Was ist Anarchia Dresden?

Aus gegebenem Anlass gibt es an dieser Stelle die Möglichkeit, Meinungen, Ideen und Perspektiven für dieses Blog auszutauschen.
Die Frage nach dem Sinn und Unsinn des Anarchia Kollektivs, steht ja schon seit längerer Zeit relativ unausgesprochen im Raum. Um auch die aktuelle weltpolitische Situation miteinzubeziehen, möchte ich mich hiermit noch einmal klar gegen Atomkraft und für aktives Eingreifen der Weltgemeinschaft aussprechen.
Vielen dank für Ihre Aufmerksamkeit.

[edit: 04.04.11
…die kommentarfunktion ist bewusst deaktiviert! welches arschloch mit adminrechten hier auch immer wieder die kommentarfunktion freigibt, dem_der sei nur so viel gesagt: ich lösche alle weiteren komments!]


30 Antworten auf „Was ist Anarchia Dresden?“


  1. 1 w.m. 22. März 2011 um 13:32 Uhr

    Anarchia und ein Kampfjet? Da zeigt sich schonmal, dass wir nicht die selben Ansichten von diesem Blog haben, denn bei allem Pragmatismus und Realismus gehört zu Anarchismus auch der Antimilitarismus.

    Für mich ist diese Seite ausdrücklich eine Seite zur Informierung interessierter Menschen zum Thema Anarchismus und für jene die sich schon länger mit Anarchismus beschäftigen eine theoretische Diskussionsplattform.

    Anarchia ist für mich nicht: Blog, also ein Seitenkonzept in dem sich (vor allem jugendliche) Egomanen über respektloses Gepöbel und möglichst unsachliche Provos profilieren. Ich finde es für diese Seite nicht relevant was auf Blogs der selben Domain passiert, was Schreiber*innen von Blogs von dieser Seite halten oder ob sie auf Blogs verlinkt ist (außer es Betrifft Seiten von Politgruppen die sich auch auf Blogsport gehostet haben). Daher finde ich Optionen wie Blogroll oder das Verlinken regulärer Bloger*innen auch eher als störend.

    Weiterhin ist diese Seite für mich auch kein diffus-linksradikales oder antifaschistisches, sondern ganz klar ein anarchistisches. D.h. ich erwarte bei den Autor*innen auch ein grundsätzliches Interesse an der Verbreitung anarchistischer Ideen und damit auch den Willen zur Schaffung anarchistischer Strukturen.

    Dieser Blog soll, m.M.n.: Einen Überblick über anarchistische Seiten, Einrichtungen und Gruppen geben, auf anarchistische Theorie verweisen, Erklärungen anarchistischer Organisationen veröffentlichen und zur Diskussion stellen (z.B. Anarkismo, FdA, IFA), Platz geben um stäftische Politik unter die Lupe zu nehmen und die Möglichkeit bieten eigene Beiträge einzusenden.

  2. 2 butter bei die fische 22. März 2011 um 13:47 Uhr

    na endlich kommt’s auf‘n tisch.
    frag mich ja schon länger, wann der wandel zu ’ner plattform für nationalfetischist*innen und anti-emanzipatorisches ideologiegedöns offiziell bekannt gegeben wird.

    ein kampfjet, … . *verständnisloses kopfschütteln*

  3. 3 ex-S 22. März 2011 um 14:34 Uhr

    Es wird hier doch sicher daraus hinauslaufen, zu definieren, was Anarchismus sei. W.m. unterstellt ihm, er sei notwendig auch antimilitaristisch. Viel zu oft verbirgt sich hinter dem Antimilitarismus aber nicht mehr als eine diffuse Anti-Kriegs-Ideologie, die nicht begreifen kann, dass sie sich durch ihr nicht-Verhalten, im besten Falle durch den Ruf nach „Frieden“, immer wieder auf die Seite der Barbarei stellt, obwohl es doch im Sinne der „herrschaftsfreien Gesellschaft“ sein müsste, diese zu beseitigen oder zumindest gegen ein halbwegs vernünftiges System, wie sie die bürgerliche Demokratie ist, einzutauschen.
    Ich unterstelle ihm also, dem Anarchismus, er müsse sich klar gegen die antimilitaristische Ideologie wenden.
    Das leistet hier leider nur ein Autor.

  4. 4 oikaramba 22. März 2011 um 17:20 Uhr

    g´fait mui.

