagieren musste und wohl beispielsweise frankreich ebenso eine reaktion gezeigt hätte, wäre es von luxemburg mit raketen beschossen worden.
    die vielen opfer sind opfer des krieges und dieser entsteht durch den scheinbar unlösbaren konflikt beider parteien (idf&hamas)
    -ich bilde mir nicht ein darüber urteilen zu können welche der beiden seiten die schuld für die kriegsopfer trägt. im krieg verlieren nunmal beide seiten. oder anders: Kein Krieg kann je gewonnen werden! (Konstantin Wecker)

  7. 7 Joe 13. Januar 2009 um 14:36 Uhr

    diese hamas/idf-schuldfrage ist wie ein undurchsichtiges tauziehen zur rechtfertigung einer kriegspartei, in diesen beitragen eher zur rechtfertigung israels und der idf… nichts gelernt? das sollten sich nicht nur AnarchistInnen tunlichst verkneifen und sich ihrer eigenen ideologischen beeinflußung klarwerden. mindestens 1000 tote und inzwischen bewiesenermaßen (siehe tagesschau-online) einsatz von phosphorbomben, diese schuld tragen die israelischen politikerInnen und militärs. hier wird wahlkampf auf einem berg von leichen zelebriert.

    keine solidarität mit palästina und keine solidarität mit israel, keine rechtfertigung der hamas, keine rechtfertigung der idf, das ist der einzige emanzipatorische weg, will man nicht als propagandistischer Schreibtischtäter sich auf die Seite einer Kriegspartei schlagen. lasst uns endlich einen dritten weg dazwischen gehen. diesen weg versucht übrigens auch indymedia in ihrer berichterstattung zu gehen, indem es den stellvertreterkriegerInnen der linken möglichst wenig raum zu geben versucht.

  8. 8 a las barricadas 14. Januar 2009 um 1:08 Uhr

    Oh ja der Text ausgewogen… Ist das denn eine neue Bezeichnung für proisraelisch? Bis auf die letzten zwei Sätze les ich nur:
    -die IDF hat nun reagiert, über Verhältnismäßigkeit lässt sich streiten
    (über Verhältnismäßigkeit lässt sich fast immer streiten,keine direkte Kritik an der IDF)
    -provokation der hammas (ursprüngliche Ursache?)
    -zahlreiche ziivile opfer (im gleichen Atemzug wird hier aber die Hamas auch dafür verantwortlich gemacht: „Nicht umsonst baut die palästinensische Terrororganisation seine Ausbildungsstätten uä. direkt neben dicht besiedelte Wohngebiete.“)
    -es geht sogar noch krasser: „Tote in der Bevölkerung sind perfide eingeplant und dienen dazu das Feindbild Israel weiter aufrecht zu erhalten was dieser Tage einmal mehr auch eindeutig klappt.“
    (Ach so, die Palästinenser wollen, dass man sie angreift, damit ihre Mitmenschen das Feindbild Israel aufrechterhalten)
    etc.
    Selbst Solidarität mit den Opfern bedeutet Hammassympathie: „Eine bedingungslose Solidarisierung mit den Palästinensern bedeutet in gewisserweise jedoch auch selbiges mit der Vertetung dieser-Der Hamas.“ Wusste gar nicht, dass ich mich mit der Hammas mit ihren politischen Ansichten solidarisiere… Bin ich jetzt Islamist?

    Oh man, dieser Kommentar ist geprägt von einem schlichten Schwaz-Weiß-Denken. Als Hauptursache gilt hier anscheinend der Terrorimus, „Fight terror“ – hört sich nach Schäuble oder Bush an.
    Doch seit wann rechtfertigt Terror einen Krieg? Oder hält man den Afghanistaneinsatz für legitim? Nach den Gründen das Terrosismus/Islamismus würd nicht gefragt, warum auch, argumentiert man ja wie das gesamte westliche Konstrukt. Dass viele Menschen in Gaza in absoluter Verzweiflung leben und irgendwann radikalisiert werden ist doch logisch. Und Religion ist da immer eine nützliche Ideologie. Wenn ich mich selbst in einer solchen humanitären NotlLage befinden würde, könnte ich nicht ausschließen, zu gewaltsamen Mitteln zu greifen.

    Die deutsche Linke verharrt trotz der Agressionen Israels zum Großteil in Untätigkeit, auch aufgrund solcher Argumentationen (gilt man doch schnell als Hamas-Unterstützer).
    Nicht nur das, diffamiert man doch Linke anderer Nationen, die noch bereit sind etwas zu tun und gegen den Krieg demonstrieren.
    Diese deutsche Linke hat jedoch andere Probleme. Kommt die „falsche“ Konfliktpartei (in dem Fall Hamas) bei Indymedia zu Wort ist der Aufschrei groß. Schade das solche antideutsche Positionen z.T. unreflektiert übernommen werden, statt solche Aktionen wie „Anarchists against the wall“ zu ünterstützen.

