Friedensbewegte Antisemiten

In der Nacht des 31.Mai kam es zwischen einer israelischen Spezialeinheit und Aktivist_innen der sogenannten Free-Gaza-Solidaritätsflotte zu heftigen Auseinadersetzungen bei denen mindestens 10 Menschen starben und etliche verletzt wurden.
idf
[Soldaten entern das Schiff]
Die Weltöffentlichkeit reagierte bis jetzt einstimmig mit heftiger Kritik am Vorgehen Israels und die üblichen Verdächtigen demonstrieren dieser Tage in ganz Europa gegen den vermeintlichen zionistischen Mörderstaat.
Kritik an den Friedensaktivist_innen ist dabei jedoch kaum zu hören, obwohl deren Crew teilweise aus ranghohen Terroristen der Hamas und ähnlichen Antisemiten bestand, wie Lizas Welt sehr gut herausgearbeitet hat. Das Wörtchen Verhältnissmäßikeit ist überaus oft zu vernehmen und die Rede von einem Massaker findet besonders der türkische Präsident scheinbar sehr zutreffend. Dass die friedensbewegten Schifffahrer_innen jedoch mit Waffen auf die eintreffenden Soldaten einschlugen und schossen, wie ein Video mit Waffenfunden der IDF beweist, lässt bei mir die Frage nach ganz bewusst in Kauf genommen ‚Koliteralschäden‘ und Märtyrertum aufkommen.
Eine andere Tatsache sind jedoch die unglaublich einseitige und konsequent antiisraelische Hetze und die Aufmärsche in ganz Europa, welche unter einem ‚linken‘ Label laufen und dermaßen von offen nach aussen getragenem Antisemitismus erfüllt sind. Hinzu kommt, dass der innerisraelische Diskurs, welcher sehr wohl kontrovers ist, kaum Beachtung findet.
istanbul
[Israelkritik in Istanbul]
Wer sich also mit Antisemiten, Islamisten und anderen regressiven Strömungen solidarisiert und dies dann auch noch als legitime ‚Israelkritik‘ tarnt, verhindert eine objektive Aufarbeitung der Geschehnisse auf der vermeintlichen Friedensflotte.


36 Antworten auf „Friedensbewegte Antisemiten“


  1. 1 Labertasche 03. Juni 2010 um 9:15 Uhr

    Und wer jedes Engagement und Hilfe für die Palestinänser (die Gazastreifen ja immerhin seit etwa 3 Jahren komplett isoliert werden) als Antisemitismus bezeichnet, der hat die objektive Aufarbeitung natürlich mit Löffeln gefressen.

    Hier sollte zwischen Kritik an dem Staat Israel und Antisemitismus unterschieden werden. So wie der Staat Israel mit den Menschen im Gazastreifen umgeht, das ist einfach mal komplett beschissen und Menschenverachtend.

  2. 2 butterfreund 03. Juni 2010 um 22:15 Uhr

    Ich habe keine Ahnung, was konkret vorgefallen ist und habe den obigen Artikel interessiert zur Kenntnis genommen. „Labertasches“ Antwort ist natürlich unhaltbar, ihr fehlen jegliche Argumente und auf den Versuch, das Vorgefallene sachlich zu thematisieren kommt nur ein „aber man muss doch…“ als Argument. Das ist klar scheiße. Und ob Lizas Welt tatsächlich so eine gute Quelle ist?

    Aber: ganz eindeutig scheint mir die Bewertung des Vorfalls nicht zu sein, siehe etwa http://rhizom.blogsport.eu/2010/06/03/al-jazeera-uber-das-blutbad-an-deck-der-mavi-marmara/

    Ich habe keine tiefergehenden Einblick in diese Thematik und habe mich damit auch noch nicht sonderlich viel auseinandergesetzt. Aber wie gesagt: ganz so einfach wie oben dargestellt scheint es dann auch wieder nicht zu sein.

  3. 3 ralla 04. Juni 2010 um 0:09 Uhr

    @farfalla
    kann die gute Recherche bei lizas welt nicht erkennen für mich is das die gleiche hetze nur von anderer seite…desweiteren nicht fundiert

    irgendwelche Äußerungen von extremistischen Menschen als Beweis zu nutzen, das dies ein „Terroristenschiff der Hamas war“ ist find ich naja…bedenkenswert …zu dem werden viele Fakten gar nicht erwähnt.

    fakt ist doch : militärisches Kapern eines Schiffes in INTERNATIONALEN Gewässern ist.. unrecht !! ich möchte erinnern das nach Internationalen Seerechte sich jede Besatzung in internationalen Gewässern gegen Piraterie wehren darf…(das Schiff befand sich ca150km vor der Küste)

    nun war es in diesem Fall halt Israelis die einen Gaza Hilfskonvoi versucht haben zu besetzten/entern. Bei dem Hass welcher zwischen diesen beiden Fraktionen herrscht, verübelst du bzw. lizas Welt das die Angreifer mit allen Mitteln attackiert werden ??? zudem wurde vorher auf das Schiff geschossen und zwar von Israelischen Booten aus!

    http://www.youtube.com/watch?v=xFEBbDkyrqQ&feature=player_embedded#!

    Warum erwähnt lizas welt dies nicht ?? …oder du ??? weils nicht in euer Israelisches/antideutsches Weltbild passt oder weil ihr schlicht weg desinformieren wollt ?

    Fakt ist auch: min 10 tote(eher19) und 50 Verletzte auf der einen Seite und 0 tote und eine unbestimmte Zahl verletzte auf der anderen

    ich muss sagen das erinnert mich irgendwie an den aus Israels Sicht Unvermeidbaren 23tage Krieg 2009 da war der stand so : auf Palästinenser Seite rund 1400tote/ 5400verlezte und auf Israeli Seite 16 tote und 120 verlezte.

    Fakt ist auch : jedenfalls für mich..kannst du oder lizas welt ja anders sehn, die Abriegelung von Gaza und das damit unerträgliche leben ist Menschenverachtend und rassistisch genau wie der Besitz von Atomwaffen genau wie der Einsatz von Phosphor-Sprengsätzen, Bau von 5meter hohen Mauern usw, usw (will hier nicht alles auf zählen weil ich sonnst nicht fertig werd) und das alles rechtfertigen die Israelis weil ab und an paar Extremisten mit in meinen Augen Kartoffelkanonen rumballern ??

    Ich frag mich warum ihr diese Fakten nicht seht?? Wo ist eure Verhältnismäßigkeit ?

    Die medien als Antisemitische Hetzer darzustellen ist lächerlich denen geht es nicht um die Wahrheit, oder darum dinge klar zu stellen sondern um Auflage/Gewinn !!! lächerlich das lizas welt sich auf main -stream medien bezieht und daraus Schlüsse zieht.
    Gute Recherche ? das ich nicht lache !!

