Hungerstreik von Migrant*innen in Griechenland: Aktionstag am 11. Februar

Am Dienstag den 25. Januar wurde das historische Gebäude der juristischen Fakultät in Athen – das derzeit nicht benutzt wird – Ort eines fairen und demokratischen Kampfes. Dieses Gebäude, in dem in der Vergangenheit eine Menge sozialer Kämpfe stattgefunden haben, wird jetzt zum Schauplatz des Kampfes von 250 von insgesamt 300 migrantischen Arbeitnehmer*innen. Diese kämpfen in Athen und Thessaloniki für die bedinungslose Legalisierung aller Migrant*innen, ein Kampf für gleiche Rechte zum Leben, der durchgeführt wird durch die, die nicht mehr unsichtbar sein möchten.

Von Anfang an übten politische Einrichtungen und Medien Druck auf den Hungerstreik der Immigranten aus, und denunzierten ihren Kampf als illegale Tat; auf diese Art legitimierten sie die Aufhebung des akademischen Asyls und die Zwangsevakuierung des Gebäudes.

Am Nachmittag von Donnerstag, den 27. Januar, unterbricht die Polizei den Verkehr in zentralem Athen , verursacht so ein Bild einer besetzten Stadt und umkreist das Gebäude der juristischen Fakultät. Tausende von Leuten, die in Solidarität kamen, ist der Zugang des Bereichs unmöglich, da er durch die Polizei versperrt ist, und spontan entsteht Versammlungen in Protest. Von 6 Uhr nachmittags bis 5 morgens, werden die Streikenden erpresst das Gebäude zu verlassen. Mitten in dieser sehr langen Nacht bewegen sich die Hungerstreikenden zusammen mit den Leuten in Solidarität schließlich in ein anderes zentrales Gebäude in Athen mit einer Demonstration um 4 Uhr morgens!

Dieses Gebäude (Privatbesitz) wurde jedoch etwas ähnliches wie ein Flüchtlingslager, da es nicht genügend Raum und hygienische Infrastruktur gibt, und viele der Hungerstreikende verpflichtet sind in Zelten im gefrorenen Hof zu schlafen. Regierung und Medien entwerten den aktuellen Kampf der Migrant*innen, der dargestellt wird, als ob er von Provokateuren motiviert wird, um «sozialen Unruhen im Land » zu erschaffen.

Es ist einer der Hungerstreikenden der die Antwort dazu gibt: „das frustrierendste von allen ist, dass sie nicht verstehen können, dass die Not so groß ist, die uns hierher bringt dass wir nicht Promotoren sondern Anhänger brauchen“ In einem Klima der Einschüchterung und Repression werden 5 Gefährt*innen aus der Solidaritätsversammlung vom Staatsanwalt als Verdächtige für das Verbrechen des «Menschenhandel» benannt.

Gleichzeitig verweigerte der Innenminister jede Möglichkeit der Legalisierung und widerrief die Verordnung, unter der 15 Hungerstreikende Migrant*innen für 2009 rückwirkend legalisiert wurden. Darüber hinaus rief er alle Gemeinschaften der Migrant*innen in Griechenland auf, sich von Protestveranstaltungen, die die Stimmung anheizen könnten, fern zu halten.

Wir, Menschen in Solidarität mit den fairen Kampf der Migrant*innen, Hungerstreikenden, erklären unsere gemeinsame Verantwortung zusammen mit den 5 Gefährt*innen und wir erklären uns auch als «Menschenhändler» in Würde und Solidarität.

In einem Klima der Unterdrückung und der Anti-Immigranten Politik in Griechenland und ganz Europa, müssen wir handeln, um symbolische Risse im System zu erschaffen und politische Siege zu erreichen.

Es ist dringender denn je, die ausgedehnteste Unterstützung zum Kampf der 300 Hungerstreikenden zu beschwören.

Wir rufen zu einen gemeinsamen Aktionstag am 11. Februar, einen Tag, wo Aktionen der Solidarität in ganz Griechenland stattfinden werden. Wir sprechen unser Appell an alle Vereine, Gewerkschaften, Organisationen,
politischen Gruppen und alle in Solidarität mit den fairen Kampf der Migrant*innen zu protestieren.

In Solidarität mit den 300 Immigranten, Arbeitnehmer, Hungerstreikenden.

Wir fordern die bedingungslose Legalisierung aller Migrant*innen

Wir unterstützen das Verlangen der Immigranten für gleiche politische und soziale Rechte mit allen griechischen Arbeitnehmern

KEIN MENSCH IST ILLEGAL

Solidarität Versammlung der Immigranten Hungerstreikenden