Wenn die Kiez Miliz zuschlägt…

Der 19. Februar 2011 kann, nach allem was so passiert ist, wohl getrost als neuer Chaostag in Ostdeutschland betitelt werden. Brennenden Barrikaden, Wasserwerfer bei Minusgraden, randalierende Nazis…und: linke, antisemitisch motivierte, Polit-Hools.
In einem Interview aus der aktuellen Jungle World wird der linksdeutsche Mob, dem die Fahnen von RAF und ganz besonders des Staates Israel Grund genug waren, Antifaschist_innen ins Krankenhaus zu prügeln, von einer betroffenen Person selbst geschildert. Lizas Welt schreibt dazu folgendes:

…In einem unmittelbar am Ort der Gegendemonstration gelegenen Café, in dem sich viele durch stalingradsche Temperaturen Unterkühlte aufwärmten und sich von den Strapazen der Dresdner Kesselerrichtung erholten, suchte auch ein junger Demonstrant Zuflucht, der sich eine Flagge der Royal Air Force umgehängt hatte – jener Streitkräfte also, die an der militärischen Zerschlagung des Nationalsozialismus einen maßgeblichen Anteil hatten und bekanntermaßen auch der sächsischen Hauptstadt eine Kriegserfahrung bescherten, aus der sich die Dresdner Identität bis heute speist. Als eine Gruppe schwarz gekleideter Gestalten nun jener Flagge gewahr wurde, begann sie, den Sympathisanten Sir Arthur Harris’ zu beschimpfen und zu bedrängen; zudem versuchte sie, ihm seine Flagge zu entreißen.

In dieser misslichen Lage intervenierte eine Gruppe von vier Leuten, die sich zwischen die Angreifer und den Bedrängten stellte, um den stetig größer werdenden, aggressiv auftretenden Haufen nach dem Grund für seine Attacken zu fragen: „Keine Nationalfahnen!“, „Nur die Rote Armee hat Deutschland befreit [sic!], sonst niemand!“, „Scheiß Engländer, scheiß Amis!“, schallte es aus dem mittlerweile auf 15 bis 20 stolze Antifa-Deutsche angewachsenen Block. Unter dem Schlachtruf „Hier sind Antideutsche!“ drängte der zunehmend gewalttätiger auftretende Mob die vier als Volksfeinde Entlarvten aus dem Café heraus auf die Straße und mitten in die Gegendemonstration. Als nun einer der langsam Zurückweichenden eine israelische Flagge hochhielt, gab es kein Halten mehr. Die zuvor nur mühsam zurückgehaltene Aggression brach sich beim Anblick des verhassten Davidsterns endgültig Bahn.
[lizas welt]

Aus dem Interview der JW:
„…Offenbar muss man konstatieren, dass in Teilen der Antifa ein Davidstern die gleichen Reflexe auslöst wie eine Horde Neonazis. Die sogenannte israelsolidarische Antifa muss sich fragen lassen, warum sie mit solchen Leuten zusammen gegen Neonazis demonstriert.“


37 Antworten auf „Wenn die Kiez Miliz zuschlägt…“


  1. 1 . 28. Februar 2011 um 20:38 Uhr

    „Die sogenannte israelsolidarische Antifa muss sich fragen lassen, warum sie mit solchen Leuten zusammen gegen Neonazis demonstriert.“

    genau warum bleibt ihr nicht zuhause oder trinkt vorm amerikanischen faastfood-laden am albertplatz ne flasche rotkäppchen zusammen

  2. 2 sprachlos 01. März 2011 um 12:02 Uhr

    zitat lizas welt:

    Den Soundtrack zur konformistischen Revolte lieferte schlussendlich der freie Dresdner Radiosender Coloradio, der gemeinsam mit dem Nachrichtenradio MDR Info den Großteil seiner Sendezeit der Kriegsberichterstattung widmete. Neben diversen Liveschaltungen zur Front („durchhalten“, „verstärken“, „zusammenhalten“) lief mit einem „No Flags, No Nations“ propagierenden Song nicht nur der passende Beat zum Angriff auf die „Antideutschen“

    no flags, no nation is nun auch antisemitisch, lizas welt begeistert immer mehr….keine ahnung was sowas in nem anarcho blog zu suchen hat

  3. 3 blubb 01. März 2011 um 16:05 Uhr

    Innerlinke Grabenkämpfe…

    Durch so einen Artikel macht mensch es sicherlich nicht besser.

