Archiv für Januar 2011

3. Februar im AZ-Conni: Bezugsgruppentraining

Viele haben diese Situation auf Demos sicher schon erlebt: es gibt Gedränge und plötzlich steht man allein da, alle Freunde sind verstreut und die Polizei hat leichtes Spiel, man fühlt sich ungeschützt und dem Willen der Polizei ausgeliefert. Damit das nicht passiert lohnt sich organisiertes vorgehen – in Bezugsgruppen. Die geben Sicherheit und ermöglichen Aktionen. Doch das will geübt sein. Deshalb gibt es beim OAT ein Bezugsgruppentraining – um fit in den 13. Und 19. Februar zu starten.

http://dresden1302.noblogs.org

Das Training findet am 03.02. 20:00 im AZ Conni statt.

POP-Revisionismus

„Unschuldsgefühle

Die Pop-Band Silbermond hat neue Maßstäbe für die politische Kunst gesetzt, und zwar mit ihrem Video »Ich bereu nichts« zu einem Song von dem Album mit nicht weniger aussagekräftigem Titel »Nichts passiert«. In dem Video lässt ein alter Mann sein Leben Revue passieren, während die eindringliche Stimme Zeilen wie diese singt: »Wir habens beide gewusst und doch verdrängt bis zum Schluss,« was natürlich noch überhaupt nichts bedeutet – verdrängt haben sie lediglich, »dass man die Zeit nicht besiegen kann.«. Darum: »Wir haben immer gekämpft und kein Sandkorn verschenkt / Und jetzt stehn wir hier.« Wenn dann aber pünktlich zum Refrain Wehrmachtssoldaten auftauchen, die ihre verwundeten Kammeraden heroisch durch das Schlachtfeld schleppen und dazu Zeilen ertönen, wie: »Und ich bereue nichts, / Nicht einen Schritt, nicht einen Augenblick davon. / Auch wenn es verloren ist,/ Auch wenn es für uns nicht reicht / Es war doch nichts umsonst. / Bereue nichts davon,/ Nichts davon« – dann weiß man, dass »Landser« und »Störkraft« endgültig obsolet geworden sind. Ein Land mit solchem Mainstream braucht keinen »Rechtsrock« mehr.Wer dies für eine Überinterpretation hält, kann sich gerne ausmalen, wie die Reaktionen wären, wenn zu diesem Text die Bilder von DDR-Grenztruppen im Einsatz gezeigt wären.“

Siehe Extrablatt unter der Rubrik Wetter

Zur Kritik des Extremismusbegriff

Diesen Freitag, den 28.1.11, findet von 10 bis 18 Uhr in der Landesstiftung des Goethe-Institut Dresden, eine Veranstaltung unter dem Titel: Ordnung und Unordnung (in) der Demokratie statt.

Ankündigungstext:

Spätestens seit den 1990er Jahren haben sowohl der Totalitarismus- als auch der Extremismusbegriff eine neue Konjunktur in Wissenschaft und Politik erlebt. Gemeinsam ist ihnen die meist unkritische Gleichsetzung der dem rechten und dem linken Spektrum zugeordneten politischen und gesellschaftlichen Ordnungsvorstellungen. Diese Begriffe sagen jedoch vielleicht mehr über den Demokratiebegriff seiner Verfechter_innen aus als über die Gemeinsamkeiten von «Rechten» und «Linken». Denn dieses Verständnis von Demokratie geht aus von einer bestimmbaren «guten» Mitte, die alles ausschließen muss, was ihr entgegensteht – Themen, Einstellungen und Standpunkte ebenso wie konkrete Menschen.
Auf der Tagung soll im Anschluss an die Tagung «Gibt es ‚Extremismus`?» im Januar 2010 über die grundlegenden Annahmen dieses Demokratieverständnisses diskutiert und ihm andere Ideen der Demokratie entgegengesetzt bzw. andere Perspektiven auf Demokratie eingenommen werden.
Denn Demokratie kann auch verstanden werden als ein notwendig unfertiges Projekt, dessen Perspektive nicht allein in der Ordnung, sondern vielmehr im Änderbaren, Vorläufigen, in der Inklusion und immer größeren Ausdehnung, kurz: im Versprechen aufgeht. Ein solches Verständnis von Demokratie, das auf die öffnende Momente setzt, betont die universellen und inklusiven Grundlagen der Demokratie und nicht die ordnenden und insofern schließenden Momente. Als solche verstanden, gäbe es gar keinen Begriff von Extremismus.
Auf der Tagung sollen sowohl die ordnende und exklusive Dimension, als auch die öffnende, wandelbare und inklusive Dimension der Demokratie zum zentralen Thema gemacht werden.
Zu diesen Themen werden drei Workshops angeboten, die die Gefahren und Chancen, die Möglichkeiten und Grenzen von Ordnung und Unordnung (in) der Demokratie diskutieren.

