Archiv für Februar 2010

Soli-Demo zum Prozessauftakt gegen 13 AktivistInnen der Tierbefreiungsbewegung in Österreich

am Dienstag, 2.3.2010 ab 11:00 Uhr vor dem Österreichischen Honorarkonsulat in Dresden, An der Frauenkirche 12.

Hintergrund:
Zum Beginn des Prozesses gegen die österreichischen Tierrechts- und TierschutzaktivistInnen wurde ein internationaler Aktionstag ausgerufen, um den öffentlichen Druck auf die österreichischen Behörden zu erhöhen und Solidarität mit den verfolgten AktivstInnen zu bekunden. Am 2.3.2010 sollen möglichst viele Aktionen vor österreichischen Botschaften, Konsulaten oder anderen Vertretungen stattfinden. Mehr dazu unter http://antirep278a.blogsport.de. Wer sich also über das Prozessgeschehen informieren will, der/dem sei die Seite http://antirep2008.lnxnt.org/ ans Herz gelegt. Ab dem 2. März wird nach jedem Prozesstag ein Bericht vom Geschehen beim Prozess veröffentlichen.

Kontakt / Weitere Infos unter AK Tierrecht DD:

http://dresden.antispe.org/
dresden@antispe.org

2. Libertärer Aktions- und Infotag am 27.2 in Gera

Programm

13:30Uhr Beginn

14:00Uhr Vortrag: Bildung ohne Zwang – Anarchisten als Pädagogen
von Ulrich Klemm, Ulm
Finanziell gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Am Beispiel anarchistischer Pädagogen wird die Tradition einer libertären Pädagogik dargestellt, wie sie bis heute lebendig geblieben ist. Anarchisten zählen in der Bildungsgeschichte zu den ersten Reformpädagogen, die antiautoritäre und herrschaftsfreie Konzepte für Bildung und Erziehung praktizierten. Im zweiten Teil des Vortrags werden aktuelle bildungs- und schulpolitische Perspektiven diskutiert – was heißt es heute, libertär-pädagogisch zu handeln und zu denken?

16:00Uhr Geigerzähler

17:00Uhr Vortrag: Anarchistische Perspektiven zw. Alltag&Föderation

19:00Uhr Kino

20.00 Uhr Einlass Solikonzi

ab 20.30Uhr Konzert mit Drown in Concrete, Verge on Reason, Contienda Libertad und Desgarrado

ansonsten: fette Aftershowdisse, Infostände, den ganzen Tag veganes Essen, Streetart Fotoausstellung, Tetrapacktaschen selbermachen (1,5/2l Tetrapack mit rechteckigem Boden mitbringen), evtl. Siebdruck…

Ort

Sächsischer Bahnhof
Erfurtstraße 19
07545 Gera

..direkt nebem dem Südbahnhof

Der Theorieteil bis 20 Uhr ist Eintrittsfrei, das Konzi kostet Solieintritt für Projekte, wobei der Gewinn gespendet wird und nichts in die eigenen Taschen fließt.

Von Siegesmythen und Menschenketten

Der 13. Februar in Dresden ist vorbei. Naziaufmarsch blockiert. Menschenkette wieder entkettet und alle Trauerkerzen abgebrannt. Die Siegesfeiern und glorreichen Auswertungen werden von nur wenigen mit geballter Kritik ein wenig gedämpft. Die Antifa Freiberg beispielsweise kritisiert in einem Resumee den Untergang emanzipatorischer Kritik am Gedenken in der Bündnissarbeit. Selbiges treibt die AG no tears for krauts in Polemik par excellance auf die Spitze.
Auch in der aktuellen Jungle World ist eine sehr lesenswerte Reportage über den 13. Februar.
Bestes Zitat eines Teilnehmers zur Beschreibung der Menschenkette:
„Es geht um ein stilles Gar-nichts-Tun…“

