Archiv der Kategorie 'Polyamorie'

Was ist Anarchia Dresden?

Aus gegebenem Anlass gibt es an dieser Stelle die Möglichkeit, Meinungen, Ideen und Perspektiven für dieses Blog auszutauschen.
Die Frage nach dem Sinn und Unsinn des Anarchia Kollektivs, steht ja schon seit längerer Zeit relativ unausgesprochen im Raum. Um auch die aktuelle weltpolitische Situation miteinzubeziehen, möchte ich mich hiermit noch einmal klar gegen Atomkraft und für aktives Eingreifen der Weltgemeinschaft aussprechen.
Vielen dank für Ihre Aufmerksamkeit.

[edit: 04.04.11
…die kommentarfunktion ist bewusst deaktiviert! welches arschloch mit adminrechten hier auch immer wieder die kommentarfunktion freigibt, dem_der sei nur so viel gesagt: ich lösche alle weiteren komments!]

Café Négation im Dezember


(difficultiseasy)

Diesen Sonntag mal wieder Café Négation unter dem Titel: Ist das Private politisch?
ein Alternativtitel könnte villeicht auch sein: Liebe? Nie wieder!

Gibt auch nette Leseempfehlungen wie beispielsweise diese hier:

„the hive mind
Warum das Ende der Ideologie der monogamen Paarbeziehung
die kommunistische Revolution begünstigt.“

Also ab in die Praxis Löbtau.
Sonntag, 15h
Kaffee, Kuchen, Kommunismus…

Umsonstkino und Finissage in der RM16

In der RM16 erwartet euch heute im Rahmen des Umsonstkino eine neuseeländische Dokumentation, welche sich mit verschiedesnten Geschlechtsvorstellungen auseinandersetzt.
Freitag 22.10.10 – 21 Uhr

„Assume Nothing „

A joyous celebration and exploration of the lives of five gender variant New Zealanders.
Assume Nothing poses the questions: ‘What if male and female are not the only options? How do other genders express themselves through art?’ Using Rebecca Swan’s beautiful photographs of gender variant New Zealanders as a starting point, this warm, funny and candid documentary delves beyond the surface to look at the lives of five alternative gender artists of Maori, Samoan-Japanese and Pakeha-European decent. In the same way the rapport between Rebecca Swan and her photographic subjects is clear from the way she captures their beauty and strength, so Assume Nothing brings out the best in its participants by treating them with care and empathy. The result is a joyous, positive celebration of transgender lives created through a collage of Super8, fun animations, family photos, body parts and gender theory. JB

Director: Kirsty MacDonald
Country New Zealand
Running time 81min
Year 2009
Eintritt frei


[umsonstkino in der RM16]

Desweiteren gibt es noch Heute und Morgen die Comicaustellung ‚TroubleX‘ in der RM16 zu begutachten, ehe sie Samstag Abend mit einer Finissage, auf der euch Sekt und Live Dj_anes erwarten, zu Ende geht. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, da es auch allerlei Merch Kram, wie zum Beispiel Sticker, Buttons, Aufnäher, Poster und T-Shirts zu erwerben gibt..
Wer nach der musikalischen Einstimmung am samstag noch Lust zu Tanzen hat, dem_der seiein die QUEER BEATS in der Scheune ans Herz gelegt.


[kneipentreff RM16]

Eingesendete Einladung…

Liebe Leute,
wir laden euch herzlich ein zu einem Vorbereitungstreffen zu einer
mackermassakerartigen Veranstaltung ein. Mackermassaker heißt für uns
ganz grob kritische Auseinandersetzungen mit Männlichkeiten auf
verschiedenen Ebenen mit verschiedenen Mitteln anzustoßen ;) Allerdings
ist Mackermassaker erstmal nur ein Arbeitstitel und wer das Themenfeld
Geschlecht gerne breiter bearbeiten würde (zB mit einem Gendermassaker)
fühle sich bitte auch angesprochen. Über konkretere Vorstellungen und
Planungen (wie was wollen wir veranstalten, welchen Zeitraum, notwendige
Konsense etc.) würden wir gerne zusammen mit euch persönlich beim
Vorbereitungstreffen sprechen.

In liebe zum sexismuskritischen ansatz,
verschiedene Einzelpersonen.

24.8. um 19 uhr im az conni

Wer ist eigentlich diese_r QUEER?

Kann ich queer sein? kannst du queer sein? kann überhaupt ein mensch seine identität mittels queer beschreiben, oder läuft das nicht vielmehr der idee der queer theory, sich viele identitäten zu schaffen, um diese letztendlich in der rauen menge zu dekonstruieren.
wenn ich gelichzeitig lesbe, jüdin, gärtnerin, mutter, mitbewohnerin, briefmarkensammelerin usw. bin, dann passe ich nicht in eine bipolare schublade von mann oder frau, schwarz oder weiß…

Der zwar sehr witzig gemachte Mobitrailer zum kompenhagener queerfilmfestival verfällt meiner meinung nach aber genau in solch eine rolle, eine queere identität aufmachen zu wollen. queer als lifestyle, als gruppenzugehörigkeit und erkennungsmerkmal.
Also wer oder was ist nun QUEER?

