Eingesendet: FuckUshima! – Der Wind hat sich gedreht.

Quelle: Libertäre Presseagentur (LPA)

Es ist wieder passiert – und es wird wieder passieren!

Japanische Hightech-Atomkraftwerke sind besonders erdbebensicher gebaut, so hat man uns jahrzehntelang erzählt. Jahrzehntelang haben wir gewarnt, mittlerweile fast 40 Jahre lang, daß atomare Energieerzeugung letztendlich keine in allen Aspekten beherrschbare Technologie ist und für hunderttausende Jahre lebensgefährlichen Giftmüll produziert. Kaum 5.000 Jahre reicht das Gedächtnis der Menschheit zurück… manchmal nicht einmal fünf.

Nun hat ein einziges schweres Erdbeben dazu geführt, daß gleich mehrere der sechs japanischen Atommeiler in Fukushima1, einem der größten AKWs der Welt, sich im Stadium eines unkontrollierbaren GAU, dem Größten Anzunehmenden Unfall, befinden. Zurückzuführen ist dies u.a. auch darauf, dass versäumt wurde, in die Druckbehälter Notventile einzubauen. Mindestens zwei Druckbehälter sind schon undicht. Mit ein paar lächerlichen Löschspritzen -echter Hightech im Lande der Roboter!- versucht man nun der verfahrenen Lage Herr zu werden und ein paar arme Feuerwehrleute werden verheizt. In Fukushima lagert genügend Brennmaterial um damit 15 Atomkraftwerke zu bestücken. Eine final unkontrollierbare Kernschmelze steht kurz bevor oder hat wahrscheinlich schon begonnen. Es ist schon wirklich bizarr, dass einem AKW, das dirket am Wasser gelegen ist, das Kühlwasser fehlt… und daß mensch es offenbar nicht schafft, welches in relevanten Mengen hinzupumpen. Hätte nicht innerhalb einer Woche ein provisorisches Rohrsystem zum nahen Meerwasser gelegt werden können, um es einzuspeisen? Das ganze „Krisenmanagement“ sieht ziemlich dilettantisch aus. Nach der weltweit gültigen Katastrophenstaffel INES wurde Fukushima1 inzwischen von unabhängigen Instituten auf INES_6 hochgestuft, das ist die zweithöchste Kategorie. Ein „Sarkophag“ ist im Gespräch.

Von TOSHIBA wurden einige der Fukushima1-Meiler gebaut (AP1000 design), andere, darunter Block1, nach „GENERAL ELECTRIC Mark 1 containment design“. Die GE-Container wurden schon 1971 von US-Wissenschaftlern als unsicher kritisiert. „Seit der Übernahme der Westinghouse Nuclear ist Toshiba auch Eigentümer der Westinghouse Electric Germany GmbH in Mannheim. …“

Ein Boykott dieser Firmen sollte ebenso erfolgen, wie der aller anderen AKW-Betreiber, -Hersteller und -Nutznießer.

Die Fukoshima1-Meiler sind offenbar teils auch mit schneller schmelzenden, risikoreicheren Mischoxid-Brennelementen (MOX) aus Brennstabrecycling bestückt (30-40% der Brennelemente eines Reaktorkerns in denen zu 7-8% das tödlichste radioaktive Gift Plutonium verwendet wird, Halbwertszeit 28.000 Jahre…). Dem Anschein nach haben diese MOX-Brennstäbe das Durchgehen des Blocks Nr. 3 in Fukushima1 beschleunigt und um das Risiko massiver Putoniumfreisetzung angereichert. Von kritischen Wissenschaftlern wird die Menge einer möglichen Freisetzung radiaktiver Isotope aus MOX-Elementen als doppelt so hoch im Vergleich zu üblichen Uranbrennstäben angesehen. Wie viele MOX-Brennstäbe im trockengelaufenen Hexenkessel des Abklingbeckens des mehrfach brennenden Reaktor4 lagern (wo sie normalerweise fünf Jahre bleiben müssen bevor sie endgelagert werden), ist völlig unklar. Im Becken sind auch die wegen Wartungszwecken aus dem Reaktorkern entnommenen im Betrieb befindlichen neuen, sehr heissen Brennstäbe des Reaktor4.