  5. 5 w.m. 22. März 2011 um 22:07 Uhr

    @ ex-S: Zu deiner Unterstellung gegenüber des Anarchismus hast du deinen Widerspruch ja eigentlich schon selbst benannt: Eine diffuse Antikriegsideologie wird öfters als Antimilitarismus verkauft, ist es aber eben nicht. Dementsprechend hat sich der Anarchismus auch nicht gegen den Antimilitarismus sondern gegen kurzsichtige Kriegskritik zu richten. Antimilitarismus wendet sich gegen das Verherrlichen „männlicher Ideale“ wie Stärke, Härte, Stolz und Angstfreiheit. Er kritisiert die Uniformierung und die Präsenz staatlicher Gewalt (die im Zweifelsfalle eben gegen machtgefährdende Elemente eingesetzt wird, egal welche), den Corps-Geist, militärisch-nationalistische Identitätsbildung und das organisierte Faustrecht (denn nichts anderes ist militärische Intervention). Ich denke wir brauchen nicht darüber diskutieren, dass Gewalt eine Form von Unterdrückung ist. Richtig ist, dass Gewalt nötig sein kann um schlimmeres zu verhindern, so z.B. im Kampf gegen den National-Sozialismus. Dabei stimme ich Erich Mühsam zu, wenn er in „Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat“ sagt: „In gewaltsamen Auseinandersetzungen bestimmt der Feind die Waffen die gegen ihn zu führen sind“. D.h. die Ebene der Gewalt wird ggf. aus Gründen des Schutzes beantwortet, jedoch nicht überstiegen.

    Natürlich gibt es Beispiele innerhalb der Bewegung in dem jede gewaltvolle Handlung, unabhängig von Intension und Wirkung, abgelehnt wird. Dazu ein Beispiel: In einem Anarcho-Buch aus den USA wurden in einem längeren Kapitel verschiedene anarchistische Sabotage-Aktionen während des Vietnam-Krieges dargestellt. Dabei ging es um Offiziersmord, Dersertierungsaufrufe und gezielte Desinformation innerhalb der Truppenverbände: „Viele PazifistInnen argumentieren, dass man doch nicht zum Militär gehen solle, aber es gab auch AktivistInnen, die den Mut hatten, ihre Ideale innerhalb der Armee, also unter den Armeeangehörigen, zu verbreiten und die auch couragiert genug waren, einem Offizier in den Kopf zu schießen. Das war mindestens genauso effektiv wie eine weitere Friedensdemonstration in Washington, D.C.“ Einer der maßgeblichen Redakteure der Monatszeitung „Graswurzelrevolution“, Bernd Drücke, in seiner Rezension dazu: Solche Sätze seien eine Verherrlichung von Mord und diese „lässig daherkommende Menschenverachtung“ sei abstoßend. „Solch inhumanes Denken hat nichts mit Anarchie zu tun!“ Das diese Art der Kritik und Betrachtungsweise von Seiten der GWR an den realen Verhältnissen vorbei geht und höchstens dazu dienen kann sich „moralisch sauber“ zu halten, nicht aber um dem konkreten Leid von Menschen entgegen zu wirken ist mir klar.

    Die Art allerdings, wie mensch sich auf Gewaltanwendung bezieht ist eine andere. Es ist ein Unterschied, ob mensch einen Militärschlag oder einen Staat aus den gegebenen Umständen heraus trauriger Weise für nötig befinden muss oder ob mensch mit Begeisterung militärische Einsätze bejubelt. M.M.n. muss der Anarchismus stets darum bemüht sein Militär und Staat überall und in jeder Beziehung überflüssig zu machen, zumindest aber als Zwischenschritt Konflikte gegen Regierungen und Diktatoren selbstverwaltet, also ohne staatliche Hilfe, aufnehmen zu können.

  6. 6 egal 22. März 2011 um 23:04 Uhr

    Man muss jetzt sicher keinen Konsens bezüglich der Begrifflichkeiten anstreben. Für mich als Außenstehenden ist dieser Blog ein Mittel zur Information allgemein zum Thema Anarchismus und repräsentiert ggf. eine Möglichkeit zum Anknüpfen an die Gedanken von Interessierten und deren Aktivitäten hier in Dresden. Des Öfteren werden aber Parolen geschmettert, die direkt als Ohrfeige für Menschen mit abweichendem Verständnis bezüglich anarchistischer Theorie und Praxis empfunden werden müssen. Diese Art der „Diskussion“, die sich in Selbstbeschäftigung und Outing des jeweils Anderen als Nazi verschwendet (mittlerweile geradezu lieb gewordene Tradition im „linken Spektrum“), erscheint befremdlich auf einer Plattform von Anarchisten, da gerade diesen ein positiver Umgang mit Deutung- und Meinungspluralismus unterstellt werden sollte.

