Nie wieder Justus!

Dem umstrittenen Bahamas Autor Jussuf Wertmullah, bekannt durch Artikel wie Infantile Inquisition
oder auch seine aktuellen Anmerkungen zum Thema Definitionsmacht wurde ein Vortrag im Leipziger Conne Island untersagt. Die AG No tears for krauts hat dazu einen pointiert polemischen Text veröffentlicht, welcher eine Perspektive auf diese Debatte liefert.
Was davon zu halten ist, ist euch überlassen.

Nicht untersagt wurde allerdings der Bini Adamczak Vortrag:
Mittwoch, 17.11.2010, Einlass: 19:30 Uhr
Von der Revolution der Geschlechterordnung zum Mütterchen Russland

im Rahmen der INEX Reihe: Das Ende des Kommunismus.

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Was die Streitigkeiten in Leipzig noch für Früchte tragen, darf gespannt abgewartet werden.


34 Antworten auf „Nie wieder Justus!“


  1. 1 S. Plicazione 16. November 2010 um 15:45 Uhr

    das, was du hier so hinschleuderst, find ich irgendwie äußerst komisch – immerhin bewirbst du einen vortrag mit einer diskussion, die über jahre geführt wird, ohne ein wort dazu zu schreiben.

    mittlerweile gibt es einen offenen brief der redaktion bahamas als reaktion auf wertmüllers bannung. und zwar hier. sören pünjer fordert darin im übigen dazu auf, das c.i. solange nicht zu betreten, bis der wertmüller da wieder auftreten darf.

  2. 2 farfalla 16. November 2010 um 15:51 Uhr

    ich will lediglich auf die debatte hinweisen, die jetzt aktuell, und sicherlich schon seit längerem, geführt wird.

    ich finde das faktische hausverbot für wertmüller fragwürdig, aber hab zu dem diskurs (noch) keine eindeutige position.

  3. 3 lissan 16. November 2010 um 18:55 Uhr

    für eine »debatte« wäre es für den anfang ganz hilfreich auch auf die position des conne island hinzuweisen: http://www.conne-island.de/news/59.html, ansonsten wäre es nur ein selbstgespräch von ag ntfk, pünjier unc co.

    darüber hinaus bin ich ehrlich erstaunt, was heute als »pointiert« und »polemisch« gilt. das was die ag ntfk abliefert sind wiederholte und argumentlose beleidigungen. pointe und polemik such ich da vergebens.

  4. 4 fremdkörper 17. November 2010 um 2:13 Uhr

    das conne island etabliert vielleicht möglicherweise einen innerlinken extremismusbegriff: nachdem schon quetschenpaua hausverbot bekam, ist jetzt der antideutsche szenestern, der vermutlich nur noch als rest einer supernova strahlt, dran. dazwischen gesellt sich, zusammen mit ganz unpolitischen oi-bands, die durch die „antideutschen“ geläuterte linke, die vielleicht mit dem abfallen der extremen ränder, die neue linke einheit hervorbringen wird.

    justus‘ anmerkungen zum thema definitionsmacht sind übrigens alles andere als jung, obgleich sie nach wie vor aktuell sind, sondern stammen (wenn man den vortrag bei der gruppe fürs wasser meint) gänzlich aus einem bahamasartikel vor zehn jahren, der eine empfehlung wert ist: http://redaktion-bahamas.org/auswahl/web32-4.html. nur ein wenig distanz zur psychoanalyse, die eine reine populärphilosophie mit interessanten, aber kaum belegbaren ansätzen ist, vermisse ich.
    weniger empfehlenswert sind dann die wenigen worte, die nicht eins zu eins aus dem artikel stammen. neben den üblichen beschimpfungen geht justus auf absolutdistanz zu gender studies und ähnlichen ansätzen und lässt tendenzen populärer biologiezuschreibungen erkennen. auch hier wäre wieder mehr soziologie statt psychoanalyse angebracht, so sehr dass die über sich selbst hinausgewachsenen „antideutschen“ auch heute verachten mögen. in der diskussion dann noch ein kleiner hammer, den dort debattierenden männern aber keine schmerzen bereitet zu haben scheint: besondere sorgen bereitet justus nämlich die androgynisierung der menschen, die aufhebung der zweigeschlechtlichkeit. ja wo kommen wir denn da hin? elsässer, ich hör dir tappsen…

    aber um inhalte ging es beim hausverbot eh nicht. jedeR anständige linke weiß seit 2000, das justus wertmüller ein sexist ist und deshalb muss, wenn nicht alle der selben meinung sind, zur not ein veto in der konsens-diskussionskultur eingelegt werden. ein glück für justus, dass er sich aus dieser szene bereits vor langem entsozialisiert hat.