„Aus physikalischen Gründen reduziert der Einsatz von MOX-Brennstoff die Wirksamkeit der Steuerstäbe, macht den Reaktor instabiler und erhöht das Risiko, dass ein Unfall zur Katastrophe wird.“
„MOX-Brennstäbe sind in rund der Hälfte der deutschen Atomreaktoren im
Einsatz.“ (Greenpeace)

Die Folgen der Katastrophe sind im dichtbesiedelten Japan unvorstellbar – Hunderttausende sind schon auf der Flucht und können möglicherweise nie mehr in ihre Heimat zurückkehren. Die Evakuierungszone wird ständig ausgeweitet – Experten aus den USA halten mindestens 50 km für notwendig. Zig Millionen Menschen sind bedroht, alleine 35 Millionen im Großraum Tokio. Hochgiftige radioaktive Stoffe werden durch Wind – und Wasserströmungen über den ganzen Erdball verteilt. Ein größeres Desaster als das schon grauenerregende Tschernobyl, vor 25 Jahren in der Ukraine, droht und scheint kaum noch aufhaltbar.

In einer Meldung dieser Tage hieß es, v.a. Wildschweine aus von Tschernobyl-fallout betroffenen Gegenden Deutschlands seien immer noch zu 30% wegen zu hoher Strahlenbelastung mit Caesium 137 ungenießbar, ebenso wie die Pilze die sie dort im Wald fressen. Der SuperGAU verseucht die Sau.

Dabei wäre das Szenario in Japan voraussehbar gewesen: am 4. November 1952 hat ein ähnliches Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala vor der Südostküste der nahegelegen russischen Halbinsel Kamtschatka stattgefunden. Dem folgte ein Tsunami, der die Kleinstadt Sewero-Kurilsk auf der benachbarten Kurilen-Insel Paramuschir gänzlich zerstörte. Der nächste SuperGAU könnte übrigens in Mexico auf dem Programm stehen, wo bei Laguna Verde, am erdbebengefährdeten Golf von Mexico, ein
Fukushima-baugleicher Reaktor als Zeitbombe steht…

Übrigens: wer den Medien nicht traut, kann die Welt-Erdbebenaktivität hier (zurück)verfolgen – vor Japan, Ostküste von Honshu, bebt weiter ununterbrochen der Seegrund bei Werten von 4,x bis nahe6 auf der Richterskala und hier gibts die aktuellen Lage-Infos der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS mbH).

In Canada erschütterte ein kleines Beben der Stärke 4,3 auf der Richterskala am 16.03.2011 die Gegend zwischen Montreal und Ottawa, so wurde gemeldet – verortet hat es die GFZ Potsdam aber in Süd-Ontario …also bei Toronto. Das Beben setzte ausgerechnet die „website for Earthquakes Canada, the federal monitoring body“ schachmatt…

Auch in Canada kam es zu einem „kleinen“ Störfall: Ein AKW bei Toronto hat infolge eines Pumpenlecks am Montag 73.000 Liter mit Tritium verseuchtes Wasser in den Ontario-See abgelassen.

In Deutschland wird gebetsmühlenartig wiederholt (die alte Leier), daß „unsere“ Atomkraftwerke absolut sicher sind – todsicher. Das beweist ja schon die Liste Dutzender kleiner und mittlerer Störfälle innerhalb von Jahrzehnten, die teils erst mal unter den Teppich gekehrt wurden. Rein schönrechnerisch gibt es ja nur alle 100.000 Jahre eine Kernschmelze in Atomreaktoren – mittlerweile haben wir weltweit schon mindestens vier davon.

Auch Tsunamis und gefährliche Erdbeben gäbe es in Deutschland nicht, so hört mensch. Wirklich nicht? Schauen wir uns einmal die FAKTEN an:

Am 18. Oktober 1356 wurde die Stadt Basel in der Schweiz, nahe der deutschen Grenze, von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 8 und nachfolgenden Bränden fast völlig zerstört. Es gab nur deswegen nicht mehr als rund 300 Tote, weil die meisten Menschen bei leichteren Vorbeben aus der Stadt aufs offene Feld geflüchtet waren. Basel liegt, wie andere nördlichere Städte, am tektonisch aktiven Rheingraben, der sich bis nach Norddeutschland hinauf zieht.