    Ich werf mal noch den durchaus opportunen Begriff der „Außenwirkung“ des Blogs in den Raum. Schön wäre doch wenn er geeignet wäre, Menschen mit wagen Vorstellungen zum Thema aber dem Willen sich damit zu beschäftigen, einen positiven Zugang dazu ermöglichen würde. Wenn sich aber Antideutsche und Antiimps auf dem hier erlebten Niveau volllöffeln, mag das nur bedingt förderlich sein.

  7. 7 natalya 22. März 2011 um 23:20 Uhr

    „Es ist ein Unterschied, ob mensch einen Militärschlag oder einen Staat aus den gegebenen Umständen heraus trauriger Weise für nötig befinden muss oder ob mensch mit Begeisterung militärische Einsätze bejubelt.“

    Manche Leute jubeln anscheinend tatsächlich über den Einsatz…

  8. 8 natalya 23. März 2011 um 2:03 Uhr

    nur um für die mitlesenden der antisemitischen Internationale (im folgenden AI) nochmal ne Nicht-Springer-Quelle zur Reaktion der Aufständigen auf die Verkündung der UN-Resolution heranzuziehen: http://www.videoportal.sf.tv/video?id=3b062dc2-bfb7-47b5-bfc2-63b70e7dbc78
    das lässt sich aber etwa so auch bei fast allen anderen nachrichten-quellen finden, außer natürlich bei der AI – von indymedia UK bis Australien heißt es nahezu einhellig: hands off libya…

  9. 9 dp 23. März 2011 um 8:55 Uhr

    @natalya
    Was ist denn das für ein alberner Diskussionsbeitrag. Wenn die UN eine Resolution rausbringt, die sich gegen Israel richtet, wirds auch jede Menge Jubel geben. Mit Anarchismus hat das trotzdem nichts zu tun. Die Antideutschen werden auch immer dümmer…

    @farfalla
    Warum legst dir eigentlich nicht einfach einen eigenen blog an? Mit anarchia im eigentlichen Wortsinn und auch als Infoportal hast du als beliebiger „emanzipative_*r Komunist_*in“ doch schon lange nichts mehr zu tun.

  10. 10 earendil 23. März 2011 um 11:11 Uhr

    ein halbwegs vernünftiges System, wie sie die bürgerliche Demokratie ist

    facepalm
    Kann man die Matschepampe in deinem Kopf nicht auch mal gegen ein halbwegs vernünftiges System eintauschen?

  11. 11 umwerfend 23. März 2011 um 12:37 Uhr

    was ist anarchia dresden? na öffentlich ein von einem AD „unterwandeter“ ex-anarcho-blog.

  12. 12 oikaramba 23. März 2011 um 12:39 Uhr

    @ db:
    hier scheint mir angemessen, dir vor augen zu führen: dumm ist und bleibt, wer des lesens nicht mächtig scheint. in dem falle: du. bitte verzeih.
    worum es natalya eigentlich ging, hat er/sie gar per zitation mehr als deutlich gemacht. der dreh- und angelpunkt war doch vielmehr das „bejubeln“ von militärischen einsätzen. aber okay, das konntest du nicht wissen…

    @earendil:
    du beweisst mir eindrucksvoll, dass „begreifen“ wohl nicht deine stärke zu sein scheint. plumpe beleidigung, statt argumentation? gerne, trottel: der eindruck wächst und wächst, dass die bürgerliche demokratie lieber gegen ein vormodernes, gar frühneuzeitliches und präkapitalistisches feudalsystem eingetauscht werden sollte, wenn es darum geht, diese abzuschaffen oder vorläufig gilt, diese erst einmal scheiße zu finden. na dann gute nacht, viel spaß, denn ich habe soeben gedeutschland.

