11.07.09 / Gera: Nazis die Party verderben!!

*update:
super duper mobivideo:

Am 11.07.09 jährt sich das rechtsradikale Musikfestival „Rock fuer Deutschland“ zum sechsten mal. Unter dem diesjährigen Motto „Hier bleiben – Anpacken“ versuchen Nazis und Rassisten unterschiedlicher Strukturen ihrem lebensfeindlichen Weltbild eine Plattform zu geben und gleichzeitig den Wahlkampf der NPD finanziell zu unterstützen. Dieses Jahr sind u.a. als Redner Udo Voigt und als Hauptact „Die Lunikoff Verschwörung“ geplant. Bis zu 1000 Neonazis nutzen in den letzten Jahren die Gelegenheiten auf dem zweitgrößten Nazi-Fest, nach dem Fest der Völker, um Hass und Xenophobie zu huldigen. Gleichzeitig versuchen sie insbesondere seit den letzten Wochen mit einer sich immer weiter zuspitzenden Gewaltspirale Angst und Schrecken zu verbreiten und sich somit die passende Kulisse für ihre Selbstinszenierung zu verleihen. Ignoranz oder gar falsches Verständnis sind hier völlig fehl am Platz. Nazis können kein Dialogpartner sein. Kommt am 11.07.09 nach Gera und beteiligt euch an den Protestaktionen!

Quelle und weiteres: kabelbruch.blogsport.de

Edit: In der Überschrift stand vorher „versauen“…


22 Antworten auf „11.07.09 / Gera: Nazis die Party verderben!!“


  1. 1 Ali 18. Juni 2009 um 20:32 Uhr

    Denkst Du denn das Nazihetze einen Unterschied zu deiner speziesistischen Sprache darstellt?

  2. 2 W.M. 18. Juni 2009 um 22:03 Uhr

    a) Dies ist der Kurzaufruf der Gegenveranstalter_innen.

    b) Sehe ich zwar, dass einmal nicht gegendert wurde, allerdings erkenne ich hier keinen Speziesismus – klär mich auf.

  3. 3 Ali 19. Juni 2009 um 1:22 Uhr

    @W.M: Wenn wir unsere Sprache bezüglich Speziesismen analysieren, so treffen wir zunächst auf das Faktum, dass die meisten Tierbezeichnungen, speziell die Bezeichnungen von Nutztierarten, als Schimpfworte Verwendung finden. So wird bspw. gesagt, „du blöde Kuh“, „du Esel“, „du Ochse“, „du Schwein“, „du Sau“, „du dumme Ziege“, „so ein gemeiner Hund“ oder „so eine miese Ratte“ usw. in abwertender Absicht.
    Solange Artbezeichnungen als Schimpfworte Verwendung finden, wird es schwierig sein, unsere Gefühle der Überlegenheit und Verachtung „dreckigen“ und „dummen“ Nutztierarten gegenüber abzubauen. Auch die „Schweinerei“ und die „Sauerei“ fallen in diese Kategorie. Wir bezeichnen damit einen schlechten Zustand, indem wir ihn mit dem Zustand in einer Schweinemastbox o. einer Wildschweinsuhle vergleichen. Dabei geht unterschwellig die Absicht einher, dass Schweine eben dreckige „Tiere“ sind, die „Schweinereien“ veranstalten, obwohl Schweine ganz im Gegenteil sehr saubere Individuen sind, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt.
    Solange die sexuelle Perversion einen negativen Beigeschmack in unserer Gesellschaft hat, geht mit der Verwendung dieser Begriffe auch eine unbewusste Abwertung von Schweinen einher.
    Ähnlich haben manche Tierbez. einen positiven Anstrich, wie „schlau wie ein Fuchs“ o. „kühn wie ein Adler“ o. „(wahl-) kämpfen wie eine Löwin“. An sich werden die betroffenen nichtmemschl. Tiere hier nicht respektiert, sondern nur als Symbol für eigentlich als menschlich gesehene Charaktereigenschaften gebraucht. Das individuelle nichtmenschliche Tier spielt keine Rolle. Der „Fuchs“ wird als Platzhalter für eine ganze Art als Symbol genommen und so entindividualisiert.
    Nichtmenschliche Tiere werden in erster Linie als RepräsentantInnen ihrer Art gesehen, statt als Individuum. So bekommt eine ganze Tierart eine Pseudopersönlichkeit, während das Individuum seine Persönlichkeit verliert und über einen Kamm geschoren wird. Folglich wird in der Beschreibung des Verhaltens nichtmenschlicher Tiere sehr grosszügig mit dem zumeist unzutreffenden Begriff des Instinktes hantiert. Den Instinkt hat die gesamte Art, er ist nichts Persönliches und kann daher für die Entindividualisierung verwendet werden.
    Ich hoffe ich konnte damit ein wenig klar machen in welchen Kontext das „Versauen“ hier zumindest implizit, im sprachlichen Gebrauch, die Abwertung des nichtmenschlichen Tieres zur Folge hat.

