Archiv für April 2009

Otto-Straßen-Fest am 25.04.

An diesem Samstag ist es wieder so weit: Im Hechtviertel mal wieder das Ottostraßenfest stattfinden. Motto des Ganzen ist „Freiräume für alle“.

Das Fest soll nicht nur für die Größeren da sein, deswegen gibt es eine Rollenrutsche, Kinderschminken, Bobbycarrennen, eine Hüpfburg, Jonglage etc.

Aber auch das nicht ganz so verspielte Publikum wird versorgt.
Neben Volleyball, einem Freiluftkino, Feuershow etc. werden auch mehrere Bands am Start sein:

*Anomalie*Woodstock Experience*4 Packs A Day*Genozid*Flying Socks*

Die Veranstaltung soll gegen 12.00 Uhr beginnen, angemeldet ist sie dann bis 24.00 Uhr.

Es wird voraussichtlich auch einen Infostand der Dresdner Freiraumbewegung geben, wo über die aktuelle Situation in Dresden, Erfurt, Berlin und bundesweit Informationen erhältlich sein werden.

Die Kinder von Helmand

von „egal“

Zeig mir wie wir mitgestalten können
und ich zeige dir was wir mitgestaltet haben

es heißt: Wir sind die Richter!
und die Todesstrafe steht grad hoch im Kurs

nicht nur in den USA, China oder Afghanistan

auch bei uns im Land ist sie anerkannt
trotz ständigen Befehlens – nur wenigen Bekannt

doch denke ich an die Kinder von Helmand
die Gejagten 27 auf der Flucht geschossen
lasst die Bomben frei sie sind entschlossen
wird sie mir wieder in den Sinn gebrannt

Verantwortung heißt es
die sollen wir übernehmen
doch unmündig – nicht so viel Stress
trotz all den Problemen

Mündig in einer Obrigkeitsdemokratie
das ist nicht einfach
dann weg mit dem Mist
ja ich weiß – kein Fall für sie

aber wenigstens hier etwas tun
ein bisschen mehr aufreiben
nicht immer nur gemütlich bleiben
das sind wir ihnen schuldig

Denn ich denke an die Kinder von Helmand
wie wir 27 jagten
waren ja nicht dabei
und doch in Schuldigkeit verbannt

Warum haben sie die Strafe verdient
von diesem oder irgendeinem Land
die Kinder von Helmand?

Kritik an zu wenig Kritik!

von „egal“

Scheiße – ich bin‘ s!
komm vom Plenum wieder
und Ärger über mich und andere

Soviele Debatten, soviel Protest
an diesem und jenem
aber untereinander nichts
Scheiße – wir sind‘ s!
soviel Querelen

Schamgefühl, Imigestörung, Angst vor Reaktion,
Beleidigung, Verschlossenheit, Provokation
deine und meine Gefühle
davon lassen wir so Radikalen uns abhalten?

Die Bullenkette massakrieren,
Barikaden anzünden,
Zäune und Grenzen ausradieren,
in der Nacht Wände bemalen,
Wegrennen, Zuschlagen, Diskutieren, Konfrontieren

Kein Problem
aber wir igeln uns ein
bekommens nicht gebacken wenigstens
fair zueinander zu sein

oft große Angst vor Ehrlichkeit
bei uns und bei anderen
dann doch lieber Sicherheit?

Einfach mal trauen und sagen: „Scheiße“
Einfach mal nicht beleidigt sein und sagen: „Auch ich bin‘ s“
fällt mir oft so schwer

Wir Bleiben trotzdem alle

EINIGE POLEMISCHE WORTE ZU ERFURT

Das besetzte haus in erfurt ist geräumt. der topf squat ist nach brutaler räumung durch SEK einheiten abgerissen und die menschen stehen ratlos, zum teil obdachlos da. die aktivist_innen in erfurt sollen wissen, dass sie auf hilfe und solidarität, auch aus dresden zählen können. diese ist auf verschiedensten ebenen und in verschiedensten formen denkbar und eine davon beschreibt die presse folgendermaßen:
„…Dresden (ddp-lsc). Nach der Räumung eines besetzten Hauses in Erfurt ist es in der Nacht zum Freitag auch in Dresden zu einem Polizeieinsatz gekommen. Die Beamten wurden gerufen, weil an einem Gebäude in der Dresdner Neustadt Transparente entrollt worden waren, wie eine Polizeisprecherin am Freitag auf ddp-Anfrage sagte. Bei ihrem Eintreffen hätten sie aber keine Personen vorgefunden.

