Archiv für Oktober 2009

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…noch mehr Werbung für diverse Veranstaltungen:

Antiziganismus in Europa.
Zur Aktualität der Feindschaft gegenüber Roma.
Eine Veranstaltungsreihe
antiziganismus
Donnerstag 29.10.09|AZ Conni|20 Uhr
Roswitha Scholz
Arbeitsgesellschaft und Antiziganismus
//für die weiteren Veranstaltungen schaut auf a.l.i.a.s

Noch bis zum 9.11.09 findet die 13. Jiddische Musik- und Theaterwoche in Drsden statt. Vom Hebräischkurs für Anfänger_innen bis zu Theaterstücken ist ein breites Angebot gegeben.

Desweiteren sind noch diverse Filmtage:

Vom 22.–28. Oktober zeigt das Kino Casablanca im Rahmen der 11. Tschechisch-Deutschen Kulturtage 20 preisgekrönte (Kurz-)dokumentarfilme des internationalen Filmfestivals EKOFILM aus 9 Ländern. Sie beschäftigen sich mit den Themen Umwelt, Klimawandel sowie Kultur- und Naturerbe. Alle Filme werden in Originalsprache mit englischen Untertiteln vorgeführt.

Move IT! Filmfestival

Thalia Kino vom 30.10. bis 03.11.2009

…kein Garantie auf Vollständigkeit, aber immerhin ein paar Tipps für diese grauen Tage.

Holland: Hausbesetzung illegalisiert? Ein Interview.

Derzeit wird im niederländischen Parlament ein Gesetzesentwurf diskutiert, nach dem die Besetzung von leerstehenden Häusern schon bald illegalisiert werden soll. Aber was heißt das für die radikale Linke dort? Wer ist eigentlich von dem Gesetz sonst noch so betroffen? Und gibt es überhaupt noch Chancen, das Gesetz zu kippen? Der AK Antifa Aachen sprach mit SquatterInnen aus Utrecht, um mehr über das bevorstehende Kraakverbot zu erfahren.

AK: Zuerst mal eine kurze Verständnisfrage: In den Niederlanden wird ja derzeit diskutiert, Hausbesetzung ab Januar 2010 zu verbieten. In den letzten Tagen erschien auf Indymedia Deutschland ein Artikel, in dem zu lesen war, dass die zweite Kammer das Gesetz bereits beschlossen hat und nun nur noch die erste Kammer ein Veto abgeben könnte, um das Gesetz doch noch zu kippen. Könnt ihr uns kurz erklären, was das bedeutet?

SquatterInnen: Die zweite Kammer kann mit dem deutschen Parlament verglichen werden. Die 150 Abgeordneten werden alle 4 Jahre gewählt und sie machen neue Gesetze. Die Regierung ist also Teil der zweite Kammer, und sie ist eine Koalition von Parteien, wie in Deutschland. Momentan setzt sich die Regierung aus der PvdA (SozialdemokratInnen), CDA (ChristdemokratInnen) und den Christianfundamentalists, der CU zusammen. Jene, die für das Kraakverbot gestimmt haben, setzen sich zusammen aus rechten Arschlöchern (PVV, List Verdonk), christlichen FundamentalistInnen (CU, SGP), Liberalen (VVD) und den christlichen DemokratInnen (CDA).

Die erste Kammer wird in den Provinzen gewählt (ähnlich also wie der Bundesrat) und ist in der Regel weniger von Medien und populistischen Ansichten beeinflusst. Die erste Kammer neigt eher dazu, neue Gesetze aus einem „seriöseren“ Blickwinkel zu betrachten. Die zweite Kammer denkt sich also neue Gesetze aus, und wenn sie was beschlossen hat, so soll die erste Kammer diesen bitte auch zustimmen. Und so, wie es im Moment aussieht, wird die 1. Kammer auch dieses Gesetz verabschieden. Dann wird Kraaken ab dem ersten Januar illegal sein.

AK: Wie war das mit dem Besetzen denn bisher? War das legal?

SquatterInnen: Es war legal, vorausgesetzt das Haus wurde länger als ein Jahr nicht genutzt.

AK: Und wer besetzt so in den Niederlanden? Also welche Gruppen trifft das Gesetz?