    Mensch muss sich die Fragen stellen: müssen wir bei Verbrechen des Israelischen Staates weg sehn weil es uns zu Antisemiten macht ? Ist jede Kritik an diesem Staat und dessen Außenpolitik unangebracht weil es uns zu Antisemiten macht? Wenn Mensch allein die letzten 2 Jahre Israel´s beobachtet, muss er nicht zu dem Entschluss kommen, dass es Fraglich ist sich bedingungslos mit diesem Staat zu solidarisieren? Oder macht es uns zu Antisemiten ?
    Mir liegt nix daran die Verbrechen dieses Staates aufzulisten, oder in irgend einen Vergleich zu stellen. Es liegt mir eher etwas daran den National-Staat Israel genau wie andere in die Kritik zu stellen und einfache eine offene Diskussion führen zu dürfen ohne als Antisemit abgestempelt zu werden.

    Ich kann nur hoffen das das permanente wegschauen aufhört und die Kriegsverbrechen Israels an anderen Nationen/Religionen endlich thematisiert werden.

    Wir hatten das Thema schon mal…da haste dich aber mit, zitat farfalla:“da hast du dir die antwort bereits selbst gegeben“ aus der Affäre gezogen….
    hoffe diesmal kommt bissl mehr von dir, auf meinen mühevollen Text.

    Ich bitte dich mir deine Sichtweise zu erklären da ich es aus den oben genanten gründen nicht verstehen kann wie sich linke/autonome Gruppen mit Israel(einem Nationalstaat) solidarisieren können.

    Ps.
    Das Mensch sich solidarisiert gegen das Verbrechen welches an den Juden begangen wird/wurde steht außer Frage aber das ist hier nicht das Thema.

  4. 4 ding dong 04. Juni 2010 um 16:01 Uhr

    jaja „Lizas Welt“ – die Quelle schlechthin
    aber kommt, wenn ihr auf einem schiff wärt und das plötzlich von militär gestürmt wird, würdet ihr da nicht genau so reagieren? zumindest ich würde es
    ich verkenne nicht, dass einige fudamentalisten und reaktionäre trottel auf dem schiff waren, die die provaktion suchten, aber ist das die Rechtfertigung für so ein Einsatz und ändert es was an der schuldigkeit? ich glaube nicht
    Isreal wollte Stärke zeigen, zeigen zu welchen Manövern die IDF alles fähig ist. Nur was hat das ihnen gebracht?

  5. 5 *sexistsiche namen find ich toll 04. Juni 2010 um 19:17 Uhr

    weils nicht in euer Israelisches/antideutsches Weltbild passt oder weil ihr schlicht weg desinformieren wollt ?

    Deutsche Philosemiten sind keine Israelis!

    *such dir mal ein andres pseudonym wenn du hier ne meinung kund tun möchtest

  6. 6 Hi-Pi 05. Juni 2010 um 12:23 Uhr

    Der Versuch ein paar Fragen zu beantworten:

    „müssen wir bei Verbrechen des Israelischen Staates weg sehn weil es uns zu Antisemiten macht ?“
    Nein. Aber wenn nur Verbrechen des Israelischen Staates zu Empörung führen, und die Menschenrechtsverbrechen, die tagtäglich auf der ganzen Welt von Staaten und Gruppen begangen werden, konsequent ignoriert werden, dann lässt das auf Motivationen schließen, die nicht tolerierbar sind.
    (Ok – ich gebe zu bei US-Amerikanischen Verbrechen wird sich auch aufgeregt. Aber naja, ZOG und so, kennt mensch ja)

    „Ist jede Kritik an diesem Staat und dessen Außenpolitik unangebracht weil es uns zu Antisemiten macht?“
    Nein. Kritik ist wichtig und richtig. Nur wenn diese Politik entkontextualisiert wird, wenn die hunderten Kazams, die jedes Jahr nach Israel fliegen als Kartoffeln heruntergespielt werden und auf der anderen Seite neun bis zwanzig tote Menschen unter nicht vollständig geklärten Umständen als Massaker dargestellt wird, wenn zwanzig von der Hamas getötete Palästinenser nichtmal ne Randnotiz sind, wenn Gaza mit Auschwitz gleichgesetzt wird – ich könnte diese Reihe endlos fortsetzen – dann sehe ich da sekundären Antisemitismus am Werk. Es ist tabuisiert gegen Juden an sich zu sein, also stellt mensch sich vor die Synagoge, zündet Fahnen mit Davidsternen an und Protestiert gegen „Israelis“.

    „Wenn Mensch allein die letzten 2 Jahre Israel´s beobachtet, muss er nicht zu dem Entschluss kommen, dass es Fraglich ist sich bedingungslos mit diesem Staat zu solidarisieren? “
    bedingungslose Solidarität mit Israel heißt in meinen Augen nicht, das keine Kritik an dem Vorgehen dieses Staates geleistet werden kann, sondern, dass dieses Vorgehen nicht den Staat Israel an sich delegitimieren kann. Israel gehört kritisiert und letztendlich auch abgeschafft wie alle anderen Nationalstaaten auch, aber was ich sehe, ist Hetze ausschließlich gegen Israel, den Juden unter den Staaten.

    PS: ich unterstelle das nicht unbedingt dir, ralla, sondern beschreibe, was ich hier überall sehe.

  7. 7 farfalla 05. Juni 2010 um 14:58 Uhr

    viel zu schönes wetter um zu bloggen aber hier trotzdem nochmal ein statement dazu:

    als aller erstes will ich mal klarstellen, dass ich nicht denke, dass Lizas Welt die weisheit mit löffeln gefressen hat- den artikel zum thema find ich aber passend.
    die diskussion die hier beginnt dreht sich ja eigentlich nur um den einen punkt: israelkritik vs antisemitismus.
    wenn ralla sich für allerlei ‚fakten‘ interessiert, kann er_sie sich ja mal bei anti.blogsport die diskussion ums internationale seerecht reinziehn. find ich allerdings eher unspannend.
    ‚fakt‘ ist ja, dass es grad sehr wenig fakten gibt und ich nicht den anspruch habe die militäraktion der israelischen armee zu analysieren, abschließend zu bewerten oder sonstiges. meine intention war jene, die offensichtliche welle von antisemitismus, welche der tragische zwischenfall auf der sog. friedensflotte mit sich zieht, aufzuzeigen.
    wenn dann hier zynische bemerkungen über ‚verhältnissmäßigkeit‘ und eine aufrechnung von toten betrieben wird, dann widert mich das eigentlich nur an.
    die übliche mär von der rassistischen abschottungspolitik der israelis (jaja apartheidregime…) und die trotzige haltung, dass ja auch kritik am israel geübt werden müsse ist geradezu amüsant.
    solidarität bedeutet nicht kritiklosigkeit, wie Hi-pi schon dargelegt hat. es ist absolut kritikwürdig, dass menschen verletzt und getötet wurden und es ist eben auch kritikwürdig, dass islamistische antisemiten eine werbeaktion gegen israel, getrant als ‚humanitäre hilfsaktion‘ durchführen wollten.
    „Wenn die Schiffe Gaza erreichen, ist das ein Sieg – und wenn sie von den Zionisten terrorisiert werden, ist das ebenfalls ein Sieg.“
    (Ismail Haniya-HAMAS)