    Was daran falsch sein soll auf einer Antifaschistischen Demonstration andere Menschen auf eventuelles Tragen von Nationalflaggen kritisch anzusprechen erkläre mir bitte. Natürlich mit dem Vorbehalt, dass die Mittel in oben genannter Situiation absolut unverhältnismässig waren.

  4. 4 farfalla 02. März 2011 um 22:21 Uhr

    @ blubb:

    …dem antisemitischen mob ging es sicherlich nicht um kritik an nationalismus ;)

    desweiteren: die flagge des staates israel sollte auf keiner antifaschistischen demo fehlen.

  5. 5 Fragender 02. März 2011 um 23:04 Uhr

    Warum? Warum ist Antifaschismus und Israel zwangsläufig zu verknüpfen? Den Hinweis auf die Geschichte braucht es an der Stelle nicht, ich bin informiert, was die Shoa angeht.

  6. 6 slas 03. März 2011 um 0:33 Uhr

    „genau warum bleibt ihr nicht zuhause oder trinkt vorm amerikanischen faastfood-laden am albertplatz ne flasche rotkäppchen zusammen“

    um deinem kumpel makss damage schlaflose nächte zu bereiten?

  7. 7 Na dann 03. März 2011 um 0:37 Uhr

    „Innerlinke Grabenkämpfe…

    Durch so einen Artikel macht mensch es sicherlich nicht besser.“

    Ja Ich finde auch das das totgeschwiegen werden muss damit nichts die linke Einheitfront gegen die Bösen Nazis stört…

    Es lebe der Linksmob…

  8. 8 ich 03. März 2011 um 2:05 Uhr

    bei ner Nazidemo in dresden Leute mit RAF-Fahnen anzugreifen, zeugt schon von sehr geschichtsbewusstem Antifaschismus..

  9. 9 w.m. 03. März 2011 um 7:28 Uhr

    @farfalla

    Die geschilderten Ereignisse sind auf jeden Fall krass und machen mal wieder deutlich, dass mensch bei den Gegenaktivitäten zu Naziaufmärschen nicht unbedingt unter Freunden ist. Was das ganze mit Kiez-Miliz zu tun hat, verstehe ich allerdings nicht. Einen Stadtteil für potentielle Betroffene rechter Gewalt begehbar zu halten und Menschen auf Grund von Allierten- und Israelflaggen zu verprügeln ist doch ein kleiner Unterschied, oder?

    Ebenso finde ich deine Aussage bezüglich der Israel-Flagge als unbedingtes Demo-Accessoire doch mehr als fragwürdig. An einem Tag, an dem explizit der Verfolgung der Juden gedacht wird, bzw. auf einer Veranstaltung die sich gegen den Antisemitismus in der Linken oder in vielen islamistischen Regierungen/Organisationen richtet, ist das Tragen dieser Fahne sehr verständlich (zumindest innerhalb der Demo, bei Außenstehenden dürfte es kaum mehr als Verwirrung ausrichten, aber danach wird ja schon lang nicht mehr gefragt). Es aber als MUSS auf jeder Demo zu erklären erhebt mir das staatliche Symbol dann doch zu sehr zum Fetisch-Objekt. Mensch sollte doch nicht vergessen, dass es schlimm genug ist, dass die Verhältnisse einen Staat nötig machen. Die Nationalflagge ist dabei auch immer ein Symbol, für die Unfähigkeit der Menschen es ohne zu schaffen, dem sollte mensch m.M.n. nicht mit Stolz und Freude sondern viel eher mit Betroffenheit begegnen. Bei manchen Menschen jedoch, gewinne ich das Gefühl, dass sie froh sind nun auch endlich mal einen Staat hochhalten zu können.