SquatterInnen: Die Squatting-Szene in Holland war schon immer international, was auch bedeutet, dass nun eine Menge Leute, die nicht aus Holland kommen, Schwierigkeiten haben werden, eine Bleibe zu finden. Auch Menschen ohne Papiere sind jetzt gezwungen, auf der Straße zu leben. Außerdem werden Initiativen wie Umsonstläden, Voküs, nicht-kommerzielle Bars und Lokale, Sozialzentren und so weiter aufhören zu bestehen. Auch Treffpunkte für linke AktivistInnen oder Proberäume für Bands werden wegfallen.
Es kann wohl gesagt werden, dass das Kraak-Verbot ganz allgemein die linksradikale Szene in Holland beeinflussen wird.

AK: Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krise werden noch mehr Menschen nicht genug Geld haben, um sich Wohnungen leisten zu können. Seht ihr da einen Zusammenhang zwischen einer verschärften Repression und steigender Armut? Und wie sieht eigentlich der Wohnungsmarkt in den Niederlanden aus?

SquatterInnen: Ich denke, dass die ansteigende Repression der Tatsache geschuldet ist, dass die Herrschenden immer schon Angst vor der eigenen Bevölkerung hatten. Sie wissen, dass die kapitalistische Gesellschaft, in der wir leben, kurz vor einem Kollaps steht. Um die bestehenden Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten, schüren sie Angst. Angst vor allem Unkonformen und Widerständigen. Dir wird gesagt, dass du dir keine Sorgen machen musst, so lange du nur angepasst bist. BesetzerInnen, Muslima, Menschen ohne Papiere und jene, die das System hinterfragen, seien die, die dieses System bedrohen. Alle anderen können sich sicher fühlen, solang sie ihre beschissenen Medien lesen und ihre verdummenden, platten TV-Shows konsumieren, bis sie irgendwann tot umfallen. Wie die Römer zu sagen pflegten: Gib ihnen Brot und Spiele und sie werden zufrieden sein.

Na, und der Wohnungsmarkt in Holland ist völlig außer Kontrolle geraten. Der Wert eines Hauses hat sich innerhalb weniger Jahre verdreifacht, die Menschen haben oft zwei Jobs gleichzeitig, nur um irgendwie die Miete zu finanzieren. Die Effekte der so genannten ökonomischen Krise verschärfen die Situation noch. Viele sind gezwungen, ihre Häuser zu verkaufen und dann haben sie bis ans Ende ihres Lebens noch nen riesigen Schuldenberg. Sie müssen Jahre warten, um ein Haus mit bezahlbarer Miete zu erhalten. In Utrecht beträgt die Wartezeit für ein Einfamilienhaus sieben Jahre. In Amsterdam sind’s sogar zwölf.

AK: Mit welcher Begründung versuchen die PolitikerInnen das Gesetz durchzusetzen?

SquatterInnen: Das wichtigste Argument ist, dass die HausbesetzerInnenszene immer gewalttätiger würde. Es basiert auf einigen Mediengeschichten, und klar insbesondere auf rechten Publikationen, die sich Scheiß-Storys einfallen lassen – von Menschenfallen, Waffen und so weiter. Eigentlich ist es nicht nur das Thema Besetzungen, dass von dieser Art populistischer Politik betroffen ist. Ein großer Teil der zunehmenden Repression in Holland ist den PolitikerInnen geschuldet, die ihr Handeln von Mediengeschichten abhängig machen. Ein anderes Argument, was herangezogen wird, um das Squatten zu verbieten ist, dass ein Gebäude schließlich das Eigentum eines Menschen sei und dass es nicht erlaubt sein könne, das Eigentum anderer anzurühren. Da wird dann so getan, als würde besetzen bedeuten, dass Eigentum anderer zu stehlen!

AK: Wie wird dieser Vorstoß in der niederländischen Öffentlichkeit diskutiert? Stimmt es, dass immer noch die Hoffnung besteht, dass das neue Gesetz in den Städten nicht umgesetzt wird?