    „We always stand on the side of the oppressed” (Tony Cliff)
    war einmal, leider…

  9. 9 farfalla 15. Januar 2009 um 2:00 Uhr

    @a las barricadas:
    was willst du mit deinem kommentar nun eigentlich aussagen? du wirfst mir schwarz-weiß malerei vor und endest dann mit der aussage das du immer auf der seite „der unterdrückten“ stehst. bedingungslose solidarisierung also, wie ich sie schon in meinem text ansprach. wenn du dich mit unterdrückten MENSCHEN solidarisieren willst musst du im fall palästina eine klare ansage über deine stellung zur hamas treffen. natürlich ist es nicht die bevölkerung, die einen angriff provoziert um ihr feindbild israel zu stärken. es ist die terror-organisation hamas.
    auf deinen stumpfen antiamerikanismus geh ich jetzt mal nicht weiter ein…(ganz böser bush)
    aber wenn du dich andererseits als potenziellen märtyrer outen wolltest- herzlichen glückwunsch…(zitat:“Wenn ich mich selbst in einer solchen humanitären NotlLage befinden würde, könnte ich nicht ausschließen, zu gewaltsamen Mitteln zu greifen.“)

    mein anliegen war und ist es nicht einen „war on terror“ zu begründen oder was auch immer dir da so vorschwebt.
    zum anderen scheint mir deine einschätzung der aktuellen debatte um den nah-ost-konflikt (zb auf indymedia) sehr verdreht zu sein. da werden hamas interviews mit aufforderungen zum genozid an juden kommentarlos gepostet- zurecht ist der aufschrei groß! die deutsche linke scheint mir größtenteils vielmehr mit anti israel-demos beschäftigt zu sein…(„intifada bis zum sieg“ schilder und ähnliche pannen)
    ach und zum thema „aggression israels“…wo waren eigentlich die friedensdemos, als über monate hinweg raketen von der hamas in israelische wohngebiete abgefeuert wurden? diese heuchelei kotzt mich einfach nur an.
    das hat nichts mit „übernehmen“ von „antideutschen positionen“ zu tun, sondern vielmehr mit einer kritischen betrachtung der situation und reaktion innerhalb der deutschen linken auf dieses heikle thema. unreflektierte friedensdemos in verbindung mit anti-israelischen oder teilweise auch offen antisemitischen forderungen sind mir einfach zu doof…
    „palästina dein volk wird siegen irgendwann“ (quetschenpaua)
    war einmal,leider…?!

  10. 10 S. Plicazione 16. Januar 2009 um 0:25 Uhr

    „natürlich ist es nicht die bevölkerung, die einen angriff provoziert um ihr feindbild israel zu stärken. es ist die terror-organisation hamas.“

    die hamas gehört also nicht zur bevölkerung? interessant. wer sind sie denn – die bösen unterdrücker?

    „auf deinen stumpfen antiamerikanismus geh ich jetzt mal nicht weiter ein…(ganz böser bush)“

    wegen schäuble oder bush? dann solltest du aber nicht den stumpfen anti-deutsch-ismus vergessen.
    leere parolen mit leeren parolen zu vergleichen ist noch lange nicht antiamerikanistisch. hinter jeder kritik an mr. bush,oder wie sie auch alle heißen mögen, ebendiesen zu wittern, ist jedoch – wie sagt man noch so schön: verkürzt.

    „aber wenn du dich andererseits als potenziellen märtyrer outen wolltest- herzlichen glückwunsch…“

    natürlich ist er ein potentieller märtyrer – genau so wie du und ich. wenn es diese menschen gibt, gibt es sie nicht ohne grund. es ist reine spekualtion, zu sagen, wer in welcher situation wie geworden wäre.
    niemand ist böse und niemand ist gut.

    „ach und zum thema “aggression israels”…wo waren eigentlich die friedensdemos, als über monate hinweg raketen von der hamas in israelische wohngebiete abgefeuert wurden? diese heuchelei kotzt mich einfach nur an.“

    ja, wo waren sie denn?! du hast sicher keine angemeldet, noch sonstige aktionen gemacht.
    DIESE heuchelei kotzt mich an.

    „unreflektierte friedensdemos in verbindung mit anti-israelischen […]forderungen sind mir einfach zu doof…“

    klar. kritik an israel ist ja auch antisemitisch…

  11. 11 W.M. 17. Januar 2009 um 17:55 Uhr

    „wenn du dich mit unterdrückten MENSCHEN solidarisieren willst musst du im fall palästina eine klare ansage über deine stellung zur hamas treffen.“

    Ich denke er/sie/es muss erstmal gar nichts, wenn Du es wissen willst kannst Du ja näher nachfragen. Allgemein finde ich, dass Du hier eine Art der Diskussion an den Tag legst, gegen die Du vor kurzem noch Artikel geschrieben hast… bedenklich.