  8. 8 Jürgen 05. Juni 2010 um 18:20 Uhr

    Farfalla, ich weis nicht was Du damit bezwegst auf deiner Antifaseite auf Lisas Welt hinzuweisen, eine eindeutig Antideutsche Seite. Dein Artikel ist auch im weitern nur eine Hetze gegen das Volk Palastna. Ich schicke Dir ein schreiben mit das ich auf der Antifaseite Bochum gefunden habe.

    Was würden Sie tun – so schrieb am 31.12. die israelische Geschichtswissenschaftlerin Prof. Fania Oz-Salzberger in der FAZ – wenn Ihr Nachbar immerzu Steine und Molotowcocktails auf Ihre Wohnung wirft? Würden Sie nicht irgendwann zum Gewehr greifen, um diesem Treiben ein Ende zu machen? Und wenn sich der Nachbar mit seinen Kindern umgibt, damit Sie ihn nicht treffen, würden Sie dann nicht irgendwann ein Gewehr mit Zielfernrohr nehmen?
    Just so wie dieser Nachbar verhalte sich die Hamas in Gaza, wenn sie israelische Städte mit ihren Sprengstoffraketen beschieße. Daher sei der jetzige Krieg Israels gegen Gaza ein gerechter Krieg.

    Ich bin Frau Oz-Salzberger für dieses Beispiel mit dem Nachbarn sehr dankbar. Denn daran kann man vieles anschaulich klarmachen. Nennen wir der Einfachheit halber Sie und Ihre vom bösen Nachbarn so gemein terrorisierte Familie die Hausbesitzer und betrachten nun die merkwürdigen Verhältnisse im Wohnblock. Die Nachbarswohnung ist Gaza.

    1) Sie haben vor drei Jahren dem Nachbarn die Schlüssel abgenommen

    Ohne Ihre Zustimmung als Hausbesitzer darf die Nachbarsfamilie nicht aus ihrer Wohnung heraus, weder zum Arbeiten noch zum Studieren noch zum Verreisen noch zum Einkaufen. Ohne Ihre Zustimmung als Hausbesitzer bekommt der Nachbar keine Post, nichts zu essen, keinen Strom, kein Gas und keinen Besuch: Die Wohnung ist abgeschlossen, Sie als Hausbesitzer haben den Schlüssel, und der böse, böse Nachbar ist eingeschlossen. Und zwar seit 2006, seit fast drei Jahren.
    Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

    Der Fehler des bösen, bösen Nachbarn und seiner Freunde im anderen Wohnblock: Diese Leute haben die falsche Partei gewählt.

    Dabei waren Sie doch so nett zu dem Nachbarn gewesen, dass Sie vor vier Jahren, 2005, freiwillig von seinem Balkon mit Seeblick ausgezogen waren, den Sie ihm mal früher abgenommen hatten. Allerdings eines Blickes oder Wortes gewürdigt hatten Sie diesen Typen bei Ihrem Auszug natürlich auch nicht. Und die Balkonmöbel haben Sie demoliert. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir mit unseren Nachbarn reden würden?
    Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

    2) Sie haben vor zwei Jahren dem Nachbarn eine Schlägergang geschickt

    Sie und Ihre nordamerikanischen Freunde vom Hausbesitzerverband hatten 2007 eine Schlägertruppe in der Nachbarswohnung einquartiert, die Mohamed-Dahlan-Gang. Die sollte dem bösen, bösen Nachbarn die Wohnung wegnehmen. Gemeinerweise wehrte sich der Nachbar gegen diesen Putsch. Da waren Sie ganz schön sauer. Danach haben Sie allen weiszumachen versucht, der böse, böse Nachbar habe nun ohne jeden Grund gewaltsam die Macht in seiner Wohnung übernommen und sei dazu nicht legitimiert. Sie waren selbst überrascht, wie viele Journalisten diese Lüge gerne verbreitet haben. Bei Silke Mertins aus der taz war es ja vielleicht noch zu erwarten, aber dass auch Torsten Schmitz von der Süddeutschen diesen Unsinn schreiben würde, war verblüffend.
    Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

    3) Sie haben dem Nachbarn die Betriebskosten der Wohnung nicht korrekt abgerechnet.

    Seit Jahren werden die der Wohnungs-Autonomiebehörde zustehenden Zölle und Abgaben nicht termingerecht und vollständig ausgezahlt.

    4) Sie haben schon viele Personen aus der Nachbarswohnung umgebracht.

    Das war im Jahre 2006. Es waren Hunderte Tote. Übrigens war dies ein Auslöser des Libanonkriegs, da die Hisbollah für diese Taten an Israel Vergeltung üben wollte.

    5) Sie haben dem Nachbarn schon lange sein Auto weggenommen.

    Der Nachbar hatte mal einen Flughafen – gebaut von EU-Geldern. Den haben Sie kaputtgemacht: Böse Nachbarn brauchen keinen Flughafen.
    Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

    6) Sie haben dem Nachbarn seine Arbeit weggenommen.

    Der Nachbar ging mal auf Fischfang. Das haben Sie ihm verboten. Er hatte mal Fabriken. Die haben Sie ihm 2006 zerbombt. Er hatte mal Landwirtschaft. Die haben Sie ruiniert, indem Sie den Export verboten haben. Der böse Nachbar, der nur schießen will, soll nicht fischen, nicht arbeiten, nicht Boden beackern: Der böse, böse Nachbar soll auf Sie schießen, damit Sie zurückschießen können.
    Das tat er denn auch.