  10. 10 Anonymous 03. März 2011 um 8:20 Uhr

    @w.m.

    „Bei manchen Menschen jedoch, gewinne ich das Gefühl, dass sie froh sind nun auch endlich mal einen Staat hochhalten zu können.“

    Bei manchen Menschen habe ich eher das Gefühl (und das sind ja nicht gerade wenige) das sie aus ihrem eigenen Antisemitismus und Volksbewusstsein die Antifa-Fahne auch nur aus dem Bedürfnis heraus schwenken, mal wieder in der Volksgemeinschaft tanken zu können.
    Am 19. Februar in Dresden die Kritik am Linksmob auszulassen (die ja auch so oft zur Sprache kommt) ist absolut dem Gedanken der Volksfront gegen Rechts geschuldet.
    Denn gerade da zeigt sich wie der volksbefreiende Antisemitische Mob gegen die ewig trauernden antisemitschen/rassistischen Blödbacken zu Felde zieht und sich dabei ihre Revolutionsromantik abfeiert. Was gibt es schöneres als bei Indymedia berichten zu können wie vernichtend das Feindbild vernichtet wurde.
    Und wenn ihr schon die Nazis aus dem Kiez prügelt dann jagt doch gleich die Kapitalisten und Sexisten hinterher, damit sich die emanzipierte Linke dort niederlassen kann.

  11. 11 farfalla 03. März 2011 um 11:28 Uhr

    wo das hier jetzt hinführen könnte ist mir schon klar.
    ich werd mich hier aber nicht auf ne diskussion über israelsolidarität einlassen, denn ich will keine_n bekehren.

    mein statement dazu:

    wer über den begriff antifaschismus nachdenkt und auschwitz in sein denken miteinbezieht, der kommt um israel als die notwendige konsequenz aus der deutschen barbarei nicht herum. dieser staat, ist in unserer jetzigen kapitalistisch verstaatlichten welt der einzige (bewaffnete und damit effektive) schutz, den juden und jüdinnen vor den antisemitischen vernichtungsvorstellungen bieten kann. das ist der grund warum für mich antifaschismus und israelsolidarität zusammengehören. dass die flagge dieses staates, welche, wie wir ja jüngst wieder beobachten konnten, objekt des hasses, gerade unter linken ist, ist schon merkwürdig. was wäre wohl passiert wenn da jmd mit kuba, palästina oder katalonien fahne herumspaziert wäre? (mal davon abgesehen, dass die angreifer argumentierten, dass ihre sowjet fahne an diesem tag die einzig wahre nationalfahne sei…)

    wenn das tragen dieser flagge zum fetisch verklärt wird, dann frage ich mich, was die linke mit all ihren militanzgebärden (glorifizierung der schlacht vom 1. mai 1987 in berlin zb.) oder der selbstkasteiung in form von freiwilligem und sogar glorifiziertem leben in armut, an nicht fetischisierten gegenargumenten zu bieten hat?

    die kiez miliz war im übrigen eine anspielung auf autonome straßenkämpfer_innen, die das vorstaatliche recht zur selbstjustiz abfeiern. dabei kann eben auch der oben geschilderte vorfall bei rauskommen und es bestätigt einfach die regel. antisemitismus (ob nun so offen oder eher in form von antizionistischer israelkritik) ist in großen teilen der linken schon eine ganze weile gang und gäbe.