Die Besetzer hatten zuvor mitgeteilt, mit 25 Personen „spontan und friedlich“ in das leerstehende Haus eingezogen zu sein. Sie hätten das Gebäude jedoch vor Eintreffen der Polizei wieder verlassen, um „erneuter Brutalität und Repression“ wie bei einer Hausbesetzung im Dresdner Hechtviertel vor vier Wochen zu entgehen.

Mit der Aktion wollten sie unter anderem gegen die Räumung des Hauses auf dem ehemaligen Gelände der Firma Topf und Söhne in Erfurt am Donnerstag protestieren. Weitere Aktionen sollen folgen.

Das Erfurter Haus war seit acht Jahren von Linksautonomen besetzt gewesen. In der thüringischen Landeshauptstadt hatten rund 200 Menschen gegen die Polizeiaktion demonstriert. In Göttingen war es bei einer Demonstration von Angehörigen der linken Szene gegen die Erfurter Räumung zu Ausschreitungen gekommen.

(ddp)…“

Die entscheidung besetzte häuser zu räumen und immer weitere linke freiräume dem erdboden gleichzumachen ist eine kriegserklärung.
MACHEN WIR RÄUMUNGEN SO TEUER WIE MÖGLICH!

EDIT: 19.april

Dresden-Neustadt +++ Angriff auf Polizeirevier
In der Nacht vom 18. zum 19.04. wurden mehrere Scheiben vom Polizeirevier Dresden-Neustadt sowie zwei davor parkende Bullenautos gesmasht. Außerdem widerfuhr der Fassade eine Verschönerung durch Farbbeutel.
Die Aktivist_innen solidarisierten sich mit den Besetzer_innen des Topf & Söhne-Geländes in Erfurt und brachten so ihren Protest gegen die Räumung zum Ausdruck.

Kein Tag ohne autonomes Zentrum in Erfurt, Dresden und anderswo! (Quelle:Indy)

Direkte Aktion gegen Bundeswehr in Dresden

Wir müssen den Kriegen ihre materielle Grundlage entziehen. Eigenverantwortliche Abrüstungsschritte sind daher das Gebot der Stunde. Um menschenverachtendes Kriegsgerät unbrauchbar zu machen, haben wir es einfach angezündet.

Mit diesem Wortlaut im Bekenner_innenschreiben der selbsternannten „Initiative für ein neues blaues Wunder“ wird die direkte Aktion gegen die Dresdner Bundeswehrschule in der Nacht zum Ostermontag, bei der 42 Autos und eine Kaserne abgefackelt und ca 1-2 Millionen Euro Schaden entstanden sind, erstmals begründet. (siehe auch addn.me)
Weiterhin fordern die unbekannten Antimilitarist_innen:

- Keine weiteren Militärrituale vor der Semperoper!
- Schluß mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehrfahrzeuge!
- Keine Inlandseinsätze von Soldatenberufe !
- „No pasaran“ für kriegsverherrlichende Neonazitruppen und deren alljährlichen Aufmarsch im Februar !
- Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus !

Diesen Forderungen kann ich mich nur solidarisch anschließen und begrüße die Abrüstung von Unten als wichtigen Schritt gegen die Bundeswehr und ihre „Friedenseinsätze“. Die Dresdner Szene ist größtenteils positiv Überrascht, von so viel österlichem Tatendrang und das LKA und der VS suchen auch schon fleißig nach Verdächtigen in allen möglichen politischen Richtungen. „Auch wenn die Art des Anschlags auf die Offizierschule des Heeres zunächst an eine linksextremistische Tat erinnere, könnten auch rechtsextremistische Motive oder eine Tätergruppe aus dem Ausland nicht ausgeschlossen werden, sagte LKA-Sprecherin Silvaine Reiche“, bevor das Bekenner_innenschreiben veröffentlicht wurde.
MG, Freie Kräfte oder doch vielleicht die Al Quaida? Wollen wir hoffen, dass die Repressionsbehörden auch weiterhin im Dunkeln tappen werden und wir in Dresden und Andernorts noch viele Blaue Wunder erleben werden. Kriegsgerät interessiert nicht nur die Militante Gruppe brennend…
why not
*direct action gets satisfaction

Berlin: Hetze gegen Anarchistischen Kongress

Am 08. April erschien in der B.Z. (Berliner Zeitung) ein Artikel (http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/chaoten-wollen-anarchie-lernen-article421244.html) mit dem Ziel den Anarchistischen Kongress, der vom 10.-13.04. in der TU-Berlin stattfinden soll, zu diffamieren.

Der Kongress mit dem Titel „Anarchie im 21. Jahrhundert, Anarchie organisieren“ wird von Anarchist_innen aus dem deutschsprachigen Raum veranstaltet. Die Ziele der Veranstaltung sind die Vernetzung und die Weiterbildung der Kongressteilnehmer_innen, sowie die gemeinsame Weiterentwicklung herrschaftsfreier Gesellschaftsmodelle.

Von der B.Z. würde wohl kein mensch mit ein wenig Verstand eine objektive Berichterstattung erwarten. Was sich das Schmierblatt allerdings gestern leistete, zeugt von so wenig Bildung, Intelligenz und journalistischen Fähigkeiten, dass es selbst für die populistische Springer-Presse peinlich ist.

Unter dem Titel „Chaoten wollen Anarchie lernen“ reduziert die Berliner Zeitung das Veranstaltungsprogramm des Kongresses auf Schlagworte, die mit Drogen und Sex zu tun haben, gerade so, als würde ihre lammfromme Leser_innenschaft im Kloster leben.

Desweiteren wird die Angst vor Krawall und Randale geschürt. Dass sich unter den Chaoten angesehene Dozent_innen und Buchautor_innen wie Bernd Drücke, Jürgen Mümken und Rudolf Mühland befinden, wird in dem B.Z.-Artikel übersehen. Obwohl der Kongress vor Monaten vom Asta bei der TU-Berlin angemeldet, seit langem öffentlich organisiert und beworben wurde, verbreitet die B.Z. Fehlinformationen, nach denen die Leitung der TU-Berlin von der Veranstaltung nicht informiert gewesen wäre.

Der angebotene Vortrag „Hausbesetzung – Wie geht das?“ wird zu einem Aufhänger der Kriminalisierung. So wird der „CDU-Innenexperte Robbin Juhnke“ (B.Z.) wie folgt zitiert: „Hier wird quasi zur Begehung von Straftaten aufgerufen, das kann und darf eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft nicht hinnehmen.“ Dass Herr Juhnke diese Form des -heutzutage- meist völlig friedlichen, zivilen Ungehorsams (welcher sogar die logische Folge des Artikel 14 Absatz 2 des Grundgesetzes* darstellt) verurteilt, erscheint logisch, ist seine Partei doch (wie in Dresden) maßgeblich für die Missstände in Sachen Wohn- und Freiraumpolitik mitverantwortlich.

Den Gipfel der Idiotie stellt allerdings eine, dem Artikel beigefügte, Liste dar. In dieser werden „Die 9 absurdesten Seminare“ des Kongresses aufgelistet. Es bleibt zu vermuten, dass Veranstaltungen wie „Autonome Rauschposition“ und „Unsichtbares Theater“ ausgewählt wurden, weil die Redaktion der B.Z. unfähig war, die Titel zu verstehen oder gar den Link zur Erläuterung zu finden.

Liebes B.Z.-Team, vielleicht solltet ihr einfach den Beruf wechseln. Es werden immer noch Menschen gebraucht, die die grauen Toilettenwände dieser Welt mit originellen Spüchen versehen. Kopf hoch!