  4. 4 tee 19. Juni 2009 um 1:48 Uhr

    denkst DU denn das nazihetze einen unterschied zu w.m.s „speziesistischer sprache“ darstellt?

  5. 5 Ali 19. Juni 2009 um 2:04 Uhr

    Diskriminierungsformen stellen beide dar.

  6. 6 @ 23. Juni 2009 um 10:16 Uhr

    dass weltweit eine imense überproduktion an fleischwaren stattfindet ist denke ich klar, dass diese produktion auf dem rücken der ärmeren „staaten“ stattfindet ist auch klar. dass tierquälerei, tierversuche und jagen scheiße sind, ist denke ich, auch klar. man kann aber, rein logisch, tieren nicht die gleichen rechte wie menschen geben. und dass meine ich überhaupt nicht überheblich oder cheauvinistisch. aber allein die tatsache dass mensch als einzige spezies die fähigkeit besitzt, und es sich leisten kann(zumindest in den meisten industrieländern), über vegetarismus und veganismus nachzudenken hebt ihn von anderen lebewesen ab. ein hungriger fleischfresser, in dessen beuteschema der mensch passt, scheißt auf die gleichen rechte des menschen wenn er diesen reisen könnte um selbst am leben zu bleiben. ätsch!
    und wie erkläre ich einem hai, dass die robbe, die er grad im maul hält, das selbe recht auf leben hat wie er. schon das sog. „fressen und gefressenwerden“, welches von der natur eingerichtet wurde, unterteilt lebewesen in „jäger“ und „beute“ und schfft somit unterschiede im „recht auf leben“.
    sorry, aber anti-speziesismus ist echt ganz toll gemeint doch leider nicht zu ende gedacht.

  7. 7 Ali 23. Juni 2009 um 18:46 Uhr

    zu @: Du greifst hier etwas komplexere Fragen auf, ich versuche einfach mal eine Antwort zu formulieren, welche eventuell ein gewisses Fundament implizieren könnte.
    1.) zu deinem Bsp. (Beuteschema) mit dem Fleischfresser, dem Hai und der Robbe:
    Das Sosein einer Sache an sich oder einer Aktivität heisst nicht das man so, auf deren ethische Richtigkeit schließen kann. Klassische Bsp. dieser Art sind „Der Stärkere tötet den Schwächeren“ o. „Der Mensch ist ein Fleischfresser bzw. ein Omnivor“ o. „In der Natur überlebt der Stärkere auf Kosten der Schwächeren o. der Intelligentere auf Kosten der weniger Intelligenten“. Ganz abgesehen von der faktischen Richtigkeit dieser Sätze über die Welt bzw. die Natur ist es nicht möglich, aus ihnen zu schließen, das es ethisch richtig und gut ist, dass der Stärkere o. Intelligentere den Schwächeren o. weniger Intelligenten tötet oder auf dessen Kosten überlebt o. das der Mensch Fleisch isst. Was natuerlich ist, ist deswegen nicht ethisch richtig oder gut. Eine solche Begründung ist eine Kategorieverwechslung, weil die Kategorie des Faktischen und die Kategorie des Normativen zwei verschiedene Kategorien sind. Der naturalistische Fehlschluss liefert also keine Begruendung für die Ethik.

