Archiv der Kategorie 'Antisemitismus'

Was ist Anarchia Dresden?

Aus gegebenem Anlass gibt es an dieser Stelle die Möglichkeit, Meinungen, Ideen und Perspektiven für dieses Blog auszutauschen.
Die Frage nach dem Sinn und Unsinn des Anarchia Kollektivs, steht ja schon seit längerer Zeit relativ unausgesprochen im Raum. Um auch die aktuelle weltpolitische Situation miteinzubeziehen, möchte ich mich hiermit noch einmal klar gegen Atomkraft und für aktives Eingreifen der Weltgemeinschaft aussprechen.
Vielen dank für Ihre Aufmerksamkeit.

[edit: 04.04.11
…die kommentarfunktion ist bewusst deaktiviert! welches arschloch mit adminrechten hier auch immer wieder die kommentarfunktion freigibt, dem_der sei nur so viel gesagt: ich lösche alle weiteren komments!]

Wenn die Kiez Miliz zuschlägt…

Der 19. Februar 2011 kann, nach allem was so passiert ist, wohl getrost als neuer Chaostag in Ostdeutschland betitelt werden. Brennenden Barrikaden, Wasserwerfer bei Minusgraden, randalierende Nazis…und: linke, antisemitisch motivierte, Polit-Hools.
In einem Interview aus der aktuellen Jungle World wird der linksdeutsche Mob, dem die Fahnen von RAF und ganz besonders des Staates Israel Grund genug waren, Antifaschist_innen ins Krankenhaus zu prügeln, von einer betroffenen Person selbst geschildert. Lizas Welt schreibt dazu folgendes:

…In einem unmittelbar am Ort der Gegendemonstration gelegenen Café, in dem sich viele durch stalingradsche Temperaturen Unterkühlte aufwärmten und sich von den Strapazen der Dresdner Kesselerrichtung erholten, suchte auch ein junger Demonstrant Zuflucht, der sich eine Flagge der Royal Air Force umgehängt hatte – jener Streitkräfte also, die an der militärischen Zerschlagung des Nationalsozialismus einen maßgeblichen Anteil hatten und bekanntermaßen auch der sächsischen Hauptstadt eine Kriegserfahrung bescherten, aus der sich die Dresdner Identität bis heute speist. Als eine Gruppe schwarz gekleideter Gestalten nun jener Flagge gewahr wurde, begann sie, den Sympathisanten Sir Arthur Harris’ zu beschimpfen und zu bedrängen; zudem versuchte sie, ihm seine Flagge zu entreißen.

In dieser misslichen Lage intervenierte eine Gruppe von vier Leuten, die sich zwischen die Angreifer und den Bedrängten stellte, um den stetig größer werdenden, aggressiv auftretenden Haufen nach dem Grund für seine Attacken zu fragen: „Keine Nationalfahnen!“, „Nur die Rote Armee hat Deutschland befreit [sic!], sonst niemand!“, „Scheiß Engländer, scheiß Amis!“, schallte es aus dem mittlerweile auf 15 bis 20 stolze Antifa-Deutsche angewachsenen Block. Unter dem Schlachtruf „Hier sind Antideutsche!“ drängte der zunehmend gewalttätiger auftretende Mob die vier als Volksfeinde Entlarvten aus dem Café heraus auf die Straße und mitten in die Gegendemonstration. Als nun einer der langsam Zurückweichenden eine israelische Flagge hochhielt, gab es kein Halten mehr. Die zuvor nur mühsam zurückgehaltene Aggression brach sich beim Anblick des verhassten Davidsterns endgültig Bahn.
[lizas welt]

Aus dem Interview der JW:
„…Offenbar muss man konstatieren, dass in Teilen der Antifa ein Davidstern die gleichen Reflexe auslöst wie eine Horde Neonazis. Die sogenannte israelsolidarische Antifa muss sich fragen lassen, warum sie mit solchen Leuten zusammen gegen Neonazis demonstriert.“