    7) Gerichte geben dem bösen Nachbarn Recht

    Viele Fachleute für Nachbarschaftsrecht, wie Amnesty International, UN-Experten, Friedensnobelpreisträger haben klar gesagt, dass Ihr Vorgehen als Hausbesitzer gegenüber Ihrem Nachbarn seit Jahren gegen Recht und Gesetz verstößt. Glücklicherweise haben diese Leute keine Polizei, um Recht und Gesetz durchzusetzen. „Wie viele Divisionen hat der Papst?“ spottete Stalin.
    Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

    8 ) Sie vertreiben seit Jahren die Freunde des bösen Nachbarn aus deren Wohnungen

    Leider hat der böse Nachbar immer noch Handys und Telefone. Daher erfährt er tagtäglich, wie Sie die Freunde und Verwandten des bösen Nachbarn, die im Wohnblock Westjordanland leben, aus ihren Wohnungen vertreiben. Ein wesentliches Mittel dazu ist die große Wand, die Sie mitten durch den Wohnblock gebaut haben. Denn Sie haben diese Wand, die eigentlich zu Ihrem Schutz dienen sollte, nicht um Ihre Wohnung gebaut, sondern quer durch die Wohnungen dieser Freunde. Was brauchen die auch zwei Wohnzimmer? Eins reicht völlig, im anderen können doch lieber Ihre Freunde wohnen. Und dass die auch in ihrer eigenen verkleinerten Wohnung durch eine Sicherheitskontrolle müssen, bevor sie vom Wohnzimmer ins Bad gehen, da ist doch nichts dabei: Das ganze Leben ist schließlich ein Wartesaal! Und wer dagegen friedlich demonstriert, der bekommt zwar in Deutschland den Ossietzky-Preis, aber zuhause wieder Tränengas, und wenn er Pech hat, wird er wegen Demonstrierens in Putativnotwehr erschossen. Natürlich gingen die Freunde des bösen Nachbarn wegen der Wand durch ihre Wohnung vors Gericht, der damalige deutsche Außenminister, ein bräsiger Mann namens Fischer, nannte dies „nicht hilfreich“, sie bekamen selbstverständlich Recht, aber wieder ist keine Polizei da, die dieses Recht durchsetzt.
    Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

    9) Sie haben dem Nachbarn vor 60 Jahren den Hausbesitz weggenommen

    Vor langer, langer Zeit war der Großvater des Nachbarn Besitzer des ganzen Hauses gewesen. Damals sind Ihre Großeltern in das Haus gekommen, verzweifelt, verfolgt, es war ein guter Schutz vor dem Sturm, Sie haben bald auf dem Hof eine Wohnung gebaut, der Hof gehörte ja schließlich keinem, nicht wahr, dass die anderen dann nicht mehr von einer Wohnung zur andern kamen, nun ja, sind ja nur Araber. Gelegentlich kamen ein paar humanistische Spinner vorbei, die hießen Achad ha’Am, Martin Buber, Hannah Arendt, es waren noch ein paar mehr, die sagten, man müsse mit den Hausbesitzern in Freundschaft leben, aber um Marx’ Willen, diese Araber waren doch zu primitiv für den Aufbau des Sozialismus, mit solchen Landpomeranzen kann man nicht Freund sein. Und später als Marx nicht mehr in Mode war, da sagte man um Gottes Willen, diese Araber haben ja die falsche Religion, was wollen die überhaupt hier im Heiligen Hause? Gibt doch genug andere Häuser hier, sollen sie doch dahin.
    Und dann, ab 1947, haben Ihre Eltern den Eltern des bösen, bösen Nachbarn die meisten Wohnungen und das ganze Haus weggenommen, als die vor Angst geflohen waren, in Panik vor dem bewaffneten Terror Ihrer Eltern. Und nun leben viele Nachkommen dieser Leute in der einen Wohnung, im dichtest besiedelten Fleckchen der Erde, in Gaza. Ja warum ist es jetzt nur so dicht besiedelt?
    Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

    Und so sagte die deutsche Bundeskanzlerin und auch Frau Prof. Oz-Salzberger: Die Alleinschuld an diesem Krieg hat nur der böse, böse Nachbar.

    10) Nachwort.

    Als die ersten jüdischen Zionisten um 1890 in das heutige Israel kamen, da waren sie auf der Flucht vor Diskriminierung im Zarenreich, vor Brandschatzung und Ermordung in Pogromen, auf der Suche nach einem freien, selbstbestimmten Leben, das ihnen in ihrer alten Heimat nicht ermöglicht wurde. Dies war nicht ein Konflikt von Gut gegen Böse, sondern der Streit um ein Stück Land, das den palästinensischen Arabern Heimat war und den Einwanderern als einzig mögliche Heimat erschien.

    Gewonnen hat diesen Streit die jüdische Seite, um den Preis des ständigen Kriegszustands. Jedoch der Friedensplan liegt längst auf dem Tisch. Dieser besteht in der Zwei-Staaten-Lösung auf den Grenzen von 1967, in einer einvernehmlichen Regelung des Problems der palästinensischen Flüchtlinge, in einer einvernehmlichen Regelung über Jerusalem. Dies haben die Mitgliedsstaaten der arabischen Liga Israel 2002 vorgeschlagen und in jüngster Zeit nochmals bekräftigt. Israel ist damit nicht einverstanden, weil Israel sich nicht entscheiden kann, ob es das widerrechtlich besetzte Land im Westjordanland nicht lieber behalten und erweitern will. Solange Israel nicht sagt, ja, wir wollen lieber Frieden, wir geben das Besatzungsregime auf, so lange wird es keinen Frieden geben.

    Die Position Deutschlands in diesem Konflikt ist zwiespältig. Aber kann die Tatsache, dass wir europäischen Juden Opfer eines von Deutschland verübten großen Unrechts wurden, dem jüdischen Staat das Recht geben, nun anderen Unrecht zu tun? Glauben deutsche Politiker wirklich, es sei eine Wiedergutmachung der Ermordung meiner jüdischen Verwandtschaft, dass nun Israel haltlos und bindungslos alles machen darf, was ihm so gerade einfällt?
    Es würde im Gegenteil Israel unendlich gut tun, wenn es aus seiner fantasierten Position, das ewige Opfer zu sein, herausgeführt würde, und wie jeder andere Staat auch fest in das internationale Regelsystem eingebettet würde. Das heißt, dass die widerrechtliche Besetzung des Westjordanlands und die völkerrechtswidrige jahrelange Belagerung Gazas sanktioniert und boykottiert werden müssen. Die EU sollte Israel ebenso an seinen Fortschritten in Beachtung von Völkerrecht und Menschenrechten messen wie die Türkei und Serbien. Die rechtliche Bewertung des Falles Olmert sollte ebenso wie im Fall Milosevic in Den Haag erfolgen.

    Rolf Verleger

    Der Autor: Prof. Dr. Rolf Verleger ist Psychologe an der Universität Lübeck. Er baute die Jüdische Gemeinde Lübeck und den Landesverband Schleswig-Holstein mit auf und ist seit 2006 Delegierter des Landesverbands im Zentralrat der Juden in Deutschland.