Liebe Grüße, die Redaktion von anarchia dresden.

* = „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

Solidarität mit den Angeklagten von Straßburg!

Im Zuge der Proteste gegen den Natogipfel wurden mehrere hundert Menschen in Gewahrsam genommen und hunderte zum Teil schwer verletzt. Von den in Gewahrsam genommenen Menschen wurden acht Demonstrant_innen, die zwischen Donnerstag und Freitag, also vor den großen Ausschreitungen am Samstag festgenommen wurden, dem Haftrichter vorgeführt und zum Teil durch sogenannte Schnellverfahren verurteilt. Zwei Deutsche wurden, am Montag den 06.04., zu jeweils sechs Monaten ohne Bewährung und fünf Jahren Einreiseverbot, sowie einer zu drei Monaten auf Bewährung und fünf Jahren Einreiseverbot verurteilt. Weitere Gerichtsprozesse wird es in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten geben. Bereits im Vorfeld der ersten Verhandlungen, kündigte der derzeitige französische Präsident und Mitausrichter des Nato Gipfels Nicolas Sarkozy an, ein Exempel statuieren zu wollen. Er forderte Höchststrafen für alle Angeklagten. Dies grenzt an Faschismus und widerspricht jeglicher sogenannter demokratischer Rechtsprechung.
Hier ist die in Europa gängige Unschuldsvermutung, nach der ein_e Angeklagte_r bis zum Beweis des Gegenteils als unschuldig gilt außer Kraft gesetzt, somit sind die Angeklagten schon vor Beginn der Verfahren verurteilt und nicht für das was sie eventuell getan haben, sondern stellvertretend für eine ganze Bewegung!
Auch besonders erschreckend ist das Ausmaß der Gewalt der letzten Woche in London, während des G20 Gipfels und in Straßburg, während des Natogipfels. Nicht nur, dass die Festgenommenen während und nach ihren Festnahmen von der Polizei misshandelt wurden, sondern auch der Einsatz gegen Demonstrationszüge mit Gummigeschossen, Blend(schock)granaten, Tränengasgranaten und Schlagstöcken, sowie das Hineinfahren der Polizeifahrzeuge in die Menschenmengen, war ein Zeichen der Brutalität und kompletten Unfähigkeit der Polizei die Proteste zu koordinieren. Hierbei wurden gezielt Menschen, egal ob Demoteilnehmer_innen, Sanitäter_innen oder Anwohner_innen zum Teil schwer verletzt. Insbesondere das gezielte Schießen mit Blend(schock)granaten auf deutlich gekennzeichnete Sanitäter_innen ist ein Verstoß gegen die Genfer Konventionen.
Dieses und auch die Gefahr einen Menschen zu töten wurde billigend von Polizei und Militär in Kauf genommen, was unter keinen Umständen akzeptiert werden kann. Unterstützung erhielten sie bei den Einsätzen von den Medien und den Staats- und Regierungschef_innen, die nicht nur Zahlen und Fakten bewusst fälschten, sondern diese legitimierten. Insbesondere die Presse nahm wiederholt positiv Bezug auf die Durchführung dieser und erstickte jegliche kritische Berichtserstattung im Keim, anstatt sich objektiv mit den Geschehnissen und Inhalten auseinander zu setzten.

Die Nato ist eine militärische Organisation und ein Relikt aus den Zeiten des Kalten Krieges. Heute wie Damals geht es um Machterhalt, was heutzutage vor allem auch Rohstoffsicherung und innere sowie äußere Aufrüstung beinhaltet. Gerade in der Europäischen Union spielen dabei Privatunternehmen wie Frontex, welche die Außengrenzen „sichert“ und tausende Menschen jährlich auf Meeren und an Land verrecken lässt, eine große Rolle. Außerdem geht es darum die Proteste gegen die bestehenden Verhältnisse zu unterbinden bzw. einzudämmen.
Wie die Nato und im speziellen die englische, französische und deutsche Regierung dagegen vorzugehen gedenken haben sie in der vergangenen Woche gezeigt.