  13. 13 ex-S 23. März 2011 um 14:30 Uhr

    eine argumentative glanzleistung.
    kannst du vielleicht artikulieren, welches problem du mit der aussage hast?
    ich würde auch nochmal festhalten, warum ich das so gesagt habe: die bürgerliche demokratie und die ihr angemessene wirtschaftsform, also der kapitalismus, sind immernoch die gesellschafts- bzw. vergesellschafttungsform, die dem einzelnen die größten freiheiten, die meisten möglichkeiten zur selbstverwirklichung gibt, die es gerade auf dieser hässlichen erde gibt und gab.
    einwände?
    (ach und ja: diese worte waren geklaut!)

  14. 14 natalya 23. März 2011 um 16:04 Uhr

    @dp
    du hast scheinbar einfach nicht den sinn begriffen. w.m. hat sich darüber empört, dass jemand kriegseinsätze bejubeln könnte. ich jedenfalls kann mir viele fälle vorstellen, in denen man kriegseinsätze bejubelt, und der einsatz in libyen ist ofensichtlich zumindest für die dortige aufständige bevölkerung ein solcher.

    @earendil
    hör lieber auf, über so komplexe sachen wie die bürgerliche demokratie dir den kopf zu zerbrechen und geh stattdessen einfach herr der ringe zocken, ok?

  15. 15 earendil 23. März 2011 um 21:17 Uhr

    kannst du vielleicht artikulieren, welches problem du mit der aussage hast?

    Ach, eigentlich hab ich gar keine Einwände: Die bürgerliche Demokratie ist ja tatsächlich ein sehr vernünftiges System, aus Sicht der Kapitalist_innen und sonstigen Systemgewinnler_innen. Genau wie aus der Sicht Gaddafis und seines Umfelds seine Herrschaft ziemlich vernünftig war.

    Nö, ich hab in der Tat keine Lust, für ein paar Nato-Kindersoldaten zwei Jahrhunderte Staats- und Kapitalismuskritik aufzurollen. Ich hab nur die Bitte: Schert euch zu den FdoG oder was weiß ich, aber labelt eure Demokratieverherrlichung und Kapitalismusverharmlosung nicht als Anarchismus, damit hat das nämlich nullkommanix zu tun. Erich Mühsam würde nen Schreikrampf kriegen.

    Und labert nicht begriffslos von „Barbarei“ und „präkapitalistischesm Feudalsystem“ rum.

  16. 16 tee 24. März 2011 um 0:57 Uhr

    die bürgerliche demokratie und die ihr angemessene wirtschaftsform, also der kapitalismus, sind immernoch die gesellschafts- bzw. vergesellschafttungsform, die dem einzelnen die größten freiheiten, die meisten möglichkeiten zur selbstverwirklichung gibt, die es gerade auf dieser hässlichen erde gibt und gab.
    einwände?

    ja. gilt das auch für mich? und wenn ja, wo bekomme ich das nötige kleingeld her, um mich endlich selbstzuverwirklichen?

    @ w.m. u.a.: ihr solltet endlich mal mit farfalla brechen. der verzapft hier regelmäßig eine reaktionäre scheiße, daß es einem gruselt. dazu zählt nicht nur die antideutsche begriffslosigkeit von der „deutschen barbarei“, sondern allerhand mehr. das aufzuzählen würde mich jetzt aber stunden kosten …

  17. 17 dp 24. März 2011 um 7:55 Uhr

    @natalya
    Mir scheint eher du hast nach wie vor nichts begriffen. Man kann durchaus auch mal in einer Lage sein, Gewalt anzuwenden oder hinnehmen zu müssen. Aber spätestens beim Abfeiern wirds arg unemanzipatorisch. Und dass eine Kriegspartei jubelt, dass sie militärische Hilfe bekommen, nachdem sie schon klar verloren hatten, ist vielleicht in deren Augen verständlich, aber vom Gehalt her absolut unpolitisch und damit beliebig auf alle möglichen Situationen austauschbar. Auch Nazis jubeln schon mal der Polizei zu, wenn sie mit Wasserwerfern den Weg frei macht.

  18. 18 ex-S 24. März 2011 um 14:32 Uhr

    @tee

    ja, das gilt auch für dich. ich denke, du weißt selbst, wie du an geld kommst.
    aber lies doch erstmal richtig: ich hab bewusst diese „hässliche erde“ erwähnt, weil sie es immernoch ist. ich hab nicht gesagt, dass sich jeder verwirklichen kann. elendsgeile linke sicherlich nicht, nein. das hat aber vllt auch einen anderen grund, ich weiß es nicht.