Ein vollständiger Überblick wird mir an dieser Stelle nicht gelingen. Es gibt unzählige Fotos, Videos und interessante Texte im Netz. Informiert euch einfach selbst. Erwähnen will ich allerdings noch, dass im kleinen braunen Pirna der deutsche Mob so richtig den Frust abbauen wollte und dabei Fensterscheiben, eine Nase und ein Auto zu Bruch gingen.

zum Schluss noch ein bischen Werbung: Andere Städte bleiben von der Inszenierung Deutschlands zu einem Opfer des 2. Weltkrieges auch nicht verschohnt und deshalb heißt es in Chemnitz am 5. März-
Das Tränenmeer trocken legen. Wider den Chemnitzer Totenkult.

negativansicht

bilder von dem glück das es niemals gab
als ersatzbefriedigung per bildschirm in mein hirn projiziert
so eckelhaft schön das ich heulen möchte
eine so wunderbare verbildlichung das ich kotzen möchte

mir soll es gut gehn? ich soll mir mal zeit für mich nehm,
na schön… dann lass ichs mir gut gehen,
drogen, fernseher, masturbation – kleine, bunte comicwelt.
es soll mir gut gehn?
ich kann euch nicht mal schmerzfrei beobachten,
kann es nicht ertragen wie ihr alle so happy seid
und in gütigkeit
auf mich herabblickt,
mitleid heuchelt,
wenn das nicht reicht verständnis

umarm mich nur,
fühlst du den auswurf meiner seele?
riechst du den fauligen gestank der schwarzen galle?

wir wissen beide, dass der heldenpathos gerade reicht um über den tag zu kommen,
aber ich weiß was was du nicht weißt,
ich weiß was unser held nachts macht,
wenn er allein ist,
wenn das licht aus ist.

ich kenne seine gedanken,
scheiße, ich kenne jede erbärmliche regung in seinem gemüt,
jede verdammte assoziation,
tag und nacht

lässt sich nicht behandeln
will nicht behandelt werden
will nur in selbstmitleid zerfließen
und überdröhnt werden

gib mir einen äußeren feind,
dann hält der innere die fresse
wenn du wüsstest, wie gut dieses schweigen tut,
wie seelig es ist, wenn es aufhört

der schlagstock – ein freund
der schnaps – ein freund

scheiß auf die motivation,
nehmen was da ist, nur bloß nicht akzeptieren
verrückte welt,
in der einem ein ehrliches lächeln den Verstand raubt
und ein schlag ins gesicht ihn wieder zurück bringt

Vortrag: Totalkriegsdienstverweigerung

18.02.10, 20 Uhr im AZ Conni: Offenes Antifa Treffen

Totalkriegsdienstverweigerung – Mit dem 18. Geburtstag darf man(n) sich in Deutschland erwachsen fühlen, Auto fahren, Alkohol kaufen…und auch „Vater Staat“ gratuliert: mit einer Einladung zur Musterung, welcher einige Monate „Grundwehrdienst“ oder als Alternative Zivildienst, Freiwilliges Soziales Jahr und Co. folgen können. Einigen, welche den Wehrdienst als Kriegsdienstverweigerer ablehnen, sehen diese Alternativen jedoch skeptisch und verwehren sich ihnen: Totalkriegsdienstverweigerer. Im Vortrag werden Motive und Erfahrungen mit Totalkriegsdienstverweigerung und die Ablehnung jeglichen Militärdienstes und seiner Alternativen erläutert.