    ps: auch die stellungnahme sören pünjers ist gut, nur am ende wirds lächerlich: neben diversen suggestiven unterstellungen, die genauso wirken, wie die von ihm zu recht kritisierte gruppendynamik in sachen definitionsmacht (wer möchte schon gerne der sexist sein?), kommt ein kindischer selbstboykott, dem er offenbar sehr viel bedeutung beimisst. da ist das prinzip schon wichtiger als der auftritt der lieblingsband, da bleibt sören hart!

  5. 5 Nie wieder Justus!!! 17. November 2010 um 12:54 Uhr

    http://www.youtube.com/watch?v=kYWM0AzC81w

    die Frage ist warum man so nem Typen nicht auf ´ s Maul haut…

  6. 6 oi 17. November 2010 um 12:59 Uhr

    @fremdkörper: warum soll denn die psychoanalyse eine „reine populärphilosophie“ sein und was ist da nicht belegbar? die berühmten instanzen von es, ich und überich sind natürlich keine positivistisch und am besten noch neurophysiologisch vorfindbaren entitäten, sondern müssen mittels abstraktionskraft ermittelt werden. also genauso wie gesellschaftlichkeit sich in praxi beweist, so auch die psychoanalytisch erforschten instanzen in der sozialen praxis.
    ansonsten gebe ich dir weitgehend recht.

  7. 7 Polemiker 17. November 2010 um 15:55 Uhr

    @farfalla

    So schnell kann man seine antisexistischen Standards wieder übern Haufen werfen. Sind ja schließlich Antideutsche, also per se gut. Von denen kann keiner ein Sexist sein, wer was anderes behauptet kann nur ein linker Szene Antisemit sein…

    Zu Sören Pünjer: Der Typ gehörte früher zu der Antifamackerclique im Osten, für die Antifa Männersache war. Was daran falsch sein soll, haben die bis heute nicht begriffen. Mehr muss man zu diesen Vögeln nicht sagen. Da die zum Glück in der Szene keine Rolle mehr spielen.

  8. 8 farfalla 17. November 2010 um 17:07 Uhr

    willkommen zurück polemiker :)

    Ich werf keine standarts über bord. ich hatte mich zu justus aussagen bis jetzt nicht mal positioniert, sondern lediglich versucht die debatte, die in leipzig grad läuft, auch nach dresden zu holen.
    so pauschalisierungen, dass antideutsche per se gut seien, sind genauso irreführend wie ein linker verbalantinationalismus, welcher alle staaten in einen topf haut und dann verwundert ist über einen antisemitismus vorwurf.

    ich denke man muss zu diesen vögeln eben doch mehr sagen und sie nicht in die verdammnis schicken.
    viele von justus angesprochene aspekte zum thema islamismus und kritik an defma sind m.M.n. schon berechtigt und über sie sollte auch diskutiert werden.

  9. 9 fremdkörper 17. November 2010 um 22:58 Uhr

    „die Frage ist warum man so nem Typen nicht auf ´ s Maul haut…“

    die frage ist eher, wie lange es noch leute wie justus wertmüller braucht, bis die mehrheit der linken das beschriebene elend, das sich an personen wie dir exemplarisch äußert, überwunden hat.

