Archiv für Februar 2011

Wenn die Kiez Miliz zuschlägt…

Der 19. Februar 2011 kann, nach allem was so passiert ist, wohl getrost als neuer Chaostag in Ostdeutschland betitelt werden. Brennenden Barrikaden, Wasserwerfer bei Minusgraden, randalierende Nazis…und: linke, antisemitisch motivierte, Polit-Hools.
In einem Interview aus der aktuellen Jungle World wird der linksdeutsche Mob, dem die Fahnen von RAF und ganz besonders des Staates Israel Grund genug waren, Antifaschist_innen ins Krankenhaus zu prügeln, von einer betroffenen Person selbst geschildert. Lizas Welt schreibt dazu folgendes:

…In einem unmittelbar am Ort der Gegendemonstration gelegenen Café, in dem sich viele durch stalingradsche Temperaturen Unterkühlte aufwärmten und sich von den Strapazen der Dresdner Kesselerrichtung erholten, suchte auch ein junger Demonstrant Zuflucht, der sich eine Flagge der Royal Air Force umgehängt hatte – jener Streitkräfte also, die an der militärischen Zerschlagung des Nationalsozialismus einen maßgeblichen Anteil hatten und bekanntermaßen auch der sächsischen Hauptstadt eine Kriegserfahrung bescherten, aus der sich die Dresdner Identität bis heute speist. Als eine Gruppe schwarz gekleideter Gestalten nun jener Flagge gewahr wurde, begann sie, den Sympathisanten Sir Arthur Harris’ zu beschimpfen und zu bedrängen; zudem versuchte sie, ihm seine Flagge zu entreißen.

In dieser misslichen Lage intervenierte eine Gruppe von vier Leuten, die sich zwischen die Angreifer und den Bedrängten stellte, um den stetig größer werdenden, aggressiv auftretenden Haufen nach dem Grund für seine Attacken zu fragen: „Keine Nationalfahnen!“, „Nur die Rote Armee hat Deutschland befreit [sic!], sonst niemand!“, „Scheiß Engländer, scheiß Amis!“, schallte es aus dem mittlerweile auf 15 bis 20 stolze Antifa-Deutsche angewachsenen Block. Unter dem Schlachtruf „Hier sind Antideutsche!“ drängte der zunehmend gewalttätiger auftretende Mob die vier als Volksfeinde Entlarvten aus dem Café heraus auf die Straße und mitten in die Gegendemonstration. Als nun einer der langsam Zurückweichenden eine israelische Flagge hochhielt, gab es kein Halten mehr. Die zuvor nur mühsam zurückgehaltene Aggression brach sich beim Anblick des verhassten Davidsterns endgültig Bahn.
[lizas welt]

Aus dem Interview der JW:
„…Offenbar muss man konstatieren, dass in Teilen der Antifa ein Davidstern die gleichen Reflexe auslöst wie eine Horde Neonazis. Die sogenannte israelsolidarische Antifa muss sich fragen lassen, warum sie mit solchen Leuten zusammen gegen Neonazis demonstriert.“

Philosophisches Nachtcafe über Anarchie

In der Buchbar im Sonnenhof findet im Rahmen des Philosophischen Nachtcafés Dresden eine Veanstaltung zum Thema „Willst Du beherrscht werden? Was ist eigentlich Anarchie?“ statt.
Zum den Organisator_innen kann ich nichts weiter sagen. Vielleicht einfach mal vorbeischauen bei Interesse.

Vortrag und Diskussion
07. März, 20:30h
Alaunstraße 66 (Hinterhof)

OAT am 3.März

3. Infoveranstaltung zum Repressions-Prozess gegen Jan zwei Jahre nach den Protesten gegen den Nato-Gipfel in Strasbourg
Infos: http://breakout.blogsport.de

Nach den Protesten in Strasbourg saß Jan – bis er vom Berufungsgericht in Colmar freigesprochen wurde – 4 Monate im Knast. Die französische Oberstaatsanwaltschaft erhob dagegen Revision und nun drohen ihm weitere drei Jahre Haft ohne Bewährung.

Nächsten Donnerstag 20:00 wird es eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema geben.

Religionskritische Reihe im Café Négation von März bis Juni 2011

Das Gefühl des Ozeanischen- Das Opium des Volkes?

