Archiv der Kategorie 'News'

Imperialistischer Kreuzzug, Verteidigung der Zivilisation oder einfach nur neutrales Schultern zucken?

Das Gaddhafi irgendwie ein Rießenarschloch ist, gilt mittlerweile als Konsens. Russland kritisiert den Militäreinsatz allerdings als Kreuzzug gegen Libyen und macht der militärischen Intervention damit einen ziemlich platten ImperialismusVorwurf. Dass die Hoffnung auf eine starke Demokratiebewegung, die Hilferufe der Libyschen Freiheitsbewegung ernst genommen werden, wie in Frankreich, ist hierzulande nicht zu bemerken. Die Angst vor dem Atomtod treibt die Regierung in einen gefährlich blinden Pazifismus. Die Grünen, die früher mal ein „zweites Auschwitz“ verhindern wollten, haben heutzutage ernsthafte Bedenken, was den Militäreinsatz im Libyen angeht. Hendryk M. Broder bringt es auf die einfache Formel: Neutralität kann es nicht geben!

Hände weg von Libyen? Fuck you!

Nach viel zu langem Warten und Zögern, hat heute Nacht der UN Sicherheitsrat endlich einem militärischen Eingreifen in Libyen zugestimmt. Äußerst positiv ist dabei, dass der seit Wochen überfällige Beschluss nicht nur eine Flugverbotszone zum Schutz der aufständischen Rebellen im Osten des Landes beinhaltet, sondern darüber hinaus, auch militärische Luftschläge und aktives Eingreifen erlaubt.

Der Aufschrei der friedensbewegten Linken, wie beispielsweise in einem Artikel der national-bolschewistischen Jungen Welt, wird nun sicherlich noch größer werden.

Den verschwörungstheoretisch , antizivilisatorisch und kulturalistisch argumentierenden Einwänden gegen einen militärischen Befreiungsschlag, ist mit unversöhnlicher Kritik entgegenzuhalten:
Pazifisten sind Mörder!

-The only good system is a soundsystem-

19. September 2009, weit über 1000 Menschen tanzten durch Dresden. Der Ruf nach alternativen Freiräumen entlud sich in knallenden Bässen. Jedoch hat sich seit dem die Politik der Stadt Dresden in keinster Weise geändert. Ein Kaufhausprojekt jagt das nächste. Der Versuch hingegen sich Räume zu schaffen in welchen Menschen selbstverwaltet leben, sich ausprobieren oder feiern können wird mit Repression überhäuft. Auch sieht sich die Stadt nach wie vor nicht in der Pflicht den eigenen Leerstand einer sozialen Nutzung zu zuführen. Dieses bewusste Übergehen jeglicher angestrebter Selbstverwaltung und Mitbestimmung ist jedoch nicht nur symptomatisch für Dresden. Überall wird das Bedürfnis nach selbstverwalteten Räumen mit Polizei und Ignoranz beantwortet. Diesen Zustand jedoch wollen wir nicht schweigend hinnehmen. Im Gegenteil wollen wir unseren Protest laut kundtun. Deswegen rufen wir Mitte Mai zur 3. Nachttanzdemo in Dresden auf. Da wir jedoch auch in der Organisation der Demo an sich das Prinzip der Selbstverwaltung praktizieren wollen sind alle Menschen welche einen rassismuskritischen, sexismuskritischen Grundkonsens teilen herzlich eingeladen sich an der Vorbereitung zu beteiligen und sich auf der Demonstration mit Wagen, Soundsystems, Technik oder anderem zu beteiligen.
Je mehr Menschen sich beteiligen, um so länger und vielseitiger wird die Demonstration.
Das erste Treffen um eine Grundausrichtung zu erarbeiten findet am Sonntag den 20. März im Info – Caffe des AZ Conni (Rudolf-Leonard-Straße 39)
um 18 Uhr statt. Für weitere Absprachen im Voraus oder für Menschen welche es zu diesem

Termin nicht schaffen gibt es folgende Emailaddresse: kollektivnachttanz@Safe-mail.net

Zeigen wir der Stadt Dresden das wir schwer zu überhören sind.

Café Religion

Diesen Sonntag den 20.03 beginnt die religionskritische Reihe im Café Négation mit einem Workshop ab 15 Uhr in der RM16.