    @ oi

    die instanzen ich, über-ich uns es hab ich damit nicht mal gemeint. klar ist das ein abstraktes modell, dass sicher vieles erklären kann, aber deswegen ist es keineswegs gesichert. mit psychoanalytischem herangehensweisen kann übrigens alles mögliche erklärt werden, das ist das problem. schau dir mal jean liedloff an, die argumentiert auf ähnliche art und weise. klingt auch immer alles in sich logisch, aber kann bis jetzt nicht nachgewiesen werden. kritisch ist außerdem, dass zu viel über alles mögliche an triebverhalten biologisiert wird. biologisierung gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher prozesse kann (muss nicht, manchmal ist es auch einfach so) leicht gefährlich werden, aber noch schlimmer als positivistische biologisierungen sind nur unbelegte biologisierungen, die dann für bare münze genommen werden.
    wie sich die „psychoanalytisch erforschten instanzen in der praxis“ BEWEISEN, müsstest du mal genauer erklären. aber nicht mit vermeintlich logischen allgemeinplätzen, ein beweis erfordert schon ein bisschen mehr. zumal freud genauso ein kind der bürgerlichen gesellschaft um 1900 war und auch in seinen analysen ihr verhaftet blieb (kann man sich nicht einfach davon lösen).

    aber bevor ich jetzt falsch verstanden werde: das ist keine verteufelung der psychoanalyse. bis jetzt bildet sie aber einfach ein populäres philosophiemodell, dass vielleicht gute ansätze liefern kann, aber noch lange nicht in der lage ist, die welt zu erklären. und das wird aber zu oft versucht.

    @ polemiker

    was sind für dich antisexistische standards und welche hat farfalla deiner meinung nach besessen? und wird, wer das konzept der definitionsmacht nicht teilt, deiner meinung nach zu recht als sexistIn abgeurteilt? (meist kann man sich ja das gendern sparen, bei vergewaltigung und sexismus wird in szenekreisen ja für gewöhnlich nur die männliche form verwendet)

    wenn antideutsche jetzt nicht per se gut sind, was mach ich dann mit mir? und wo bekomm ich eine neue identität her? justus ist ja auch bereits am verglühen…

  10. 10 egal 18. November 2010 um 3:19 Uhr

    ihr habt probleme.
    sorry.
    ein*e sexist*in bleibt ein*e sexist*in, … .
    ihr habt recht, innerlinke diskurse sind arsch wichtig, allerdings wird oftmals der kern der sache, eine evtl. bessere welt, aus den augen verloren. „wir“ reiben uns in innerszenischen grabenkämpfen (sorry für die militaristische sprache, was geht eigentlich zum zapfenstreich?) auf und verlieren den blick für dat große und ganze. linker sexismus, antisemitismus, … gehören diskutiert und hoffentlich bald überwunden, trotzallem machen „wir“ „uns“ damit evtl. handlungsunfähig, im großen und ganzen und so.

    ps: @farfalla. wenn du es unbedingt willst, mach`nen antideutschen blog auf. ich finde es gut dass es`ne (soweit möglich) anarchistische plattform in dd gibt. du lässt das ganze manchmal (unabsichtlich?) ins „unseriöse“ abdriften.

  11. 11 S. Plicazione 18. November 2010 um 12:32 Uhr

    wenn ich lese, dass kritik ja schon irgendwie wichtig ist, aber die linke um jeden preis „handlungsfähig“ bleiben soll, und das „große und ganze“ nicht aus den augen verloren werden soll (offensichtlich: die revolution) damit „wir“ eine bessere welt erreichen, hoffe ich, dass der wertmüller noch 100 jahre lang bei jeder sich bietenden möglichkeit die linke ankackt.
    und zwar richtig.

    ps.: warum „wir“ und „uns“ in anführungsstriche setzen, wenn du es doch genau so meinst?

  12. 12 farfalla 18. November 2010 um 15:24 Uhr

    @ egal:

    du hast es ganz gut auf den punkt gebracht. allerdings eher unbewusst.

    die linke einheitsfront soll stark, geschlossen und handlungsfähig sein. wenn dann ein böser nestbeschmutzer daherkommt wird ihm spalterei, unseriösität oder eben ganz einfach ein beliebiger -ismus unterstellt.

    amüsant…
    http://linkesticker.blogsport.de/images/meinkommunismus.jpg

    zur justusdebatte:

    es es bezeichnend und einfach nur absurd wenn im conne island rechtsoffene oi-bands wie berliner weisse und perkele ohne jegliches problem konzerte geben, aber ein justus wertmüller nicht auftreten kann. eine linke, die nicht streiten will und sich der reflektion durch ausschluss entzieht ist einfach nur tot.