Braune Provinz

In der ARD Sendung Panorama wurde am Donnerstag den 10. Februar ein kurzer, aber sehr prägnanter Bericht über die Aktivitäten von Nazis in der sächsischen Provinz Limbach-Oberfrohna, welche in jüngster Vergangenheit das alternative Jugendzentrum völlig ausgebrannt hatten, gezeigt.
Typische Szenen vom deutschen Mob, der froh ist, dass sich die Glatzen um die Verteibung der Alternativen Jugend kümmert, einem Bürgermeister, der ernsthaft behauptet, die Nazis kämen alle gar nicht aus seinem kleinen und feinen Städtchen und einem Kommentator, der als scheinbar einzige Lösung gegen die Etablierung von menschenverachtendem Gedankengut in provinzialer Subkultur eine Verstärkung der örtlichen Polizei sieht.

POP-Revisionismus

„Unschuldsgefühle

Die Pop-Band Silbermond hat neue Maßstäbe für die politische Kunst gesetzt, und zwar mit ihrem Video »Ich bereu nichts« zu einem Song von dem Album mit nicht weniger aussagekräftigem Titel »Nichts passiert«. In dem Video lässt ein alter Mann sein Leben Revue passieren, während die eindringliche Stimme Zeilen wie diese singt: »Wir habens beide gewusst und doch verdrängt bis zum Schluss,« was natürlich noch überhaupt nichts bedeutet – verdrängt haben sie lediglich, »dass man die Zeit nicht besiegen kann.«. Darum: »Wir haben immer gekämpft und kein Sandkorn verschenkt / Und jetzt stehn wir hier.« Wenn dann aber pünktlich zum Refrain Wehrmachtssoldaten auftauchen, die ihre verwundeten Kammeraden heroisch durch das Schlachtfeld schleppen und dazu Zeilen ertönen, wie: »Und ich bereue nichts, / Nicht einen Schritt, nicht einen Augenblick davon. / Auch wenn es verloren ist,/ Auch wenn es für uns nicht reicht / Es war doch nichts umsonst. / Bereue nichts davon,/ Nichts davon« – dann weiß man, dass »Landser« und »Störkraft« endgültig obsolet geworden sind. Ein Land mit solchem Mainstream braucht keinen »Rechtsrock« mehr.Wer dies für eine Überinterpretation hält, kann sich gerne ausmalen, wie die Reaktionen wären, wenn zu diesem Text die Bilder von DDR-Grenztruppen im Einsatz gezeigt wären.“

Siehe Extrablatt unter der Rubrik Wetter

Was ist eigentlich Homonationalismus?


Das neue Buch von der Queer Theory Theoretikerin Jasbir Puar vertritt ähnlich den Äusserungen Judith Butlers beim CSD die These eines „Homonationalismus“, welcher sich speziell in der sog. „Islamophobie“ manifestiere. Sie wirft der westlichen Queer Community vor, rassistisch, nationalistisch und kolonialistisch zu sein, da eine per se Verurteilung des Islam als Homophob stattfinden würde. Kritik an homophoben Verhältnissen in muslimischen Communities wird also mit einem Wisch als Rassismus gebrandmarkt. Dazu gesellt sich ein strikter Antizionismus und Antisemitismus, der den israelischen Staat als „imperialistisch“ und „totalitär“ bezichtigt. Israel betreibe, so Puar, einen Propaganda Feldzug gegen die Muslime, welchen es mit der nur scheinbaren Integartion der Queers nicht „weiss“ sondern „pink“ waschen würde.

siehe auch:
Ist jihadistisch das neue schwul?

Sarrazins Judengeheimniss

Sarrazin starrte mich an, ausdruckslos, ohne eine Miene zu verziehen.

„Kann ich diese Heringsgräte von Ihnen haben?“

Ich schüttelte den Kopf: „Nein, das verstößt gegen alle Prinzipien. Verschenken geht nicht. Kein Jude gibt so einfach seine Heringsgräte her. Niemals. Ich könnte höchstens…“ ich zögerte.

„Was?“, fragte Dr. Sarrazin.

„Ich könnte sie Ihnen verkaufen“, schlug ich leise vor.

Sarrazin nickte, öffnete dann seine Aktentasche und zog ein klassisches Scheckheft hervor. Wieder zückte er seinen Füllfederhalter. Die Feder über dem aufgeschlagenen Scheckbuch, schaute er mich fragend an. „Wie viel?“

„Sie überfallen mich ein bisschen. Ich habe nie über den Preis meiner Heringsgräte nachgedacht“, stammelte ich.