Gelesen und diskutiert werden Texte von Feuerbach, Marx und Sartre.
Kaffee und Kuchen gibts auch wieder.
Amen.

OAT am 17. März

Es wird eine kleine Filmüberraschung geben. Nur soviel ist sei gesagt: Es wird eine Reise nach Absurdistan. Realsatire, bei der einem auch mal das Lachen vergehen kann. Es geht um Nord Korea…

Wenn ihr wollt kommt ihr dazu am Donnerstag 20:00 ins AZ Conni!

Warschau: Mietstreik-Aktivistin ermordet

Verdrängung ist nicht nur in Berlin, Hamburg oder Freiburg ein Thema. In Warschau herrscht seit einiger Zeit ein ebenso unglaublicher Verdrängungsprozess, von dem in der Stadt bis zu eine Viertelmillionen Menschen betroffen sind. Die Symptome kommen einem derweil sehr bekannt vor. Massenhafte und intransparente Privatisierungen, Profitdrang und Luxussanierung, und z.T. skrupellose MieterInnenverdrängung am oder auch über den Rand der Legalität hinaus, die man in Berlin beispielsweise mit den Namen Suitbert Beulker (Liebig14) oder Gijora Padovicz (u.a. Schenkladen/Scharni29) verbinden könnte.. In Warschau sind seit längerem MieterInnenaktivistInnen aktiv. Auch die anarchosyndikalistische ZSP ist eine der wenigen politischen Kräfte die die Kämpfe unterstützt und darüber berichtet. Aktuell erreichte uns nun die schreckliche Meldung, das die 64Jährige und langjährige MieterInnenaktivistin Jolanta Brzeska (Gründerin der MieterInnenbewegung) am 7. März verbrannt in den Wäldern von Warschau gefunden wurde. (mehr…)

Who cares?

Das Referat für Gleichstellungspoltitikim StuRa der TU Dresden, veranstaltet zum 100. Jubiläum des Frauentages im Alten Wettbüro in der Neustadt ein spannendes Tagesprogramm:

08. März 2011: 100 Jahre Frauentag — Who Cares?


17h: Workshop – Feminismus 2.0

Mit Vertreterinnen aus Presse, Wissenschaft, Frauenbildungs- und Mädchenarbeit wollen wir über ganz konkrete Erscheinungsformen des „Feminismus heute“ ins Gespräch kommen, uns über Erreichtes informieren und neue Betätigungsfelder für uns erschliessen.

19h: Ausstellungseröffnung Silke Paustian (und Imbiss)

In ihren Fotografien nimmt die Rostocker Künstlerin Silke Paustian Geschlechterklischees unter die Lupe, inszeniert sie neu, zeigt Brüche auf und ermöglicht uns so einen anderen Blick auf das Alltägliche.

20h: Tanz das F – Party

Studio 17 und DJane Fran laden mit funkiger Musik zum Zelebrieren und standesgemäßen Ausklingen unseres Festtags.

Sicherlich auch interessant ist die Konferenz vom 11. bis 13. März zu lesbischen Perspektiven in Europa unter dem Motto „Vereint unterm Regenbogen“.

Wenn die Kiez Miliz zuschlägt…

Der 19. Februar 2011 kann, nach allem was so passiert ist, wohl getrost als neuer Chaostag in Ostdeutschland betitelt werden. Brennenden Barrikaden, Wasserwerfer bei Minusgraden, randalierende Nazis…und: linke, antisemitisch motivierte, Polit-Hools.
In einem Interview aus der aktuellen Jungle World wird der linksdeutsche Mob, dem die Fahnen von RAF und ganz besonders des Staates Israel Grund genug waren, Antifaschist_innen ins Krankenhaus zu prügeln, von einer betroffenen Person selbst geschildert. Lizas Welt schreibt dazu folgendes:

…In einem unmittelbar am Ort der Gegendemonstration gelegenen Café, in dem sich viele durch stalingradsche Temperaturen Unterkühlte aufwärmten und sich von den Strapazen der Dresdner Kesselerrichtung erholten, suchte auch ein junger Demonstrant Zuflucht, der sich eine Flagge der Royal Air Force umgehängt hatte – jener Streitkräfte also, die an der militärischen Zerschlagung des Nationalsozialismus einen maßgeblichen Anteil hatten und bekanntermaßen auch der sächsischen Hauptstadt eine Kriegserfahrung bescherten, aus der sich die Dresdner Identität bis heute speist. Als eine Gruppe schwarz gekleideter Gestalten nun jener Flagge gewahr wurde, begann sie, den Sympathisanten Sir Arthur Harris’ zu beschimpfen und zu bedrängen; zudem versuchte sie, ihm seine Flagge zu entreißen.

