Archiv der Kategorie '(Buch-)Empfehlungen'

Was ist Anarchia Dresden?

Aus gegebenem Anlass gibt es an dieser Stelle die Möglichkeit, Meinungen, Ideen und Perspektiven für dieses Blog auszutauschen.
Die Frage nach dem Sinn und Unsinn des Anarchia Kollektivs, steht ja schon seit längerer Zeit relativ unausgesprochen im Raum. Um auch die aktuelle weltpolitische Situation miteinzubeziehen, möchte ich mich hiermit noch einmal klar gegen Atomkraft und für aktives Eingreifen der Weltgemeinschaft aussprechen.
Vielen dank für Ihre Aufmerksamkeit.

[edit: 04.04.11
…die kommentarfunktion ist bewusst deaktiviert! welches arschloch mit adminrechten hier auch immer wieder die kommentarfunktion freigibt, dem_der sei nur so viel gesagt: ich lösche alle weiteren komments!]

Dresden: Buchvorstellungen zu Perspektiven Autonomer Politik und Männlichkeit im Rechtsradikalismus

Buchvorstellung „Perspektiven Autonomer Politik“

am 24. Januar 2011 im Buchladen „König Kurt“ Rudolf-Leonhard-Str.39 /// 01097 /// Dresden

Beginn 20.00 Uhr (mehr…)

Der kommende Aufstand.

Im folgenden sollen einige Gedanken, die mir nach der Lektüre Der Kommende Aufstand im Kopf umherrschwirren, zur Diskussion gestellt werden.
Der recht kurze Text des sogenannten Unsichtbaren Komitee’s wird seit geraumer Zeit, nicht nur in linken Kreisen, sondern auch in der Mainstreampresse, bishin zu TV Sendungen in den USA, heftig diskutiert.
Inhaltlich ist das Werk jedoch nicht sonderlich gewinnbringend an politischen Analysen. Die Basis bildet eine versuchte, aber sehr verkürzte Darstellung des Status Quo, ausgegend von den Unruhen in den französichen Banlieues. Unterteilt in sieben Kapitel bzw. Kreise soll dies eine Einführung und Grundlage bieten. Das Ganze wirkte auf mich allerdings sehr zusammengewürfelt und chaotisch. Unter anderem wird konstatiert, dass in der Postmoderne kein klassisches Proletariat mehr vorhanden sei, da sich die Produktionsstruktur verändert hätte. Auch die Veränderung der städtischen Struktur, die Metropolisierung, wird besonders stark angeprangert. Die sehr dürftigen Gedanken zur Ökonomie, werden immerhin durch einige Seitenhiebe auf die Wirren ‚Anti-Wachstumsideen‘ von Organisationen wie ATTAC ergänzt. Eine tiefgreifende Kritik der politischen Ökonomie, die Kritik an der Proletarisierung der Menschheit oder eine radikale Wertkritik kommen an dieser Stelle eindeutig zu kurz. Ein stärkerer Bezug auf Marxsche Kapitalismuskritik hätte sicherlich nicht geschadet.
Eine äusserst kritisch zu hinterfragende These ist schließlich die, vom vermeintlichen Scheitern der Zivilisation. Dies sei eine Tatsache. Es solle sich des Kadavers der Zivilisation entledigt werden um anschließend eine neue Welt zu errichten.
(mehr…)

Eingesendet: 08.12. Lesung – Von Jakarta bis Johannesburg, Anarchismus weltweit!

Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive.

Workshop. Buchvorstellung. Film.

Wo und wann:
Am Samstag, dem 17.04.2010 im AZ Conni.

Der Eintritt ist frei!

Programm

16:00 Es wird ein Text aus „Making Sex Revisited“ gelesen, bearbeitet
und diskutiert um eine Verständnissgrundlage zu schaffen.

19:00 Essen aus der Seminarküche

20:00 Buchvorstellung und Diskussion mit Heinz-Jürgen Voß

Danach der Film: „Die Katze wäre eher ein Vogel“:
Vier intersexuelle Menschen erzählen in einem visuellen Hörstück und dokumentarischen
Experiment von ihren Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen.