„Ich möchte Ihre Heringsgräte kaufen. Sie ist mir einiges wert. Und zur Geheimhaltung habe ich mich doch gerade schon verpflichtet. Was hielten Sie von zehntausend Euro?“

Ich fühlte, wie mein Herz einen Hüpfer machte. Aber ich beherrschte mich.

„Hm, wenn Sie noch eine Null dranhängen…“

Dr. Sarrazin schrieb auf der Stelle einen Scheck über einhunderttausend Euro aus. Er reichte ihn mir. Ich schob ihm das Plastiktütchen mit der Heringsgräte hin. Er nahm es wie ein kostbares Juwel in die Hand.

„Das ist also das Geheimnis des jüdischen Intellekts“, flüsterte er, während er die Heringsgräte geradezu verliebt betrachtete. Doch gleich darauf funkelte er mich an: „Was bin ich doch für ein Idiot“, sagte er mit strenger Stimme. „Für hunderttausend Euro hätte ich mir gut fünfzigtausend Heringe kaufen können. Nein hunderttausend. Mitsamt Gräten.“

Ich lächelte: „Sie reagieren schnell, Dr. Sarrazin. Die Heringsgräte tut bei Ihnen sofort ihre Wirkung. So schnell ist noch keiner auf jüdisch klug geworden.“

Ein Lächeln huschte über sein Gesicht: „Verdammt, Sie haben recht.“

Er reichte mir die Hand.

„Ich bin jetzt so klug wie ein Jude“, sagte er stolz und steckte das Plastiktütchen mit der Heringsgräte in seine Innentasche, wo ich sie auch getragen hatte. „Es sind also nicht die Gene, sondern es ist die Heringsgräte.“

Ich nickte: „Absolut. Aber bitte kein Wort darüber.“

„Ich werde schweigen“, beteuerte er.

„Und falls je irgendwer das Thema jüdischer Intellekt anschneiden sollte, sagen Sie einfach: Die Juden haben ein Intelligenz-Gen. Denn wir wollen doch nicht, dass irgendwann womöglich alle Welt eine Heringsgräte bei sich trägt. Da verlieren wir doch unseren Klugheitsvorsprung.“

„Ein jüdisches Gen“, murmelte Sarrazin schmunzelnd und klopfte sich auf die Brust.

via: Lizas Welt

Demo gegen Naziterror

„Es ist immer ein Angriff auf uns alle“
Samstag, 18. September
15 Uhr Albertplatz

check:

http://angriffaufunsalle.blogsport.de/
ak antifa dresden

Brandanschlag 3.0 in Dresden

Auf dem Hechtfest konnte dieses Wochenende die neueste Kollektion von Thor Steinar und Eric and Sons begutachtet werden. Vereinzelt soll es zu handfesten Auseinandersetzungen gekommen sein. Zahlreiche Nazis schwirrten durch die mit feiernden Leuten gefüllten Straßen doch diese sahen scheinbar keinen handlungsbedarf. Warum auch. Dresden wird ja schließlich dieser Tage nur fast täglich von rechts motivierten Übergriffen beglückt. Das neueste Ereigniss ist ein Brandanschlag auf eine jüdische Friedhofsanlage. In Dresden Johannstadt zündeten Unbekannte die Eingangstür einer Begräbnishalle an. ein Übergreifen der Flammen auf die ehemalige Synagoge auf selbigem Gelände, konnte dank Hilfe der Feuerwehr verhindert werden.