  13. 13 oi 18. November 2010 um 16:30 Uhr

    @fremdkörper: die welt aus psychischen konflikten zu erklären, also zu „psychologisieren“, bringt es nicht. aber das muss erstmal nicht den wahrheitsgehalt der erkenntnisse der PA selbst antasten, die ja durchaus (bürger freud hin oder her) im sinne einer subjekttheoretisch fundierten gesellschaftskritik fruchtbar gemacht werden können (wie zb kritische theorie und versuche einer analytischen sozialpsychologie zeigen). da, wo freud biologisiert (zb urszenarien zu phylogenetischen ausgangspunkten erklärt), ist er selbstverständlich reaktionär. aber wenn er den trieb als grenzbegriff zwischen psyche und natur oder gar als repräsentant erklärt, dann ist er doch viel ambivalenter, als das die vulgäre auffassung vom trieb gerne möchte. quatsch wird das erst, wenn die jeweiligen triebregungen anthropologisiert werden.
    jean liedloff kenen ich nicht und scheint mir nach dem überfliegen des wikipedia-artikels auch nicht als beispiel geeignet. die psychoanalyse kann ich hier unmöglich „beweisen“, nicht zuletzt, weil ich dazu, magels genauer kenntnisse, auch gar nicht in der lage bin. vllt wär es fruchtbarer, falls du lust hast, deine bedenken gegen die PA zu konkretisieren.

  14. 14 anti 18. November 2010 um 18:00 Uhr

    berliner weisse

  15. 15 anti 18. November 2010 um 18:02 Uhr

    berliner weisse rechtsoffen? niemals!

  16. 16 antifa3000 18. November 2010 um 19:09 Uhr

    @farfalla: dass ab und zu „rechtsoffene“ bands spielen ist schlimm genug, man muss das doch nicht noch durch auftritte von offen rechten personen verschlimmern.

  17. 17 Polemiker 18. November 2010 um 20:57 Uhr

    Dass da fragwürdige Oi-Bands spielen oder gespielt haben, war für mich immer ein Relikt aus der Zeit, als Sören Pünjer und seine Hooltruppe im CI noch das Sagen hatten.

    Ich finde es erstaunlich, wieso diese Debatte überhaupt wieder hoch kommt. In Dresden gab es da eigentlich mal einen lagerübergreifenden Konsens zu Wertmüller und Co. Aber ihr könnt ja mal versuchen in Abstimmung mit allen Bewohnern Justus in die Matzke-Straße einzuladen, wenn das gelingt, wäre das da der endgültige Offenbarungseid. Aber dann weiß man wenigstens, woran man ist.

    Im Übrigen heißt es Standard. Standart ist eine Art zu Stehen, das war sicher nicht gemeint. Meine Güte, lest ihr keine Bücher mehr, oder wieso hat die Jugend von heute so eine grauenvolle Rechtschreibung?

  18. 18 lissan 18. November 2010 um 22:57 Uhr

    @polemiker: die dummlaberei von so alten lappen wie dir, hat hier definitiv noch gefehlt.

  19. 19 fremdkörper 18. November 2010 um 23:45 Uhr

    @ oi

    ich bin auch nicht supertief drin in der materie, aber es ist ein wenig festzustellen, dass viele sog. anti-d’s beginnen, sich mit der kritischen theorie zu beschäftigen, feststellen, dass die sich sehr oft auf die psychoanalyse bezieht und dann ohne wirklich ahnung zu haben, das auch verteidigen. oder irgendwelche verschwurbelten sachen wiedergeben, die sie noch lange nicht selbst begriffen haben.
    das problem sind nicht manche theorien (einige sind aber sehr wohl problematisch), sondern die herangehensweise. und die ist bei liedloff in ihrem buch übers kontinuum-konzept sehr ähnlich. bei freud sind fast alle psychischen störungen sexueller natur, unterdrückung von trieben, den quatsch mit dem penisneid etc. liedloff führt alles mögliche darauf zurück, dass babys und kinder nicht getragen, nicht ihrer evolutionären anpassung (die sie selbst nicht mal genau wiedergeben kann) gemäß behandelt werden. beide theorien sind in sich sehr schlüssig, können aber bis jetzt nicht bewiesen werden. auf die selbe weise lassen sich unzählige theorien aufstellen. leider hab ich keine ahnung von tiefenpsychologie, aber freundinnen von mir können mir da irgendwann sicher mehr drüber erklären.
    viele theorien freuds sind durchaus interessant und verdienen beachtung (z.bsp. die theorie des todestriebs), aber solche bis heute unbeweisbaren oder zum teil auch widerlegten theorien als basis einer analyse der gesellschaft zu machen, geht für mich zu weit.