    Zum Konflikt ist allerdings wirklich zu sagen, dass mensch hinsichtlich der Totenzahlen eine klare Unverhältnismäßigkeit vorwerfen kann. Natürlich werden jedes Jahr mehrere Menschen auf israelischer Seite Opfer von Raketen, doch wieviele Menschen haben nun ihr Leben verloren, bei einer militärischen Aktion deren „Erfolg“ fraglich erscheint und bei der zumeist zivile Opfer zu beklagen sind. Fallen palästinensische Leichen weniger ins Gewicht als israelische? Lässt sich so eine Rechnung mit einem anarchistischen Weltbild vereinen, wo sie sich auf das Konstrukt von Staaten und mehr noch einer unterschiedlichen Wertigkeit der jeweiligen Bevölkerung stützt. Mensch hat in der derzeitigen Situation genau zwei Möglichkeiten, sich klar nationalistisch zu positionieren oder Null Solidarität mir der Hamas und Israel zu empfinden.

    Im übrigen wäre eine Thematisierung von pal./isr. Gruppen wie den „anarchists against the wall“ wirklich sinnvoller als sich hier mit kriegstreibenden Deppen hüben wie drüben zu identifizieren.

    Solidarität mit den betroffenen Menschen denen der Hass noch nicht die Birne weich gemacht hat.

  12. 12 farfalla 17. Januar 2009 um 20:00 Uhr

    @S. Plicazione
    „die hamas gehört also nicht zur bevölkerung? interessant. wer sind sie denn – die bösen unterdrücker?“
    (damit meinte ich lediglich, dass hamas nicht mit palästinensern als „volk“ oder andersherum gleichsetzt werden kann.)

    „“ach und zum thema “aggression israels”…wo waren eigentlich die friedensdemos, als über monate hinweg raketen von der hamas in israelische wohngebiete abgefeuert wurden? diese heuchelei kotzt mich einfach nur an.”

    ja, wo waren sie denn?! du hast sicher keine angemeldet, noch sonstige aktionen gemacht.
    DIESE heuchelei kotzt mich an.“
    (das ist keine heuchelei meinerseits, da ich zwar keine „friedensdemos“ gemacht habe als raketen auf israel abgefeuert wurden..jetzt halt aber auch nicht auf anti israel demos renne)
    …die restlichen sarkastischen kommentare lass ich mal so stehen, wenn dirs recht ist ;)

    @W.M.
    natürlich muss gar niemensch gar nix machen auf der welt…aber über das theman zu reden und irgendwie position zu beziehen ohne ein wort über die hamas zu verlieren find ich wenig sinnvoll.
    ich will hier auch nicht über „erfolge“ und „wertigkeiten“ von toten reden. jeder tote ist einer zu viel und da dieser tage ja auch die ertsen koorperationgespräche anfangen kann mensch nur auf das beste hoffen…
    *falls mein diskussionstil in letzter zeit bischen hochkocht tuts mir leid

  13. 13 husch 17. Januar 2009 um 23:07 Uhr

    vielleicht bin ich ja zu naiv aber das einfachste wäre sicher auch hier einfach mal ein klärendes gespräch. ein gespräch bei dem beide seite auch mal zugeständnisse machen. ab an den runden tisch, hirn einschalten und sich mal verhalten wie aufgeklärte, erwachsene menschen.mal einen schritt auf den anderen zugehen, schließlich wird auch dieser krieg wieder auf dem rücken derer ausgetragen die sich nicht wehren können und den mist auch nicht angezettelt haben(wie gesagt, wahrscheinlich zu naiv).
    oh. hab grad erfahren dass das israelische parlament nen einseitigen waffenstillstand beschlossen hat. na denn prost. mal sehn ob endlich frieden einkehrt.

    ps: zum thema solidarisierung.ich meine dass solidarität mit staaten(egal welchen) nicht mit anarchistischen grundsätzen
    vereinbar ist. auch nicht mit dem staatssouverän israel. denn in einer emanzipierten und aufgeklärten welt(meiner kleinen welt) benötigt kein jüdischer mensch mehr schutz, durch wen auch immer.

  14. 14 farfalla 18. Januar 2009 um 0:46 Uhr

    libertäre,staatenablehnende grundsätze hin oder her. die wirklichkeit sieht nunmal nicht so rosig aus wie du sie dir in „deiner kleinen welt“ gerne vorstellen magst. und die wirklichkeit holt uns nunmal tagtäglich ein…
    Ein großes PROST auf den waffenstillstand und lasst uns für eine welt kämpfen in der kein schutzraum für juden und jüdinnen mehr nötig ist!