Cph Queerfestival film 2010 from Tine Alavi on Vimeo.

Einladung zum Amoriestammtisch.

[WERBUNG]

Hast du schon mal erlebt, dass du dich in zwei Menschen gleichzeitig verliebt hast?

Hast du einen Partner und trotzdem Lust, mit anderen zu flirten, weißt aber nicht, wie du damit umgehen sollst?

Oder deine Freundin hat Schluss gemacht, obwohl sie behauptet, dich noch zu lieben?

Du könntest dir (nie) vorstellen, mit mehr als einem Menschen eine emotionale Beziehung zu führen?

Du bist in einer offenen Beziehung und es kriselt – was tun?

Du hast einfach keine Antwort auf diese Fragen oder ähnliche?

Wir auch nicht!

Ist aber nicht so schlimm, deswegen wollen wir nämlich einen Stammtisch zum Thema Liebe und Beziehung ins Leben rufen – der potentiell über die monogame Zweierbeziehung hinausgeht.
Wenn du dich also angesprochen fühlen solltest, dann komm doch einfach mal vorbei, um gemeinsam zu quatschen, erzählen, uns auszuheulen oder zu streiten und einfach mal zu schauen, was dabei raus kommt.

Also, das erste Treffen gibt’s am

Dienstag, den 24. November
um 20.00 Uhr
in der Bierstube
(gegenüber dem Hörsaalzentrum der TU Dresden).

Zum kennenlernen, quatschen, mal sehen was für Themen anliegen. Außerdem würden wir gern gemeinsam einen regelmäßigen Termin finden und uns ein paar Gedanken zu Gestaltung und Location der zukünftigen Treffen machen.

Ein Tisch ist bereits reserviert, mal sehen, wer alles kommt!

Weitere Infos unter amoriestammtisch.blogsport.de/

Wolfgang Sterneck – Freie Liebe

Wirkliche Liebe ist ein Gefühl, das viel tiefer geht als all das, was gewöhnlich als Liebe bezeichnet wird. Es beinhaltet den Ausbruch aus dem Vorgegebenen, die Überwindung des Egoismus und die Fähigkeit geben zu können. Es ist eine tiefe innere Verbindung, die sich keineswegs nur auf einen Menschen beschränken muß. Wirkliche Liebe hat nur wenig gemeinsam mit dem Begriff der Liebe, der uns aufgezwängt wird und den die meisten von uns verinnerlicht haben. Sie hat nichts zu tun mit den Gefängnissen der Beziehungen und der Ehe. Die romantische Liebe, wie sie uns von den Medien immer wieder vermittelt wird, ist von seltenen Ausnahmen abgesehen, eine Illusion. Und die, die daran glauben, täuschen sich letztlich nur selbst.

Die meisten herkömmlichen Beziehungen gleichen schon nach kurzer Zeit einer Straße, deren Verlauf vorgeben ist und unter dem Beton alles Leben vergräbt bis sie in einer Sackgasse endet. Eine offene Beziehung zwischen zwei Menschen, die auf der Vorstellung der freien Liebe basiert, entspricht dagegen zwei Wegen, die sich kreuzen. Sie verlaufen zeitweise nebeneinander und werden phasenweise zu einem, beinhalten aber immer wieder Strecken, in denen sie sich trennen, zum Teil weit voneinander entfernen oder vielleicht sogar verschiedenen Richtungen einnehmen, um dann an bestimmten Orten wieder zusammenzufinden. Es ist fast unmöglich die Bedürfnisse nach Kontakt und Austausch, nach Zärtlichkeit und Sexualität über einen längeren Zeitraum auf einen Menschen zu fixieren – es ist auch nicht notwendig. Vielmehr ist es durchaus möglich und selbstverständlich zu mehreren Menschen ein Gefühl tiefer Zuneigung und Wärme zu empfinden, vielleicht sogar jede und jeden von ihnen auf eine eigene Weise zu lieben. Wenn nach der anfänglichen Phase des Verliebtseins, indem sich oft alle Empfindungen auf die entsprechende Person konzentrieren, die Gefühle füreinander nachlassen oder sich verändern, und auch wieder andere Menschen interessant werden, dann stellt sich die Frage, ob Fesseln angelegt werden oder versucht wird mit diesen Bedürfnissen offen umzugehen. Die Idee einer offenen Beziehung beinhaltet das Bestreben diese Gefühle zuzulassen und nicht zu unterdrücken. Das heißt konkret, der Partnerin oder dem Partner die Möglichkeit zu geben mit anderen engeren Kontakt zu haben, sich selbstverständlich mit einer anderen Person zu treffen, vielleicht auch Zärtlichkeiten auszutauschen oder miteinander zu schlafen. Auch wenn es in der bestehenden Gesellschaft normal ist, so hat im Grunde niemand, auch kein Beziehungspartner oder -partnerin das Recht, dies zu untersagen. Wer es dennoch tut, offenbart im Grunde nur den eigenen Egoismus indem versucht wird, die angeblich so geliebte Person einzuschränken und deren Gefühle zu unterdrücken.