Von Opfermythen und Menschenketten

Dresden. Februar 2010.
Die letzten Wochen waren turbulent. Fast jeden Tag neue Kuriositäten. Polizei und Staatsanwaltschaft prophezeien Dresdner Chaostage am 13. Februar. Die Stadt und die Medien, allen voran die Sächsische Zeitung, schwingt die Extremismuskeule. Den „deutschen Opfern“ der Bombardierung vom 13. Februar 1945 soll auch in diesem Jahr mal wieder würdig gedacht werden. Nazis, die eben dies auch vorhaben, dürfen aber nicht mitmachen. Menschenketten sollen die heilige Innenstadt rund um die Frauenkirche vor Extremisten absichern. Und alle sollen mitmachen. „Erinnern und Handeln für mein Dresden“ lautet das Motto.
Alles was von dem ekeleregenden antifaschistischen Schutzwall aus CDUler_innen und deutschem Mob an Protestformen gegen den jährlichen Nazigroßaufmarsch abweicht, wird als „extremistisch“ gebrandmarkt und öffentlichkeitswirksam kriminalisiert. Kritik an Gedenkritualen und deutschem Opfermythos ist selbst in antifaschistischen Kreisen rar. Antinazipolitik bestimmt das subkulturelle Bild.
Der neue städtische Kampf gegen Nazis reproduziert dabei alte und erfindet neue Mythen.
Man habe die richtigen Schlüsse aus der Geschichte gezogen. Der Krieg der von Deutschland 1939 ausging sei 1945 zurückgekehrt…
Deutsche Opfer des Zweiten Weltkriegs? Rückkehr des Krieges? Richtige Schlüsse ziehen?
Die Schrecken und das Leid der Bombardierung Dresdens vor nunmehr 65 Jahren sollen den Grund liefern, dass auch Deutschen nachgetrauert werden kann. Opa und Oma waren schließlich keine Nazis. Die Deustchen von damals wie Heute- Gegenstück zu den Nazis. Man will sein Gedenken nicht vereinnamen lassen- deshalb geht in diesem Jahr sogar die CDU Bürgermeisterin Helma Orosz auf die Straße.

Doch kehrte der rassistische Vernichtungskrieg der Deutschen wirklich nach Dresden zurück? Sind die ideologisch begründeten Massenmorde im deutschen Vernichtungskrieg mit dem Krieg, der nach Deutschland zurückgekehrt sein soll, gleichzusetzen? Bombenkrieg als Rache für die Invasion Europas?

Die Geschichte liefert keinen Master Plan. Und eine Interpretation der Gleichen kann vielseitig sein, was nach den Angriffen im Kosovo 1999 nicht trotz, sondern gerade wegen Auschwitz jeder und jedem bekannt sein dürfte. Der richtige Schluss aus dem Holocaust kann demnach eben auch eine moralische Überlegenheit der Deutschen sein. Das scheinbare Patentrezept gegen die Wiederholung von Auschwitz.
Doch es kann keine richtigen Schlüsse, es kann nur Konsequenzen aus der deutschen Geschichte geben: Ein unversöhnbarer Bruch mit Deutschland.
Die Mythen um die sogenannte unschuldige Stadt Dresden haben sich zwar in den letzten Jahren gewandelt, aber im Kern geht es immer um das gleiche.
Die Deutschen sollen auch Opfer des 2. Weltkrieges sein dürfen.

Um diesen geschichtsrevisionistischen Unerträglichkeiten etwas entgegenzusetzen gibt es auch am diesjährigen Februar einiges an Möglichkeiten.
Keine Versöhnung mit Deutschland‘ läd zur Vorabenddemo am 12. Februar durch die Innenstadt.
Am 13. Februar selbst gibt es zahlreiche Blockadeaktionen gegen den geplanten Nazigroßaufmarsch. Auch die revisionistischen Gedenkfeiern der Stadt auf dem Heidefriedhof, um die Frauenkirche und die Menschenkette von Helma können sicherlich gestört werden.

Hoffentlich bekommt diese scheiß Stadt den Krawall den Sie verdient.
„…das braune Dresden brannte…und Deutschland kackte endlich ab…“

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AK Abriss und Kritik: Gegen das deutsche Opfergedenken

Henny Brenner über Dresden vor der Zerstörung und danach:„Der Brand Dresdens hat mich gerettet“

Eingesendet: Vortrag/ Strategien gegen rechts…

Ich möchte mich von der Formulierung „rechtsextrem“ hier in aller Deutlichkeit distanzieren (mehr dazu auf inex.blogsport.de), finde den Vortrag aber trotzdem bewerbenswert.