    2.) Brauchen Nichtmenschliche Tiere die gleichen Rechte wie menschliche Tiere?
    Wenn ein Wesen etwas will, müssen Grundvoraussetzungen gegeben sein, damit dieses Wesen das Etwas, was es will auch bekommen kann. Genau diese drei Voraussetzungen sind Leben, Freiheit, Unversehrtheit. Diese Tierrechte finden sich auch in der UNO- Menschenrechtsdeklaration von 1948 als zentrale Menschenrechte. Die Forderung von Tierrechten schliesst also Grundrechte für den Menschen mit ein und umgekehrt.
    Dass etwas im Interesse eines Wesens ist, setzt also voraus, dass es einen bewussten Willen hat, dessen implizite Forderungen jenes ist, was in seinem Interesse ist. Wenn also ein Wesen etwas will, dann muß es zumindest implizit und unbewusst im Interesse dieses Wesens sein das es lebt, frei und unversehrt ist, um die Moeglichkeit zu haben, seine Ziele verfolgen zu können. Logisch ist das ein willentlich handelndes Wesen durch die enifache Tatsache, dass es sich auf eine willentliche Handlung einlässt, folglich dazu gezwungen ist, sein eigenes Leben, seine Freiheit und seine Unversehrtheit positiv zu bewerten, und ebenso, dass Rechte auf sein Leben, seine Freiheit und Unversehrtheit in seinem Interesse sind.
    DAS WESEN, das zu dieser ETHISCHEN REFLEXION fähig ist, schliesst nur aus dem Umstand, das Grundrechte fuer es selbst in seinem Interesse sind das es diese Grundrechte will. Es erkennt also das der Grund, der seinen Anspruch auf seine Grundrechte rechtfertigt, nur in seiner Eigenschaft ein willentlich handelndes Wesen zu sein, liegt. Allein die Fähigkeit handeln zu können bzw. einen Willen zu haben, und nicht die Fähigkeit zu reflektieren bedingt seinen Anspruch.
    Die Anwendung des Universalitaetsprinzips führt dann logisch zur Verallgemeinerung, dass die Rechte, die aufgrund einer Eigenschaft für sich selbst gefordert werden, auch für alle anderen gefordert werden müssen, die die gleiche Eigenschaft haben.
    Aus der Erkenntnis das genau jene Wesen welche ein Bewusstsein haben, folgt das alle Tiere mit Bewusstsein, Grundrechte auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit haben müssen. (= Tierrechte)

    Mit anderen Worten, wenn jemand Grundrechte für sich fordert dann fordert er gleichzeitig Grundrechte für alle Wesen mit Bewusstsein, ist er sich diesen Umstands bewusst, dann fordert er diese Grundrechte für alle Wesen mit Bewusstsein explizit, ansonsten implizit, aber deswegen nicht minder bedeutsam.
    Wenn jemand Grundrechte nur für sich o, nur für eine Untergruppe von Wesen mit Bewusstsein fordert, z.B. auf der Basis religiöser Dogmen o. persönlicher Präferenzen, dann handelt er irrational.

    Ein kurzes Bsp.: Person X fordert Brot für sich, weil sie Hunger hat, Man könnte jetzt meinen, das Prinzip der Universalitaet verpflichtet Person X dazu, für alle hungrigen Wesen Brot zu fordern. ABer vielleicht wollen andere Wesen, die Hunger haben, ueberhaupt kein Brot, weil sie zwar Hunger haben, aber ihnen ueberhaupt nicht Brot schmeckt!
    Das waere also ein Widerspruch. Der Fehler liegt in der falschen Anwendung der Universalitaet.
    Folglich müsste also eine vegane Gesellschaft, für alle Wesen mit Bewusstsein Grundrechte, also die Tierrechte explizit fordern.