Schriftsteller Peter Paul Zahl verstorben

Quelle: Libertäre Presseagentur

Der libertäre Schriftsteller Peter Paul Zahl ist gestern, Montag, 24.01.2011 im Alter von 66 Jahren in Jamaica im Krankenhaus von Port Antonio an Krebs gestorben.

PPZ (Guppe 61) wurde vor allem durch seine staatskritischen Gedichte und seinen Schelmenroman „Die Glücklichen“ (Berlin 1979) bekannt, der in mehreren Auflagen erschien. Im APO-Berlin hatte er in den 1960er Jahren eine Druckerei mit Verlag betrieben, in der unter anderem die „Zwergschulergänzungshefte“ erschienen, kleine anarchistische und rätekommunistische Theorieschriften, sowie mehrere Zeitschriften. (mehr…)

Ab jetzt monatlicher Termin des Libertären Netzwerks!

Quelle: Libertäres Netzwerk Dresden

Ab Januar organisiert das Libertäre Netzwerk Dresden an jedem letzten Samstag im Monat ein „Vernetzungsessen“. Auf diesem, wollen wir euch die Gelegenheit geben, das Netzwerk kennen zu lernen, euch zu informieren oder Probleme zu schildern. Der Rahmen soll ebenfalls für kleinere Informations- und Diskussionsveranstaltungen dienen.

Nebenbei stellt es eine bequeme Möglichkeit dar, Samstag ohne Stress mit netten Menschen Essen zu können. Diesen Monat informieren wir euch über die Nazidemonstrationen am 13. und 19. Februar in Dresden. Auf der Veranstaltung im Februar möchten wir gemeinsam mit allen Interessierten über eine Neuauflage der Libertären Tage diskutieren.

Jeden letzten Samstag im Monat, ab 15 Uhr in der „Praxis“, Columbusstraße 9, Dresden.

Politischer Stadtrundgang des AK Antifa zum Tag der Befreiung von Auschwitz am 27.01.

Quelle: AK Antifa, Libertäres Netzwerk Dresden

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Diskussionsbeitrag zum 13. Februar der Antifa Freiberg

Die linke Formierung

„[D]ie Entscheidung ist gefallen. Für den 19. Februar 2011 gibt es die Großmobilisierung zu Massenblockaden nach Dresden.“ Dass man vor diesem Spektakel, bei dem das Gros der Teilnehmenden an den unheimlichen Aufmarsch der ML-Zombies auf der LLL-Demo beinahe heranreicht, besser Reißaus nehmen sollte, möchten wir im Folgenden versuchen darzulegen.

Der Fluch des Superlativs!!!