Bei einem baselähnlichen Erdbeben bei Köln würde vom 600 Jahre lang aufgetürmten Kölner Dom nicht viel übrig bleiben. Köln hat in historischer Zeit aber schon zwei vernichtende Erdbeben erlebt: unter den Römern eines, bei dem sich teils der Boden verflüssigte und noch eines hunderte Jahre später. Dafür gibt es starke Indizien. Der Kölner Dom wurde auf den antiken Ruinen errichtet.

Am 13. April 1992 erschütterte ein Erdbeben von 5,9 (nach anderen Quellen bis 6,1) auf der Richterskala die deutsch-niederländische Grenzregion bei Roermond. Das war vorerst das letzte größere Erdbeben in Deutschland mit Gebäude- und Personenschäden. Aber es gab vorher andere Beben, sogar mit Toten.

In der Vulkan-Eifel gibt es noch virulente Magmablasen, der hessische Vogelsberg war einst der größte Vulkan Europas (zum Glück schon sehr, sehr lange erloschen), aber die letzten Vulkane in Südfrankreich haben erst vor 3.000 Jahren das letzte Mal Feuer gespuckt. Erdgeschichtlich war das vor ein paar Sekunden… . Menschen denken jedoch nicht in geologischen oder auch nur historischen Zeiträumen, sondern nur so weit ihr kurzes Gedächtnis reicht.

Trotz der bekannten Erdbebengefährdung am Rheingraben wurden längs des Rheins und an seinen Nebenflüssen (Neckar) Atomkraftwerke gebaut.

Aber es gibt neben möglichen (allzu)menschlichen Fehlleistungen, Terroristen- und Cyberangriffen und zufälligen Flugzeugabstürzen nicht nur Erdbebengefährdungen für AKWs. Seuchengefahren (Pandemien) können das Personal der Kraftwerke ausschalten und so zu unkontrollierten AKWs führen, die uns dann zusätzlich um die Ohren fliegen. So auch im Kriegsfall bei direkten oder ABC-Angriffen. Zunehmend müssen wir mit weiteren, nicht weniger schlimmen Gefahren rechnen, die die Erdbebengefahr vergleichsweise harmlos erscheinen lassen: Sturmfluten an den Küsten, reissende Flüsse die nach sintflutartigem Regen über die Ufer treten.

Hierzu gibt der von „kontraste“ just veröffentlichte Geheimbericht der Bundesregierung erschütternd klare Auskünfte. Nach diesen Einschätzungen, dürfte KEIN EINZIGER deutscher Atom-Meiler länger am Netz bleiben.

Möglicherweise auch überschwappende Seen (z.B. am 16.11.1911 gab es in Konstanz am Bodensee ein schweres Erdbeben mit Gebäudeschäden – da allerdings ohne Binnenseetsunami). Im Jahre 1601 kam es nachweislich im Luzerner See (CH) zu einem Binnenseetsunami. Solche Binnenseetsunamis können durch erdbebenbedingte Landabbrüche ausgelöst werden, dort wo sich steile Ufer befinden.

Aber auch in Nord- und Ostsee kann es zu Tsunamis durch Landabbrüche in Fjorden oder an Steiküsten kommen, bei denen Wellen von zehn Meter Höhe und mehr entstehen können…

Schlimmstenfalls können erdbebenbedingt Staumauern brechen, z.B. die der Rurtalsperre in der Eifel. Das mag mancheR als phantastisch aus der Luft gegriffene Panikmache ansehen, aber die Geschichte lehrt uns, daß es scheinbar aus dem Nichts kommend entsetzliche Katastrophen gab, die nur durch den Nebel der Zeit heute in einem milderen Licht liegen oder häufig ganz vergessen sind und nur ab und zu durch Indizien nachgewiesen werden.

Nichts ist mächtiger als die Naturgewalten. Die selbstgemachte Klimakatastrophe wird uns mit Sicherheit vor Extrem-Wetterbedingungen stellen, wie sie die Welt seit Menschengedenken nicht erlebt hat – ausgelegt sind unsere Bauten dafür nicht.