  9. 9 S. Plicazione 05. Juni 2010 um 21:17 Uhr

    jürgen, du darfst dich nicht wundern, wenn niemand überhaupt nur den text anliest, nach dieser einleitung von dir.
    wer antifa und antideutsch per se für sich ausschließend hält und vom palästinensischen volk spricht, von dem will ich gar nicht wissen, was er zu diesem konflikt zu sagen hat.

  10. 10 Jürgen 05. Juni 2010 um 22:36 Uhr

    @S. Plicazione
    Für mich sind Antideutsche= eine Art neue Nazi.
    Die eine Regierung unterstützen die sich das Recht rausnehmt über ein Volk zu bestimmen,zu urteilen und es zu hassen nur weil es den kampf aufgenommen hat um Freiheit und um ihr Land was ihnen täglich durch die Siedlungspolitik weggenohmen wird.

  11. 11 butterfreund 05. Juni 2010 um 23:11 Uhr

    Nur hat diese Diskussion, lieber Jürgen, überhaupt nichts mit der ursprünglichen Frage zu tun und damit stellst Du dich in der Tat in das Eck, das Hi-Pi beschrieben hat.

  12. 12 Polemiker 06. Juni 2010 um 17:19 Uhr

    Die Artikel sind viel besser zumindest notwendiges Korrektiv zum menschenverachtenden AntiD-Geschwurbel.

    Staatspiraterie mit Todesfolge:
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2801/staatspiraterie-mit-todesfolge

    High Noon im Blutpoker vor Gaza:
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2809/high-noon-im-blutpoker-vor-gaza

  13. 13 farfalla 06. Juni 2010 um 20:12 Uhr

    die ‚moscow times‘ bringt es auf den punkt:

    Um es noch einmal deutlich zu sagen: Die Passagiere der Mavi Marmara, die israelische Soldaten mit Knüppeln, Messern und möglicherweise sogar Schusswaffen angegriffen haben, waren nichts anderes als Selbstmordattentäter. Dass sie sterben würden, muss ihnen angesichts ihres Handelns und der militärischen Übermacht der israelischen Truppen klar gewesen sein. Anders als ihre Gesinnungs- und Kampfgenossen, die sich in Bussen und Einkaufszentren in die Luft sprengen, zielten sie jedoch nicht auf Zivilisten, sondern auf Israels Image. Dabei nahmen sie ihren eigenen Tod wissentlich in Kauf. Israels Feinde haben mittlerweile verstanden, dass es in einem asymmetrischen Krieg darum geht, den Hebel zu finden, mit dem man den überlegenen Gegner zu Fall bringen kann. Dieser Hebel sind Medien und Weltmeinung, die dazu benutzt werden sollen, Israel zu isolieren und zu schwächen. So sind diese Selbstmordattentäter der neuen Generation in ihrer mittelbaren Wirkung für Israel nicht minder gefährlich als ihre Vorgänger.

    http://www.youtube.com/watch?v=FOGG_osOoVg

  14. 14 tee 06. Juni 2010 um 21:03 Uhr

    ist eh alles dasselbe. ab die sich jetzt mit einem sprengstoffgürtel zu den leuten begeben, die durch die eigenhändige zündung (mit) zu tode kommen sollen oder … ob man auf einem schiff mitfährt, welches eine seeblockade durchbrechen will. alles dasselbe.

    die moscow times hat sie doch nicht alle, wenn sie dann auch noch so tut als wäre der politische kampf gefährlicher für israel. demnächst wird dann einfach alles, was die so als „hebel“ sehen, unter waffengang eingestuft und es darf fröhlich scharf geschossen werden.

    seht ihr denn nicht, wo solche apologetik hinführt?!?!

  15. 15 tee 06. Juni 2010 um 21:08 Uhr

    ps: diese ganze diskussion um die rechtmässigkeit der einen oder anderen gewalttätigen aktion ist schon zum kotzen. fragt euch lieber mal, woher die scheisse stammt und wie man sie am besten beenden kann, anstatt hier internetstellvertreterkriege zu führen und sich in relativierung von mord und totschlag gegenseitig zu überbieten!

  16. 16 ralla 07. Juni 2010 um 0:26 Uhr

    @hi-pi
    „bedingungslose Solidarität mit Israel heißt in meinen Augen nicht, das keine Kritik an dem Vorgehen dieses Staates geleistet werden kann“
    …doch wo ist die kritik ? wenn ich mich durch antifaschistischen blogs klicke/ bzw mit sogenannten antifaschistinnen rede seh ich keine(speziell hier in sachsen). im gegenteil bei antifaschistischen aktionen tauchen immer wieder Israelische flaggen auf…was für mich ein wiederspruch in sich ist und ich die aktion verlassen muss da ich unter keiner Nationalstaatsflagge agiere.

    „wenn die hunderten Kazams, die jedes Jahr nach Israel fliegen als Kartoffeln heruntergespielt werden und auf der anderen Seite neun bis zwanzig tote Menschen unter nicht vollständig geklärten Umständen als Massaker dargestellt wird“
    … da hast du wohl recht der vergleich mit ner kartoffelkanone hinkt, wollte den raketenbeschuss nicht herunterspieln,sondern eher die verhältnismäßigkeit darstellen

    „Aber wenn nur Verbrechen des Israelischen Staates zu Empörung führen, und die Menschenrechtsverbrechen, die tagtäglich auf der ganzen Welt von Staaten und Gruppen begangen werden konsequent ignoriert werden“
    …Israel bietet aber leider auch viele kritikpunkte, des weiteren kann ich in antifaschistischen foren/gesprächen nur das ignorieren Israelischer Verbrechen erkennen. dagegen werden verbrechen der zb. g8/g20-staaten schon thematisiert(wenn auch nicht ausreichend).

    „PS: ich unterstelle das nicht unbedingt dir, ralla, sondern beschreibe, was ich hier überall sehe.“
    …wo is bei dir hier überall ? wie schon oben gesagt kann ich in der antifschistischen „szene“ keine hetze gegen israel festellen(wär ja auch schlimm) im gegenteil es wird die blau-weise nationalstaatsflagge geschwenkt, und die kritik an israel als antisemitisch abgetan…was ich einfach zum kotzen find.

    @farfalla
    „die ‚moscow times‘ bringt es auf den punkt“
    …wenn das deine meinung ist dann tuste mir leid…mehr will ich zu deinen komments nicht mehr sagen…..