  15. 15 S. Plicazione 18. Januar 2009 um 4:00 Uhr

    eben weil die realität anders aussieht als das ideal, ist es wenig sinnig, „libertäre und staatenablehnende grundsätze“ zu haben.
    woran sollen sich grundsätze orientieren, wenn nicht an der realität?!
    oder anders: warum überhaupt grundsätze haben, wenn sie keinen realen bezug haben? um zu wissen, wie es mal sein könnte? schwacher trost.

    wieso wird eigtl davon ausgegangen, dass nur staaten in der lage sind kriege zu führen? nach der großen anarchistischen revolution – die ja sicher bald kommen wird – haben wir bestimmt so eine art „autonomer selbstverwalteter gebiete“ auf der ganzen welt – und alle halten sich daran lieb zueinander zu sein und ja keine herrschaft gegeneinander auszuüben: ist ja schließlich doof.
    libertäre ideen sind völlig ungeeignet, eine ideologie zu beschreiben. die anarchie ist eben kein -ismus und funktioniert nur unter leuten, die das so wollen: das ist die idee der herrschaftslosigkeit.
    ich kann also sehrwohl anarchist sein und trotzdem grundsätzlich solidarität mit israel zeigen, wenn ich diesen staat als realpolitische notwendigkeit begreife; eben als schutzraum für jüdische menschen. und dieser schutzraum, ob er nun ein staat ist oder was auch immer, muss krieg führen. sonst würde er es nicht tun.

  16. 16 cory 20. Januar 2009 um 0:16 Uhr

    „vielleicht bin ich ja zu naiv aber das einfachste wäre sicher auch hier einfach mal ein klärendes gespräch. ein gespräch bei dem beide seite auch mal zugeständnisse machen.“

    kannst ja mit der hamas reden – kannst dir aber auch gleich selber ne kugel in den kopf jagen…
    oder wenn du bock auf gespräch hast verhandeln ob dir ein hammer in den schädel gehaun wird oder du schön lagsam mit arsen vergiftet wirst.. frieden jedenfalls ist mit hamas und homies nicht möglich. das schließen die selber aus.
    wenn ihr euch nur mit menschen solidarisiert, gilt das auch für menschen in „kapitalistischen nationalstaaten“? also für zb israelis?
    in der echten welt brauchen die juden nämlich schutz – vor verblendeten hippies und antisemitischen mörderbanden gleichermaßen.

  17. 17 Joe 24. Januar 2009 um 15:48 Uhr

    bei den letzten kommentaren wird mir schlecht… wie brutalisiert und verroht sind die linken heutzutage, wenn hier hinter der solidarität mit israel tausende toto „arabische“ zivilistInnen vergraben werden… wer solidarität mit israel sagt, sagt auch solidarität mit israels kriegen, wer solidarisch ist mit kriegen, ist ein kriegspropagandist, jemand der das töten von vielen unschuldigen menschen rechtfertigt, folglich sind nicht wenige kommentatorInnen hier schlicht und einfach verbrecherInnen, die ihren humanismus unter ideologischen doktrinen begraben haben und jede schandtat rechtfertigen, solange es für die richtige seite ist. denkt ihr eigentlich noch nach? farfalla, du sollst anarchist sein? haha, das ist komisch, weil im gaza die hamas herrscht, rechtfertigst du die verbrechen an den menschen dort? bist du noch ganz bei trost? pfui pfui pfui! wie abgwrackt ist euer denken? menschlichkeit fehlanzeige, lieber die israelische fahne verschämt hochhalten. wisst ihr was das tragische ist? nicht nur die tausende menschliche tragödien im gazastreifen, dieses schlachtspiel um wahlen zu gewinnen und um vom vergewaltgungsprozess des israelischen präsidenten abzulenken. nein, auch die verrohung der israelischen gesellschaft, diese blindheit vor den menschlichen schicksalen in gaza, die in israelischen massenblättern auf seite sieben landen, dieses ignorieren der folgen des eigenen handelns, das ist so traurig, dass jeder israelsolidarische mensch und jeder mensch, der sich auf die seite der menschen an der basis stellt und staatspropaganda verachtet, weinend zu boden gehen müsste. das grauen in den herzen der menschen dort, auf der einen seite das grauen der toten freunde und verstümmelten verwandten, der zerstörten häuser und traumatisierten vergangenheit und zukunft, auf der anderen seite die menschliche kälte, die die augen vor dem leid und der eigenen schuld verschließt. und genau das gleiche wollt ihr hier auch vollziehen? auf einem auge blind, die fahne hochhalten und das herz erkalten lassen, weil die deutsche schuld euch den blick auf die gegenwart vernebelt. schande schande schande

    wenn ihr keine grundlegenden humanistischen standards wahren könnt, dann solltet ihr das portal hier schließen