Wir fordern:
-faire Prozesse ohne Vorverurteilung
-Zugang zu Anwält_innen eigener Wahl
unabhängige Ärzt_innen und Psycholog_innen, damit die Betroffenen angemessen verarztet und psychologisch betreut werden können
-Rückführung der Gefangenen in Gefängnisse nahe ihrer Wohnorte
-bis zur Rückführung oder Entlassung tägliche Besuchszeiten sowie die Möglichkeit Pakete und persönliche Gegenstände zukommen zu lassen

GETROFFEN HAT ES WENIGE – GEMEINT SIND WIR ALLE!!

Infos und Kontakt unter: StrasbourgSoli@riseup.net

Dresden: Hausbesetzungskino auf Neumarkt

Heute wurde der Dresdner Neumarkt zum Kino für die Besetzer_innen der Hechtstraße 7 und deren Sympathisant_innen.

Nach dem gestern eine Freiraumparty und ein Vortrag zum Thema „Freiraumbewegung in Dresden“ stattfanden ( Indymedia), versammelten sich heute 60-70 Menschen gegen 19:30 Uhr auf dem Neumarkt und machten selbigen zum Freiraumkino.

Inmitten der städtischen Prestige-Objekte, wie der Frauenkirche und den neuen Luxushäusern um den Neumarkt, inmitten von Geschäftsmenschen und meist gut betuchten Tourist_innen wurde in den Abendstunden ein Notstromaggregat, Boxen und ein Beamer aufgestellt. Als das Aggregat angeschaltet wurde, erschienen prompt mehrere empörte Café- und Restaurantbesitzer_innen und bekundeten sehr unhöflich ihren Unmut. Einer zog gar den Stecker und gefährdete so die Technik. Ein anderer entgegnete auf den Hinweis, dass die Veranstaltung angemeldet sei und im Gesetz auf das er sich berufe auch ein Versammlungsrecht enthalten sei; „Das hat ja wohl nichts mit Demokratie zu tun, meine Gäste wollen sich erholen!“

Nach dem der Lärm des Notstromers etwas gedämmt und die militanten Spießbürger_innen in die Flucht geschlagen waren, begann die Filmvorstellung mit „9 Tage hinter den Barrikaden“ – einem Film von Besetzer_innen aus dem Raum Dänemarks. Danach wurde der Berliner Film „Mainzer Straße“ gezeigt.

Während der ganzen Dauer der Vorführung wurden Flyer verteilt, welche auf die Geschehnisse am 21.03. (Besetzung der Hechtstraße) und den darauf folgenden Protest eingingen, dadurch wurden an die 600 Passant_innen erreicht (400 verteilte Flugblätter). Es kam häufig zu Gesprächen mit positivem Feedback, einige setzen sich für den Rest der Veranstaltung dazu und in vielen zufällig vorbeikommenden Gruppen entstanden rege Diskussion über Sinn und Unsinn von Besetzung, Räumung und der gegenwärtigen Stadtpolitik.

Die Polizei war die meiste Zeit nur mit einem oder zwei Wagen vor Ort. Bis auf rechtlich unbegründete Filmaufnahmen verhielt sie sich entspannt. Um 23 Uhr wurde die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle aufgelöst.

Mit dieser Aktion wurde das Bedürfnis nach Frei- und bezahlbaren Lebensräumen an eine breite Öffentlichkeit getragen, zusätzlich wurde mit dem Kino selbst ein temporärer Freiraum geschaffen. Dies wird sicher nicht das letzte Freiraumkino und nicht die letzte Aktion gewesen sein.

Wir danken allen die da waren und freuen uns auf die nächsten Aktionen mit euch!

Wir beissen zurück!

- die Besetzer_innen und Freund_innen der Hechtstraße 7

Dresden: Freiraumkino am 4.4.

Am 04.04. treffen wir uns um 20 Uhr am Neumarkt zum Hausbesetzungsfilme gucken. Bringt Decken und Essen mit!