  17. 17 Polemiker 07. Juni 2010 um 7:01 Uhr

    Es mag ja sein, dass die türkischen Aktivisten zu einer islamistischen Organisation gehörten, aber das hat mit dem Vorfall nichts zu tun. Es ging darum Hilfsgüter (keine Bomben, Waffen, islamistische Propagandamaterial oder Ähnliches) nach Gaza zu bringen und man wollte sich nach typischer Manier türkischer Aktivisten (hätten genauso gut griechische Anarchisten sein können, wer noch die guten alten LL-Demos in Berlin kennt, weiß wovon ich rede) nicht einfach stoppen und festnehmen lassen.

    Man stelle sich einfach mal vor, die Polizei räumt ein Haus und da es militant verteidigt wird, was früher durchaus auch in Deutschland ab und zu vor kam, werden mehrere Menschen von der Polizei erschossen… Die Bildzeitung würde dann wohl ähnlich wie jetzt farfalla und co argumentieren.

  18. 18 Jilli 07. Juni 2010 um 15:30 Uhr

    Es ist ja wirklich absurd, dass solche Statements á la „Wer sich mit der Staatsmacht anlegt, braucht sich nicht über Kopfschüsse aufregen“ von Leuten kommt, die jeden Pfeffersprayeinsatz der deutschen Polizei gegen Antifa-Demos als „brutalen Angriff“, Menschenrechtsverletzung oder ähnliches brandmarken. Doppelte Standards ist da als Analyse schon mehr als untertrieben. Es ist ja wohl offensichtlich, was der Antrieb hinter solchen „Meinungen“ ist. Kanacken, Moslems und ihre vermeintlichen Unterstützer haben halt aus Sicht des Mobs grundsätzlich den Tod verdient, und die Freude über die Leichen ist inzwischen nicht mal mehr klammheimlich sondern wird offen zelebriert.

  19. 19 farfalla 08. Juni 2010 um 14:02 Uhr

    da brauht sich ja was zusammen. friedensaktivist_innen, Islamist_innen, Terrorost_innen, Hausbesetzer_innen oder Antifaschist_innen auf demos- eigentlich ja irgendwie alles gleich?!

    ich feiere keine toten und verletzten menschen ab- im gegenteil. ich finde es schrecklich, dass menschen gestorben sind und etliche veletzt wurden. (um die mit eisenstangen und messern attakierten idf soldaten scheinen sich die wenigsten sorgen zu machen.)

    wer sich nun mal den hintergrund der knüppelschwingenden‘friedensaktivist_innen‘ anschaut (es ist sehr wohl relevant, wer zur IHH und ähnlichen konsorten gehört und wer nicht), der kann sehr wohl behaupten, dass die ‚verteidigung‘ der sogenannten friedensflotte nichts weiteres als eine märtyrer_innen aktion war.
    antifaschist_innen, welche sich teilweise pseudorevolutionäre scharmützel mit der polizei liefern (bsp 1. mai oä) oder wegen eigentumsdeliktchen aus häusern vertrieben werden, sind ein völlig anderes level. emanzipatorische gruppen und einzelpersonen sind nicht darauf aus ‚bullen‘ oder eben soldaten schwer zu verletzen oder zu töten…und ihnen sollte es es nicht darum gehen als märtyrer für ‚die bewegnung‘ zu dienen.

    und noch einmal, da es hier scheinbar kein mensch verstehen will:

    das problem heisst antisemitismus und genau mit diesem punkt will sich hier keine_r so recht auseinandersetzen!

  20. 20 Polemiker 08. Juni 2010 um 16:58 Uhr

    um die mit eisenstangen und messern attakierten idf soldaten scheinen sich die wenigsten sorgen zu machen.

    Sag mal, gehts noch? Ich soll mit den Angreifern, die für einen völlig bekloppten Grund, mehrere Menschen regelrecht hingerichtet haben, Mitleid empfinden?

    Und was soll bitteschön daran antisemitisch sein, Hilfsgüter zu liefern?

    Und bloß weil man mal was wagt, hat das noch lange nichts mit Märtyrertum zu tun. Als wenn militante Verteidigung plötzlich typisch für Islamisten wäre. Merkst du eigentlich noch, wie absurd das ist, was du hier von dir gibst? Jetzt gilt das Liefern von Hilfsmitteln als Märtyrertum? In deinen Augen muss man sich also für die Beteiligung an einer humanitären Aktion rechtfertigen, und Mitleid mit denen haben, die so eine Aktion angreifen und dabei Viele verletzen und einige töten. Wie schräg kann man eigentlich drauf sein?

    Vielleicht solltest du den ach so differenzierten Diskurs in Israel nicht nur als Feigenblatt zur Kenntnis nehmen, sondern auch mal ernsthaft rezipieren.

    Uri Avnery hat sich auch zu dem Thema geäußert. Leider hat der kaum Einfluss in Israel.
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2832/tote-einen-turken-und-dann-ruh-dich-aus

    Und in der FAZ, die nun nicht gerade durch ihre Anti-Israel-Haltung berühmt wurde, ist ein ziemlich guter Augenzeugenbericht von der Aktion veröffentlicht worden.
    http://www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~E349C269DDDB94D7DAC9636A93B191E31~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  21. 21 bigmouth 08. Juni 2010 um 17:31 Uhr

    fallen zielfernrohre für gewehre für dich eigentlich auch unter „hilfsgüter“? youtube.com/watch?v=16sANhzjcC0

  22. 22 farfalla 08. Juni 2010 um 17:45 Uhr

    und wieder drehen wir uns weiter im kreis:

    „Und was soll bitteschön daran antisemitisch sein, Hilfsgüter zu liefern?“
    es ging nicht darum hilfsgüter zu liefern, sondern um eine politische hetzkampagne gegen israel.

    „Und bloß weil man mal was wagt, hat das noch lange nichts mit Märtyrertum zu tun. “

    es wurde nur eins ‚gewagt‘: selbstmordattentate 2.0.

    der swr hat übrigens auch nen ganz netten beitrag über die friedensaktivist_innen rausgebracht:
    http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=6481392/pv=video/nid=233454/qsb6iy/index.html

  23. 23 bigmouth 08. Juni 2010 um 18:32 Uhr

    sorry, aber du benutzt den begriff des „selbstmordattentats“ völlig grotesk unzutreffend.

  24. 24 ding dong 08. Juni 2010 um 19:21 Uhr

    also ich sehe hier kein einseitige „hetzkampagne“ der „weltöffentlichkeit“ gegen israel
    soldaten sind mörder und die frage ist, wie ihr denn reagieren würdet, wenn in der demo vor euch plötzlich nich nur bullen vor euch stehen, sondern soldaten auf euch zielen

  25. 25 Polemiker 08. Juni 2010 um 19:59 Uhr

    @bigmouth
    Das sieht mir nicht nach einem Teil der Hilfsgüter sondern nach Selbstaustattung der Aktivisten aus. Ein Zielfernrohr kann wohl kaum als Waffenlieferung bezeichnet werden. Das hätten die türkischen Zollbeamten im großen Stil wohl auch nicht durchgehen lassen, eben weil das diplomatische Verwicklungen für die Türkei nach sich gezogen hätte.