  12. 12 tee 03. März 2011 um 22:56 Uhr

    dieser staat, ist in unserer jetzigen kapitalistisch verstaatlichten welt der einzige (bewaffnete und damit effektive) schutz, den juden und jüdinnen vor den antisemitischen vernichtungsvorstellungen bieten kann.

    ich glaub’s ja nicht, dass 2011 immer noch solch ein unsinn geäußert wird.

    vergleiche mal die antisemitischen angriffe und v.a. opfer in ländern wie der usa, grossbrittanien und der brd mit denen in israel. der einzige schutz, daß ich nicht lache.

    davon abgesehen, daß der schluss zum antifaschismus völlig verkehrt ist. wer schützt denn juden eigentlich vor den faschistischen tendenzen in israel selbst? weil juden opfer verschiedenen nationalen faschismen wurden, soll ihre eigene nation (also die nation im namen der juden, sind ja beileibe nicht alle damit einverstanden) antifaschistisch sein. logik?!

  13. 13 tee 03. März 2011 um 22:58 Uhr

    ps: antifaschismus muss natürlich immer antinational und antidemokratisch sein, will er sich nicht irgendwann in einer logikwolke auflösen.

  14. 14 tee 03. März 2011 um 22:59 Uhr

    antisemitismus (ob nun so offen oder eher in form von antizionistischer israelkritik) ist in großen teilen der linken schon eine ganze weile gang und gäbe.

    die falschen schlüsse daraus allerdings auch.

  15. 15 ekmek 03. März 2011 um 23:45 Uhr

    Es ist ein Unterschied den Staat Israel als notwendiges Übel (Staat bleibt Staat, bleibt Staat, bleibt Staat)auf dem Weg in eine emanzipierte Welt zu akzeptieren oder ihn und seine Armee abzufeiern.

    Ebenso ist es meiner Meinung nach ein Unterschied die nationalen Symbole Israels, der USA, Großbrittaniens, Frankreichs und auch der UDSSR auf Anti-Nazi Demos herumzuschleppen, weil man damit die Gegenseite provozieren und/oder den Alliierten seinen Dank für die Befreiung ausdrücken will oder aber ob man dies tut, weil man die Staaten tatsächlich über ihre Rolle im 2. Weltkrieg hinaus für unterstützenswert hält bzw. sich auf diese Weise einmal auf der Seite der Mächtigen, der effektiv Handelnden erleben kann.

    Der Waffen und Panzerfetisch, welche bei einigen (ganz klar NICHT bei der Mehrheit von) Fahnenschwenkern durchaus ausgeprägt ist lässt allerdings schlüsse auf letzteres zu.

  16. 16 lissan 04. März 2011 um 0:00 Uhr

    @tee:

    was sind denn die richtigen schlüsse?

  17. 17 tee 04. März 2011 um 6:35 Uhr

    @lissan:

    na z.b. nicht „den Staat Israel als notwendiges Übel […] auf dem Weg in eine emanzipierte Welt zu akzeptieren“, wie ekmek.

    kein übel ist „notwendig“, sondern abzulehnen und zu kritisieren, wenn es eine_n stört. mit dieser logik rechtfertige ich dir jede deutsche anschiebung genauso wie den bundeswehreinsatz in afghanistan und die säuberung der nächsten strassenecke von der dealerpest.

    der richtige schluss ist aufhören cdu zu wählen und sich stattdessen mal klarmachen was israel genauso wie die brd IST und nicht ewig der mär vom „schutzstaat“ anhängen. das ist er nämlich für die allermeisten juden nicht und erst recht nicht für alle anderen davon betroffenen.

  18. 18 Antifa 04. März 2011 um 11:41 Uhr

    Die Kritik die ich machen würde ist die, die Polizei zu rufen. Ansonsten gab es auch an andere Stelle in der Südvorstadt wahrnehmbare „Intifada bis zum Sieg!“ Rufe, die (leider) nicht lokalisiert werden konnten.

  19. 19 Adelskind 04. März 2011 um 14:03 Uhr

    also ich will mich mal über die konfusion auf diesem blog beschwehren. ständig werden hier nonsens diskussionen den geistig degradiertesten deppen geführt. aber meine lieben herrschaften, ihr seid doch eine dresdner gruppe! also weist doch endlich mal auf den kommenden großen event am samstag (morgen!) hin: die solidaritätsdemonstrationen für guttenberg!!!
    05.03.!!! in dresden!!! am rathausplatz!!! 13.00 uhr!!! kommt alle, alle in den kommunistischen block!!! alles für alle!!!