SquatterInnen: Es gibt nicht viele Diskussionen darüber in der niederländischen Öffentlichkeit. Die Linke im Parlament betont natürlich die positiven Effekte, die Besetzungen mit sich gebracht haben und meint, dass es ja schon Gesetze gibt, um der „ansteigenden Gewalt“ zu begegnen, dass diese aber nicht umgesetzt würden… Nunja, was kannst du auch mehr von Parteien erwarten, die mit dem kapitalistischen System kuscheln. Auch wenn sie sich selbst SozialistInnen, Grüne Linke, KommunistInnen nennen, es ist immer noch die verdammt gleiche Art von bullshit. Und die Öffentlichkeit in den Niederlanden? Yeah, die besetzt nicht und deshalb ist es auch nicht ihr Problem. Die meisten Großstädte in Holland haben schon gesagt, dass sie dieses Gesetz nicht durchsetzen werden. Aber nicht weil Squatten legal bleiben sollte, sondern weil es zu viele bürokratische Streitereien geben würde und sie hierfür nicht genug Personal hätten.

AK: Wenn nun also wirklich das Gesetz beschlossen werden sollte: Was bedeutet das für bestehende besetzte Häuser? Uns was für Folgen hat das für Euch und für die politische Infrastruktur in den Niederlanden?

SquatterInnen: Ich denke nicht, dass alle besetzten Häuser sofort geräumt werden, wohl aber nach der nächsten Wahl. Wie es gerade aussieht, wird die PVV etwa ein drittel der Stimmen erhalten und sie ist eine typische law and order Partei…

Für mich persönlich wird das wahrscheinlich bedeuten, in den Knast zu wandern. Ich werd niemals aufhören zu besetzen. So lange wie diese kapitalistische Gesellschaft existiert, werde ich kämpfen. Und Squatten ist für mich eines der Mittel, dieses System zu bekämpfen.
Für die politische Szene wird es wahrscheinlich einen kleinen Rückschlag bedeuten. Es gibt zum Glück auch noch andere Orte wo wir uns treffen und Aktionen planen können. Zum Beispiel das ACU in Utrecht, das Onderbroek in Nijmegen und das OCCII in Amsterdam. Das sind alles legalisierte Squats.

AK: Und was für Aktionen plant ihr für die nahe Zukunft, um das Gesetz doch noch zu kippen? Können AktivistInnen aus Deutschland euch irgendwie unterstützen?

SquatterInnen: Ich hab ja eben schon erklärt, was für eine Bedeutung der Friedfertigkeit zukommt. Nach dem ersten Januar muss auf jeden Fall was passieren.
Und klar könnt ihr uns unterstützen. Da ist die Solidemo in Berlin, oder mensch trifft sich am 24. Oktober auf der Demo in Utrecht. Die Demo beginnt um 13.00 Uhr auf dem Mariaplaats. Aber die wichtigste Form der Solidarität ist wohl, niemals aufzuhören, dieses System zu bekämpfen!!!

AK: Noch ein Schlusswort von euch?
SquatterInnen: Kraken is verzet! kraken gaat door!

Dresden Calling. Saison 2010 beginnt

An dieser Stelle gibt es einen kleinen Werbeblock für kommende Veranstaltungen des Antifabündniss ‚No Pasaran‘, welches auch in der Saison 2010 wieder Gegenaktivitäten zu dem Nazigroßaufmarsch am 13. Februar organisieren wird:

Nummer 1: Soliparty

party
Es geht wieder los – No pasarán! 2010
Die Saison hat bereits begonnen, der erste Schnee ist gefallen und viel Arbeit liegt noch vor uns. Spaß, Spiel und Entspannung dürfen aber nicht zu kurz kommen, und deshalb laden wir euch am 24.10. ins U-Boot (Bautzenerstr. 75) um mit uns zu feiern, tanzen und abzuchillen. Die Erlöse kommen der Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch am 13. Februar 2010 zu Gute.

DJs

Kopfkasper (dark psy/goa)

Sebastian Feys (Techno secret-island)

+ Special Guest (Music from Outa Space und Hardtek)
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Nummer 2: Aktionskonferenz als Auftaktveranstaltung

konfi
Dresden calling – aktiv werden gegen den Nazi-Aufmarsch im Februar 2010

Erneut planen Nazis aus ganz Deutschland und Europa im Februar 2010 zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens aufzumarschieren.
Erfreulicherweise ist es 2009 gelungen, mehr Menschen als in den Jahren davor zu Gegenaktivitäten zu mobilisieren. Unerfreulich hingegen ist die Tatsache, dass es keine ausreichende Zusammenarbeit zwischen den antifaschistischen Bündnissen gab. Auch deshalb konnte der Aufmarsch weder be- noch verhindert werden.
Die Erfahrung zeigt, dass spektrenübergreifende Zusammenarbeit ein Mittel ist, um wirksam gegen Nazis vorzugehen. Auf der Aktionskonferenz wollen wir gemeinsam Strategien entwickeln, um den Großaufmarsch der rechten Szene in Dresden zu verhindern.

