Archiv der Kategorie 'Antisemitismus'

Kundgebung zur Erinnerung an die Opfer des NS


Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der sowjetischen Armee die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers in Auschwitz aus ihrer Gefangenschaft. Seit 1959 gilt demnach der 27. Januar in Israel als Holocaustgedenktag. Der BundespräsidentRoman Herzog proklamierte dann etwas ‚verspätet‘, nämlich am 3. Januar 1996, auch für Deutschland diesen Gedenktag.
Um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus nicht offiziellen Stellen zu überlassen ruft der AK Antifa Dresden zu einer antifaschistischen Kündgebung auf:

Kundgebung zur Erinnerung an die Opfer des NS
Mittwoch, 27. Januar 2010
17.30 Uhr am Neustädter Bahnhof (Schlesischer Platz)

* Deutschland denken heisst Auschwitz denken…

Kampagne zum 8. Mai startet

Das Projekt IpaR will sich in diesem Jahr mit Zeitzeug_innenberichten, theoretischen Auseinandersetzungen und Aktionen dem Thema ’65 Jahre Befreiung vom deutschen Faschismus‘ auseinandersetzen.
Die Kampagne,welche am 1. Januar startete und mit kontinuirlicher Arbeit bis zum 8. Mai 2010 laufen wird, ist noch in den Startlöchern.
Doch wer 2009 auf der ‚Es gibt nichts zu feiern ausser den 8. Mai‘ Demo in Leipzig teilgenommen hat, der_dem wird sicherlich auch noch der provokante Redebeitrag der INEX in Erinnerung sein. (Der 8. Mai – ein deutscher ‚Nationalfeiertag‘)

Die äusserst wichtige Auseinandersetzung mit der Geschichte (und Gegendwart) des antisemitischen Nationalsozialismus der Deutschen wird mittels dieser Kampagne eventuell einen Schritt weiter gehen. Vielleicht auch nicht.
befreiung
Kritisch sind die Termini ‚Befreiung‘ und ‚Faschismus‘ zu gebrauchen.
Zum einen darf mit Befreiung keinesfalls eine Befreiung der vermeintlich unschuldigen deutschen Zivilbevölkerung von einer imaginiertenNazi-Clique gemeint sein, alleine aus dem Grund, dass diese eine ideologische Konstruktion darstellt.
Das volksgemeinschaftliche Mordkollektiv beteiligte sich, ob nun aktiv oder ‚nur‘ passiv am Vernichtskrieg und der versuchten Ausrottung vermeintlich minderwertigen Lebens aller Art.
Im Gedenken an den 8. Mai als Tag der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands und damit dem Ende der Barberei und der Befreiung der unterdrückten Menschen in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern, ist somit der Begriff ‚Befreiung‘ eindeutig in dieser Interpretation zu benutzen.
Weiterhin ist der Terminus ‚Faschismus‘ als Beschreibung für den deutschen Nationalsozialismus zwar mit dem Buchenwaldschwur eine Art historisches Zitat, aber dennoch unzutreffend. Faschismus und Nationalsozialismus sind Wesensähnliche, aber nicht gleiche politische Systeme. Die Besonderheiten eines eliminatorischen Antisemitismus beispielsweise können mit dem Begriff des Faschismus nicht begriffen werden.

Bleibt also zu hoffen, dass die Kampagne, welche auch von unser aller Unterstützung getragen werden soll, eine tiefgründige inhaltliche Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte beinhalten wird.

„Denk ich an Deutschland denk ich sechs Millionen Tote.“

http://befreiung.blogsport.de/

Antisemitismus mit links…

Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch von links!
antisemitismus von links
Das Problem Antisemitismus wird in ‚linken‘ Kreisen sehr differenziert wahrgenommen…
Manche erklären sich bedingungslos ‚israelsolidarisch‘ und konzentrieren sich in ihrem politischen wirken ‚nur‘ noch auf die Themen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und im speziellen auf den ‚Nahostkonflikt‘…

Andere mögens ‚oldschool‘ und wollen mal eben den ‚Zionismus bekämpfen‘…
Die Verhinderung eines Vortrags des KZ überlebenden Karl Pfeifer oder eben eine handfeste Schlägerei in Hamburg, welche den Grund für den folgenden Demoaufruf liefert, beweisen einmal mehr, den blinden Fleck auf den Augen einiger ‚Linker‘:
Antisemitismus .