Großmobilisierung; Massenblockaden; Event; Europas größter Naziaufmarsch; endgültig Geschichte werden zu lassen; bundesweit; auf jeden Fall zu verhindern; können und werden wir nicht; öffentlichkeitswirksam; aktiv werden; Aktionstag; trommelt alle eure Freunde zusammen usw. usf. Diese Sprache spricht Bände. Man braucht nicht erst Victor Klemperers L.T.I. zu lesen, um den Tatendrang, die Kraft und den superlativierten Sinn zu erkennen, mit denen bei no pasarán und Dresden-Nazifrei Politik gemacht wird: Mit einer Sprache, die schon von ihrer Struktur her auf etwas verweist, das zum Fürchten ist. Welch autoritärer Gestus muss in den Köpfen der Menschen herrschen, die die überwiegende Zahl ihrer Ergüsse mit Ausrufezeichen beenden und für die es Höchstleistungen darstellt, Sätze zu formulieren. Sätze, die diese Bezeichnung verdienen und vom Jargon emanzipiert ohne Verlautbarungen der Entschlossenheit und Versicherungen der eigenen, gemeinsamen Identität auskommen. Sätze also, die Inhalt, oder im höchsten aller Fälle gar Kritik, transportieren. (mehr…)

OAT am 27. Januar

Vortrag zum ideologiekritischen Umgang mit nationalen Befreiungsbewegungen wie der EZLN in Chiapas – Debatte um den Rückzug emanzipatorischer Diskurse aus globalen Realitäten. Die Referentin hat ein Jahr lang mit einer indigenen Frauenorganisation in Chiapas gegen Sexismus und sexualisierter Gewalt gearbeitet. Wieder zurück fällt der Abgleich der Erfahrungen mit kritischer Theoriebildung & emanzipatorischen Debatten schwer und gibt Anlass für diese diskussionsorientierte Veranstaltung.

Der Vortrag findet am 27. Januar 20:00 Uhr im AZ Conni statt.

Gesine und der Kommunismus

„Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung. Auf jeden Fall wird es nicht den einen Weg geben, sondern sehr viele unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen. Viel zu lange stehen wir zusammen an Weggabelungen und streiten über den richtigen Weg, anstatt die verschiedensten Wege auszuprobieren.“

junge welt (03.01.2011)

Sehr probierfreudig gab sich Gesine Lötzsch, Vorsitzende im Bundestag für die Partei Die Linke, auf einer Konferenz der Rosa-Luxemburg-Konferenz, hinsichtlich der Perspektiven zur Überwindung des Kapitalismus.
Sie hatte das verbotene K-Wort ausgesprochen und damit heftigen Medienrummel ausgelöst. Nach Kritik von allen Seiten ruderte sie schließlich zurück und versicherte, dass sie mit Kommunismus eigentlich den demokratischen Sozialismus gemeint hatte. Die absurde Hetze wurde schließlich bei der Polit-Talkshow Anne Will unter dem Titel „Wirtschaftsboom und Jobwunder – wer träumt da noch vom Kommunismus?“ zur Realsatire im ARD. Lafontaine schwafelte von communis, traute sich aber nicht das verbotene Wort auszusprechen. Vielleicht auch besser so, da seine Vorstellungen vom Kommunismus sicherlich keine Bereicherung für einen Diskurs, der den Namen gar nicht verdient, gewesen wäre.
Man weiß nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll, wenn die einzigen Reaktionen zum Stichwort Kommunismus, Stalin und Stasi lauten. Die Reaktionen von stalintreuen Gespenstern bei der diesjährigen Luxemburg-Liebknecht Demo jedoch, welche protestierende Opfer des Stalinismus verprügelt hatten, bereichern das Ganze schließlich mit einem ekelhaften Beigeschmack von ideologischer Menschenverachtung. Um nicht in die Falle der Verteidigung von Totalitarismus im Gewand des „Real existierenden Sozialismus“ zu tappen, bedarf es in der Linken einiges an Geschichtsaufarbeitung. Ein Verweis auf Bini Adamczak’s
Gestern Morgen
kann dabei vielleicht einen Einstieg bilden.

Sehr amüsant in diesem Zusammenhang ist aktuell allerdings folgendes: Der CDU-Ortsverband Lichtenberg-Mitte lud heute zu einer Kundgebung gegen den Kommunismus, an dem sich dutzende subversive Teilnehmer_innen beteiligten, um das Ganze etwas aufzulockern. Das Schild mit dem Spruch des Tages:

Kommunisten fressen kleine Kinder!

OAT 20.Januar: Der 13. Februar rückt näher!