Programm unter folgendem LINK
Die Aktionskonferenz wird veranstaltet vom bundesweiten Bündnis No pasarán!

Heidelberg: Nachttanzdemo für alternative Freiräume

Am 24. Oktober findet wie auch im letzten Jahr eine Nachttanzdemo in Heidelberg statt. Beginn ist 18h am Uniplatz, von wo es durch Heidelberg zum Hauptbahnhof geht. Von dort aus ist es auch nicht mehr weit zur After-Demo-Soliparty im Teufel ab 22h.

News, Hintergrundinfos und Material gibt es auf anarres.blogsport.de

Der Sound kommt diesmal auf vier Wägen von:

Party & Activism
Reggae, Ska, Punk, HipHop

Kritische Initiative Heidelberg
Punkrock & Ton Steine Scherben

Anarchistische Gruppe Mannheim
Rebelvoice Soundsystem (Kyrill_Ritot_bpm und Rub-Batz) zusammen mit D-Jewels: Drum n Bass, Jungle, Breakbeats + Skaot (Latino-Reggae-Balkan-Punk-Ska-Fusion)

Fachschaft für Politik des Juz Mannheim
elektro und indietronics

Dresden: Stille Besetzung aufgelöst, Bewohner_innen auf der Straße

Heute Mittag auf der Bautzner Straße 99 in Dresden, mehrere Bauarbeiter_innen tragen Möbel aus dem Haus, welches vielen als „Burg Rattenstein“ bekannt war. Grund für die Räumung ist vermutlich ein Eigentumswechsel, denn die Immobilie gehört seit kurzem der „RICHERT & OERTEL GMBH & CO. KG“, eine Firma die sich vor allem auf die Vermittlung von Villen und Wohnanlagen in Dresden und Berlin spezialisiert hat. Zuletzt stand die seit mindestens 10 Jahren ungenutzt Villa für über 350 000 Euro zum Verkauf.

Das Gebäude war seit einer temporär-öffentlichen Besetzung im Juni von mehreren Menschen „still“ (d.h. heimlich) besetzt worden. Die marode Villa war in dieser Zeit Stück für Stück von Müll und Bauschutt befreit worden und es wurden Reparaturen an Dach und Fenstern vorgenommen. Mehrere Menschen bewohnten das Haus dauerhaft, während andere das Gebäude als Rückzugsraum und Treffpunkt nutzten.

Vor 3 Wochen kam, wie auch in vielen anderen leerstehenden Häusern Dresdens, eine Polizeistreife vorbei und verwies die sonst obdachlosen Bewohner_innen aus ihrem Zuhause. Einen Tag später traf eine weitere Streife die Bewohner_innen erneut im Haus und kündigte für den Fall einer dritten Begegnung eine Hausfriedensbruchsklage an. Daraufhin verließen die festen Besetzer_innen das Haus, welches allerdings weiterhin als Treffpunkt verwendet wurde.

Es ist erschreckend, dass gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit Wohnungslose von der Polizei auf die Straße geschickt werden, vor allem da mit 600 offiziell Wohnungslosen Menschen (Zahlen nach der Sächsischen Zeitung im Februar diesen Jahres, Streetworker schätzen die Dunkelziffer annähernd doppelt so hoch) die Anlaufstellen ohne solche selbstorganisierten Unterkünfte völlig überlastet wären. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Obdachlosenheime in Dresden nur Nachtquatiere anbieten und keinerlei Privatsphäre ermöglichen. Ärgerlich ist ebenso, dass damit wieder einmal ein unkommerzieller Treffpunkt verschwunden ist.