  8. 8 tee 23. Juni 2009 um 20:30 Uhr

    an Ali:
    1. ich schließe nicht einfach mal so aus dem „sosein“ auf ethische
    richtigkeit. ABER, die beispiele, die du unter 1.) anbringst, sind sog. naturgesetzte gegen die sich ein nicht der reflexion fähiges „nichtmenschliches tier“ (wie geil!) nicht erwehren kann. deine beispiele sind lediglich mechanismen zur regulation des jeweiligen ökosystems, bzw des natürlichen gleichgewichts. jagdstrategien, und deren erfolge, sind selten ergebnise von inteligenz oder überlegenheit des jägers. sie stellen meist die angepasstheit an eine jeweilige situation dar. zudem werden im normalfall die tiere zur beute, welche alt oder krank sind.
    du hast recht, im bezug auf „menschliche tiere“ ist dieses verhalten extrem unethisch und wäre definitv abzulehnen. aber im bezug auf das verhältnis zwischen „nichtmenschl.,löwischem tier“ und „nichtmenschl.,nichtlöwischem,gnuischem tier“ ist dies nunmal nicht einfach nur so, sonder DIES IST NUN EINFACHMAL SO!!!
    angenommen ein löwe stellt seine ernährung um, verzichtet auf fleisch. der geht zu grunde, da sein verdauungstrakt auf fleischliche nahrung ausgelegt ist.

    2. definiere: wesen mit bewusstsein!!! ist eine katze, welche nicht die fähigkeit besitzt sich im spiegel zuerkennen, weniger wert als ein bonobo?

    3. wenn wir, als wesen welche der reflexion und zu rationalem denken fähig sind, tierrechte mit menschenrechten gleichsetzen, relativieren wir da nicht die menschenrechte? wenn militante tierrechtler viehtransporte mit den deportationen von menschen in kz`s gleichsetzen oder ähnliches( um auf die grausamkeit dieser transporte aufmerksam zu machen),stellen diese sich dann nicht auf eine stufe mit denen, welche vom „alliierten bombenholocaust“ sprechen?

    ergo: ich bin der meinung, dass anti-speziesismus viel zu kurz gedacht ist! sorry, soll nicht heißen dass ich dir deine meinung nicht lassen will. ich bin auch der meinung, dass ein huhn nix in nem käfig zu suchen hat, genauso weing, wie eine gans (oder anderes „nichtmenschliches tier“ (sorry, zu geil)) in einer mastanlage! tierhaltung sollte so ethisch vertertbar wie möglich sein und die produktion, bzw produktionsmengen,in angemesen relationen stattfinden. dennoch: ich kann mensch und tier nicht gleichsetzen und schon garnicht von tieren ethisches verhalten verlangen!!! denn, nur weil ich der kuh die freiheit gewähre wird die robbe trotzdem gefressen. da sich tiere nunmal nicht an ethische vorsätze halten (können) und auch wenn die ganze menschheit vegan lebt werden tiere weiter tier jagen! und wenn alle menschen nur auf pflanzliche nahrung zurückgreifen, würden wir die tiere trotzdem in ihrem dasein gefährden, da wir die pflanzen irgendwo anpflanzen müssten. und das würde viel fläche (tierischen lebensraum) benötigen.

    falls du dich irgendwo von mir angegriffen oder beleidigt fühlst bitte ich dies zu entschuldigen. dies lag nicht in meiner absicht!

    ach ja, ES BESTEHT EIN UNTERSCHIED ZWISCHEN SPEZIESISCHTEN FORMULIERUNGEN UND NAZIHETZTE.

  9. 9 tee 23. Juni 2009 um 20:59 Uhr

    kommentar ist natürlich nicht von mir. keine zeit für so‘n quark, ich hab genug mit loverboy zu tun

  10. 10 @ 23. Juni 2009 um 21:41 Uhr

    der vermeintliche „tee-kommentar“ ist von mir.
    hm,lief irgendwat schief.

  11. 11 tee 23. Juni 2009 um 21:49 Uhr

    ja, das hier läuft öfter mal schief. nur dass ich diesmal nicht direkt vorher kommentiert hab. na sei’s drum …

  12. 12 tee 23. Juni 2009 um 21:51 Uhr

    @admim: eine andere farbe für die links wäre ganz praktisch ;)

  13. 13 Ali 24. Juni 2009 um 10:01 Uhr

    Hi @,

    Ich versuche erste einmal, kurz die unbegründete Dichotomie der Mensch- Tier Dualität zu entkräften um dir so, eine klarere Sichtweise auf die Intentionen meiner Gedanken und auch ein wenig die der Tierrechte zu geben.