Hintergrund
Im Gegensatz zu sozialem Geschlecht (Gender) gilt das biologische
Geschlecht noch immer als sicher und unabänderlich. Doch Geschlecht wird
gesellschaftlich gemacht bzw. konstruiert. Dass das auch für das biologische Geschlecht Sex
gilt, kann das 2010 erschiene Buch „Making Sex Revisited“ anhand biologischer Theorien erstmals
dezidiert und differenziert belegen. Naturphilosophische und
biologisch-medizinische Geschlechtertheorien werden von Heinz- Jürgen Voß
mit gesellschaftlichen Geschlechterordnungen in Verbindung gebracht. Es
zeigt sich: Mit prozessorientierten Betrachtungsweisen sind biologisch
viele Geschlechter denkbar – statt nur zwei oder drei.

Der Buchladen Koenig- Kurt lädt ein, zusammen mit Heinz- Jürgen Voß den
vermeintlichen Gleichheiten und Differenzen der Geschlechter
nachzuspüren, um die Spuren dann gekonnt zu verwischen.

Zum Autor:
Heinz-Jürgen Voß (Dr. phil., Dipl.-Biol.) lehrt zu Geschlecht und
Biologie an verschiedenen Universitäten. Forschungsschwerpunkte sind
biologische Geschlechtertheorien, Queer Theory und Queer Politics.

Nächste anarchistische Büchermesse vom 14. bis 16. Mai in der Schweiz

Liebe Leute!

Letzten Februar in Winterthur, nächsten Mai in Biel: Zum zweiten Mal findet in der Schweiz die Libertäre Buchmesse statt. Nicht mehr im beschaulichen Osten des Landes, sondern mitten auf der deutsch-französischen Sprachgrenze wird sie diesmal über die Bühne gehen. Und Bühne ist im wortwörtlichen Sinne gemeint: Am Wochenende vom 14. – 16. Mai 2010 soll nicht nur wieder das Programm von Dutzenden anarchistischen Verlagen, Bibliotheken, Vertrieben und Organisationen zu bestaunen sein, sondern auch Platz geboten werden für zahlreiche kulturelle und politische Veranstaltungen an verschiedenen idyllischen Orten in der Stadt zwischen grünem Jura und blauem See. Was letztes Mal in Winterthur erst angedacht werden konnte, soll nun in Biel Realität werden: Eine vielsprachige Buchmesse als Treffpunkt von Anarchistinnen und Anarchisten aus ganz Mitteleuropa, und, wer weiss, möglicherweise darüber hinaus. Und damit noch nicht genug: Beinahe in den Stammlanden der legendären Fédération Jurassienne gelegen, lebt auch heute noch in Biel die libertäre Tradition fort: Trotz der lediglich 50′000 EinwohnerInnen gibt es hier besetzte Häuser, ein autonomes Jugendzentrum mit mehr als vierzigjähriger Geschichte, den „Chat Noir“ als einer der ganz wenigen anarchistischen Infoläden in der Schweiz, eine selbstverwaltete Gassenküche mit täglichen warmen Mahlzeiten, eine autonome Druckerei… Darüber hinaus ist die Stadt dank ihrer günstigen geographischen Lage schon seit langem beliebter Treffpunkt für Anarch@s aus dem ganzen Land.

Damit die Buchmesse in Biel ein mindestens ebenso grosser Erfolg wird wie diejenige in Winterthur, die als Novum im deutschsprachigen Raum gut 300 Besucherinnen und Besucher anziehen und viel Lob von allen Seiten ernten konnte, sind wir natürlich auf euch als AusstellerInnen angewiesen. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag habt ihr die Möglichkeit, an der Buchmesse und ihrem kulturellen Rahmenprogramm zu partizipieren, nette Leute von Nah und Fern kennenzulernen und nicht zuletzt in freiheitlicher Atmosphäre euren Verlag, eure Bibliothek, eure Zeitschrift oder eure Organisation einem breiten Publikum zu präsentieren.

Die Buchmesse findet am Samstag, 15., und Sonntag, 16. Mai 2010 im „Chessu“ in Biel statt. Tische und Übernachtungsmöglichkeiten stellen wir zur Verfügung. Anmelden könnt ihr euch direkt über das Formular auf unserer Website (www.buechermesse.ch), wo ihr auch in Kürze genauere Informationen über den Ablauf, die Örtlichkeiten und die Buchmesse im Allgemeinen finden werdet.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

Mit bibliophilen Grüssen, Organisationskomitee Libertäre Buchmesse Biel/Bienne 2010

http://www.buechermesse.ch

Erich Fromm – Die Kunst des Liebens

Ein Buch über die Liebe in vielen Bereichen, wie sie uns und unsere soziale Umgebung beeinflusst und wie wir sie bewusster, tiefer und universeller gestalten können. Jedoch geht der Stoff dieses Buches darüber hinaus, von Kapitalismus- und Gesellschafts- über Religionskritik bis hin zu Psychologie und Philosophie lassen sich hier viele bereichernde Gedanken finden.