Es bleibt zu hoffen, dass sich weiterhin engagierte Menschen zusammen tun und gemeinsam den immer kälteren Temperaturen und den harten Bedingungen für Leute ohne Geld die Stirn bieten. Auch bleibt zu hoffen, dass die Stadt endlich den Forderungen nach billigen, soziokulturellen Wohn- und Projektflächen nachgibt.

es gibt gar keine freiheit

banane
Auf indymedia und co kursieren schon einige hasserfüllte demoberichte aus leipzig. die ‚antinationale‘ demo „still not loving germany“ mit etwa 1500 besucherinnen hat so einige enttäuscht. neben dem miesen wetter und der etwas zu langen route war es ernüchternd, dass auf der demo nicht so richtig stimmung aufkommen wollte. mit lockerer polizeibegleitung gings los richtung innenstadt. die vorbereitetetn zettelchen mit sprechchor ideen halfen jedoch auch nicht groß weiter um eine gewünschte aussenwirkung zu entfalten. die durchaus interessanten redebeiträge über deutsch-völkischen nationalismus, welche gefühlte 20 minuten dauerten, nahmen dann die restliche power aus der demo. dem sich selbst feiernden leipziger mob, welchem in einer zwischenkundgebung direkt vor einem museum eine lautstarke kritik entgegengehalten hätte werden können, blieb aus. so zog die mit pappbananen und platten sprüchen beladene demo zurück zum bahnhof. die musikauswahl, über die sich ja immer streiten lässt sei an dieser stelle allerdings auch mal kritisiert. texte, in denen worte wie ‚motherfucker‘ und ‚nigger‘ inflationär gebraucht werden sind nicht nur auf einer antifa demo fehl am platz. wütende leipziger bürger_innen mit offenen mündern, welche empört in der innenstadt anzutreffen waren, brachten dann jedoch noch ein gefühl der genugtuung etwas gegen die selbsternannten volksmassen einer ‚friedlichen revolution‘ getan zu haben.

die diskussion welche sich im vorfeld der demo abspielte und die anhaltende debatte welche wohl mit ‚deutschland heißt…?‘ beschrieben werden könnte, ist ebenso eine lektüre wert:
freibier und freiheit sind nicht dasselbe
20 Jahre antideutsch-antifaschistischer Widerstandskampf
Gegen Deutschland helfen keine Gedichte!
03. Oktober ’09 Gedichte nach Köln und Frankfurt
Ich kann die Auschwitzscheiße nicht mehr hören…
[Wie Autonome Antinationalisten den Schlussstrich unter die deutsche Geschichte ziehen wollen]

Die Wende. Ein Stasimärchen.

zur kritischen auseinandersetzung mit dem ak 2009 kann ich auch den neuesten beitrag von bonjour tristesse empfehlen: 20 Jahre Antifa: Still not loving Reality

und zuletzt noch etwas werbung: am 7 novemeber um 16 uhr veranstaltet TOP aus dem ‚…ums Ganze!‘ bündniss in berlin eine demo gegen den deutschen jubiläumsnationalismus unter dem motto ‚es gibt kein ende der geschichte!‘

keine atempause.
geschichte wird gemacht.
es geht voran ;)

Freiraum-Wochenende in Köln: Her mit dem autonomen Zentrum!

von www.pyranha.info
am 17.10. 12 Uhr am Kölner Dom:

Her mit dem AZ – und zwar sofort!

Ein autonomes Zentrum in Köln als Ort emanzipatorischer Praxis, politischer Organisation und Pyranhabecken für selbstorganisierten, unkommerziellen Hedonismus!
Vor neun Monaten formierte sich nach der Schließung der „Schnapsfabrik“ die Kampagne Pyranha für ein autonomes Zentrum (…mit Tanzfläche), als ein Zusammenschluss aus Gruppen und Einzelpersonen des politischen und kulturellen Spektrums, mit dem Ziel in Köln ein unkommerzielles und selbstverwaltetes Zentrum für Politik, Kunst und Kultur zu schaffen…ein Autonomes Zentrum!

Dies ist in Köln nicht der erste Versuch dieser Art und wir schließen explizit an die vergangenen Versuche an, an denen wir teilweise auch mit beteiligt waren. Die Erfahrung zeigt, dass diese Versuche oft von sehr kurzer Dauer waren. Selbst die zuletzt angemietete und privat finanzierte „Schnapsfabrik“ hat gezeigt, dass ein solcher Ort ständig durch Repression von Stadt und Staat gefährdet ist. Mit Pyranha haben wir uns daher sehr viel Zeit gelassen und zunächst mehrere Monate mit unseren „Autonomen Kulturprogramm“ mit zahlreichen Veranstaltungen im öffentlichen Raum und inhaltlicher Auseinandersetzung für breite Unterstützung und Aufmerksamkeit für unser Anliegen gesorgt. Die Aktionen von Umsonstflohmarkt bis Untergrundlesung, Finanztanz bis Tanzdemo trafen dabei auf überwältigenden Anklang. Anfang August beteiligten sich mehrere hundert Besucher aktiv mit an einer Wochenendbesetzung. Dort haben wir das Leben und den Umgang miteinander in einem AZ erprobt. Jetzt wollen wir nicht länger warten und fangen an unsere Vorstellungen für ein AZ in die Tat umzusetzen.