  20. 20 lissan 04. März 2011 um 18:45 Uhr

    @ tee:

    uh… wenn „nicht cdu wählen“ die antwort ist, was war die frage?

    zur erinnerung:

    antisemitismus (ob nun so offen oder eher in form von antizionistischer israelkritik) ist in großen teilen der linken schon eine ganze weile gang und gäbe.

    »die falschen schlüsse daraus allerdings auch.

  21. 21 . 04. März 2011 um 22:45 Uhr

    „wer über den begriff antifaschismus nachdenkt und auschwitz in sein denken miteinbezieht, der kommt um israel als die ?notwendige? konsequenz aus der deutschen barbarei nicht herum.“

    na super , bis hierher ist das ja fast ganz richtig, wer aber aus der konsequenz der deutschen barbarei – also aus scheisse – versucht gold zu machen – und als einer der „autoren“ einer anarchistischen plattform, immer wieder mit subtilen nationalen positionen daherkommt,… ,… (der satz könnte ewig weitergehen),… kann sich endlich mal verpissen! – um es kurz zu fassen.

    Nebenbei:
    nicht der davidsstern ist es der agressionen in „der“ linken auslöst, sondern eine beschissene NATIONALFahne in Blau-Weiss und partyzionisten die wirres zeug schwafeln.

    - sry für den diss, aber dieser blog hat sich in den letzten jahren und monaten SEHR offensichtlich in eine „komische“ richtung entwickelt -

    [anmerkung von farfalla: brauchst dich nicht entschuldigen. nestbeschmutzer sollen halt raus…]

  22. 22 Jeck Blau-Weiß 05. März 2011 um 0:50 Uhr

    Polizei rufen bis zum Sieg! Guttenberg ist bewaffnete Versuch des Adels, den Doktortitel lebend zu erreichen. Kommt alle morgen um 13:00 zu den bundesweiten Pro-Israel-Demos!

  23. 23 tee 05. März 2011 um 1:12 Uhr

    @lissan:

    uh… wenn „nicht cdu wählen“ die antwort ist, was war die frage?

    zur erinnerung:

    was sind denn die richtigen schlüsse?

  24. 24 umwerfend, was sonst? 05. März 2011 um 2:48 Uhr

    @tee: wieder mal dabei. mir stellt sich nur eine frage: why?

  25. 25 tee 05. März 2011 um 5:43 Uhr

    @umwerfend: na ich prokrastiniere, was sonst?

  26. 26 ex-S 05. März 2011 um 13:52 Uhr

    @.

    ganz im ernst:
    was wäre denn deiner meinung nach die richtige konsequenz „aus scheiße“?

    im zusammenhang von nationalsozialismus und der gründung israels von „aus scheiße gold machen“ zu sprechen, find ich im übrigen absolut unpassend.

  27. 27 umwerfend, was sonst? 05. März 2011 um 14:38 Uhr

    :D

    ok.

  28. 28 tee 05. März 2011 um 18:31 Uhr

    im zusammenhang von nationalsozialismus und der gründung israels von „aus scheiße gold machen“ zu sprechen, find ich im übrigen absolut unpassend.

    ich auch. ist ja schließlich nicht alles gold, was glänzt!!!

  29. 29 rote fahne 05. März 2011 um 19:09 Uhr

    war heute einer bei der guttenberg demo? wenn ja, wie wars?

  30. 30 ekemk 05. März 2011 um 23:14 Uhr

    @tee
    Der Begriff „notwendiges Übel“ ist zugegebener Maßen eine scheiss Bezeichnung. Dennoch frage ich dich, wie bestimmte Notwendigkeiten (dies sind natürlich zu begründen) zu bezeichnen sind?