  18. 18 Joe 24. Januar 2009 um 16:38 Uhr

    tschuldigung, dass ich dachte, der beitrag wurde gelöscht -.-
    meine nerven liegen seit diesem krieg und den damit verbundenen unmenschlichen haltungen in der linken ziemlich blank. wenn die herzen kalt bleiben, gibt es keine Hoffnung mehr. aber es war schon immer so, dass sich die linke in kriegszeiten dezimiert, da sich viele dem identitären und patriotischen sog der kriegspropaganda nicht entziehen konnten. da sind auch die anarchistInnen keine Ausnahme. im ersten weltkrieg sind sowohl auf deutscher wie auch französischer seite anarchisten in den vermeintlich gerechten Krieg gezogen. Welche Lehre ziehen wir daraus?

    am besten ihr veröffentlicht keinen meiner beiträge. es hat eh nicht viel sinn

  19. 19 farfalla der kriegstreiber 24. Januar 2009 um 19:12 Uhr

    Guten morgen es ist bashing-time. Nachdem mir im vorigen beitrag also bewiesen wurde, dass ich weder humanitäre werte vertrete, noch ein anarchist bin, sondern eher ein auf einem auge blinder, israelsolidarischer kriegsverbrecher, will ich mal meinen senf dazu geben. solidarirät mit israel hat in all den kommentaren die sich hier langsam anhäufen niemand gefordert. auch ein verschämtes hochhalten der israelischen fahne kann ich mir nicht wirklich vorwerfen lassen. Ich will weder tote palästinenser rechtfertigen, noch das leid der bevölkerung leugnen. Mein anliegen war und ist lediglich ein kritischer dialog, da mich die grundannahme als anarcho ja gegen nationalstaaten jedweder natur zu sein einfach nicht weiter bringt.
    Die deutsche schuld die joe anspricht ist dabei ein elemtarer aspekt meines gedankengangs. In unserer heutigen realen welt kann ich nicht utopisch geblendet von der schönen vorstellung, dass alle menschen frei sein sollten stumpf gegen alle nationalen konstrukte kämpfen. Nach auschwitz ist israel meiner meinung nach eine bittere notwendigkeit. Auch wenn es keine „gerechten kriege“ auf der welt gibt, versuche ich den vorhandenen konflikt im nahen osten nachzuvollziehen und beide seiten zu verstehen. In wie weit mir dies in diversen kommentaren zu vermitteln gelungen ist, stellt wohl eine andere frage da.
    „Die linke“ als bewegung oder was immer, neigt leider immer wieder sehr stark dazu ein monistisches weltbild mit allerlei ideologie verbreiten zu wollen und kritische stimmen (wie zum beispiel antideutsche kritik) als abweichung von der „göttlichen linken wahrheit“ zu verdammen. Ein linker minimalkonsens, welcher auf von natur aus gegebenen grundrechten aller menschen ausgeht und eine emanzipierte, libertäre gesellschaft anstrebt, kann doch auch strittige meinungen vetragen!? Linksradikale politik wird einfach nur inhaltslos wenn an unhinterfragten dogmen und ritualen festgehalten wird, anstatt einen kritischen dialog zu schätzen zu wissen. Aus diesem grund bin ich auch dafür dieses portal hier doch noch nicht zu schließen…;)

  20. 20 husch 25. Januar 2009 um 0:02 Uhr

    schuldfrage?! mhh. ich muss mich nicht aus gründen der schuld bedingunslos mit israel solidarisieren. denn ich habe keine schuld an der shoa(bitte nicht falsch verstehen aber ich habe damals einfach noch nicht existiert). ich habe eine pflicht!!! die plicht zu errinern. die pflicht nicht zu vergessen. die pflicht dafür zu sorgen dass andere nicht vergessen. und die pflicht daran mitzuwirken dass so etwas NIE WIEDER passiert bzw. möglich wird. desweiteren stört es mich tierrischst, dass ein gedenken an die anderen opfer sogut wie nicht stattfindet. in tschechien wird eine sinti/roma-siedlung überfallen. keine sau in doofland juckts.linke werden heut wieder unterdrückt. und und und.
    und auch auschwitz legitimiert keine verbrechen an der menschlichkeit. und das bombardieren von schulen, krankenhäuser und hilfseinrichtungen ist ein verbrechen!ja, ein souveräner staat hat das recht sich zu verteidigen. aber die relationen müssen, denke ich, gewart bleiben(wenn schon krieg geführt werden „muss“).

    um irgendwelchen vorverurteilungen entgegenzuwirken, ich solidarisiere mich auch nicht mit der hamas. ich finde es nur falsch, dass aufgrund „unserer“ (scheiß)geschichte eine kritik an der politik des staates israels quasi unmöglich ist.

  21. 21 farfalla 25. Januar 2009 um 15:37 Uhr

    langsam ödet mich dieses hin und her hier einfach nur noch an. ich fordere von keinem menschen bedingungslose solidarität mit israel, noch behaupte ich von mir dies zu celebrieren. natürlich ist kritik an nationalen konstrukten, was selbstverständlich auch israel betrifft, nötig. das existenzrecht israels anzuerkennen steht diesem in keinster weise im widerspruch.
    ich werde in zukunft wohl nicht mehr auf kommentare zu diesem text reagieren. haut euch gegenseitig die köpfe ein wenn ihr lust drauf habt.