In dieser misslichen Lage intervenierte eine Gruppe von vier Leuten, die sich zwischen die Angreifer und den Bedrängten stellte, um den stetig größer werdenden, aggressiv auftretenden Haufen nach dem Grund für seine Attacken zu fragen: „Keine Nationalfahnen!“, „Nur die Rote Armee hat Deutschland befreit [sic!], sonst niemand!“, „Scheiß Engländer, scheiß Amis!“, schallte es aus dem mittlerweile auf 15 bis 20 stolze Antifa-Deutsche angewachsenen Block. Unter dem Schlachtruf „Hier sind Antideutsche!“ drängte der zunehmend gewalttätiger auftretende Mob die vier als Volksfeinde Entlarvten aus dem Café heraus auf die Straße und mitten in die Gegendemonstration. Als nun einer der langsam Zurückweichenden eine israelische Flagge hochhielt, gab es kein Halten mehr. Die zuvor nur mühsam zurückgehaltene Aggression brach sich beim Anblick des verhassten Davidsterns endgültig Bahn.
[lizas welt]

Aus dem Interview der JW:
„…Offenbar muss man konstatieren, dass in Teilen der Antifa ein Davidstern die gleichen Reflexe auslöst wie eine Horde Neonazis. Die sogenannte israelsolidarische Antifa muss sich fragen lassen, warum sie mit solchen Leuten zusammen gegen Neonazis demonstriert.“

Philosophisches Nachtcafe über Anarchie

In der Buchbar im Sonnenhof findet im Rahmen des Philosophischen Nachtcafés Dresden eine Veanstaltung zum Thema „Willst Du beherrscht werden? Was ist eigentlich Anarchie?“ statt.
Zum den Organisator_innen kann ich nichts weiter sagen. Vielleicht einfach mal vorbeischauen bei Interesse.

Vortrag und Diskussion
07. März, 20:30h
Alaunstraße 66 (Hinterhof)

OAT am 3.März

3. Infoveranstaltung zum Repressions-Prozess gegen Jan zwei Jahre nach den Protesten gegen den Nato-Gipfel in Strasbourg
Infos: http://breakout.blogsport.de

Nach den Protesten in Strasbourg saß Jan – bis er vom Berufungsgericht in Colmar freigesprochen wurde – 4 Monate im Knast. Die französische Oberstaatsanwaltschaft erhob dagegen Revision und nun drohen ihm weitere drei Jahre Haft ohne Bewährung.

Nächsten Donnerstag 20:00 wird es eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema geben.

Religionskritische Reihe im Café Négation von März bis Juni 2011

Das Gefühl des Ozeanischen- Das Opium des Volkes?

Gründe für die Kritik der Religion und die Ablehnung Gottes gibt es viele. Ideengeschichtlich kann dies unterschieden werden in Ablehnung aufgrund der Vernunft, der Natur, der leidenden Kreatur, des Menschen, des Lebens, der Mündigkeit oder der Freiheit. Die Beschäftigung mit Kritik der Religion wird notwendig durch ihre trotzige Allgegenwärtigkeit. ‘Wir sind Papst’ oder die unzähligen Werbeplakate in der Stadt Dresden, welche penetrant zur Nächstenliebe und der Aufnahme von erwarteten Anreisenden für den evangelischen Kirchentag im Juni aufrufen, sind nur wenige Beispiele. Auch die gerade stattfindende Ausstellung ‘Kraftwerk Religion’ im Dresdener Hygiene-Museum ist ein gutes Beispiel für die Aktualität des Glaubens. In jener wird neben marginaler Kritik vor allem eine Individualisierung des Glaubens beschworen durch Einzelinterviews, welche einen subjektiven Blick auf Glauben und Religion vermitteln.
Trotz der die Individuen befreienden Erkenntnisse der Aufklärung und offizieller Säkularisation in den meisten westlichen Nationen boomt der Glaube auf der Ganzen Welt, sei es in Form der großen Weltreligionen oder sei es in Gestalt von spirituellem Kitsch, Yoga oder Esoterik.
Wir wollen mit euch gemeinsam die Grundlagen für eine fundierte Religionskritik erarbeiten, und dies in verschiedenen Workshops, Vorträgen und Diskussionen realisieren.
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PM: Nazi-Angriff auf mehrere Häuser im Stadtteil Dresden Löbtau am 19.02.