Demoaufruf:
Am Sonntag, den 25.10.2009, verhinderten Antisemitinnen und Antisemiten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino b-movie und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums« B5, der Gruppe »Sozialistische Linke« (SoL) und der »Tierrechtsaktion Nord« (TAN), die sich mit Mundschutz und Quarzsandhandschuhen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino. Besucherinnen und Besucher wurden dabei gezielt ins Gesicht geschlagen und als »Schwuchteln« und »Judenschweine« beschimpft. Auch in den Tagen darauf wurden Gäste, die von Blockadebeteiligten auf der Straße wiedererkannt wurden, bedroht und, in mindestens einem Fall, auch tätlich angegriffen.

In einer offiziellen Stellungnahme rechtfertigte die B5 die Gewaltausbrüche inhaltlich und tat sie als »kleinere Rangeleien« ab. Diese Erklärung strotzt abermals vor antisemitischen Klischees: So wird etwa der »Zionismus« als »rassistisches Projekt« bezeichnet, mittels dessen »künstlich der jüdische Charakter gewahrt werden« solle. Denn als künstlich gilt der antisemitischen Denkweise immer das jüdische, als natürlich aber alle anderen Völker.

Wir halten es für unerträglich,

* dass ein Kino sein Programm vom Wohlwollen einer benachbarten Aktion Saubere Leinwand abhängig machen soll;
* dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren, um missliebige Veranstaltungen zu Israel zu unterbinden;
* dass ein Film von Claude Lanzmann, französischer Jude, Résistancekämpfer und Regisseur von »Shoah«, der bedeutendsten Dokumentation über die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, in Deutschland zum Angriffsziel einer militanten Blockade werden kann.

»Warum Israel« (1973) zeigt nicht bloß die verschiedenen Facetten der israelischen Gesellschaft. Es geht darin, aus der Perspektive eines Diasporajuden, um die Bedeutung des jüdischen Staates als Konsequenz aus der Shoah. Wer, wie die B5, die Vorführung eines solchen Films als »Provokation« versteht, der nur mit Gewalt beizukommen sei, steht auf der Seite der Barbarei.

Dieses Spektrum ist seit Jahren dafür bekannt, seinen Antisemitismus gewaltförmig auszuleben. Es sind die gleichen, die sich 2002 mit Gewalt Zutritt zum Freien Sender Kombinat (FSK) verschafften und dort einen Kritiker ihres Israelhasses fachmännisch zusammenschlugen; die auf einer antifaschistischen Demonstration im Januar 2004 die Trägerinnen und Träger eines Transparents »Deutschland denken heißt Auschwitz denken« von der Kundgebung prügelten; die seither bei zahlreichen Gelegenheiten Menschen, die Israelfahnen oder -buttons trugen oder aus anderen Gründen nicht in ihr Weltbild passten, bedroht, geschlagen oder mit Flaschen und Steinen beworfen haben.

Was es diesen Gruppen um die B5 bislang stets erlaubt hat, ihre Übergriffe weiter fortzusetzen, ist die Tatsache, dass sie von der Mehrheit der Linken und Alternativen entschlossene Gegenwehr nicht zu fürchten hatten. Kaum jemand der Linken steht ausdrücklich auf ihrer Seite; aber allzu viele waren dennoch bereit, ihnen ihr Plätzchen im Bündnis, auf dem Stadtteilfest oder sonst wo in der Szene freizuhalten.

Weil wir wissen, dass es ebenso verantwortungslos wie gemeingefährlich wäre, Antisemitinnen und Antisemiten gewähren zu lassen; weil wir wissen, dass die Schlägerinnen und Schläger mit jedem Erfolg nur stärker werden – daher halten wir es für unabdingbar, dass am 13.12., bei der Neuansetzung von »Warum Israel« im b-movie, der Film auf jeden Fall gezeigt wird.

Um die Angreiferinnen und Angreifer vom 25.10. politisch zu isolieren und eine Wiederholung ihres antisemitischen Gewaltspektakels zu verunmöglichen, rufen wir für diesen Tag zu einer Demonstration zum b-movie auf.

Auftaktkundgebung: 13.30 vor der Roten Flora
Abschlusskundgebung: 15.00 vor dem B-Movie