  22. 22 W.M. 26. Januar 2009 um 15:50 Uhr

    …habe jetzt lange überlegt wie ich mit der ganzen Sache hier umgehen soll. Tatsache ist, dass der Nah-Ost-Konflikt soviel Raum wie wohl kein anderer globaler Konflikt in der Antifa-Szene Deutschlands einnimmt. Das zeigt sich auch sehr schön daran, dass es hier nur auf Beiträge, die über kurz oder lang wieder beim leidigen Thema landen, überhaupt einige Kommentare gibt.

    Was soll das ganze? Hat sich in den letzten Jahren wirklich etwas getan? Ich gebe zu, die antisemitischen Gruppen innerhalb der Linken konnten durch den Beginn einer antideutschen Kritik zu größten Teilen entarnt und rausgeschmissen werden, ein anderes Bewusstsein ist gewachsen. Was in den letzten Jahren allerdings passiert ist, war meiner Einschätzung nach jedoch kontra-produktiv. Mehr Leute als vielleicht je zuvor kapieren weder Sprechchöre, Transpis noch Texte aus diversen Antifa-Kreisen. Viele Gruppen gaben den Anspruch eines vermittelbaren, politischen Kampfes gleich ganz auf und zogen, weil es grad Mode war, mit bunten Fähnchen zu Elektro wippend in den totalen Krieg gegen Deutschland. Mensch redet kaum noch mit Menschen die nicht ins eigene, auf eine andere Art spießig gewordene, Weltbild passen und damit versteht mensch den anderen natürlich auch nicht.

    Die Folgen sind bekannt, Dresden liefert da ja ein gutes Beispiel: „Die Antifa“ hat bei den meisten Jugenkulturen verschissen, weil sie für Menschen ohne theoretische Hintergründe einfach nur fanatisch, menschenverachtend oder schlicht bescheuert wirkt. Außerdem wurde viel zu oft vorschnell verurteilt, alles was nicht 100% der eigenen Meinung oder dem eigenem Lebensstil entsprach auf ärgste bekämpfst usw. usf.

    Die Quittung bekommen wir heutzutage, kein Mensch will etwas mit dem antifaschistischen Widerstand zu tun haben, nichtmal Gruppen die sich selber von unten gegen rechts organisieren. Weil mensch es bei allen Subkulturen verschissen hat bleibt auch der Nachwuchs aus. All das sind in letzter Konsequenz Folgen einer Spaltung und dem Hardlinertum auf Seiten von Anti-D und Anti-Imp.

    Beeinflusst hat die innerlinke Debatte derweil im Krisengebiet garnichts. Es geht hier um einen reinen Bekenntnis-Streit der sich bis hin zu Szene-Identitäten ausgeweitet hat. Wenn den Menschen die hier so heißblütig diskutieren wirklich so sehr an den Opfern auf der einen, anderen oder beiden Seiten gelegen wäre – dann sollten sie vielleicht hinfahren und wirklich Menschen helfen. Wenn es hier nur um eine Detailfrage geht, wie sie politische Weltbilder millionenfach liefern, sollte mensch vielleicht aufhören Seiten damit zu füllen und den antifaschistischen Widerstand zu torpedieren.

    @Farfalla, wenn Du glaubst eine anarchistische Gesellschaft könne sich gegen militärische Feinde von außen im Notfall nicht organisieren, dann sieht es für Deine anarchistische Utopie in der Tat schlecht aus, denn die ganze Welt wird da wohl in den nächsten paar hundert Jahren nie mitziehen, die Freiheit und die Anarchie hatten immer Feinde und werden sie immer haben. Wenn Du aber denkst, ein anarchistisch organisiertes Gebiet kann sich gegen Feinde verteidigen (so denn keine andere Wahl besteht), dann ist Israel auch keine Notwendigkeit mehr. Ich denke mal, die Anarchist_innen die in Israel für das Ende ihres Staates kämpfen, machen das auch nicht mit dem Ziel sich hinterher von irgendwelchen bekloppten Nazis an die Wand stellen zu lassen…

  23. 23 cory 26. Januar 2009 um 23:42 Uhr

    Alle Antworten die Hr. Joe oder andere suchen, aber nicht finden werden sind bereits gegeben wurden und öffentlich einsehbar, wenn man denn sucht. So müßig das Thema, so oft wurde es gesagt und so oft kann muß es wiederholt werden.
    Daher hier mal für alle „ExpertInnen“ ein Redebeitrag eine Solidaritätskundgebung mit Israel von der letzen offensiven Selbstverteidigungsaktion, nämlich 2006, gegen die Hizbullah:

    http://www.redaktion-bahamas.org/index.htm

    Für Israel – und sein Recht auf Selbstverteidigung

    Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder (Paul Spiegel, 2002)

    Unbestreitbar: Seit dem 12. Juli 2006 herrscht Krieg im Nahen Osten. Unbestreitbar auch: Wem das Existenzrecht Israels wichtig ist, der muß sich in diesem Krieg ohne Wenn und Aber auf Seiten des jüdischen Staats positionieren.