siehe: libertäres netzwerk dresden

Am 19.02. begleitete die Polizei ca. 250 Neo-Nazis, die sich von Freital aus in Richtung der Dresdner Innenstadt bewegten. Im Ortsteil Löbtau attackierten diese mehrere Wohnhäuser mit Stöcken, Pfefferspray und Steinen – vor den Augen der Polizei. Bei dem 10 Minütigen Angriff gingen über 50 Scheiben zu Bruch. Verletzt wurde niemand. Eines der angegriffenen Häuser war das Wohnprojekt „Praxis“, welches in der Vergangenheit schon mehrfach Ziel rechter Anschläge war.
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Café Négation im Februar

Ein Jahr Café Ne­ga­ti­on – Rück­blick, Aus­blick, Re­fle­xi­on.
Sonn­tag, 20.​02.​11
ab 15h Ro­bert-​Matz­ke-​Str. 16

Makss, nimm sie mit!

Der Rapper „Makss Damage“, bekannt geworden durch Lieder wie „Tötet diese antideutschen Hurensöhne!“, hat nun endlich den entscheidenden Schritt gewagt, der ideologisch offensichtlich lange vorher fest stand. Vormals bekennender Stalinist feiert er nun sein erstes Stelldichein bei seinen neuen Nazi-Kamerad*innen. In dem Interview zu seinem Lagerwechsel wird schnell deutlich, dass er vor allem pragmatische Gründe für seinen Wechsel sieht, bis auf das Vokabular aber offensichtlich keine großen ideologischen Gräben zu überwinden hatte. Er zeigt damit was Nazis und Stalinist*innen durchaus eint: Die Bereitschaft mit Gewalt jede*n zu beseitigen der/die der eigenen politischen Macht im Weg steht, nationalistisches und völkisches Gedankengut, eine populistische Analyse der im Kapitalismus herrschenden Mechanismen, struktureller Antisemitismus und Hass gegen Anarchist*innen und libertäre Kommunist*en. In einem Abschlussapell wendet er sich an seine ehemaligen Genoss*innen und fordert sie auf, ebenfalls über einen Wechsel nachzudenken. In Hinblick auf die jüngsten Dresdner Ereignisse sagen wir „Makss, nimm sie mit!“ und wünschen der Kommunistischen Initiative, MLPD und Co. einen guten Wechsel, damit die Grenzen endlich wieder klar sind (schlimm genug, dass sie es so nicht sind).

„Allerdings würde ich euch nicht gleich an die Wand stellen, Arbeitslager reicht auch. Wer danach immer noch nicht in der Realität angekommen ist, kann immer noch Sonderbehandlung erfahren.“

- User unter dem Pseudonym „Rote Armee“

„Die SED hat nicht umsonst Bücher herausgegeben in denen steht: „Der Kampf gegen den A. [Anarchismus, Anm. d. Verf. ] in allen heutigen Erscheinungsformen ist eine wichtige Aufgabe der marxistisch-leninistischen Parteien.“

- User unter dem Pseudonym „Deutscher Tschekist“

Impressionen vom Tag der Trauer

Kurze, subjektive Collage aus gestrigen Eindrücken, in Verbindung mit dem Live-Ticker der TAZ.

10.50 Uhr: Heidefriedhof

Knapp 20 Antifas stehten vor dem Eingang des Heidefriedhofs und dürfen nicht rein. Die Polizei erklärt, sie seien von der Stadt Dresden aus nicht erwünscht. Auf dem Friedhof selbst stehen rund 50 Menschen. Unter ihnen auch eine handvoll Neonazis. (mehr…)