Dieses kleine, leicht geschriebene Buch mag uns aus dem Blickwinkel unseres heutigen theoretischen Verständnisses ab und an recht konservativ vorkommen, so dürften die kurzen Anmerkungen über Homosexualität und Geschlechterverhältnisse wohl den meisten Leser_innen die Haare zu Berge stehen lassen. Trotzdem ist dieses Buch, fast 55 Jahre nach seiner Veröffentlichung immernoch eine kleine Bewusstseinserweiterung. Hier werden nicht nur neue Sichweisen eröffnet sondern auch Anstöße zur Reflektierung des eigenen Verhaltens in viele Lebensbereichen gegeben.

In dem Buch ist also von allem was drin und auch in Hinblick auf Polyamorie ist es nicht uninteressant. Auch wenn ich ja nicht so auf Standard-Werke stehe, kann ich jeder/m das Lesen dieses Buches nur wärmstens empfehlen.

Reingelesen: Dycamart

Ein Zufall …
Eine Erinnerung …
Vor Jahren bin ich mal auf dieses großartige Schmuckstück gestoßen und nun bei meinen Lesezeichen wiedergefunden
ich denke es könnte euch gefallen …

Um was geht es in Dycamart?

Von der Konsumgesellschaft angewidert und von den Kontrollversuchen ihres Schuldirektors eingeengt, beschließen fünf Jugendliche auf einem einsamen, kleinen Landsitz den Grundstein für eine Gesellschaft zu setzen, die von all dem unabhängig und frei existieren könnte. Doch allzu schnell holt die Realität sie ein. Der von Machtphantasien verwirrte Schuldirektor streckt seine Hände nach dem kleinen Landsitz aus, die helfenden Hände anderer Schüler entpuppen sich als Virus, der die gerade erst gewonnene Idylle so schnell zerstört, wie sie entstanden war, und alles gerät außer Kontrolle…

Bewertung:

Mir gefällt der Schreibstil
Niveauvoll
interesante Blickwinkel
faszinierende Philosophische Gedankenfetzen

über eine Utopie die sich wahrscheinlich nie selber als Anarchie bezeichnen würde, Narren, Freiheit, Kontrolle und Gefühlaufreisend Schicksalsschläge

und alles kostenlos auf
http://www.renegadenation.de/dycamart/Index.html

Reingelesen: Unter der schwarzen Fahne

„Unter der schwarzen Fahne – Gestalten und Aktionen des Anarchismus“ von Justus Franz Wittkop ist ein Grundlagenbuch für Menschen, die sich mit dem theoretischen Teil der Anarchie beschäftigen wollen.

Wer schon mal in „Leben ohne Chef und Staat“(Horst Stowasser) reingelesen hat, dem/ der wird der Aufbau des Buches vielleicht bekannt vorkommen. Auch in Wittkops Buch werden einzelne Personen und Theorien des Anarchismus näher beleuchtet und geschichtliche Zusammenhänge aufgezeigt. Nur gelingt es Wittkop besser die Objektivität zu bewahren.

Das Werk befasst sich unter anderem mit den belegbaren Ursprüngen anarchistischer Theorie, weiterhin mit dem Leben von Stirner, Bakunin, Kropotkin, Goldman und vielen anderen. Angenehm schafft W. es dabei den Texten der behandelten Autor_innen Leben einzuhauchen und damit Profile zu erstellen. Außerdem werden auch Verknüpfungen zwischen den Akteur_innen, ihre Widersprüche und Fehler aufgezeigt.

Schade ist, dass dieses Buch bei dem Ende der Spanischen Revolution halt macht, als hätte sich seitdem nichts getan. Alles in allem ist dieses Buch jedoch sehr hilfreich als Einstieg in die trockenere Theorie, ohne dabei selbst trocken zu sein.

Lesbar ist das Buch in der Anarchismus Abteilung des AZ Conni Infocafes (Mi.-Fr., 16 – 20:00 Uhr)

Reingelesen: DIY von Anarchie und Dinosauriern

von W.M.