    @farfalla
    Ja, natürlich wurde Israel dabei vorgeführt, aber es hat sich selbst vorgeführt. Niemand hat Israel gezwungen Elitesoldaten mit dem Befehl „um jeden Preis“ gegen zum Teil auch militante Aktivisten einer humanitären Aktion zu schicken. Das Attribut islamistisch spielt für die Bewertung der Vorgänge vordergründig überhaupt keine Rolle, sondern es geht nur überall immer darum, wie man zu militantem Widerstand steht. Natürlich sind die im SWR empört, dass nicht alle so pazifistisch waren, sondern sich eben auch militant zur Wehr gesetzt haben, und das auch noch mit vorheriger Ankündigung, während die Mitglieder der Linken erzählen das alle friedlich waren. Aber das kann ja wohl kaum der Wertemaßstab von „Radikalen Linken“ oder Antifas sein, die sonst auch kein Problem damit haben, das Gewaltmonopol des Staates in Frage zu stellen.

  26. 26 tee 08. Juni 2010 um 21:25 Uhr

    „fallen zielfernrohre für gewehre für dich eigentlich auch unter „hilfsgüter“?“

    kommt erstmal auf den hilfszweck an ;)

    aber was willst du mit diesen paar zielfernrohren überhaupt begründen? dass die massen an hilfsgüter nur perfide tarnung waren? schlimm!!!!!1!

  27. 27 ralla 08. Juni 2010 um 22:18 Uhr

    wers lesen möchte….

    Stellungnahme des Premierministers Netanjahu und Haneen Zoubi(israelische Parlamentsabgeordnete) zu den hier besprochenen VorfALL

    http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_10/LP15110_080610.pdf

  28. 28 farfalla 09. Juni 2010 um 16:36 Uhr

    @ bigmouth:
    ich verwende die wörter selbstmordattentäter oder märtyrer in diesem bezug:

    http://blog.zeit.de/joerglau/2010/06/04/gaza-aktivist-ich-wollte-martyrer-werden_3872

    http://mein.blogsport.de/2010/06/03/maertyrer/

    @ polemiker:
    „Das Attribut islamistisch spielt für die Bewertung der Vorgänge vordergründig überhaupt keine Rolle, sondern es geht nur überall immer darum, wie man zu militantem Widerstand steht.“
    ist ja jetzt schon des öfteren angeklungen…
    wer sich mit militaneten, islamistischen antisemiten solidarisieren möchte soll das machen. meine solidarität jedenfalls haben sie nicht und ich sehe auch nicht die geringste überschneidung mit emanzipoatorischen gruppen und individuen, welche auch in der linksradikalen szene auf militante mittel zurückgreigfen. nach deiner logik ist demnach auch nazigewalt vollkommen in ordnung, da es sich ja lediglich um militante ausdrucksformen ihres politikverständniss handelt…

  29. 29 allahu akbar? 10. Juni 2010 um 3:42 Uhr

    Wer im Hause des Christen wohnt, darf von den animalischen Trieben nicht reden, das weckt nur Ressentiments. (frei nach T.W. Adorno)

  30. 30 polemiker 10. Juni 2010 um 6:18 Uhr

    @farfalla
    Sag mal willst du es nicht begreifen? Es hat der Versuch einer humanitären Aktion stattgefunden, die Leuten der unterschiedlichsten politischen Lagern durchgeführt wurde. Das hat nicht mal im Ansatz was mit Nazigewalt gegen Migranten und Andersdenke, etc. pp. zu tun. Es ist völlig egal, wer sich an Hilfsorganisationen beteiligt, sowas greift man einfach nicht an. Selbst die meisten vordemokratischen Staaten halten sich daran. Deiner Meinung nach wäre es wohl auch legitim den Roten Halbmond bei seinen Aktionen wie Kombattanten zu behandeln, weils ja bloß Moslems sind und da sicher auch der eine oder andere Islamist dabei ist.

    Man muss nicht immer nur versuchen, erstmal zu schauen, ob man jemand denunzieren kann, bevor man sich entscheidet, ob man was schlecht oder gut findet, man sollte auch mal schauen, was findet da eigentlich gerade statt. Auch wenn sicher einige davon angetrieben wurden, fand dort keine antisemitische oder islamistische Aktion statt. Und es gab keine moralische Rechtfertigung dafür, diese Aktion dermaßen anzugreifen. Wer es dennoch tut, braucht sich über Kritik nicht wundern. Dass Israels Feinde aus dieser Aktion auch derart politische Profit ziehen, hat Israel in dem Fall wirklich mal selbst verbockt. Da hilft dir auch nicht ein billiger, pseudoempörter Konter „jaja, die Juden wären ja selbst an ihrem Unglück schuld…“

  31. 31 edward g. 10. Juni 2010 um 12:39 Uhr

    Die von Euch leider verlinkte Libertäre Gruppe Karlsruhe schlägt jedoch genau die gleiche Kerbe wie diejenigen die Ihr zurecht und treffend kritisiert

  32. 32 w.m. 16. Juni 2010 um 7:45 Uhr

    zitat farfalla:

    „um die mit eisenstangen und messern attakierten idf soldaten scheinen sich die wenigsten sorgen zu machen“

    Sag mal gehts noch? Ich will mich nicht in die ganze Diskussion einklinken, weil ich das mit meinem Kenntnisstand eher müsig finde. Aber erklär mir bitte, warum ich mir jetzt Gedanken um das Wohl von Soldaten machen soll, auch wenn es 3mal israelische Soldaten sind. Wer in einem solchen Konflikt außerhalb von individuellen Konfrontationen zur Waffe greift, egal auf welcher Seite, hat meine Sorge nicht verdient. Auch in Israel gibt es Kriegsdienstverweigerer und Desertierende. Also bitte mal nicht ganz die Relationen verlieren…

  33. 33 farfalla 17. Juni 2010 um 9:44 Uhr

    ät w.m.:

    weil es menschen sind.

    zynische gegenfrage: erklär mir bitte, warum ich mitleid mit den toten djihadisten haben sollte?