    Die Öffentlichkeit hier und im restlichen Europa legt das Recht Israels auf Selbstverteidigung hingegen wieder einmal ganz anders aus: Diesem Staat wird nur das Recht zugesprochen, den Vorbereitungen zur eigenen Liquidierung tatenlos zuzusehen und bei der UNO Resolutionen einzureichen.
    Israels Militäraktionen seien nicht „verhältnismäßig“ heißt es immerzu; das Verhältnis, das man – wie die Äußerungen von Zapatero bis Steinmeier zeigen –, hergestellt sehen möchte, hätte aber zur Folge, daß sich der israelische Souverän solange dem internationalen Recht beugen muß, bis es ihn nicht mehr gibt.

    Kein Völkerrecht für Israel?

    Israels Premier Ehud Olmert nennt die Militärintervention „Operation angemessener Preis“: Und sie ist der angemessene Preis für das, was die Mörderbanden bereits getan haben, sowie für das, was sie noch vorhaben. Die israelische Bevölkerung im Norden muß schon jetzt Tag für Tag in die Bunker flüchten, Haifa wird beschossen, und die Hisbollah soll sogar über Raketen verfügen, die Tel Aviv erreichen. Und doch ist das, was Israel derzeit militärisch unternimmt, das Mindeste, was zu tun um des eigenen Überlebens willen unverzichtbar ist. Es finden keine maßlosen Vergeltungsaktionen statt; die Angriffe auf Ziele im Libanon sind vielmehr mit der kontrollierten Sprengung einer Bombe vergleichbar, die ansonsten demnächst unkontrolliert explodiert wäre, ohne daß die Bevölkerung rechtzeitig die Bunker erreicht hätte. Hinter dem an Israel gerichteten Vorwurf, seine Militäraktionen seien unverhältnismäßig, können sich heutzutage die alten Mordphantasien am Besten verbergen. Die Rettung von Jüdinnen und Juden galt hierzulande eben immer schon als unverhältnismäßig.

    Die Israel Defense Forces (IDF) machen in diesen Tagen nur das, was sie immer schon tun und tun müssen, und was ihr Name schon besagt: Sie verteidigen Israel. Diese Verteidigung hat absolute Priorität, der Souverän des jüdischen Staates muß die Zufluchtsstätte aller vom Antisemitismus Verfolgten vor der Zerstörung bewahren, ob dabei nun das internationale Recht gebrochen werden mag oder nicht. Alle, die Israel vorwerfen, daß es das Völkerrecht breche – und da tun sich neben den einschlägigen Nahostexperten wieder einmal insbesondere sozialdemokratische Politiker hervor –, täuschen darüber hinweg, daß die Kräfte, gegen die Israel vorgeht, dieses Recht längst und ungezählte Male gebrochen haben – ungestraft von den internationalen Organisationen und nationalen Regierungen, die soviel vom Völkerrecht reden. Und so stellt die tatsächliche Bedrohung Israels immer nur unter Beweis, daß dieses Recht nicht wirklich existiert.

    Im Gazastreifen wie im Südlibanon herrscht nicht das Recht, sondern Unstaat und Chaos. Bei diesen Gebieten handelt es sich um rechtsfreie Räume, in denen die Mörderbanden Hamas und Hisbollah, die beide lange von der EU gehätschelt wurden, ungestört die Vernichtung Israels vorbereiten konnten: Mehr als 10.000 Mittelstreckenraketen gegen Israel sind im Libanon seit dem Abzug der IDF im Jahr 2000 von der Hisbollah angehäuft worden, und der Gazastreifen verwandelt sich zusehends in ein gigantisches Wehrertüchtigungslager, dessen Teilnehmer die Vernichtung des jüdischen Staates und aller Juden zum Ziel haben. Aus dieser gewollten, geplanten und immer gefährlicher ins Werk gesetzten Vernichtung schöpfen nicht nur die Mitglieder der Hisbollah und Hamas ihre politische Identität, sondern auch all die Hunderttausenden „Zivilisten“, die diesen zujubeln und sie auf jede erdenkliche Weise unterstützen. Es ist eine Identität der Hoffnung auf Erlösung, die sich wie einstmals die der Mörderbanden Hitlers aus der Vernichtung des Judentums speist. Die Auslöschung Israels ist nämlich zugleich eine unabdingbare Voraussetzung zur endgültigen Durchsetzung des islamischen „Gottesstaates“. So ist das, was die israelische Armee in diesen Tagen tut, objektiv im Interesse all derer im Libanon – und dabei handelt es sich vermutlich um die Hälfte der libanesischen Bevölkerung –, die eine total werdende Herrschaft der Hisbollah nicht wollen, deren Konturen ihnen aber im Südlibanon bereits deutlich vor Augen geführt wurden: Eine Herrschaft, die nicht einmal die Aussicht auf Gleichheit vor dem Gesetz und auf das Minimum an Freiheit zuläßt, wie es von der bürgerlichen Gesellschaft gewährt wird, sondern ein „Gewaltmonopol“ errichtet, das nichts anderes als unmittelbaren Zwang und ungeregelte Gewalt islamischer Banden bedeutet, worin jeder, der abweicht, verfolgt, verstümmelt oder hingerichtet wird.