    1.) Menschen sind Wirbeltiere, genauer Säugetiere. Die klassische Annahme einer linearen Höherentwicklung, mit dem Menschen an der Spitze, ist absurd. Die Evolution produziert Diversifikationen und Ausdifferenzierung, sie ist ein Netzwerk ohne Hierarchie und kein Baum mit Krone.
    Wesen mit mehr o. weniger Komplexität in diesem Netzwerk sind nicht höher o. niederer, besser o. schlechter, werden nicht mehr o. weniger von Selektion begünstigt. Mehr Wesen mit mehr Komplexität ergeben sich im Laufe der Evolution deswegen, weil Ausdifferenzierung fortschreitet, folglich treten mehr Variationen auf, also immer mehr Komplexität neben anderen Formen. Mehr komplexität ist in keinem Sinne höher o. lebensfähiger als weniger Komplexität.
    Wenn man dem naturalistischen Fehlschluss anhinge, dass es ethisch richtig ist, zu tun, was die Evolution fördert, könnte man daraus keine Eugenik ableiten, welche sich z.B. auf Intelligenz o. irgendwelche besseren Qualitäten bezieht. Folglich gibt es keine rational, wissenschaftliche Basis, den Menschen als höher entwickeltes Wesen zu qualifizieren.
    Der ASpekt des heutigen Menschbegriffs müsste also abgelegt werden. Wenn aber aufgrund der Anthroponegation, die Basis der Gesellschaft durch ein biologisches Faktum erschüttert wird, dann kann mit dieser Basis/ System etwas nicht stimmen. Wer ein Mensch ist ist also nur willkürlich festgelegt. Deshalb ist der Menschbegriff Paradebeispiel von Diskontinuität.

    Derzeit sieht es aber so aus das alle Menschen gleich sind und alle Nichtmenschen, auch jene die nur „knappe“ Nichtmenschen sind, sind grundsätzlich und prinzipiell anders, allerdings lässt sich diese Art der Begrifflichkeit nicht mit der Kontinuität der Evolution und somit der Realität vereinbaren.
    Der Menschbegriff ist nur eine vom Menschen geschaffene Kategorie um sich letztendlich aus dem Tierreich zu transzendieren. Der Speziesismus dient unter anderem auch dazu diese Dichotomie zu zementieren.

    Die Tatsache ob wir Tierprodukte essen können stützt nicht die Schlossfolgerung ob es moralisch gerechtfertigt ist, genauso wenig wie, dass Krieg oder irgendeine andere Form von Gewalt als Schlussfolgerung moralisch akzeptabel ist, die Tatsache ob wir etwas tun können, ist nicht erheblich dafür, ob wir es tun sollten.

    Weiterhin ist der Rechtfertigungsversuch mit dem „schon immer“ keine Rechtfertigung dafür weiter zu versklaven, vergewaltigen, bekriegen usw., kein Grund sondern sollte dieses Unrecht bekämpfen.
    „Im Bezug auf das menschl. Tier ist dieses Verhalten extrem unethisch“, schreibst Du.
    Warum den aber nur in Bezug auf den Menschen?
    Du schreibst auch etwas zum Löwen als Carnivor und Jäger und wie Du richtig anmerktest würde er auch nicht die Möglichkeit haben über sein Ernährung zu reflektieren, sich vegan zu ernährunen bzw. sein Verhalten in einen ethischen Kontext zu bringen. Er hat also nur die Wahl zu jagen. Unter den Löwen gibt es auch Kannibalismus. Dennoch wäre dieses Verhalten analog eine Rechtfertigung für den Verzehr von Menschen durch Menschen.
    Ethisch wäre es folglich nicht vertretbar den Löwen nicht davon abzuhalten. Würde man hier in die Biosphäre eingreifen, wäre schlimmstenfalls die gesamte Zerstörung und als Nebeneffekt der Tod aller Tiere und somit der Löwen denkbar. Vegan bedeutet aber die Vermeidung des Vermeidbaren.