(mehr…)

Friedensbewegte Antisemiten

In der Nacht des 31.Mai kam es zwischen einer israelischen Spezialeinheit und Aktivist_innen der sogenannten Free-Gaza-Solidaritätsflotte zu heftigen Auseinadersetzungen bei denen mindestens 10 Menschen starben und etliche verletzt wurden.
idf
[Soldaten entern das Schiff]
Die Weltöffentlichkeit reagierte bis jetzt einstimmig mit heftiger Kritik am Vorgehen Israels und die üblichen Verdächtigen demonstrieren dieser Tage in ganz Europa gegen den vermeintlichen zionistischen Mörderstaat.
Kritik an den Friedensaktivist_innen ist dabei jedoch kaum zu hören, obwohl deren Crew teilweise aus ranghohen Terroristen der Hamas und ähnlichen Antisemiten bestand, wie Lizas Welt sehr gut herausgearbeitet hat. Das Wörtchen Verhältnissmäßikeit ist überaus oft zu vernehmen und die Rede von einem Massaker findet besonders der türkische Präsident scheinbar sehr zutreffend. Dass die friedensbewegten Schifffahrer_innen jedoch mit Waffen auf die eintreffenden Soldaten einschlugen und schossen, wie ein Video mit Waffenfunden der IDF beweist, lässt bei mir die Frage nach ganz bewusst in Kauf genommen ‚Koliteralschäden‘ und Märtyrertum aufkommen.
Eine andere Tatsache sind jedoch die unglaublich einseitige und konsequent antiisraelische Hetze und die Aufmärsche in ganz Europa, welche unter einem ‚linken‘ Label laufen und dermaßen von offen nach aussen getragenem Antisemitismus erfüllt sind. Hinzu kommt, dass der innerisraelische Diskurs, welcher sehr wohl kontrovers ist, kaum Beachtung findet.
istanbul
[Israelkritik in Istanbul]
Wer sich also mit Antisemiten, Islamisten und anderen regressiven Strömungen solidarisiert und dies dann auch noch als legitime ‚Israelkritik‘ tarnt, verhindert eine objektive Aufarbeitung der Geschehnisse auf der vermeintlichen Friedensflotte.

Vortrag zur Antifa in Tschechien

Am Samstag, den 5.6. findet um 19 Uhr im Infoladen des AZ Conni (Rudolf-Leonhard-Str.39) ein Vortrag zu den Strukturen und Aktionen der tschechischen Antifa mit einem Aktivisten aus Prag statt. Die eher anarchistisch geprägte Antifa-Szene Tschechiens muss immer wieder harte Auseinandersetzungen mit einer sehr militanten Nazi-Szene führen, diese fährt auch zu Nazievents in Deutschland (z.B. dem 13 Februar) und findet im Antiziganismus viele Anknüpfungspunkte an die „Normalgesellschaft“.

Dystopien entdecken…

Nach nur einer knappen Stunde Verspätung, wegen einer fehlenden Tischlampe, wurde heute Abend ein Referat zum angekündigten Thema „Just Revolution? Kritische Anmerkungen zur historischen und politischen Entwicklung der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung“, organisiert vom AK Antispe, gehalten.
Die Referentin, ein Mitglied der Gruppe Tierrechtsaktion Nord, welche bereits in der Vergangenheit durch Beteiligungen an antisemitischen Gewaltausbrüchen beteiligt war, wetterte neben der Forderung einer veganen Revolution und der Notwendigkeit einer Kapitalismuskritik in der Tierrechtsbefreiungsbewegung, sehr munter gegen „Antideutsche Partyzionisten“(Zitat eines verteilten Flyers) welche die Linke zerstören würden. Der in Antispe Kreisen beliebte Holocaustvergleich blieb zwar aus, dennoch ist es sehr fragwürdig, warum die Organisator_innen der Libertären Tage solch einer Veranstaltung Raum zur Agitation bieten.
Gefallene Aussagen über sogenannte animalische Triebe des Menschen, welche dieser ständig unterdrücken würde und ähnlichem ist ein Punkt, über den ich zu diskutieren bereit bin. Mc Donalds Boycottaufrufe als Kapitalismuskritik, Rassismusvorwürfe gegenüber antisemitismuskritischen Menschen ist ein Level, über das ich in emanzipatorische Kreisen nicht diskutieren möchte, weil es hinter gewisse Standards zurückfällt.
Ist das die gewünschte Utopie? Für mich ist das dunkelste Dystopie!