    Freilassung der Entführten, Zerschlagung der Hisbollah!

    Für Israel selbst handelt es sich um einen notwendigen und unaufschiebbar gewordenen Akt, die NGOs und GOs der Vernichtung zurückzudrängen, ihre Infrastruktur zu zerstören, um so etwas Zeit zu gewinnen. Die permanenten Raketenangriffe auf israelisches Territorium und die Entführungen israelischer Soldaten konnten nicht unbeantwortet bleiben. Der Militäreinsatz wird keine Lösung des Nahostkonflikts bringen, er ist aber notwendige Sisyphosarbeit in einer Welt, die den antisemitischen Vernichtungswahn überall systematisch hervorbringt, und deren Avantgarde an den Landesgrenzen Israels auf unmittelbaren Vollzug setzt. Es ist eine lebensnotwendige, gefährliche Sisyphos-Arbeit, ohne die es für Israel keine Atempausen gibt. Ohne sie kann das Schlimmste nicht weiter verhindert werden; dieses Schlimmste zu verhindern, ist aber die Voraussetzung dafür, daß einmal wirkliche Versöhnung möglich wäre.

    Israel tut alles, um seine Grenzen defensiv gegen den Terror der Suicide Bombers zu sichern – mit einigem Erfolg. Gegen angeblich irreguläre Formationen einer scheinbar nicht existenten Armee, die auf sein Territorium eindringen und Soldaten entführen, gegen Mittel­streckenraketen, die bald jeden Ort im Land treffen könnten, gibt es jedoch keine defensiven Maßnahmen. Die Raketen müssen dort unschädlich gemacht werden, wo sie abgefeuert werden sollen. Ihr Bedienungspersonal muß dort, wo es seinem Mordhandwerk nachgeht und in der Bevölkerung wie der berühmte Fisch im Wasser sich bewegen kann, versprengt werden. Jeder Waffenstillstand, der nicht die Freilassung der Entführten und die nachhaltige Schwächung, besser: die vollständige Zerschlagung der Hisbollah beinhaltet, wäre eine Niederlage Israels und eine Einladung an die antisemitische Internationale zu neuen und noch grausameren Taten.

    Zu diesem Krieg gibt es keine alternativen dritten Wege, schon gar keine pazifistischen. Wer den von der Regierung Olmert am 12.7. eingeschlagenen Kurs nicht teilt, tut es stets mit schönen Worten und ganz „im Namen der unschuldigen Opfer“ auf beiden Seiten. Denen, die solcher verlogenen Friedensrhetorik aufsitzen sei gesagt: Wenn da einer alles daran setzt, Zivilisten zu schonen, dann ist es Israel; und wenn jemand jede Entmischung der „eigenen“ Zivilbevölkerung von den Kombattanten systematisch verhindert und darüber hinaus in jedem Juden – bewaffnet oder unbewaffnet – sein Target erkennt, dann sind es dessen Gegner in der Region. Wer Israel und seine Bedränger auf eine Stufe stellt, weiß zwischen Zivilisation und totalitärer Herrschaft nicht zu unterscheiden. Wer auf den perversen Gedanken verfällt, Israel zu nötigen, mit der Hamas und der Hisbollah „Frieden“ zu schließen, hat über den einzigen „Friedens­störer“ schon das letzte Wort gesprochen: Erst wenn Israel von der Landkarte getilgt ist, so denkt es in all den Pazifisten weltweit, herrschen Ruhe und Harmonie im Nahen Osten, der dann allerdings der größte jüdische Friedhof der Welt wäre.

    Alle,

    für die das Existenzrecht Israels keine Floskel in der Sonntagsrede ist, die man am Werktag kalt lächelnd verrät;
    die auch dann solidarisch mit dem jüdischen Staat sind, wenn er sich militärisch gegen eine Welt von Feinden wehrt;
    die wissen, daß jede Kritik am Antisemitismus sich gerade im Krieg an der Seite Israels und gegen seine Todfeinde bewähren muß; sind aufgerufen, sich am Freitag dem 28.7. an der Demonstration zu beteiligen.

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