Eifersucht hat nur wenig mit Liebe zu tun, sondern vielmehr mit Besitzgier und Verlustangst. Das herrschende System basiert auf der Idee des Besitzes von materiellen Dingen wie auch von Menschen, von deren Arbeitskraft, von deren Wissen, von deren Gefühlen. Gesellschaften, die kein Privateigentum kannten, die davon ausgingen, daß beispielsweise keine Person ein Stück Land besitzen kann, weil es gleichzeitig allen und niemanden gehört, die kannten auch keinen eheähnlichen Besitzanspruch und sie kannten auch keine Eifersucht. Eine wesentliche Voraussetzung für eine offene Beziehung ist die Bereitschaft auf andere einzugehen, aber auch in sich selbst hineinzuschauen, sich mit eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen und diese zu hinterfragen. Wichtig ist dabei, daß gleichermaßen die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche, sowie die Ängste und Schwächen gezeigt werden, darüber offen geredet wird und gemeinsam nach einem Weg gesucht wird. Gerade Männern, denen vielfach noch eingeredet wird, daß Männlichkeit Härte und Gefühllosigkeit bedeutet, fällt dies oftmals sehr schwer. Wenn Du ehrlich zu Dir bist, dann stellst Du schnell fest, daß Du in Deiner derzeitigen Beziehung oder in ehemaligen zumindest zeitweise tiefere Empfindungen für Menschen außerhalb dieses Verhältnisses gehabt hast. – Warum diese Gefühle unterdrücken, warum sich nicht dazu bekennen und die Möglichkeiten schaffen sie auszuleben? Warum bindet Ihr Euch so eng aneinander und geht nicht weiterhin Euren eigenen Weg, um in bestimmten Momenten, über deren Tiefe und Länge Ihr frei entscheiden könnt, zusammen zu kommen, ohne Euch gegenseitig Eure Freiheit zu nehmen?

Es ist ein langer Prozeß, der seine Zeit braucht und sicherlich auch mit Schmerzen verbunden sein wird. Zu viel haben wir von frühester Kindheit an verinnerlicht und zu allgegenwärtig ist die scheinbar so selbstverständliche Darstellung des Besitzdenkens. Aber was haben wir zu verlieren? Schau Dich um, sicherlich sind fast alle festen Beziehungen, die Du kennst, immer wieder davon geprägt, daß der Partner oder die Partnerin entweder einen Teil ihrer Gefühle unterdrückt oder sie heimlich auslebt. Die Alternative heißt offen sein, keine künstlichen Barrieren aufbauen, sondern sich im Fluß befinden. – Geben und das nehmen was freiwillig gegeben wird. Wenn Du in die Gesichter der Menschen blickst, die mit Dir in der Bahn sitzen, oder wenn Du Dir bewußt die Reklamefassaden anschaust, dann wirst Du mehr und mehr spüren, wie wichtig es ist, daß wir uns einem veränderten Verständnis von Liebe öffnen und ihre Wärme der fast allgegenwärtigen gesellschaftlichen Kälte entgegenstellen.

Wolfgang Sterneck

Aus dem Buch: Wolfgang Sterneck (Hg.) / Cybertribe-Visionen, KomistA / Nachtschatten, ISBN 3-928988-04-2

Anm. w.m.: Ich wollte diesen Text mal einbringen, weil ich ihn für einen guten Einstieg in das Thema Polyamorie halte. Ich finde es sehr traurig wie auch in der örtlichen Szene der revolutionäre Anspruch auf einmal verfliegt wenn es um Beziehungen geht. Schaut mensch sich in den Politgruppen um, so begegnen einem/r jede Menge romantische Zweierbeziehungen und Leute die damit nicht klarkommen. Wenn wir Verhältnisse wirklich kippen wollen, so müssen wir auch gesellschaftliche Normen hinterfragen, die wir oft ganz selbstverständlich reproduzieren. Um unseren Utopien ein Stück näher zu kommen, müssen wir auch lernen universeller zu einander in Beziehung zu treten. Wenn wir grenzen einreißen wollen, müssen wir zuerst in unseren eigenen Köpfen beginnen.

Über Diskussionen würde ich mich sehr freuen.