Kundgebung zur Erinnerung an die Opfer des NS


Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der sowjetischen Armee die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers in Auschwitz aus ihrer Gefangenschaft. Seit 1959 gilt demnach der 27. Januar in Israel als Holocaustgedenktag. Der BundespräsidentRoman Herzog proklamierte dann etwas ‚verspätet‘, nämlich am 3. Januar 1996, auch für Deutschland diesen Gedenktag.
Um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus nicht offiziellen Stellen zu überlassen ruft der AK Antifa Dresden zu einer antifaschistischen Kündgebung auf:

Kundgebung zur Erinnerung an die Opfer des NS
Mittwoch, 27. Januar 2010
17.30 Uhr am Neustädter Bahnhof (Schlesischer Platz)

* Deutschland denken heisst Auschwitz denken…

Kampagne zum 8. Mai startet

Das Projekt IpaR will sich in diesem Jahr mit Zeitzeug_innenberichten, theoretischen Auseinandersetzungen und Aktionen dem Thema ’65 Jahre Befreiung vom deutschen Faschismus‘ auseinandersetzen.
Die Kampagne,welche am 1. Januar startete und mit kontinuirlicher Arbeit bis zum 8. Mai 2010 laufen wird, ist noch in den Startlöchern.
Doch wer 2009 auf der ‚Es gibt nichts zu feiern ausser den 8. Mai‘ Demo in Leipzig teilgenommen hat, der_dem wird sicherlich auch noch der provokante Redebeitrag der INEX in Erinnerung sein. (Der 8. Mai – ein deutscher ‚Nationalfeiertag‘)

Die äusserst wichtige Auseinandersetzung mit der Geschichte (und Gegendwart) des antisemitischen Nationalsozialismus der Deutschen wird mittels dieser Kampagne eventuell einen Schritt weiter gehen. Vielleicht auch nicht.
befreiung
Kritisch sind die Termini ‚Befreiung‘ und ‚Faschismus‘ zu gebrauchen.
Zum einen darf mit Befreiung keinesfalls eine Befreiung der vermeintlich unschuldigen deutschen Zivilbevölkerung von einer imaginiertenNazi-Clique gemeint sein, alleine aus dem Grund, dass diese eine ideologische Konstruktion darstellt.
Das volksgemeinschaftliche Mordkollektiv beteiligte sich, ob nun aktiv oder ‚nur‘ passiv am Vernichtskrieg und der versuchten Ausrottung vermeintlich minderwertigen Lebens aller Art.
Im Gedenken an den 8. Mai als Tag der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands und damit dem Ende der Barberei und der Befreiung der unterdrückten Menschen in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern, ist somit der Begriff ‚Befreiung‘ eindeutig in dieser Interpretation zu benutzen.
Weiterhin ist der Terminus ‚Faschismus‘ als Beschreibung für den deutschen Nationalsozialismus zwar mit dem Buchenwaldschwur eine Art historisches Zitat, aber dennoch unzutreffend. Faschismus und Nationalsozialismus sind Wesensähnliche, aber nicht gleiche politische Systeme. Die Besonderheiten eines eliminatorischen Antisemitismus beispielsweise können mit dem Begriff des Faschismus nicht begriffen werden.

Bleibt also zu hoffen, dass die Kampagne, welche auch von unser aller Unterstützung getragen werden soll, eine tiefgründige inhaltliche Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte beinhalten wird.

„Denk ich an Deutschland denk ich sechs Millionen Tote.“

http://befreiung.blogsport.de/

Antisemitismus mit links…

Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch von links!
antisemitismus von links
Das Problem Antisemitismus wird in ‚linken‘ Kreisen sehr differenziert wahrgenommen…
Manche erklären sich bedingungslos ‚israelsolidarisch‘ und konzentrieren sich in ihrem politischen wirken ‚nur‘ noch auf die Themen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und im speziellen auf den ‚Nahostkonflikt‘…

Andere mögens ‚oldschool‘ und wollen mal eben den ‚Zionismus bekämpfen‘…
Die Verhinderung eines Vortrags des KZ überlebenden Karl Pfeifer oder eben eine handfeste Schlägerei in Hamburg, welche den Grund für den folgenden Demoaufruf liefert, beweisen einmal mehr, den blinden Fleck auf den Augen einiger ‚Linker‘:
Antisemitismus .