Wie, watt, wo Autonomes Zentrum?

Ein Autonomes Zentrum, wie wir es uns vorstellen, bedeutet dabei einen Ort an dem jede und jeder sich gleich beteiligen kann auf der Grundlage einer antikapitalistischen Zielsetzung und mit dem aktivem Bestreben Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und andere menschenverachtende Denkmuster und Verhaltensweisen zurückzudrängen und zu bekämpfen. Autonomie verstehen wir als das Bestreben nach Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung und Entscheidungsfreiheit. Die Idee ist, den herrschenden Werten und Regeln von Staat und bürgerlicher Demokratie in Form einer gelebten Alternative entgegenzutreten und einen Ort einzurichten, an dem versucht wird gesellschaftliche Zwänge zu überwinden, solidarisch miteinander umzugehen und sich Repression gemeinsam entgegenzustellen.

Antikapitalistisch – geht doch gar nicht?

Wenn wir uns als antikapitalistisches Projekt bezeichnen, ist uns bewusst, dass wir nicht die Möglichkeit haben – aber trotzdem das Ziel verfolgen – uns von kapitalistischen Strukturen frei zu machen. Wir machen uns nicht die Illusion, ein AZ wäre die Lösung aller Probleme, insbesondere nicht die lokale Überwindung des Kapitalismus. Vielmehr verstehen wir darunter einen Ort zur Erprobung einer Praxis für eine spätere freie Gesellschaft. Diese zu erreichen bedeutet emanzipatorische Kleinstarbeit, der dann eine größere Veränderung der Gesellschaft folgen kann. Emanzipation ist ein kollektiver Prozess und bedarf ebensolcher Orte, an denen man zusammenkommen, sich kennenlernen, informieren, diskutieren und politisch organisieren kann, um in die Gesellschaft und in soziale Kämpfe zu intervenieren und einen Angriff auf die Verhältnisse zu starten.

Unkommerzieller Hedonismus oder Subkultursumpf?

Wenn wir uns schon nicht frei machen können von der kapitalistischen Verwertungslogik, so wollen wir versuchen ein AZ so unkommerziell wie möglich zu gestalten. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass Angebote, Essen und Getränke und vieles mehr Geld kosten werden – und damit Personen von der Nutzung ausgeschlossen sind, weil sie sich das nicht leisten können oder wollen. Unser Anspruch besteht dennoch darin, die Preise so niedrig wie möglich zu halten bzw. so etwas auch kostenlos hinzubekommen. Es wäre aber falsch zu glauben, ein AZ wäre eine billigere Alternative zur sonstigen – kommerziellen – Partykultur. Die Veranstaltungen leben davon, dass sich alle mit einbringen und sich an der Planung und Durchführung der Veranstaltungen als auch an der Organisation der Abläufe beteiligen. Das bedeutet eine Menge Arbeit. Dennoch – oder gerade wegen der ganzen Scheiße – wollen wir einen Ort, wo man für wenig Geld Parties und Konzerte feiern, mit netten Leuten veganes Essen genießen und ein Stück besseres Leben hier und jetzt verwirklichen kann – ohne in der eigenen, alternativen Subkultur zu versumpfen! Wir wollen ein AZ für größere Konzerte, Convergence Center, VoKü und Café; Gruppenräume und Werkstätten für Kunst und D.I.Y., damit MENSCH sich frei von Verwertungslogik ohne Hierarchien selbstorganisiert gegenseitig etwas beibringen kann.

Gegen den Scheissismus!