Gründe für die Kritik der Religion und die Ablehnung Gottes gibt es viele. Ideengeschichtlich kann dies unterschieden werden in Ablehnung aufgrund der Vernunft, der Natur, der leidenden Kreatur, des Menschen, des Lebens, der Mündigkeit oder der Freiheit. Die Beschäftigung mit Kritik der Religion wird notwendig durch ihre trotzige Allgegenwärtigkeit. ‘Wir sind Papst’ oder die unzähligen Werbeplakate in der Stadt Dresden, welche penetrant zur Nächstenliebe und der Aufnahme von erwarteten Anreisenden für den evangelischen Kirchentag im Juni aufrufen, sind nur wenige Beispiele. Auch die gerade stattfindende Ausstellung ‘Kraftwerk Religion’ im Dresdener Hygiene-Museum ist ein gutes Beispiel für die Aktualität des Glaubens. In jener wird neben marginaler Kritik vor allem eine Individualisierung des Glaubens beschworen durch Einzelinterviews, welche einen subjektiven Blick auf Glauben und Religion vermitteln.
Trotz der die Individuen befreienden Erkenntnisse der Aufklärung und offizieller Säkularisation in den meisten westlichen Nationen boomt der Glaube auf der Ganzen Welt, sei es in Form der großen Weltreligionen oder sei es in Gestalt von spirituellem Kitsch, Yoga oder Esoterik.
Wir wollen mit euch gemeinsam die Grundlagen für eine fundierte Religionskritik erarbeiten, und dies in verschiedenen Workshops, Vorträgen und Diskussionen realisieren.
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PM: Nazi-Angriff auf mehrere Häuser im Stadtteil Dresden Löbtau am 19.02.

siehe: libertäres netzwerk dresden

Am 19.02. begleitete die Polizei ca. 250 Neo-Nazis, die sich von Freital aus in Richtung der Dresdner Innenstadt bewegten. Im Ortsteil Löbtau attackierten diese mehrere Wohnhäuser mit Stöcken, Pfefferspray und Steinen – vor den Augen der Polizei. Bei dem 10 Minütigen Angriff gingen über 50 Scheiben zu Bruch. Verletzt wurde niemand. Eines der angegriffenen Häuser war das Wohnprojekt „Praxis“, welches in der Vergangenheit schon mehrfach Ziel rechter Anschläge war.
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Eingesendet: Diskussion zur Neuauflage der Libertären Tage Dresden

Quelle: Libertäres Netzwerk Dresden

Wie jeden letzten Samstag im Monat findet auch am 26.02. ab 15 Uhr das Vernetzungsessen des Libertären Netzwerks in der Praxis statt. Dabei wollen wir gemeinsam futtern, Ideen spinnen und einander kennen lernen. Auch Menschen die bis jetzt noch keinen Kontakt mit dem Netzwerk hatten oder sich auch anderweitig noch nicht politisch organisiert haben, laden wir herzlich ein. Begleitet wird die Veranstaltung diesen Monat von einer Diskussion um eine Neuauflage der Libertären Tage. (mehr…)

Café Négation im Februar

Ein Jahr Café Ne­ga­ti­on – Rück­blick, Aus­blick, Re­fle­xi­on.
Sonn­tag, 20.​02.​11
ab 15h Ro­bert-​Matz­ke-​Str. 16

Aufruf der Internationalen Arbeiter*innen Assoziation

Wir Dokumentieren hier einen Aufruf vom IAA-Sekretariat, Oslo, 05. Februar 2011

Die Arbeiter/innen in Tunesien sind gegen die alte Diktatur aufgestanden und nun fordern Arbeiter_innen, Arbeitslose und Studierende das Mubarak-Regime heraus. Die Arbeiter/innen und Studierenden in Ägypten und Tunesien sind eine Inspiration für die weltweite Bewegung der Arbeiterklasse!

Sie zeigen wiedereinmal, welche Macht die einfachen Leute haben, um einen Wechsel aus eigener Kraft herbeizuführen. Die Internationale Arbeiter_innen-Assoziation (IAA) verurteilt durch ihr Sekretariat jede Unterdrückung von Demonstrant_innen auf’s Schärfste. (mehr…)

Eingesendet: TV Tipp – Kaufen für die Müllhalde

Gesendet von: Libertäre Presse Agentur (LPA)

Anmerkung w.m.: Von Sätzen wie „…würde vermutlich derselbe Kreis von Verantwortlichen zum Vorschein kommen, der auch die heutige Konsumgesellschaft inszeniert hat.“ möchte ich mich distanzieren, wurde die Konsumgesellschaft doch nicht von einem kleinen Kreise mächtiger geschaffen sondern wuchs mit durch die Handlungen und Kooperation der meisten Beteiligten. Eine kleine Gruppe derer verantwortlich zu machen, die an hohen Positionen im System stehen, leugnet die Passivität und aktive Mitschuld der gesellschaftlichen Basis.

Ein früher Verschleiß ist bei zahlreichen Produkten durch Sollbruchstellen vorprogrammiert. Sei es eine Autokarosserie, die schnell rostet, oder seien es Glühbirnen, Computer oder Handys. Die Kunden sollen ein defektes Gerät nicht reparieren lassen. Sie sollen das Altgerät entsorgen und sich ein neues anschaffen. Eine Abhilfe liegt häufig wie bei Autokarosserien offen auf der Hand. Autokarosserien müssen nur wie die Spülen unserer Küchen aus Edelstahl gefertigt werden. Denn Spülen rosten nicht. Doch die verkürzte Lebensdauer ist beabsichtigt. Wirtschaftsfachleute nennen sie „geplante Obsoleszenz“. Die Film von Cosima Dannoritzer „Kaufen für die Müllhalde“ geht diesen Vorgängen nach und wirft einen Blick auf die Folgen der modernen Wegwerfgesellschaft. (mehr…)

Makss, nimm sie mit!