    zu 3.) Tierrechte sind die zentrale Basis als Grundrechte in den Menschenrechten. Das Problem liegt auch in der simplen Logik, wie schon erläutert sehe ich keinen Grund nur Menschen Rechte zu geben, weil wir annehmen das nur sie fähig sind moralisch zu denken und zu handeln und behaupten aufgrund dessen das nur jene der moralischen Gemeinschaft angehören können, also auch mind. Grundrechte haben, weil sie ihre Pflichten gegenüber anderen erkennen und adäquat agieren können.
    Da Tiere dessen vermeintlich unfähig sind, sehen wir darin also die Rechtfertigung sie als OBJEKTE ohne moralische Bedeutung zu behandeln.
    Problematisch sind diese Argumente aus zwei Gründen:
    Wenn wir es mit einem nichtbehinderten und einem geistig behinderten Menschen zu tun haben welcher unfähig ist, seinen Verpflichtungen gegenüber anderen nach zu kommen, wäre es denn gerechtfertigt diesen Menschen ohne seine Zustimmung zu biomed. Experimenten o. als gezwungenen Organspender zu behandeln oder in anderer Weise als Mittel zum Zweck anderer?
    Glücklicherweise erkennen wir es aber an, dass es unerheblich ist aufgrund ihrer Behinderung, sie als Ressourcen für „normale“ Menschen zu nutzen.

    Weiters stimmt es nicht das nur Menschen zu moralischer Überlegung und Handeln fähig sind. Es gibt zahllose Berichte von Tieren verschiedener Arten, welche ihre eigene körperl. Sicherheit gefährdet haben, um anderen zu helfen. Ein Verhalten was also hohen sittlichen Wert darstellt.
    Hunde laufen in brennende Häuser um Menschen zu retten, nichtmenschliche Primaten die in Zoos eingesperrt sind, beschützen Menschen die ins Zoogehege gefallen sind.
    Ein Bsp. welches ich vor kurzen auf Youtube sah zeigte einen hund welcher, einen anderen angefahrenen Hund auf der Autobahn, in altruistischer Weise, unter absichtlichen Risiko seines eigenen Lebens, den angefahrenen Hund aus der Gefahrenzone barg. Und die Menschen die vermeintlich etwas „Besonders“ darstellen, weil sie anders als Hunde, moralische Wesen sind, machen sich nicht einmal die Mühe zu bremsen oder auch nur das Tempo ihrer Autos zu reduzieren.

    Ich fühle mich nicht angegriffen o. beleidigt von Dir, nur lese ich aus deinen Worten das klassische anthropozentrische Vorurteil heraus, welches eine Kritik nicht rational- objektiv macht. Dieses duale Denken hat zur Folge das dann wichtige Gemeinsamkeiten bagatellisiert werden und belanglose Eigenschaften wie Intelligenz, Art, Hautfarbe usw. aufgebauscht werden und einen rationalen Diskurs unmöglich machen. Man rennt quasi gegen die Wand des fundamentalen Kreatonisten und sein Dogma an. Wenn Du denkst das Du davon frei bist, wäre ich auch gern bereit mich zu 2. zu äussern, da das Thema, Bewusstsein riesig ist, habe ich es erst unkommentiert gelassen, aber es ist definitiv Voraussetzung um Tieren Rechte geben zu können.
    stay tuned!
    -Ali

  14. 14 W.M. 24. Juni 2009 um 12:11 Uhr

    Ich persönlich hab meinen Fehler eingesehen und die Überschrift geändert – sorry dass ich nicht gleich geschalten hab.

    So, ich mach wieder den Ring frei…

  15. 15 tee 24. Juni 2009 um 16:18 Uhr

    na nochmal schwein gehabt!

  16. 16 @ 26. Juni 2009 um 11:45 Uhr

    an Ali
    ich glaube, mich von deinem vorwurf, des aufbauschens phänotypischer belanglosigkeiten frei sprechen zu können. desweiteren habe ich das ungute gefühl, dass wir uns hier im kreis drehen, da unsere standpunkte zu divergent und manifestiert sind. keine angst. ich habe verstanden worauf du hinaus willst, aber ich teile deine ansichten einfach nicht. auserdem habe ich nie von einer hierachie der lebewesen gesprochen, genausowenig wie ich kannibalismus unter menschen für ethisch vertretbar halte. und ob das prädikat „menschlich“ etwas ist, auf das man sich was einbilden sollte, bzw etwas positives ist, halte ich für fraglich. was heißen soll, ich würde die menscheit mit all ihren irren und abgründen im bezug auf moral und ethik nie über ein anderes lebewesen stellen. so. trotzdem danke, für deinen anti-speziesistischen exkurs. war ganz interessant.