  19. 19 oikaramba 24. März 2011 um 14:36 Uhr

    wer hier noch immer nichts begriffen hat, scheint klar auf der hand zu liegen. so eine stupide scheisze.
    @tee:
    das wort „möglichkeiten“ impliziert noch lange nicht, dass das wie ein automat vor sich geht und sich auf alle menschen, die in dieser bürgerlichen demokratie leben, fließend und nahtlos übertragen lässt. von begriffslosigkeit schwaffeln und selber mit phänomenalem halbwissen glänzen: sehr gut. festzuhalten ist und bleibt es, wie es das zitat in worte fasst, die man besser und kürzer so nicht fassen könnte. und dann immer damit argumentieren, dass das nötige kleingeld fehle. klar: man kann konstatieren, dass es vielen, gar den meisten so geht. aber sagt das bereits etwas über die eigentliche qualität der möglichkeiten, die geboten werden, aus? nein. tut es nicht. ob dir derart freiheiten vor 100 (lässt sich beliebig auch evtl auf das doppelte und dreifache etc. erhöhen) jahren geboten worden wären? etwa im deutschen kaiserreich? etwa noch lange davor? im feudalismus?
    ob alles gold ist, was glänzt, darf natürlich auch hier bezweifelt werden. jedoch von „(antideutscher) begriffslosigkeit“ (hier auch in anlehnung an EARENDIL) zu fasseln und selbst nichts, aber auch rein gar nichts auf den punkt, auf den begriff zu bringen und stattdessen lieber beißreflexartig irgendwelche sinnlosen kommentare abzugeben, zeugt nur von ebensolcher unterstellter ahnungslosigkeit, die einen schon fast traurig stimmt…ich glaub, ich brauch ein taschentuch…nein, doch. okay, es geht wieder…
    weiter im text:
    man kann es sich natürlich auch einfach machen, indem man meint, aufzählungen der „fehler“, des „nachholbedarfs“ und der eigentlichen ursprünglichen „begriffslosigkeit“ als zu zeitintensiv abtun zu müssen und die „anderen“ damit in zugzwang zu bringen, weil man selbst keine ahnung hat: das war gerichtet an die großen drei: tee, earendil und dp.

    und ich verstehe noch immer nicht, wie man nazis, polizei, hools und fussball et cetera pp. mit einem kriegseinsatz vergleichen und herunterbrechen kann. O M G

    oh gott. die tränen…

  20. 20 dp 24. März 2011 um 16:23 Uhr

    Geile Realsatire.

  21. 21 umwerfi 24. März 2011 um 16:46 Uhr

    blog löschen. demokratie- und kapitalismusbefürtwortet RAUS!

  22. 22 tee 24. März 2011 um 21:37 Uhr

    omg, seid ihr (ex-s und oikaramba) schwer von begriff. ich wollte andeuten, dass diese „meisten möglichkeiten zur selbstverwirklichung“ real nichts zählen, wenn sich doch kaum jemand die selbstverwirklichungen leisten kann, weil sie per eigentum von diesem ausgeschlossen sind. ex-s stellt diese möglichkeiten heraus, um zu belegen, dass das derzeitige system ja ein „halbwegs vernünftiges“ sein muss. da kommen die interessen der menschen und wie sie in dem system befriedigt werden, gar nicht vor. aber MÖGLICH sind diese befriedigungen scheinbar. also nicht wirklich, nur so rein hypothetisch. hätte wäre wenn.

    ihr habt euren frieden mit dieser gesellschaft gemacht und findet immer rechtfertigungen und vergleiche, die für sie sprechen. und hey – das ist ok so. ihr steht immerhin exemplarisch für das reaktionäre und kapitalismusaffirmative potential der linksdeutschen nachwendejugend. farfalla ist nur als autor einer anarchistischen plattform derbe fehl am platze.

  23. 23 Saaradox 25. März 2011 um 1:18 Uhr

    Den Blog lese ich schon lange und ich finde ihn auch gut, gerade weil anarchistische Themen besprochen werden und eben durch Farfalla auch explizit antideutsche Sichtweisen zum Tragen kommen (wenn auch manchmal polemisch).
    Was bitter aufstöszt, ist der Kindergarten in den Kommentatorenspalten. Ein reines Gedisze, dasz einfach zum Himmel schreit. Anstatt sich gerade mit kontroversen Themen, die zum Teil polemisch dargestellt werden, konstruktiv auseinanderzusetzen, setzt bei einem Groszteil hier die Profilierungsneurose ein. Deswegen schreib ich hier auch zum ersten Mal.