    @ polemiker
    schön, dass du dich mit deiner kinderkacke beschäftigst, anstatt mir meine frage zu beantworten.

    „In Dresden gab es da eigentlich mal einen lagerübergreifenden Konsens zu Wertmüller und Co.“
    so? da muss das zk aber mal ein bisschen transparenter arbeiten, ich hab davon nix mitbekommen und war auch an keinem konsens beteiligt. im übrigen bezweifle ich, das justus wertmüller freiwillig in die robert-matzke-str. kommen würde, denn die sieht viel zu zeckig aus.

    das mit sören pünjer interessiert mich trotzdem. du sagst ja im prinzip „einmal doof, immer doof“. dass das quatsch ist, dürfte ja klar sein, aber kannst du mal auf ein paar fakten über ihn, die auch uns zugänglich sind, verweisen? aber fragwürdige oibands haben auch in den letzten jahren im conne island gespielt (templers, stomper 98, berliner weisse). wie das zu pünjers zeiten war, weiß ich nicht, da hab ich meine zeit noch mit gameboy spielen verbracht.

  20. 20 schnuller 19. November 2010 um 1:14 Uhr

    @ polemiker
    „Aber ihr könnt ja mal versuchen in Abstimmung mit allen Bewohnern Justus in die Matzke-Straße einzuladen, wenn das gelingt, wäre das da der endgültige Offenbarungseid.“ … Wie kommst denn darauf?

    Nur weil du weisst, wie gut sich antisexsistische Standards bei Bedarf beiseite legen lassen, heisst das doch nicht das andere auch so ticken.
    Eine Schnellabstimmung in der RM16 hat übrigens ergeben: Nö, den Justus mögen wir immer noch nicht. Welch Überraschung.

  21. 21 Stanislaw Hirschfeld 19. November 2010 um 1:22 Uhr

    Wer die „PA“ „fruchtbar“ machen will, der hat einfach zu selten Geficke erlebt. Da bietet sich etwa gut antideutscher „schlechter Sex“ an oder halt so ’ne lustige Vergewaltigung, um mal „supertief drin in der materie“ zu sein. Fickt stattdessen einfach mal alle „einmal doof, immer doof“ miteinander, damit das ZK nicht behelligt werden muß.

  22. 22 bigmouth 19. November 2010 um 12:37 Uhr

    viele theorien freuds sind durchaus interessant und verdienen beachtung (z.bsp. die theorie des todestriebs),

    gerade der thanatos ist nun wirklich riesenunfug, bei dem Freuds pseudobiologische erklärung mal so richtig lächerlich daher kommt. einen todestrieb posutlieren zu wollen für eine erklärung der geschehnisse ist wirklich dümmster biologismus

    meine lieblingsstory über pünjer ist ja, dass er sich angeblich mit anderen antifakumpels mit nazis zu prügelduellen in der ostdeutschen pampa getroffen haben soll, so mann-gegen-mann-ehrenquatsch