Der Rapper „Makss Damage“, bekannt geworden durch Lieder wie „Tötet diese antideutschen Hurensöhne!“, hat nun endlich den entscheidenden Schritt gewagt, der ideologisch offensichtlich lange vorher fest stand. Vormals bekennender Stalinist feiert er nun sein erstes Stelldichein bei seinen neuen Nazi-Kamerad*innen. In dem Interview zu seinem Lagerwechsel wird schnell deutlich, dass er vor allem pragmatische Gründe für seinen Wechsel sieht, bis auf das Vokabular aber offensichtlich keine großen ideologischen Gräben zu überwinden hatte. Er zeigt damit was Nazis und Stalinist*innen durchaus eint: Die Bereitschaft mit Gewalt jede*n zu beseitigen der/die der eigenen politischen Macht im Weg steht, nationalistisches und völkisches Gedankengut, eine populistische Analyse der im Kapitalismus herrschenden Mechanismen, struktureller Antisemitismus und Hass gegen Anarchist*innen und libertäre Kommunist*en. In einem Abschlussapell wendet er sich an seine ehemaligen Genoss*innen und fordert sie auf, ebenfalls über einen Wechsel nachzudenken. In Hinblick auf die jüngsten Dresdner Ereignisse sagen wir „Makss, nimm sie mit!“ und wünschen der Kommunistischen Initiative, MLPD und Co. einen guten Wechsel, damit die Grenzen endlich wieder klar sind (schlimm genug, dass sie es so nicht sind).

„Allerdings würde ich euch nicht gleich an die Wand stellen, Arbeitslager reicht auch. Wer danach immer noch nicht in der Realität angekommen ist, kann immer noch Sonderbehandlung erfahren.“

- User unter dem Pseudonym „Rote Armee“

„Die SED hat nicht umsonst Bücher herausgegeben in denen steht: „Der Kampf gegen den A. [Anarchismus, Anm. d. Verf. ] in allen heutigen Erscheinungsformen ist eine wichtige Aufgabe der marxistisch-leninistischen Parteien.“

- User unter dem Pseudonym „Deutscher Tschekist“

Impressionen vom Tag der Trauer

Kurze, subjektive Collage aus gestrigen Eindrücken, in Verbindung mit dem Live-Ticker der TAZ.

10.50 Uhr: Heidefriedhof

Knapp 20 Antifas stehten vor dem Eingang des Heidefriedhofs und dürfen nicht rein. Die Polizei erklärt, sie seien von der Stadt Dresden aus nicht erwünscht. Auf dem Friedhof selbst stehen rund 50 Menschen. Unter ihnen auch eine handvoll Neonazis. (mehr…)

Braune Provinz

In der ARD Sendung Panorama wurde am Donnerstag den 10. Februar ein kurzer, aber sehr prägnanter Bericht über die Aktivitäten von Nazis in der sächsischen Provinz Limbach-Oberfrohna, welche in jüngster Vergangenheit das alternative Jugendzentrum völlig ausgebrannt hatten, gezeigt.
Typische Szenen vom deutschen Mob, der froh ist, dass sich die Glatzen um die Verteibung der Alternativen Jugend kümmert, einem Bürgermeister, der ernsthaft behauptet, die Nazis kämen alle gar nicht aus seinem kleinen und feinen Städtchen und einem Kommentator, der als scheinbar einzige Lösung gegen die Etablierung von menschenverachtendem Gedankengut in provinzialer Subkultur eine Verstärkung der örtlichen Polizei sieht.

Eingesendet: Naziaufmarsch am 5. März in Chemnitz verhindern!

Hallo,

wir möchten euch auf die Demonstration „Damit’s mal richtig sitzt!“ am 5. März in Chemnitz (am Ende des Trauer- und Gedenkmarathons zur Bombardierung deutscher Städte im Zweiten Weltkrieg) hinweisen. (mehr…)

Hungerstreik von Migrant*innen in Griechenland: Aktionstag am 11. Februar

Am Dienstag den 25. Januar wurde das historische Gebäude der juristischen Fakultät in Athen – das derzeit nicht benutzt wird – Ort eines fairen und demokratischen Kampfes. Dieses Gebäude, in dem in der Vergangenheit eine Menge sozialer Kämpfe stattgefunden haben, wird jetzt zum Schauplatz des Kampfes von 250 von insgesamt 300 migrantischen Arbeitnehmer*innen. Diese kämpfen in Athen und Thessaloniki für die bedinungslose Legalisierung aller Migrant*innen, ein Kampf für gleiche Rechte zum Leben, der durchgeführt wird durch die, die nicht mehr unsichtbar sein möchten. (mehr…)

Kroatien: Anarchistische Buchmesse im April

Seventh Zagreb Anarchist Bookfair

The Seventh Anarchist Bookfair in Zagreb will take place on April 1st to April 3rd, 2011.

Anarchist Bookfair in Zagreb (ASK – Anarhisticki sajam knjiga) is annual anarchist event that aims to become a long-term, developing project. First six bookfairs went well, and we hope to bring in more and more people every year as participants, publishers, groups, projects – whoever is interested in what the bookfair has to offer. (mehr…)