    Zu der aktuellen Diskuszion. Das Jet-Bild ist schon ziemlich panne, weil es den angesprochenen Abfeierungsgedanken inne hat. Andererseits laszen sich Diktatorensysteme zum Teil nicht stürzen, als durch militärische Intervention (siehe NS). Beim jetzigen Konflikt in Libyen kann Mensch seit langem mal sehen, dasz sich der Westen mal nicht für den Diktator, sondern für die Rebellen entschieden hat (die explizit trotz ihrer Heterogenität als kleinsten gemeinsamen Nenner demokratische Reformen hat. Wie weit die gehen sollen, dasz läszt sich von hieraus schwerlich einschätzen, schon aufgrund des ausgeprägten Clansystems in Libyen). Mögen die Gründe auch scheisze sein bzw. die Vorgeschichte, so ist dies gerade begrüszenswert, weil es alternativlos schien, denn das Kind ist schon in den Brunnen gefallen (Schon im Kalten Krieg und gleich noch mal eine Stufe tiefer nach 1989) – das stellt für mich an diesem Punkt noch kein Abfeiern von Militarismus dar (Wenn Gaddafi weg ist, freut mich das, wie schon das Ben Ali und Mubarak weg sind. Gleichzeitig verfolge ich die Situation tagtäglich im Nahen Osten, um zu schauen, dasz nicht einfach der eine Diktator gegen den Nächsten getauscht wird, denn diese Gefahr besteht ja). Und eine parlamentarische Demokratie stellt im Nahen Osten zu den jetzigen Systemen eine Verbeszerung der Verhältnisze dar. Das damit auch die ganzen Schattenseiten mitkommen (besonders Flüchtlingsabwehr), ist auch klar, denn Demokratie mag das „beste“ Herrschaftssystem unter den Herrschaftssystemen sein, aber es bleibt ein Herrschaftssystem, als Herrschende und Beherrschte, sprich für eine befreite Gesellschaft musz es überwunden werden. Und die Revolutionen in Tunesien und Ägypten haben dazu den Anstosz gegeben (Jup, Selbstbefreiung bleibt die beste Form, alleine schon aufgrund eines Lernprozeszes) und auch zu einem taktischen Umdenken des Westens geführt und zu ihrem Handeln in Libyen. Dabei musz Mensch konstatieren, dasz die Situation in den Staaten im Nahen Osten von Staat zu Staat sehr verschieden sind. Siehe Tunesien und Ägypten. In Tunesien wurde die defacto-Auflösung der RCD erreicht, in Ägypten hingegen ist das Verfaszungsreferendum von vielen Oppositionellen scharf kritisiert worden, weil es nicht weitreichend ist. Zudem ist die Muslimbruderschaft noch ein gewichtiger Faktor, der es aber bis jetzt nicht zu gröszeren Gewicht geschafft hat, was mich leicht optimistisch hoffen läszt.
    Das selbst eine bürgerliche Demokratisierung ein langer Prozesz werden wird, steht auszer Frage, schon alleine, ob es mittel- und langfristig gelingen wird, dasz die alten Eliten nicht putschen bzw. ob die alten Eliten sich vllt nicht an der politischen, wohl aber an der wirtschaftlichen Macht halten können.
    Klar ist die Frage, warum der Westen nur in Libyen eingreift. Vllt ist es wirklich so pragmatisch, das die anderen regionalen Diktatoren nicht so durchgeknallt sind wie Gadaffi und dessen Macken und es dort kein Eingreifen braucht (kann auch nach hinten losgehen) bzw. die Situationen als beherrschbar eingstuft werden. Die jemenitische Opposition hat ja schon um Hilfe bei der internationalen Gemeinschaft gebeten.
    Pervers ist eher die Zusammenarbeit mit der arabischen Liga, die Flugzeuge nach Libyen zur Unterstützung der Flugverbotszone entsenden und gleichzeitig Söldner nach Bahrain schicken, um die Widerstandsbewegung niederzuhalten. Das würde die These stützen, dasz Gadaffi wohl einfach allen Akteuren ein unsicherer Faktor geworden ist. Das zeigt zudem die ambivalente Rolle der westlichen Regierungen, die gerade beim War on Terror lieber das „kleinere“ Übel unterstützt haben (Mubarak), um das vermeintlich gröszere, die Islamisten, zu bekämpfen (neben wirtschaftlichen Intereszen, was im Kapitalismus und seiner innewohnenden Logik nicht verwundern kann – das soll nicht heiszen, es einfach hinzunehmen).
    Die Demokratisierungsprozesze im Nahen Osten sind eine historische Chance für eine erst bürgerliche Emanzipation. Gleichzeitig stellen sie nicht das Ende dar bzw. sind sie nicht der Weisheit letzter Schlusz, sondern sollten auch als Chance begriffen werden. Mensch kann nur hoffen, dasz mit der Demokratisierung gleichzeitig eine Radikalisierung hin zu linken Ideen einhergeht (hoffentlich keine ML-Scheisze), um eine Basis für linke Bewegungen in den Staaten zu legen.