Demoaufruf:
Am Sonntag, den 25.10.2009, verhinderten Antisemitinnen und Antisemiten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino b-movie und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums« B5, der Gruppe »Sozialistische Linke« (SoL) und der »Tierrechtsaktion Nord« (TAN), die sich mit Mundschutz und Quarzsandhandschuhen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino. Besucherinnen und Besucher wurden dabei gezielt ins Gesicht geschlagen und als »Schwuchteln« und »Judenschweine« beschimpft. Auch in den Tagen darauf wurden Gäste, die von Blockadebeteiligten auf der Straße wiedererkannt wurden, bedroht und, in mindestens einem Fall, auch tätlich angegriffen.

In einer offiziellen Stellungnahme rechtfertigte die B5 die Gewaltausbrüche inhaltlich und tat sie als »kleinere Rangeleien« ab. Diese Erklärung strotzt abermals vor antisemitischen Klischees: So wird etwa der »Zionismus« als »rassistisches Projekt« bezeichnet, mittels dessen »künstlich der jüdische Charakter gewahrt werden« solle. Denn als künstlich gilt der antisemitischen Denkweise immer das jüdische, als natürlich aber alle anderen Völker.

Wir halten es für unerträglich,

* dass ein Kino sein Programm vom Wohlwollen einer benachbarten Aktion Saubere Leinwand abhängig machen soll;
* dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren, um missliebige Veranstaltungen zu Israel zu unterbinden;
* dass ein Film von Claude Lanzmann, französischer Jude, Résistancekämpfer und Regisseur von »Shoah«, der bedeutendsten Dokumentation über die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, in Deutschland zum Angriffsziel einer militanten Blockade werden kann.

»Warum Israel« (1973) zeigt nicht bloß die verschiedenen Facetten der israelischen Gesellschaft. Es geht darin, aus der Perspektive eines Diasporajuden, um die Bedeutung des jüdischen Staates als Konsequenz aus der Shoah. Wer, wie die B5, die Vorführung eines solchen Films als »Provokation« versteht, der nur mit Gewalt beizukommen sei, steht auf der Seite der Barbarei.

Dieses Spektrum ist seit Jahren dafür bekannt, seinen Antisemitismus gewaltförmig auszuleben. Es sind die gleichen, die sich 2002 mit Gewalt Zutritt zum Freien Sender Kombinat (FSK) verschafften und dort einen Kritiker ihres Israelhasses fachmännisch zusammenschlugen; die auf einer antifaschistischen Demonstration im Januar 2004 die Trägerinnen und Träger eines Transparents »Deutschland denken heißt Auschwitz denken« von der Kundgebung prügelten; die seither bei zahlreichen Gelegenheiten Menschen, die Israelfahnen oder -buttons trugen oder aus anderen Gründen nicht in ihr Weltbild passten, bedroht, geschlagen oder mit Flaschen und Steinen beworfen haben.

Was es diesen Gruppen um die B5 bislang stets erlaubt hat, ihre Übergriffe weiter fortzusetzen, ist die Tatsache, dass sie von der Mehrheit der Linken und Alternativen entschlossene Gegenwehr nicht zu fürchten hatten. Kaum jemand der Linken steht ausdrücklich auf ihrer Seite; aber allzu viele waren dennoch bereit, ihnen ihr Plätzchen im Bündnis, auf dem Stadtteilfest oder sonst wo in der Szene freizuhalten.

Weil wir wissen, dass es ebenso verantwortungslos wie gemeingefährlich wäre, Antisemitinnen und Antisemiten gewähren zu lassen; weil wir wissen, dass die Schlägerinnen und Schläger mit jedem Erfolg nur stärker werden – daher halten wir es für unabdingbar, dass am 13.12., bei der Neuansetzung von »Warum Israel« im b-movie, der Film auf jeden Fall gezeigt wird.

Um die Angreiferinnen und Angreifer vom 25.10. politisch zu isolieren und eine Wiederholung ihres antisemitischen Gewaltspektakels zu verunmöglichen, rufen wir für diesen Tag zu einer Demonstration zum b-movie auf.

Auftaktkundgebung: 13.30 vor der Roten Flora
Abschlusskundgebung: 15.00 vor dem B-Movie