Einen guten Überblick von der DEGB über die tektonischen Gefährdungen in Deutschland bekommt mensch hier. „Schadensbeben der Stärke des Basel-Bebens von 1356 oder des Friaul-Bebens1976 können auch in Deutschland stattfinden. “ Hier handelte es sich um Beben der Stärke 8-9 (EMS). Für den Aachener Raum wird eine 10%-Überschreitens-Wahrscheinlichkeit der bisherigen Beben innerhalb von 50 Jahren angegeben. Dort steht zum Beispiel das „Kernforschungszentrum Jülich“. Die Sonderregeln für den Bau von Atomkraftwerken sind unter KTA 2201 geregelt. „Die Auslegung sonstiger Industriebauten ist zur Zeit [in Deutschland] nicht verbindlich geregelt.“ […] „Eine Wiederholung des Bebens von 1978 bei Albstadt würde heute bereits Kosten von ca. 0,5 Mrd. € verursachen. Bei einem Beben z.B. der Magnitude 6,4 mit Epizentrum nahe Köln könnten die versicherten Schäden nach Angaben der Münchener Rückversicherung die Größenordnung von 20 bis 30 Mrd. € erreichen.“

In einer Studie aus dem Jahre 1996 (!!) von Prof. Dr. Eckhard Grimmel vom Institut für Geographie – Universität Hamburg, ist folgende Einschätzung zu lesen:

„Das AKW Mülheim-Kärlich ist kein Einzelfall [als Risikomeiler]. Es ist repräsentativ für alle deutschen Atomkraftwerke. Kein einziges ist hinreichend gegen seismische Einwirkungen ausgelegt (Tab. 2). Denn im Norddeutschen Tiefland ist mit einem maximalen Magnitudenwert von M = 6 bzw. I = 8 oder 9 und in den übrigen Gebieten, beson ders in der Rhein-Riftzone, von M = 6,75 bzw. I = 10 oder 11 zu rechnen (Ahorner 1989, S. 60/61).“

Offenbar hat bisher solche Warnungen kein Mensch an verantwortlicher Stelle wirklich ernst genommen, egal von welcher regierenden Partei.

Bei der Erdbebenstation Bensberg im Rheinland, lassen sich interessante Daten zu deutschen Erdbeben seit 1975 einsehen. Erfaßt sind auch weitere europäische Beben, die in Bensberg registriert wurden.

Soviel zur seismischen Lage in D-Land. Nach diesen Daten und Fakten liegt auf der Hand, daß auch hier gefährliche Beben stattfinden können und nicht nur hinter den Alpen. Solche Beben können im übrigen auch unterirdische Atommülllager beschädigen und unbrauchbar machen. Auch kleine Beben können zu Erdbewegungen führen. Angebliche Sicherheitsbescheinungen durch sogenannte Experten haben sich mehrfach als falsch erwiesen. Die Asse, einst unter Oberverwaltung der ausgebildeten Physikerin Angela Merkel, wurde auch als sicher gepriesen und nur wenige Jahre reichten, um diese Aussagen Lügen zu strafen. Das „Endlager“ ist völlig leck und die „Sanierung“ = Räumung wird schätzungsweise 3,5 Milliarden Euro kosten – auch weil illegal hochradiaktiver Müll dort in unzureichend gesicherten Behältnissen einfach ohne Kartografierung abgekippt wurde. Wieviel Solar- oder Windenergieanlagen ließen sich für 3,5 Mrd. € bauen?! Nun soll auch Gorleben wieder sicher geredet werden.

Die verbrecherische Dummheit und extrem kriminelle Energie der Atomindustrie, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Deutschland in dieses teure und gefährliche Atomabenteuer gebracht hat, ist kaum zu toppen. Die atommüll-schwarzgelbe Regierung hat alle Register gezogen, gegen den erklärten Willen der übergroßen Mehrheit der deutschen Bevölkerung zu dekretieren und zu regieren. Es gehört schon einige Chuzpe dazu, dies noch als Muster-Demokratie zu verkaufen. Den Grünen und der SPD kann mensch mindestens Schlampigkeit bei der Abfassung der Ausstiegsverträge aus der Atomtechnik vorwerfen – ohne diese Schlampigkeit wäre keine Verlängerung der Laufzeiten für AKWs möglich gewesen. Aber SchwarzGelb hat das Land sehenden Auges der Atom-Mafia zum Fraß vorgeworfen – aus geld- und machtpolitischen Erwägungen. Mußte erst ein Fukushima passieren um die Notbremse zu ziehen? Und sicher soll bald der Zug wieder mit Atomvolldampf weiter voranrollen. Ein paar kleine Zugeständnisse – ein paar der schrottigsten Meiler vom Netz, evtl. nur zeitweise – und dann wieder Atom-Business as usual. So hätten sie das gerne. Die Hofschranzlerin der Atom-Mafia bietet sich als super GAUleiterin an.