    Das Paradoxe ist bei der Demokratie, dasz Mensch es im Extremfall vor einem Rückfall in represzive, autoritäre oder vernichtende Systeme verteidigen musz/ sollte, denn an dieser Schwelle ist die (Welt)-Revolution (oder eben der Weg zu einer befreiten Gesellschaft hin) nicht zu machen (leider, schon alleine weil an dieser Schwelle kein Agitieren, sondern nur ein Reagieren stattfindet – Das ist im Speziellen sowieso ein Problem der Linken, Reaktion statt Aktion). Das hat uns das Ende der Weimarer Republik gezeigt, denn weil Demokratien Herrschaftssysteme sind, sind sie immer anfällig für einen Rückfall in Faschismus. Das zeigt sich aktuell in Ungarn und dem Aufschwung der dortigen Nazis.

    Zum Blog: Ich als Anti-D würde gerne mehr Texte und Inhalte zur anarchistischen Theorieschule auf der Seite sehen, denn Farfalla ist schon ziemlich dominant auf dem Blog, alleine schon um meinen Horizont zu erweitern. Desweiteren wäre es vielleicht sinnvoll eine Art Nettiquette einzuführen, weil den Groszteil möchte ich mal in einer realen Diskuszionsrunde sehen. Ich glaube kaum, dasz da auch solche gegenseitigen Beleidigungen und persönliche Angriffe geben würde (wenn es eben nicht so anonym zugeht), denn das ist auch eine Form von psyschischer Gewalt, die hier in erschreckender Art und Weise stattfindet (und mich eben abgeschreckt hat, hier vorher was zu schreiben) und ich denke, das wird den Schreiber_innen hier durchaus bewuszt sein.

  24. 24 tee 25. März 2011 um 10:51 Uhr

    Anstatt sich gerade mit kontroversen Themen, die zum Teil polemisch dargestellt werden, konstruktiv auseinanderzusetzen, setzt bei einem Groszteil hier die Profilierungsneurose ein.

    also ich hab‘ mich schon etliche male mit farfalla argumentativ (nicht konstruktiv, warum auch?) auseinandergesetzt. nur leider kommt derselbe mist ja immer und immer wieder.

    Das Paradoxe ist bei der Demokratie, dasz Mensch es im Extremfall vor einem Rückfall in represzive, autoritäre oder vernichtende Systeme verteidigen musz/ sollte

    also zum einen tun das die demokratischen staaten auch allein ganz gut, so dass anarchisten und kommunisten da nun wirklich nicht auf den kriegszug mit aufspringen müssten. und zum anderen ist „der extremfall“ wahrlich weit genug entfernt, um sich da im moment auch nur im geringsten gedanken drüber zu machen.

    ansonsten größtenteils zustimmung.

  25. 25 kapitalismuskritik 25. März 2011 um 14:26 Uhr

    Faschistische Machtergreifung – demokratische Machtausübung
    VERHINDERT DIE DEMOKRATIE DEN FASCHISMUS?

    http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/83/83_1/faschis.htm

  26. 26 Anonymous 25. März 2011 um 16:27 Uhr

    @tee

    Ich habe farfalla nicht so verstanden das er anarchistisch denkende Leute auffordert Frankreich und der USA zu helfen Lybien „zu befreien“.
    Viel mehr glaube ich das daraus eine Kritik an dem Protest linker Kreise gegen eine militärische Intervention in Lybien, welche halt nur Ghadaffi nützt und den Menschen die für Befreiung (was auch immer sie dafür halten) kämpfen schadet, zu entnehmen.
    Und sich gegen eine militärische Intervention auzusprechen kommt vom Ergebnis einer Akzeptanz von einem krasseren Herrschaftsverhältnis als parlamentarischer Demokratie , nämlich von Diktatur, gleich.

