Totenland

alles fällt ins Leere
alles steht in Frage
Vaterland überall
- kein Land in Sicht

kein Sternentuch will die Tränen trocknen
die Brust erdrückt von Angst
die Angst erstickt von Wut
- diese an der Vernunft verendet

die Sackgasse in die ich rannte
- dazu will ich mich bekennen -
war eine süße Hoffnung
- zu schön sie nicht zu küssen

dieses kalte, geschmacklose Land
farblos wie die Augen seiner Wachhunde
will mir das Lächeln versiegen lassen
hier lüstert der Hass von jeder Wand

verzweifelt schreie ich sie an – meine Traumbilder -
„kommt, rettet mich!“
doch für ein jedes von ihnen
steht hier schon ein tödlicher Sachzwang bereit

wie im Wahn fiebere ich nach Läuterung und Ende
nach dem Ende dieses Absturzes
die Zeit sie flüstert hier Nachts
lässt mich nicht schlafen

sie flüstert lieblich wie Galle
in deutschen Nächten
von deutschen Richtern und Mitrichtern
den Henkern meines Lebens

es entzweit mich von den Menschen
mein Versuch menschlich zu werden
kann ich doch meine Totengräber
nicht lieben

ein schönes Land
ein zivilisiertes Land
glänzende Städte – aus Blut gebaut

hat sich seit der frühesten Barbarei
denn mehr geändert als nur die Fassaden?


1 Antwort auf „Totenland“


  1. 1 kreis el cape coast 28. August 2010 um 17:02 Uhr

    Was nen wunderschoenes gedicht.
    grosen respekt.

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