Nicht zu vergessen ist jedoch, daß SPD-altKanzler Schmidt erst die Atomkraft im wahrsten Sinne des Wortes in den 1970er Jahren vor Brokdorf, Krümel, Kalkar, Grohnde und anderswo durchgeprügelt hat. Unter seiner Aegide waren bis zu 200 Atomkraftwerke in Deutschland in Planung! CDU-Kohl mußte nur noch weitermachen. Auch der „Genosse der Bosse“, ExKanzler Schroeder profilierte sich ebenso als Handlanger der Energiemonopolkonzerne wie sein Parteigenosse aus Nordrhein-Westfalen, ExMinisterpräsident Clement.

Generationen von sehr begründet Demonstrierenden und Protestierenden haben jahrzehntelang im Auftrag der Politik und Energiekonzerne den Bullenknüppel auf sich tanzen gespürt, sind rechtswidrig mißhandelt worden und haben tonnenweise Tränengas schlucken müssen. Wir alle haben 40 Jahre mit den Risiken des schleichenden Giftes leben, hochrisikoreiche Atomtransporte aushalten müssen und z.B. hunderte Kinder sind im Bereich von AKWs an Blutkrebs erkrankt und teils nach irrsinnigen Leiden gestorben. Zig Milliarden Steuergelder sind für die Förderung der Atomenergie und ihren Schutz verschleudert worden (ob wir jemals eine Endabrechnung sehen?), die heute zur Energiewende fehlen, einer Wende, die schon vor mindestens 25 Jahren hätte stattfinden müssen und können. Wäre all dieses Geld und all dieser Aufwand in die Entwicklung und Installation nachhaltiger Öko-Energie gesteckt worden, müssten wir uns heute über NICHTS Sorgen machen (es sei denn um unsere dummen Nachbarn und möglichen fallout von weit her). Statt dessen stecken wir bis zum Hals in der strahlenden Scheiße. Danke Politik! Danke Wirtschaft!

Vielleicht hat man in den ersten Jahren des AKW-Baus auch bei den ständigen oberirdischen Atombombenexplosionen (ca. 1200 A.-Tests) und ihrem zwangsläufigen weltweiten fallout gedacht, daß es eh egal ist, ob noch ein wenig Radioaktivität von Atomkraftwerken dazu kommt. Auch der Wissensstand war noch naiv und dürftig. Viele Verantwortliche glaubten wirklich an saubere Energie aus AKWs. Aber schon 1970 fertigte der US-Professors für Radiologie Ernest J. Sternglass (*1923 in Berlin), bis dahin Atomkraftbefürworter, mit seinen Student_inn_en eine Studie an, die auf die immensen Risiken der radioaktiven Niedrigstrahlung hinwies. Er und seine wissenschaftlichen Unterstützer wurden darauf hin nachhaltig geächtet, denn er hielt den Atomkraftwerksbetreibern aufgrund stichhaltiger wissenschaftlicher Beweise vor, sie seien „Babykiller“. Zudem hatte Sternglass erkennen müssen, daß die vorwiegende Motivation für den Bau von Atomkraftwerken und -anlagen die militärische Nutzung ist.