Als wir dieses Jahr vom A-Camp in Österreich heimfuhren wurde einem von uns ein schon recht mitgenommenes Buch in die Hand gedrückt. Damals beachtete ich es garnicht so wirklich, lachte nur kurz über eine Zeichnung in der ein Poster der F.A.U. parodiert wurde.

Ein paar Monate später steckte ich es vor einer Reise in meinen Rucksack, mittlerweile war es wesentlich ramponierter, es waren Flecken auf einigen Seiten und die Liste der Namen und Orte welche dem/der Leser_in die Geschichte des Buches aufzeigten war um einiges länger geworden…

Dieses Buch ist keine graue Theorie, wie mensch es bei politischer Literatur meist erlebt. Eigentlich geht es auch nur zum Teil um Politik, dieses Buch ist vielmehr die Dokumentation eines Lebensgefühls und eine Kampfansage an das Feste, Starre, Autoritäre in dieser Welt.

Die Autor_innen (Curious George Brigade, Crimethinc, Co-Conspirators) schneiden dabei eine Reihe von Themen an, fast willkürlich möchte mensch meinen. Die ersten Kapitel befassen sich vor allem mit linken Organisationen und den in ihnen reproduzierten Machtverhältnissen, weiter geht es mit Kapiteln über das Reisen, Anarchie im Alltag, eher unbekannten anarchie-verwandten Kooperationen der Jetztzeit uvm.

Durch das ganze Buch zieht sich jedoch die Metapher der Dinosaurier als zu träge gewordenen System-Monstern, welche unweigerlich dem Untergang geweiht sind und der Aufruf nach einer gelebten, alltäglichen Anarchie die nicht im Kopf, sondern im Herzen beginnt. Der Schreibstil ist dabei fast schon poetisch zu nennen, manchmal ein wenig zu romantisch.

Fazit:

Leider lässt dieses Buch einiges an Kritik missen, z.B. wenn es um die Bewertung bestimmter Ereignisse geht. Darauf weisen die Übersetzer_innen der More Than Just Music Brigade glücklicherweise auch in ihrem Nachwort hin. Das Buch kann allerdings mit neuen Blickwinkel auf verschiedene Aspekte linksradikaler Arbeit und einem scheinbar unerschöpflichem Enthausiasmus punkten.

Sich nach dem Buch mal umzuschauen lohnt auf jeden Fall, Schmunzler und gute Laune sowie hier und da eine neue Inspiration dürften bestimmt für jedem dabei sein.

Wo?

http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,223,6.html

Webseite: theunity.de

Mein persönlicher Einstieg in die große, weite Welt des Anarchismus oder was mensch halt so liest wenn mensch grad mit Gott und der Welt im Krieg ist

Die Qualitativ hochwertigste Gesellschaftskritik über die ich jes gestolpert bin – und da ich weiß wie leicht mensch sowas übersehen kann, nun denn hier bitteschön:

http://www.theunity.de
http://www.dianthesaint.de/u3.htm

Mittlerweile hat diese Richtung leider zu viel Realitätsverlust für mich persönlich … Aber wer hat das schon nicht … Bildet euch selbst eure Meinung

Finn

Buch: Days of War, Nights of Love

Da kommt ein neuer Hauch aus Übersee zu uns. Ganz langsam, ganz allmählich. Ohne zu große Eile schwebt es rüber, dieses Gefühl – kaum fassbar aber ziemlich faszinierend, ziemlich fesselnd. Lächelnd fiel mir „Days of War, Nights of Love“ in den Blick, als meine Augen an diesem wundervollen Sommertag im A-Camp Österreich über die Auslagefläche eines Buchversands schweiften.

Das Cover stach sofort in seiner Eleganz heraus und zog mich in seinen Bann. Ich ergriff es um ein wenig zu schmökern und was ich da las, lies mich so schnell nicht wieder los.

Für alle die des englischem halbwegs mächtig sind meine Buch-Empfehlung: Days of War, Nights of Love

Crimethinc … ich freu mich drauf
Finn

Weiterführendes:

http://www.crimethinc.com/tools/downloads/zines.html
http://deoxy.org/ct/
http://thepiratebay.org/torrent/4033474/crimethinc_recipes_for_disaster_an_anarchist_cookbook_PDF