  17. 17 winston 26. Juni 2009 um 21:31 Uhr

    mal nebenbei, gibts hier auch mal was produktives zum thema, also infoveranstaltung etc. oder is es lustiger sich in doch recht erheiternden diskussionen, zumindest für außenstehende, zu verlieren?

  18. 18 Markus 09. Juli 2009 um 16:14 Uhr

    NAZIS DIE PARTY VERDERBEN???

    Man man man, habt ihr echt nichts zu tun oder was?
    Bleibt lieber zuhaus und bildet euch lieber!!!

  19. 19 übchen 11. Juli 2009 um 23:50 Uhr

    was ihr alle wollt ey ihr denkt alle wunder wer ihr seid bei der antifa oder wir gehen auf die strasse weil wir die schnautze voll haben von sinnlosem gerede und nixgetuhe der linken partein es wird zeit das wieder die richtigen an die macht kommen und es wiedermal bergauf geht mit uns denn schlimmer als jetz gehts ja nichtmehr wir sind ausländer in unserem eigenen land und das scheint ihr auch noch zu feiern oder merkt ihr euch eigentlich noch ihr vollpfosten….

  20. 20 W.M. 12. Juli 2009 um 14:23 Uhr

    Ausländer in deinem eigenen Land? An was „merkst“ du das denn? Und wie können denn „die richtigen“ an die Macht kommen, wo Macht doch schon beinhaltet, dass ich für die Interessen anderer herhalten muss ohne mich ohne Gefahr verweigern zu können. Ich weiß ja nicht, was du an „deinem Deutschtum“ so schätz, aber überleg doch mal ob du in einer Welt ohne Gewalt, Herrschaft und Geld nicht auch besser dran wärst als in einem nationalsozialistischen Staat wo du für irgendwelche Führer verheizt wirst und ganz schnell weg vom Fenster bist, so bald du nicht mehr das sagst was dein System gern von dir hören möchte. Ach ja und mit linken Pateien haben wirs auch nicht so auf diesem Blog…

  21. 21 LOLA 12. Juli 2009 um 16:22 Uhr

    „Ja, liebe Freunde, wir sind stolz darauf, dass wir alljährlich in den bundesdeutschen Verfassungsberichten stehen und dort als feindlich, verfassungsfeindlich, gegen dieses System gerichtet genannt sind. Jawohl, wir sind verfassungsfeindlich.“

    Holger Apfel

    Was soll man dazu noch sagen?

    NPD MUSS VERBOTEN WERDEN!

  22. 22 Tobi 18. Mai 2010 um 11:34 Uhr

    Juli 2010
    Im Juli soll das größte Nazi – Konzert Europas in Gera statt finden. Es ist unser Ziel, dies zu verhindern! Dafür brauchen wir Deine Hilfe!
    Letztes Jahr missbrauchten mehrere tausend Nazi unsere Stadt für ihre Propagandaveranstaltung ,,Rock für Deutschland “ Dresden, Jena und andere Städte haben bewiesen, dass durch eine aktive Zivilgesellschaft wirkungsvolle Gegenwehr möglich ist.
    Im Jahr 2010 werden Geraerinnen und Geraer gemeinsam mit Gewerkschaften, Parteien, Jugend- und Studierendenverbänden, Vereinen, Bündnissen und weiteren Aktionsgruppen aus dem gesamten Bundesgebiet den Nazis gewaltfrei deutlich machen, was wir von Rechtsrock – Konzerten halten. Wir stellen uns gegen braunes Gedankengut und bringen eine der wichtigsten Finanzpellen der Nazis zum Versiegen! Nie wieder werden wir den Anhängern
    Des verbrecherischen Nazis – Ideologie unsere Stadt, unsere Straßen, unsere Spielwiese überlassen.
    Keine Spielwiese für Nazis! Kein Faschismus in Gera! Nirgendwo!
    www.aag.antifa.net

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