  34. 34 ralla 28. September 2010 um 17:09 Uhr

    @ all

    das thema is nun eine weile her….nun ist der vollständige bericht von Human Rights Council erschienen …. komisch das ihn keiner beachtet!!! …hier mal paar worte dazu

    Furkan Doğan, ein Neunzehntjähriger mit doppelter türkischer und amerikanischer Staatsbürgerschaft, war in der Mitte des Oberdecks und filmte mit einer kleinen Videokamera, als er zum ersten Mal durch Kugeln getroffen wurde. Es sieht aus wie wenn er bei Bewusstsein oder halb Bewusstlos für einige Zeit an Deck lag. Insgesamt wurde Furkan durch fünf Schüsse getroffen, im Gesicht, Kopf, Rücken, Hals, linkem Bein und Fuss. Alle Eintrittswunden waren auf der Hinterseite seines Körpers, bis auf die Gesichtswunde, wo die Kugel rechts neben der Nase eindrang. Laut forensischer Analyse zeigen Tätowierungen rund um die Wunde im Gesicht, der Schuss wurde aus unmittelbarer Nähe abgefeuert. Weiter zeigt die Geschossbahn, von oben nach unten, zusammen mit lebensbedrohender Verletzung an der linken Schulter, was einem Schussaustritt entspricht, dass der Schuss abgefeuert wurde als er am Boden auf dem Rücken lag.

    İbrahim Bilgen (60) wurde am Oberkörper getroffen, dann auf der rechten Seite des Rückens, rechten Oberschenkel, beide von hinten. Dann wurde er von einer „baton round“ am Kopf aus nächster Nähe getroffen und die ganze Ladung durchschlug den Schädel und blieb im Gehirn stecken, was bedeutet, er wurde am Boden liegend erschossen.

    Fahri Yaldiz (42) wurde von fünf Kugeln getroffen, im Oberkörper, linkes Bein und drei im rechten Bein. Die tödliche Kugel drang neben der linken Brustwarze ein, traf das Herz und die Lunge und kam an der Schulter heraus. Er war sofort tot.

    Ali Heyder Bengi (38) wurde von sechs Kugeln getroffen, eine im Oberkörper, im Bauch, im rechten Arm, im rechten Oberschenkel und zwei in die linke Hand. Seine Leber wurde verletzt und er verblutete. Laut Zeugen lag er verwundet an Deck und wurde in den Rücken geschossen.

    Cevdet Kiliçlar (38) war Journalist und fotografierte die israelischen Soldaten als er durch einen Schuss genau zwischen den Augen getötet wurde.

    Cengiz Akyüz (41) und Cengiz Songür (46) wurden durch mehrere Schüsse verwundet und als sie Schutz suchten wurde Akyüz in den Kopf geschossen. Bei Songür traf eine Kugel den Thorax, die dann ins Herz und in die Aorta drang. Beide waren sofort tot.

    Çetin Topçuoğlu (54) half verwundeten Passagieren als er von drei Kugeln getroffen wurde. Eine drang in die Schädelbasis und kam vorne am Hals raus. Die zweite ging in den linken Oberschenkel und blieb im Becken stecken. Die dritte traf die rechte Bauchseite und kam am Rücken heraus. Die Schusswinkel deuten an, er lag kniend am Boden als ihn die Schüsse trafen.

    Necdet Yildirim (31) wurde einmal in den Thorax von vorne und einmal von hinten erschossen.

    Das sind die neun Ermordeten.

    Uğur Suleyman Söylemez (46) liegt im Koma in der Intensivstation in einem Spital in Ankara mit einer schweren Schusswunde am Kopf.

    Dazu wurden mehr 30 Passagiere verwundet, davon sind 20 in kritischen Zustand. Die 15 Ärzte, Schwestern und andere medizinisch ausgebildete Personen an Bord taten ihr Bestes, waren aber durch die Art der Wunden und Anzahl der Opfer überwältigt, denn die Betroffenen hätten eine sofortige Operation benötigt.

    Ab Seite 38:

    Die Kommission schreibt, die gut ausgebildeten israelischen Soldaten hätten in der Lage sein sollen, die kleine Gruppe an Passagieren, die nur mit Stöcken und Messern sich gegen den Überfall wehrten, unter Kontrolle zu halten, ohne jemanden zu töten oder zu verletzen.

    Es ist offensichtlich, es gab keinen Versuch die Verletzungen zu minimieren. Und die Anwendung von Schusswaffen wurde in exzessiver und willkürlicher Weise vollzogen. Die Umstände der Tötung von mindestens sechs der Passagiere zeigen eine illegale, übertriebenen Weise, wie bei einer summarischen Hinrichtung.

    Eine grosse Anzahl verletzter Passagiere wurde an Deck liegend misshandelt. Sie wurden für zwei bis drei Stunden nicht medizinisch versorgt, nach Beendigung der Operation. Die israelischen Soldaten haben keine klare Warnung vor Beginn der Schiesserei abgegeben, spätestens an Bord hätten sie es tun müssen.

    Die Kommission kommt zu Ergebnis, die Gewalt welche die israelischen Soldaten an Bord der Mavi Marmara und aus den Helikoptern angewendet haben war unnötig, unverhältnismässig, überrissen und nicht der Situation angepasst und resultierte in die völlig vermeidbarer Tötung und Verletzung einer grossen Zahl an zivilen Passagieren.

    An Hand der forensischen und ballistischen Beweise, können mindestens sechs der Tötungen als rechtlich unhaltbar, willkürlich und als summarische Exekutionen charakterisiert werden. Somit ist das Verhalten der israelischen Streitkräfte eine Verletzung des Rechts auf Leben und das Recht auf physische Unversehrtheit, so wie in Artikel 7 der internationalen Vereinbarung über zivile und politische Rechte festgeschrieben.

    Da die Kommission die israelische Aufbringung des Schiffskonvoi als illegal betrachtet, war die Verhaftung der Passagiere an Bord auch illegal. Die Massenverhaftung von 700 Passagiere und Mannschaft an Bord der sechs Schiffe hat keine Rechtsgrundlage, war willkürlich und ist eine Verletzung des Artikel 9 der internationalen Vereinbarung über zivile und politische Rechte. Weiter wurde niemand an Bord informiert warum sie verhaftet wurden, was eine weitere Rechtsverletzung darstellt. Dann wurden die Passagiere stundenlang gequält, mussten mit Handschellen gefesselt und in kniender Position verharren, durften ihre Notdurft nicht verrichten. Es gibt keine Rechtfertigung für Folter und grausamer, menschenunwürdiger und erniedrigender Behandlung oder Bestrafung.

    text is kopiert da ich mir nicht mehr die mühe mache über das thema hier selbst zu schreiben da es in meinen augen zeitverschwendung ist mit antideutschen über israel und deren außenpolitik zu reden/texten

    (die überschrift des themas bringt mich immer wieder auf die palme)

    hier der vollständige bericht ich hoffe einige reflektieren ihre ansichten zu diesem thema ….http://www2.ohchr.org/english/bodies/hrcouncil/docs/15session/A.HRC.15.21_en.pdf

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