  27. 27 earendil 25. März 2011 um 16:33 Uhr

    Im Anschluss an Tee: Vor allem finde ich bemerkenswert, dass der „Extremfall“ immer als „Rückfall“ in eine irgendwie vorzivilisatorisch, am besten noch „mittelalterlich“ imaginierte Barbarei verhandelt wird. Ist dieser unreflektierte Fortschrittsglaube vielleicht ein Relikt des alten HistoMat?

  28. 28 tee 25. März 2011 um 21:26 Uhr

    Ist dieser unreflektierte Fortschrittsglaube vielleicht ein Relikt des alten HistoMat?

    japp. oder besser eine weiterentwicklung ;)

  29. 29 w.m. 27. März 2011 um 0:28 Uhr

    Ich würde die Diskussion gerne mal wieder zum Grundthema, also zur Zukunft dieses Blogs zurücktragen.

    Was Farfalla angeht, so muss er*sie*es selbst entscheiden, inwieweit die Gedanken des Anarchismus und libertären Kommunismus tatsächlich auch mit dem eigenen vereinbar sind. Für mich persönlich sind Farfallas Kommentare und Artikel noch so weit im Rahmen eines linksradikalen Selbstverständnisses, dass ihnen auch hier ein Podium geboten werden kann. Mir stellt sich jedoch auch die Frage, ob sie auf einer anarchistischen Plattform, die mal den Anspruch haben sollte, auch für „Außenstehende“ verständlich und lesbar zu sein, richtig plaziert sind. Gegen eine weitere Mitarbeit spricht ja erstmal nichts, ich finde jedoch eine Auslagerung bestimmter Artikel sehr sinnvoll. Auf einem eigenen „Farfalla-Blog“ wäre dann auch der Raum für den typischen „Blogsport“ und die scheinbar zugehörige Polemik gegeben.

    Was den Blog als solches angeht, stellt sich jedoch auch die Frage nach der weiteren Daseinsberechtigung. Was könnte anarchia sein?

    * Eine Plattform zum publizieren internationaler anarchistischer Erklärungen und Nachrichten? Dies wird eigentlich über A-Infos und die Seite des Libertären Netzwerks Dresden abgedeckt.

    * Eine Plattform für Dresdner News? Dafür gibt es das Netzwerk und addn.me

    * Eine Termin und Werbungsseite? Diesen Job macht bereits das Terminal

    * Eine Plattform für theoretische Diskussionen über den Anarchismus? Kommentare zu anarchistischen Theorie-Texten blieben zumeist aus.

    * Eine Webseite um sich regional über anarchistische Strukturen und deren Politik zu informieren? Dafür kommt zu wenig Output von den politischen Akteur*innen. Durch die Art wie publiziert und kommentiert wird, wirkt anarchia zu dem eher unverständlich und abschreckend.

    * Eine Spielwiese um sich verbal daneben zu benehmen, Leute zu outen und Menschen den Eindruck zu vermitteln das Anarchist*innen und Linke totale Idiot*innen sind? Ist es definitiv, braucht aber kein Mensch.

    Wie also weiter?

    Ich persönlich tendiere dazu, den Blog einzufrieren, um ihn für Retroperspektiven zur Verfügung zu haben und anzubieten, dass er von einer neuen Autor*innencrew bei Bedarf übernommen werden kann. So wie es jetzt ist, macht es jedenfalls für mich keinen großen Sinn die Seite weiter zu bedienen.

  30. 30 farfalla 27. März 2011 um 0:59 Uhr

    Mir fehlt gerade jegliches Interesse, an Pöbeleien, linkem Gezeter oder radikalen Grundsatzauseinandersetzungen. Auch und gerade Diskussionen über Anarchie liegen mir im Moment mehr als fern.
    Aus diesen (und weiteren) Gründen, bin ich fürs Erste weg hier. Ob ich mein identitäres Gekotze an anderer Stelle fortsetzen werde, steht noch in den Sternen.

    Für meinen dramatischen Abgang möchte ich an dieser Stelle mit den Worten von Benjamin Blümchen schließen:
    „Sensibel ist, wer bei Sonnenuntergängen weint.“

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