    Die Entstehung eines demokratischen Staates kann durchaus eine positive, notwendige Entwicklung sein. Aus anarchistischer Sicht bedeutet das natürlich diesen anschließend obsolet zu machen und den Weg in Richtung mehr Freiheit und besseres Leben weiter zu beschreiten.
    Ein demokratischer Staat ist besser als eine Diktatur (siehe Maghreb), ein demokratischer Staat ist besser als somalische Verhältnisse, ein demokratischer Staat ist besser als Ausschwitz.
    Wer dies leugnet argumentiert aus ideologischen Gründen das mit den Alternativzuständen verbundene Leid der Menschen einfach weg.

    Ist die Abschaffung des israelischen Staates deiner Meinung nach zum gegenwärtigen Zeitpunkt vertretbar? Was geschieht dann mit den Menschen vor Ort?

  31. 31 tee 06. März 2011 um 1:02 Uhr

    komisch, dass die „diktatur“, die auschwitz hervorbrachte, aus einem demokratischen staat entstand. faschismus hat nunmal deine gelobte demokratie zur basis. und auch deswegen sollte man sie besser ablehnen, als dauernd etwas schlimmeres zu finden, mit dem sich das weniger schlimme rechtfertigen lässt.

    Ist die Abschaffung des israelischen Staates deiner Meinung nach zum gegenwärtigen Zeitpunkt vertretbar? Was geschieht dann mit den Menschen vor Ort?

    oh, das steht hier momentan zur debatte? ich kann mit euch zusammen israel abschaffen? bleib doch mal in der realität! solche gedankenspielchen eignen sich zwar zur rechtfertigung von allerlei schweinereien (das macht israel ja auch ganz gut vor), nicht aber in der ernsthaften frage um den zweck von staaten.

    du gehörst sicher auch zu denen, die abschiebungsgegner mit dem „argument“ kritisieren, daß dann in europa ja gar kein platz wäre für die vielen afrikaner. „zum gegenwärtigen zeitpunkt“!

    kotzen möchte man.

  32. 32 buxi 07. März 2011 um 7:09 Uhr

    @ tee

    auch wenn der faschismus aus der demokratie entstanden ist, ist die demokratie dennoch die beste form von herrschaft, welche dennoch abzulehen gilt. aber man sollte herrschaftsformen trotzdem differenzierter betrachten. eine diktatur ist in jedem fall schlimmer als eine demokratie, auch wenn eine demokratie nicht anzustrebende ideal ist.

    und ich nehme an, das die frage, ob es vertretbar ist den israelischen staat momentan abzuschaffen, nicht ein angebot war den israelischen staat mir nichts dir nichts zu stürzen. sondern eher eine ähnliche frage wie, „ist es momentan vertretbar zu fordern das die bundeswehr aus afghanistan verschwindet?“.

    natürlich ist es wünschenswert das die bundeswehr aus anderen ländern, oder überhaupt ganz verschwindet. genauso wie jede andere armee. aber würde man die situation mit einer differenzierten sicht betrachten, würde man wohl einsehen müssen das die bundeswehr dort momentan leider nützlich ist. (auf jeden fall ist sie ein angenehmerer zeitgenosse als die taliban)

  33. 33 красная армия 07. März 2011 um 21:26 Uhr

    Ich unterbreche euer blödsinniges Anarchogewäsch mit einer kurzen Klarstellung.

    1. Um ernsthafte Israelfeinde kümmern sich Mossad und IDF. Und das bisher erfolgreich. Die sind nicht auf stinkende, verpickelte nazideutsche Streichholzärmchen-Anarchoschweine angewiesen.

    2. Die Rote Armee hat die Hauptlast des Krieges getragen. Die westlichen Alliierten haben erst eine zweite Front eröffnet als die Sowjetunion den Krieg im Osten schon entschieden hatte und es nur noch eine Frage der Zeit war. Die kapitalistischen Verbrecher wollten Europa dann nicht den Kommunisten überlassen.