Ein AZ als offener Ort, der zum Besuch und mitwirken einlädt, ist niemals frei von Ausgrenzung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Hierarchie. Gesellschaftliche Verhältnisse spiegeln sich im persönlichen Verhalten wider und werden durch das persönliche Verhalten reproduziert. Wer die gesellschaftlichen Zustände angreifen will, muss auch die eigenen Verhaltensweisen gegenüber anderen reflektieren. Eine Gesellschaft, in der alle Menschen in Würde leben können, erfordert einen respektvollen Umgang aller Menschen miteinander. In einem autonomen Freiraum können deshalb unterdrückende oder diskriminierende Verhaltensweisen nicht geduldet werden. Wir verstehen ein autonomes Zentrum als einen Schutzraum, in dem sich alle Menschen ungeachtet ihrer zugeschriebenen und gewählten Attribute frei bewegen können und die Sicherheit haben, bei einem Übergriff von allen unterstützt zu werden! Trotzdem soll ein AZ nicht Rückzugsraum aus den beengenden und unterdrückenden gesellschaftlichen Verhältnissen sein, sondern der Startpunkt für den Angriff auf selbige.

Also raus auf die Straße am 17. Oktober!

Wir wollen jetzt – gemeinsam mit allen Gruppen und Einzelpersonen, die ein Autonomes Zentrum nutzen und gestalten wollen, ein deutliches Signal setzen. Mit einer Demonstration vom Dom nach Kalk fordern wir lautstark und viel¬stimmig:

HER MIT DEM AUTONOMEN ZENTRUM – UND ZWAR SOFORT!

Im Anschluss an die Demo kann Mensch auf verschiedenste Aktionen (Film, Futter, Diskussion, Konzert, Infoveranstaltung, DIY, etc.) in Kalk gespannt sein, denn Kalk wird zum Autonomen Zentrum!

Nächste anarchistische Büchermesse vom 14. bis 16. Mai in der Schweiz

Liebe Leute!

Letzten Februar in Winterthur, nächsten Mai in Biel: Zum zweiten Mal findet in der Schweiz die Libertäre Buchmesse statt. Nicht mehr im beschaulichen Osten des Landes, sondern mitten auf der deutsch-französischen Sprachgrenze wird sie diesmal über die Bühne gehen. Und Bühne ist im wortwörtlichen Sinne gemeint: Am Wochenende vom 14. – 16. Mai 2010 soll nicht nur wieder das Programm von Dutzenden anarchistischen Verlagen, Bibliotheken, Vertrieben und Organisationen zu bestaunen sein, sondern auch Platz geboten werden für zahlreiche kulturelle und politische Veranstaltungen an verschiedenen idyllischen Orten in der Stadt zwischen grünem Jura und blauem See. Was letztes Mal in Winterthur erst angedacht werden konnte, soll nun in Biel Realität werden: Eine vielsprachige Buchmesse als Treffpunkt von Anarchistinnen und Anarchisten aus ganz Mitteleuropa, und, wer weiss, möglicherweise darüber hinaus. Und damit noch nicht genug: Beinahe in den Stammlanden der legendären Fédération Jurassienne gelegen, lebt auch heute noch in Biel die libertäre Tradition fort: Trotz der lediglich 50′000 EinwohnerInnen gibt es hier besetzte Häuser, ein autonomes Jugendzentrum mit mehr als vierzigjähriger Geschichte, den „Chat Noir“ als einer der ganz wenigen anarchistischen Infoläden in der Schweiz, eine selbstverwaltete Gassenküche mit täglichen warmen Mahlzeiten, eine autonome Druckerei… Darüber hinaus ist die Stadt dank ihrer günstigen geographischen Lage schon seit langem beliebter Treffpunkt für Anarch@s aus dem ganzen Land.

Damit die Buchmesse in Biel ein mindestens ebenso grosser Erfolg wird wie diejenige in Winterthur, die als Novum im deutschsprachigen Raum gut 300 Besucherinnen und Besucher anziehen und viel Lob von allen Seiten ernten konnte, sind wir natürlich auf euch als AusstellerInnen angewiesen. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag habt ihr die Möglichkeit, an der Buchmesse und ihrem kulturellen Rahmenprogramm zu partizipieren, nette Leute von Nah und Fern kennenzulernen und nicht zuletzt in freiheitlicher Atmosphäre euren Verlag, eure Bibliothek, eure Zeitschrift oder eure Organisation einem breiten Publikum zu präsentieren.