In wenigen Wochen steht wieder der 13. Februar auf dem Kalender: in Dresden das alljährliche Datum für Trauerspiele mit Geschichtsrevisionismus und Naziaufmärschen. Der „AK Antifa Dresden“ erläutert, was er in diesem Jahr an Aktionen zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens und die ihn begleitenden Nazidemos plant. -> http://dresden1302.noblogs.org

Die Veranstaltung findet am 20. Januar 20:00 im AZ Conni statt.

Eingesendet: This is a global communication call from Istanbul,Turkey.

1. This is a global communication call. We aim to communicate with all anarchist and anti-authoritarian individuals, autonoms and organizations; with this aim we hope to develop a solidarity web.

2. We are the individuals of an organized anarchist group called D.A.F (Devrimci Anarşist Faaliyet) that has been active in Anatolia and Mesopotamia for five years. We take “revolution”, “organising”, “collective living”, and “collective producing” as initials for our group. We are on the side of the people who are facing with power.
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Plädoyer für den Materialismus

Schon bei der bloßen Erwähnung des Begriffs treten die MoralistInnen auf den Plan. Trotz der ursprünglichen Bedeutung, die eine Konzentrierung auf das menschlich Fassbare fordert, werden heute mit Materialismus meist Konsumgesellschaft und Kapitalismus, Gier und Egoismus gleichgesetzt und vermeintliche oder tatsächliche Missstände kritisiert. Ganz verkehrt ist dies nicht: So wenig, wie Formen des Zusammenlebens und abstrakte Wünsche wie Liebe und Glück je konkret einzuordnen sein werden – und der Zeitpunkt, wo sie es wären, würde die endgültige Zementierung der Aufklärung zur Herrschaft über den Menschen bedeuten – so sind die Objekte der Bedürfnisbefriedigung natürlich ebenso materiellen Urspungs wie die Bedürfnisse. Wo sie es nicht sind, wurden Bedürfnisse sublimiert, zu Esoterik und Religion, die längst eine ganze Palette von ebenso kapitalistisch produzierten Produkten im Gepäck haben- und mittlerweile in globaler Konkurrenz stehen. Doch leider sind die Produkte des Seelenheils, der Rituale und der jenseitigen Versprechungen längst nicht so inhaltsleer wie die Werbung für die neuesten Trends und Hits, auch wenn beide vom Schein der nicht erfüllbaren Versprechen umgeben sind. (mehr…)

Dresden: Buchvorstellungen zu Perspektiven Autonomer Politik und Männlichkeit im Rechtsradikalismus

Buchvorstellung „Perspektiven Autonomer Politik“

am 24. Januar 2011 im Buchladen „König Kurt“ Rudolf-Leonhard-Str.39 /// 01097 /// Dresden

Beginn 20.00 Uhr (mehr…)

Eingesendet: Demotraining für den 13. Februar

Demotraining am 30. Januar, 15 Uhr im AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Str.39

Veranstaltet von Rote Hilfe Dresden.

Wie verhalte ich mich auf Demonstrationen und Blockaden?
Was nehme ich mit, was bleibt besser zu Hause?

Desweiteren gibt es Infos zu Rechtshilfe, Bezugsgruppen und das Verhörtraining!

Sarrazin in Dresden

Am Donnerstag den 13. Januar kommt Thilo Sarrazin nach Dresden um eine Lesung seines umstrittenen Buchs ‚Deutschland schafft sich ab‘ zu halten.

Die Gruppe Cartonage gibt heute Abend im AZ Conni ein Preview zur Sarrazinade.
Neben Vokü soll es eine Zusammenschau Sarrazins Beiträge und die meißt zustimmenden Reaktionen darauf geben. Zeit für letzte Absprachen bezüglich der Gegenproteste wird sicherlich auch gegeben sein.
Die Gegenkundgebung am 13.1. wird ab 18:30 Uhr vor dem Tor 1 des Messegeländes stattfinden und die Gegenlesung zur gleichen Zeit.

Es gibt nun auch einen Aufruf des libertären-Netzwerks-Dresden, welcher zu antirassistischen Gegenprotesten animiert:

teil 1
teil 2