    3. Nazideutsche Anarchoschweine, die versuchen sich von der Täterseite auf die Opferseite durch hirnloses Fahnenschwenken und Provozieren (Beschmutzen) der Symbole der Opfer des Faschismus zu schmuggeln, haben noch weit Schlimmeres verdient.

    4. Anhänger von kapitalistischen Verbrecherstaaten haben noch weit Schlimmeres verdient.

    [Anmerkung farfalla: „nazideutsche Streichholzärmchen-Anarchoschweine“ …LOL…made my day.]

  34. 34 ekmek 08. März 2011 um 17:29 Uhr

    „komisch, dass die „diktatur“, die auschwitz hervorbrachte, aus einem demokratischen staat entstand.“

    Sicherlich. Allerdings war das ja wohl ein Rückschritt von mehr Freiheit zu weniger Freiheit und keine Progresion oder nicht?

    Wie du darauf kommst, dass ich Demokratie hype verstehe ich nicht so ganz, aber zwischen Diktatur und Demokratie zu differenzieren und das eine als positiver zu bewerten (oder das andere einfach als negativer) ist für dich scheinbar nicht drinn.

    Genausowenig will ich, dass die Demokratie „gegen den Faschismus“ oder „gegen den Islamismus“ verteidigt wird oder sie irgendwie rechtfertigen, sondern ich will, dass zu jedem Zeitpunkt über sie hinausgegangen und eben nicht zurück oder auf der Stelle getreten wird.

    einige Absätze wie: „Aus anarchistischer Sicht bedeutet das natürlich diesen [Staat] anschließend obsolet zu machen und den Weg in Richtung mehr Freiheit und besseres Leben weiter zu beschreiten.“
    scheinst du einfach überlesen zu haben.

    Noch weniger verstehe ich wie du darauf kommst ich würde mit „das Boot ist voll“ Logik gegen Flüchtlinge argumentieren.
    Politiker oder andere die dies tun argumentieren mit Notwendigkeiten, welche nicht existieren und darüberhinaus schlichtweg menschenverachtend, wenn sie scheinbare oder auch tatsächliche Sachzwänge vorschieben.

    Ob die tatsächliche Notwendigkeit Israel als einzigen Staat vorerst zu erhalten existiert, darüber wollte ich mit dir diskutieren (ehrlich), nicht über Gedankenspielchen, welche „zur rechtfertigung von allerlei schweinereien“ benutzt werden können“.

  35. 35 tee 08. März 2011 um 19:40 Uhr

    nützlich? wem?

    na was soll’s. mit „differenziert-betrachtern“ wie dir ist jedwede diskussion eh sinnlos. du kannst auch die schlimmsten dinge noch damit rechtfertigen, dass es ja eh momentan(!) nützlich sei. tritt halt ein für deinen beschissenen status quo.

  36. 36 tee 08. März 2011 um 19:41 Uhr

    und aufhören cdu zu wählen!

  37. 37 pArtyzionist 09. März 2011 um 19:20 Uhr

    „selbstkasteiung in form von freiwilligem und sogar glorifiziertem leben in armut, “

    wasn das für ein schwachsinn?
    ich hab gemeint, die botschaft hinter „luxus-für-alle“ zu verstehen, aber ich hab nicht gewusst, dass daraus eine doktrin werden kann (alle MÜSSEN im luxus leben).

    darf ich mir bitte selber aussuchen, wie groß meine wohnung, wie neu mein auto, mein handy usw. sind und ob ich überhaupt dergleichen haben will, ohne dass mir eine aussenstehende person sagt, das das selbskasteiung ist?

    und wenn ich in einer wellblechhütte wohn, weil ich mir lieber drei flaschen teuersten singlemalt gönn, statt miete zu zahlen, kann dir das auch egal sein

    [anmerkung farfalla: mir ist es vollkommen gleichgültig, wie DU lebst.)

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