Alleine in Europa sind heute 195 Atomfabriken am Netz und 19 weitere im Bau. Geplant sind noch mehr. Eine der Optionen mit der diese Giftküchen betrieben werden ist MOX, Brennelemente, die Plutonium, das schlimmste auf diesem Planeten künstlich erzeugte Gift, enthalten. Zig Tonnen davon lagern im russischen Majak (Tscheljabinsk, Süd-Ural), einem seit 1957 völlig verseuchten Gebiet, in dem sich die erste riesige, lange vertuschte Atommüllkatastrophe ereignete. Damals wurden 23.000 Quadratkilometer auf Jahrtausende verseucht und teils unbewohnbar. Erst 1989 wurde der Unfall von der SU offiziell zugegeben. Atommüll wurde dort einfach in die Landschaft verklappt, Menschen als Versuchskarnickel mißbraucht. Das Gebiet ist ein Albtraum, aber ganz nach dem Geschmack der Atomindustrie, die dort weiter lagert und produziert, auch im Auftrag des Westens. Die USA lagern dort sogar (nichtwaffenfähiges) Plutonium das zur Aufarbeitung in MOX-Brennstäben bestimmt ist…

Und dennoch sollen weitere neue Katastrophenreaktoren in aller Welt gebaut werden – alleine in den USA 33 unter unserem „Helden“ Obama. Nicht nur das ZK der VR China setzt verblendet auf die Desastertechnologie.

Seit die Energiekonzerne durch Inbesitznahme der kommunalen Energieversorgung von Kommune und Staat eine Lizenz zum Gelddrucken erhalten haben -denn Strom wird immer gebraucht- sind sie zu Machtdinosauriern ausgewachsen, die alles unter sich platttrampeln was ihnen in den Weg kommt, Machtkonglomerate die Politik, Medien und Wissenschaft dreist manipulieren. Die einzige Möglichkeit ihnen beizukommen ist, ihnen ohne Wenn und Aber die Energieerzeugung zu entziehen, diese umweltfreundlich zu dezentralisieren und die Konzerne entschädigungslos zu enteignen. Mit dem wiedergewonnenen Geld kann versucht werden, die Schäden einer rücksichtslosen Ausbeutungswirtschaft zu sanieren und endlich den Konzernen die politische Macht zu entreißen, die sie durch ihre zusammengerafften Milliarden darstellen. Nur so ist eine neue und freie Entwicklung gesellschaftlichen Lebens denkbar.

Scheinbar „ökologische“ Megaprojekte wie DESERTEC sind ebenso unnötig wie schädlich, egal wie öko sie sich geben. Sie halten uns weiter in Abhängigkeit von Staaten und Konzernen. Wir brauchen keine ultrateuren Fernleitungen zu Solarkraftwerken in den afrikanischen Wüsten, um Strom für Europa zu erzeugen (geplant nur ca. 15%). Das europäische Festland und seine vorgelagerten Küsten bieten genügend Möglichkeiten zur flächendeckenden eigenen Energieversorgung nach dem Baukastenprinzip(Energiemix). Sinnvoller wäre dann schon eine Verlagerung energieintensiver Industrien nach Afrika, hin zu dort solar erzeugtem Strom, um den Menschen vor Ort faire Arbeitsmöglichkeiten und einen ökologischen Wohlstand zu bieten, von dem alle in der Welt ihren Nutzen hätten. Das würde dann auch die unsägliche „Festung Europa“ endlich überflüssig machen.

Vor allem aber müssen die Völker der Welt davon überzeugt werden, den anhaltenden atomaren Wahnsinn umgehend zu beenden und alle Atomkraftwerke schnellstmöglich stillzulegen. Schon der vorhandene strahlende Müll wird der Menschheit auf Jahrzehntausende genug Probleme bereiten. Weiterer darf nicht mehr angehäuft weden! Genug!! Es muß nach mehr als einem halben Jahrhundert schwerwiegender Irrtümer, Fehler und unglaublicher Skupellosigkeit im Umgang mit Natur und Menschen endlich die Vernunft obsiegen! Die Katastrophe von Japan muß der Anfang vom schnellstmöglichen Ende des Atomwahnsinns werden. Der Preis den wir, und vor allem die japanischen Menschen dafür zahlen werden, ist ohnehin schon viel zu hoch. Und das meine ich nicht einfach finanziell.

Wir haben die verdammte Pflicht gegenüber allen Opfern der Atom-Politik weltweit und gegenüber allen kommenden Generationen, JETZT einen Schlußstrich zu ziehen – wenigstens dort wo wir das beeinflussen können. Wenn wir das nicht tun, haben wir unser Recht auf diesen Planeten verwirkt. „Wir brauchen eine Anti-Atom-Revolution“ (GWR)

R@lf G. Landmesser für LPA Berlin