Bauwagenleben

Das Königreich Lohmühle from 2470media on Vimeo.

Utopien entdecken steht ja in dresden für die nächsten tage auf der tagesordnung. Dieser kurze ausschnitt über einen berliner wagenplatz ist in diesem zusammenhang eigentlich ganz interessant anzuschauen und auch inhaltlich passend. Was können utopien leisten und welche alternativen vorstellungen zum status quo kann es geben- wie können sie schon jetzt realisiert werden? ist ein leben im bauwagen ohne fließend wasser und strom anstrebenswert oder doch nur romantischer fluchtversuch aus der modernen welt?


9 Antworten auf „Bauwagenleben“


  1. 1 Oskar Asbert 21. April 2010 um 17:43 Uhr

    klar, das ist romantisiert. und trotzdem macht es einen unterschied, ob ich arbeite und in einer einraumwohnung lebe oder gemeinsam auffem bauwagenplatz und mich mit irgendetwas über wasser halte. das ist keine politische antwort, aber doch mindestens ein versuch, eine frage zu formulieren und gemeinsam irgendwie einen politischen weg zu gehen. das mag nicht für jede_n erstrebenswert sein.

  2. 2 das wüßtet ihr gerne 27. April 2010 um 18:28 Uhr

    häh? natürlich ist das eine politische antwort. ein großteil der menschen, die auf diesem wagenplatz wohnen gehen arbeiten und könnten sich sicher auch ne wohnung leisten. aber haben sich eben entschieden so zu leben und das klar und bewußt als politische entscheidung.

    es geht ja nich um abenteuer sondern darauf einen alternativen lebensweg zu finden und diesen auch zu leben. völlig selbstbestimmt auch ohne strom und wasser.

  3. 3 Oskar Asbert 28. April 2010 um 1:27 Uhr

    inwiefern ist das denn eine politische antwort? so geht es ja nicht für alle und ist eher verzicht, wenn auch mit gewissen vorteilen. gerade, dass die leute arbeiten gehen, zeigt doch wie notwendig inkonsequent das ganze ist. oder erschöpft sich für dich ein „anderes leben“, „kommunismus“ lediglich in „selbstverwirklichung“? ist das dann emanzipation? insofern sehe ich das eben als frage, aber auch als fortschritt, weil es zumindest ein versucht ist, irgendwie doch richtig im falschen zu leben, zum scheitern verurteilt, aber gerade in seiner fragenden inkonsequenz interessant und subjektiv sicher sinnhaft.

  4. 4 Eric Bayer 28. April 2010 um 9:36 Uhr

    mal wieder spannend, wie sich menschen gedanken über andere machen, obwohl sie sie letztlich nur medial kennen oder? Ich lebe hier in dieser wagenburg und dass in aller konsequenz! Wir sind basis demokratisch organisiert und vor allem nicht kommerziel! Trotzdem veranstalten wir kunst und kultur und politisch ökologische veranstaltungen. Das heißt, dass hier mitten in Berlin fast 8000 menschen jährlich in den genuss kommen können – an diesen vernstaltungen teilzunehmen – ohne einen scheiß cent geben zu müssen – ! Und auch ich bekomme selbstverständlich keinen einzigen cent wenn ich am 2ten januar eine kinovernstaltung für kinder mache, dies sonst nicht die möglichkeiten hätten ins kino zu gehen und so die möglichkeit haben auch mal einen film in der größe 3 × 4 meter sehen zu können. Verstehste das? Mitten in einer karitalistischen metropole nicht kapitalistische kunst und kulturveranstaltungen zu machen und in diesem projekt auch noch zu leben mit selbst geerntetem solarstrom für einen selbst und für die durchführung von veranstaltungen, ist natürlich wieder nur der versuch, das richtige im falschen zu machen ! Klaro! Und zu zeigen, dass das überhaupt möglich ist und anderen vielleicht mut zu machen soetwas in ihrer eigenen art und weise auch mal zu versuchen, hat ja eben auch keinen wert, weil uns das ja schon die pariser komune gezeigt hat! – oh man mir wird schlecht !
    Eric

  5. 5 Oskar Asbert 29. April 2010 um 12:31 Uhr

    Du Eric,

    erstens ist doch super, dass wir uns „nur“ medial kennen. Sonst hätte diese Diskussion wohl nicht stattgefunden. Ich und niemand hat gesagt, dass das nur falsch sei. Es ging mir ja um das Gegenteil, um eine Position dazwischen; das Besondere auch in diesem Versuch aufzuspüren.

    Insofern: siehst Du das tatsächlich als Antwort? Sieht so konsequente Emanzipation aus?

  6. 6 bulb 03. Mai 2010 um 21:48 Uhr

    hi ich bin neu hier. hab heute so ein Freidruck-Freie Vereinbarung Dresden-Heft gekriegt. hab anarchie als „verbreiteten“ alternativenwunsch noch gar nicht mitgeschitten ^^“. ich wollte mal wissen wie sich hier manche von euch (im About-Text zu dieser seite stand ja was von unterschiedlichen auffassungen) anarchie vorstellen. also in welcher form sie sein sollte damit sie dauerhaft existent bleibt.

  7. 7 farfalla 04. Mai 2010 um 15:16 Uhr

    es gibt die divesresten vorstellungen wie eine anarchistische oder kommunistische utopie aussehen könnte.
    allen gemein ist sicherlich, dass eine welt angesterbt wird, die frei von herrschaft und ausbeutung ist. das bringt eine kritik an herrschaftsmechanismen wie diskrimierungen über geschlechts- oder rassenkonstruktionen oder ähnlichem mit sich. eine herrschaftsfreie utopie ist meiner meinung nahc auch immer eine kritik an den bestehenden kapitalistischen ausbeutungsverhältnissen und damit eben auch eine ökonomische kritik.
    ich könnte dir als einführung ein buch von bini adamcek empfehlen:
    http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,186,13.html

    über die begrifflichkeiten anarchie und kommunismus lässt sich sicherlich streiten-allerdings sollte in beiden utopien der anspruch einer herrschftsfeien welt vorhanden sein und deshalb halte ich diese kategorien auch nicht für sonderlich wichtig.

  8. 8 bulb 04. Mai 2010 um 22:44 Uhr

    jaja eure wünsche sind mir schon klar hab das ja gelesen klingt soweit ganz gut. das problem ist genauso wie beim sozialismus/kommunismus die leute davon zu überzeugen dass system funktionieren zu lassen. im Stalinismus wurdes versucht indem man alle politischen gegner verfolgt hat. und das ist der punkt an dem alles was man versuchen könnte scheitern wird! in deutschland gibts soviel reichtum dass ist fast schon abartig. wir haben den am besten funktionierenden staat auf der ganzen welt. wer soll hier mitmachen?

  9. 9 farfalla 05. Mai 2010 um 0:32 Uhr

    noch eine leseempfehlung als groben überlick und einführung zum thema anarchismus:
    http://www.graswurzel.net/verlag/findus.shtml

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