Antifa Einheitsfront

Lange hatte die ALB das Existenzrecht von TOP-B3rlin nicht anerkannt, nun anlässlich des anstehenden „Summer of Resistance“ führen Vertreter der beiden linksalternativen Gruppen wieder Verhandlungen. Ziel soll es dabei sein, eine Einheitsgruppe, die sogenannte „Antifa Großdeutschland“ zu schaffen, die in der Tradition der AAB eine schlagkräftige bundesweite Antifapolitik betreibt. Auch die Antifa Polen und Ostpreußen sollen integriert werden. Die Kader von ALB („Interventionistische Linke“) und TOP („UmsGanze“) sind, wie gestern bekannt wurde, schon weitestgehend gleichgeschaltet; eine Vereinigung der beiden Bündnisse steht anscheinend kurz bevor. Nur die widerspenstige Gruppe „Fastforward Hannover“ will dabei nicht mitmachen. „Derartige anarchosozialdemokratischnationalistischdeutschtumelndehalbkommunistischeherstaatssozialistische Gruppierungen stehen unseren Anliegen diametral entgegen. Hier wird die hegelsche Dialekik des Antagonismus der Massen eindeutig negiert. Der postivtive Bezug auf die Menschen (und damit auch zwingend auf die deutsche Bevölkerung), der von derartigen „Linken“ fabrizirt wird, ist nach Auschwitz einfach nicht mehr tolerierbar.“ so ein Vertreter der Gruppe in der morgen erscheinenden JungleWorld.
Allerdings hagelt es nicht nur Kritik. Gruppen wie die ARAB, die sich vorher nie einem der beiden Flügel eindeutig zuordnen konnten, loben die Initiative von ALB und TOP: „Endlich gibt es ein Großes Ganzes, bei dem wir mitmachen können. Auch das Kottbusser-Tor-Proletariat kann durch eine derartige linksradikale Antifafront zum Aufstand gegen das Schweinesystem verleitet werden. Wir sind einfach geiler, wenn wir viele sind.“
Während in Göttingen momentan eine große Einheits-Freudenfeier veranstaltet wird, die sowohl von der ALI, als auch von der Redical.M (!) organisiert wird, sind andere Linke immer noch nicht zufrieden. Berliner Antifas, die vor einiger Zeit durch gewalttätige Angriffe auf israelsolidarische Veranstaltungen in Magdeburg aufgefallen waren, können es nicht fassen: „Das alles ist von ganz oben geplant! Da steckt entweder der Mossad oder direkt der Teufel dahinter. Wir werden bei einem derartigen zionistischrassistischen Großprojekt jedenfalls definitiv nicht mitmachen. Der Flug nach Ramallah ist schon gebucht, wir werden da die antiimperialistischen Kräfte der Hamas unterstützen.“
Der lachende Dritte bei der ganzen Geschichte ist dabei wie so oft die kreuzberger AJAK. Unbemerkt von Staat, Kapital und „Antifa Großdeutschland“ ist es dieser mittlerweile gelungen, den berliner Stadtteil Kreuzberg vom restlichen Deutschland zu lösen. „Der Vorrat in den Supermärkten hier hält für mindestens ein, zwei Wochen. Danach werden wir Plünderzüge durch die BRD organisieren. Die Kreuzberger Bevölkerung hat mit derlei Thematik große Erfahrung.“ wird ein führendes Mitglied des AJAK zitiert. Und weiter: „Kreuzberg wird ab heute radikal basisdemokratisch organisiert, jedoch hat das AJAK-ZK als Speerspitze des revolutionären Kiezpotenzials Veto-Recht. Für den Kommunismus!“

Die Spaltung der bundesdeutschen radikalen Linken scheint also für immer überwunden zu sein. Ob die „Antifa Großdeutschland“ jedoch tatsächlich gesellschaftliche Veränderung herbeiführen kann oder ob wenigstens größere Riots aus der Einigung resultieren, bleibt abzuwarten.

(Quelle: indymedia vom 1.April :) )