Die Buchmesse findet am Samstag, 15., und Sonntag, 16. Mai 2010 im „Chessu“ in Biel statt. Tische und Übernachtungsmöglichkeiten stellen wir zur Verfügung. Anmelden könnt ihr euch direkt über das Formular auf unserer Website (www.buechermesse.ch), wo ihr auch in Kürze genauere Informationen über den Ablauf, die Örtlichkeiten und die Buchmesse im Allgemeinen finden werdet.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

Mit bibliophilen Grüssen, Organisationskomitee Libertäre Buchmesse Biel/Bienne 2010

http://www.buechermesse.ch

Eingesendet: Infotag für alternative Freiräume in Dresden

Diesen Sonntag findet im AZ Conni (Rudolph-Leonhard-Straße 39) ab 14:30 Uhr ein Infotag für alternative Freiräume statt. Euch erwarten Vorträge, Workshops, leckere vegane Küche, ein großer Infostand und ein Film. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Tages wird der sogenannte „Open Space“ sein, bei dem ihr selber zu Diskussionen aufrufen könnt. Auch hier gilt, wie schon auf der Nachttanzdemo, das Prinzip des diskriminierungsfreien Raumes.

Hier der Radio-Jingle zum Thema:

Das Programm

Ab 15 Uhr wird die Veranstaltung mit einer kleinen Einleitung und Vorstellung des AK Freiraum (Libertäres Netzwerk Dresden) beginnen. Ab 15:30 Uhr steht dann der Infotisch mit Texten von Freiraumaktivist_innen, einer Chronik der diesjährigen Freiraumaktionen in Dresden, Büchern zu den Themen Selbstverwaltung, Herrschaftsfreiheit, alternativen Stadtnutzungskonzepten, emanzipatorischen Freiräumen uvm. zu eurer Verfügung. Gleichzeitig wird der „Open Space“ eröffnet und das erste WorkShop-Segment beginnt, unter anderem mit einem methodischen Vortrag über gewaltfreie Kommunikation.

Gegen 17:30 Uhr folgt dann das zweite Vortragssegment mit einem WorkShop zur Rechtslage bei verschiedenen Freiraumaktionen und den dazugehörigen Rechtstipps, sowie dem Vortrag „Wohnungslos? Muss nicht sein!“. Gegen 20:30 Uhr erwartet euch dann leckere vegane Küche und ein Überraschungsfilm zum Abschluss.

Was ist „Open Space“?

Open Space ist ein Konzept der Diskussionsgestaltung. Auf einer Infowand könnt ihr dann z.B. eine Diskussion oder einen spontanen Vortrag vorschlagen. Leute die sich für das Diskussionsthema interessieren können dann spontan dazustoßen und sich später vielleicht in eine andere Diskussionsrunde setzen. Die Ergebnisse oder einzelne Standpunkte der inhaltlichen Auseinandersetzung können am Ende ggf. auf einem Plakat notiert und zur Auswertung am Ende des Abends vorgestellt werden.

Open Space soll die Selbstorganisierung und den spontanen Austausch von sich bis dato unbekannten Menschen ermöglichen und den Veranstaltungstag über die geplanten Vorträge hinaus interaktiver und inhaltsvoller gestalten.

Diskriminierungsfreier Raum

Wenn wir von alternativen Freiräumen sprechen, so ist immer eine Gratwanderung zwischen Begegnungsstätte und Schutzraum gemeint; Zum einen wollen wir Menschen mit dem Bedürfnis auf eine gesellschaftliche Änderung im Sinne einer freiheitlichen und solidarischen Gesellschaft zusammen führen, unabhängig davon inwieweit diese sich bis jetzt mit theoretischen Aspekten beschäftigt haben, andererseits wollen wir einen angstfreien Schutzraum für jene bieten, die in der heutigen Gesellschaft immer wieder Opfer von Hetze und Diskriminierung werden.

Aus diesem Grund werden wir auf der Veranstaltung keine Form von physischer oder verbaler Gewalt dulden, ebenso wenig wie sexistische (Diskriminierung oder Pauschalisierung aufgrund des anatomischen Geschlechts), rassistische (D. oder P. aufgrund von Herkunft etc.) oder lookistische (D. oder P. aufgrund Aussehens) Sprüche. Wir hoffen dabei auf euer Verständnis und sind auf Nachfrage gerne bereit die Gründe für diese Handlungsweise zu erläutern.

Wir sehen uns Sonntag!

Wir würden uns freuen wenn ihr am Sonntag dabei seit und die Veranstaltung durch eure Gedanken, Fähigkeiten und Ideen bereichert.

AK Freiraum, Libertäres Netzwerk Dresden