  23. 23 oi 19. November 2010 um 15:05 Uhr

    @fremdkörper: mag sein, dass sich manche anti-d’s unreflektiert versatzstücke aus der psychoanalyse aneignen. aber für die theorie selbst, wie sie von freud ausgearbeitet wurde, (gesetzt man begibt sich auf ein redliches niveau, das sie nicht ressentimentvoll a priori als „biologismus“ abkanzelt oder die ganze problematik mit „zu selten Geficke erlebt“ fasst, was ungefähr dem bewusstseinsstand eines volksgenossen entspricht) gilt doch, dass sie bestimmte konstellationen beschrieben hat, die tatsächlich konstatiert werden können und immer wieder kehren. zu beweisen wäre das dann empirisch, was durch die therapieerfarungen immer ausgangspunkt für freuds forschungen war, auch wenn sich das nicht in der darstellunmg widerspiegelt und man meinen könnte, dass es sich schlicht um eine konstruktion handle. festzuhalten gilt meines erachtens, dass die psychoanalyse dafür taugt, die verarbeitung von gesellschaftlichen verhältnissen durch die subjekte und deren rückwirkung auf gesellschaftliche praxis zu verstehen. das würde sich aber nur bewähren, wenn man dann konkret freuds ahistorische und z.t. biologistische anthropologie und was daraus sonst noch folgt, kritisiert.
    z.b. der viel gescholtene penisneid, der seine grundlage im bewusstwerden des patriarchal gesetzten unterschieds der geschlechter durch die wahrnehmung der genitalien hat, entspricht einem begehren nach (dank patriarchat: männlich konnotierter) macht, die unbewusst mit dem phallus identifiziert wird. freud wäre hier zu kritisieren, dass er diese konstellation mit dem gesellschaftlichen geschlechterunterschied ahistorisch setzt und dementsprechend deren nichtigkeit mit der auflösung sexistischer geschlechterverhältnisse gar nicht erwägt.

  24. 24 Polemiker 19. November 2010 um 20:17 Uhr

    @schnuller
    Das war ja eine sehr schnelle Abstimmung… Dann ist ja gut. Der eine oder andere Kommentator hier wird schon wissen, wie ich darauf komme.

    @fremdkörper
    Ich sag mal so, deine Texte sind mir einfach zu lang, und das bissel was man beim überfliege mitbekommt, läd nicht zum intensiveren Lesen oder gar Fragen beantworten ein. Ich kann dir auch keine Bilder von den Hoolschlägereien hochladen, von denen bigmouth spricht, da ich die zwar gesehen, aber nicht behalten habe. Dass euer ZK nicht transparent arbeitet bzw. sich zu fein ist, um sich mit dem Nachwuchs abzugeben, dafür kann ich ja nun nichts.

  25. 25 fremdkörper 19. November 2010 um 22:19 Uhr

    @ bigmouth
    vermutlich hast du damit auch recht, ich fand einfach das, was ich bei freud dazu gelesen hatte, als theorie interessant. bis jetzt kam mir aber noch nie in den sinn, damit die gesellschaft erklären zu wollen.

    @ polemiker
    du brauchst dich nicht mit anstrengendem lesen beschäftigen. es reicht vollkommen, wenn du auf die sätze, die durch ein gut sichtbares „@ polemiker“ eingeleitet werden und mit einem fragezeichen versehen sind, achtest.
    da dein aufenthalt hier offensichtlich für dich, als auch für mich und die meisten anderen hier reine zeitverschwendung ist, kannst du dich auch wichtigeren dingen widmen. hörbüchern z.bsp.

  26. 26 fremdkörper 20. November 2010 um 0:37 Uhr

    @ oi

    da kann ich gut mitgehen. nur mit der praxiserfahrung freuds ist es auch so eine sache, er hatte eine hand voll patientInnen ein halbes leben lang. aber psychoanalyse als theorie und als heilmethode sind ja auch noch mal zwei verschiedene dinge. werd mich sicher noch mehr damit beschäftigen. vielleicht sollte man auch einen kritischen workshop dazu mal organisieren…

  27. 27 Polemiker 20. November 2010 um 8:34 Uhr

    Das große I kannst du getrost weglassen. Es handelte sich vor allem um frustrierte und gelangweilte Ehefrauen aus gutbürgerlichen Häusern. Der Rest hatte keine Zeit oder Geld für so einen Quatsch. Dementsprechend sind dann auch seine empirischen Ergebnisse.

  28. 28 bigmouth 20. November 2010 um 13:42 Uhr

    @oi:

    du kennst aber die vielen vorwürfe, wie verfälschend Freud mit berichten über seine patienten verfahren ist? kannst du wirklich Freud lesen, ohne dass dir auf jeder verdammten Seite ins Gesicht springt, was dieser man alles als logische Ableitung oder Argument ausgibt? Die vielen rhetorischen Kniffe, mit denen Freud über Unklarheiten, Leerstellen der Beweisführung usw hinweggeht – fallen die dir nicht auf?

  29. 29 oi 20. November 2010 um 13:56 Uhr

    na dank dir kenne ich jetzt die vorwürfe der verfälschung und weiß, dass freuds werk nur aus rethorischen kniffen, unklarheiten und leerstellen in der beweisführung besteht. danke!

  30. 30 bigmouth 20. November 2010 um 14:25 Uhr

    ich sage nicht nur. da finden sich durchaus auch erkenntnisse, die aber immer in ein höchst fragwürdiges gerüst idiosynkratischer beweisführung gepresst werden. das ist häufig so bei leuten, die meinen, im alleingang mal eben eine ganze wissenschaft erfinden zu wollen. Freud weist eben ziemlich viele Merkmale auf, die sonst crackpots auch haben. das ein oder andere kann man da schon raus ziehen. dass so viele leute das so unkritisch übernehmen, finde ich aber schon bestürzend.

  31. 31 oi 20. November 2010 um 15:02 Uhr

    sag mal bigmouth, hast du nicht mal adorno und hegel als unbrauchbar dekretiert, weil dir deren sprachduktus missfallen hat? das trifft sich dann mit der ebene, freud ohne begründung des unlogischen schließens und auch noch des exzentrismus (apropos crack und pot, freud war ja auch ein kokser und die kriegen ja bekanntlich gar nichts zu stande) zu bezichtigen. das ist halt nichts als denunziation, nicht der rede wert und hilft schon gar nicht sich mit der psychoanalyse auseinanderzusetzen.
    für diejenigen, die noch in der lage sind einen klaren gedanken zu fassen, sei noch mal betont, dass es nicht darum geht eine ehrenrettung für freud zu besorgen, sondern sich angemessen kritisch mit der theorie beschäftigen.

  32. 32 bigmouth 20. November 2010 um 19:14 Uhr

    crackpot kommt vom cracked pot, dem sprung in der schüssel

  33. 33 dauersteher 21. November 2010 um 0:44 Uhr

    „Der Mensch ist ein Wesen von schwacher Intelligenz, das von seinen Triebwünschen beherrscht wird.“ (S.F.: Massenpsychologie, 128)

    Man muss wohl Freuds Triebwünsche kennen, wenn man dessen Intellekt beurteilen will. Aber dass die Psychoanalyse Ausdruck aufgestauter Wünsche ist und die Bestimmung „des Menschen“ als Vollhorst auch ein schlechtes Licht auf Freuds Theorie wirft, kommt leider den wenigsten Lesern in den Sinn.

  34. 34 Mitwisser 22. November 2010 um 20:52 Uhr

    „meine lieblingsstory über pünjer ist ja, dass er sich angeblich mit anderen antifakumpels mit nazis zu prügelduellen in der ostdeutschen pampa getroffen haben soll, so mann-gegen-mann-ehrenquatsch“

    Das Märchen kannst du mal deinen Kindern erzählen. Mitte der 90er sah Sören aus wie ein Sonderschüler aus der Hamburger Schule, dann hat er Kampfsport und später auch Hooliganismus betrieben, aber als Hobby, nicht als Politik. Auf Wiesen ja, gegen Nazis nur zufällig (kommt ja vor in der Hoolszene). Die Lesekreise am Ende seiner Leipziger Zeit dürften aber mehr Freizeit eingenommen haben als seine sonstigen Hobbys. Vielleicht sollte man das kolportieren.

    Mit dem Oi habt ihr alle recht. Grauzone und so. Und das im ConneIsland!
    Schade, dass ihr nicht vor der eigenen Haustür kehrt: HC, Punk, HipHop – alles Musikrichtungen, die in alternativen Jugendzentren rauf und runter laufen, in denen man vielleicht keine Nazis trifft, aber auf ideologische Versatzstücke der alten und neuen Rechten. Ist halt Musik, ist halt Subkultur, ist halt Jugendkultur – spiegelt halt die Gesellschaft wieder. Muss man zur Kenntnis nehmen, kann man auch teilweise Grenzen ziehen, kann man aber schwer „säubern“.

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